Was könnte das Problem sein?

  • Es betrifft eine Nachbarin. Sie ist 70+ Jahre alt und nur noch angenervt. Sie hat seit Anfang April das Problem, dass ihr kompletter GD-Anschluss (also Internet, Telefon und Fernsehen) zeitweise ausfällt. Stundenweise ist der Anschluss weg, dann ist er stundenweise wieder da, dann wieder weg.

    Techniker war da und hat wohl den Hausanschluss durchgemessen. Der soll Okay sein. Jetzt soll es am Kabel selber liegen. Es wurde von ihm einen Baugrube an der Hauptstraße gesehen und gleich als möglicher Schuldiger ausgemacht. Oder halt ein Knick in der Leitung. Es müsse auf jeden Fall gegraben werden.

    Das Komische:
    1.) Die Störung besteht erst seit Anfang April. Daher würde ich einen Knick im oder eine Beschädigung bei/seit der Installation des LWL-Kabels ausschließen wollen.

    2.) Mein DG-Anschluss (ich bin der Nachbar zu linken) rennt ohne Probleme. Zwei weitere DG-Anschlüsse von Nachbarn mir gegenüber auf der anderen Straßenseite, rennen ohne Probleme. Wir reden hier von Ein- max. Zweifamilienhäuser die alle ihr eigenes LWL_Kabel bekommen haben. Alle Kabel sollten im gleichen Haupt-Tube laufen. Daher würde ich eine gerade erst aufgetretene Beschädigung nur ihres LWL-Kabels ausschließen wollen.

    Rein Interessenhalber, da ich mich da nicht aktiv einschalten werde um hinterher der dumme zu sein, der angeblich alles kaputt gemacht hat: Wo würdet ihr suchen, was wäre Eure Vermutung?

  • Um das beurteilen zu können, brauchen wir Diagnose-Informationen. Fangen wir mit den Logs und den Status-Informationen des Routers an. Wie gut ist die Signalqualität? Werden Verbindungsabbrüche protokolliert? Erzeuge am besten Screenshots aller verfügbaren Statusinformationen und kopiere das Log. Im Anschluss kann man dann sehen, ob weitere Informationen und Tests nötig sind.

  • Ich habe keine Ahnung wir große das Problem im Bereich der Glasfaser als solches sein kann.

    Es könnte aber auch ganz klassich ein Problem it der "Stromversorgung" im Allgemeinen sein: Von der Putzfrau die den Router aussteckt um den Staubsauger einzustecken bis hin zu einer vergessenen Zeitschaltuhr von der Beleuchtung am Fenster (zwecks Anwesenheitssimulation im Urlaub).


    Oder ein "Hardwareproblem" (echt oder unecht -> Software im Router/Modem etc.) - teildefektes Gerät...


    Wie ich schon selber oft im Leben festgestellt habe: Der Teufel ist ein Eichhörnchen...


    Gruß Crazyalex

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  • Zunächst würde ich mir die Infrastruktur im Hause der Dame ansehen. Wo sind HÜP und Gf-TA lokalisiert und wie befestigt? Wie ist die Verbindung zwischen den beiden passiven Elementen ausgeführt? Wackelt da etwas?

    Danach würde ich mir genauer die Strecke GF-TA zu ONT (das wird wohl der Fall sein) ansehen, gibt es da Auffälligkeiten?

    Ab dem ONT würde ich mir auch die Ethernetverkabelung ansehen. Ist da alles korrekt verlegt? Gibt es evtl. Powerline- oder WLAN-Brücken zwischen ONT und Router (welches Modell ist das)? existiert evtl. ein unmanaged Switch zwischen ONT und Router? Im Router würde ich dann mal mir die hoffentlich vorhandenen Logdateien ansehen. Wenn der Router ein Mietmodell ist, sollte der Support eingeschaltet werden. Wenn der Router eine AVM FRITZ!Box ist, dann erst einmal einen Werksreset machen und alles manuell neu einrichten (gilt nicht nur für Produkte von AVM). Im DG Portal würde ich abgleichen ob das dort hinterlegte mit dem vor Ort vorgefundenen übereinstimmt (Stichwort kundeneigener Router oder Mietmodell).

    Wie lange ist der DG Anschluss schon in Betrieb, sehr zeitnah zu den aufgetretenen Problemen?

    Vermutungen gibt es viele, hier muss nach dem Ausschlussverfahren systematisch vorgegangen werden.

  • Man könnte ja mal über so etwas Profanes nachdenken, dass eines der Netzteile in der Kette ein Schuss weg hat. Netzteile halten meistens ewig, aber sie sind trotzdem Massenware und da gibt es schon mal Ausreißer (schlechte Kondensatoren). Jedenfalls erscheint ein geknickter LWL bei dem Fehlerbild eher als unwahrscheinlich.
    Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass nicht jeder Nutzer das Fehlerbild klar eingrenzen kann. Da sind Fakten wie Logs schon recht hilfreich.

  • Danke Euch. Als Info kann ich nur noch mitgeben: Die Anschlüsse sind seit September bzw. Oktober 2023 aktiv. Ihre Probleme begannen im April 2024. Das erste Mal war ein DG-Techniker schon da. Meh weiss ich auch nicht.

    Wenn ich mir Eure Posts mit den möglichen Gründen durchlese, dann würde ich an dieser Stelle wirklich STOPP! sagen.

    Begründung ist ganz einfach:

    Ich möchte mich da nicht zu tief einmischen. Das soll ihre Familie mit dem Support ausmachen (da Mietrouter).

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  • Um das Ganze erstmal zu einem Abschluss zu bringen. Heute war nochmal ein (hoffentlich) Techniker da. Keine Ahnung was sich GD dabei gedacht hat. Meine Erwartungshaltung ist, dass Leute, die man zu Endkunden schickt, wenigstens Deutsch sprechen können. Das war aber nicht. Aber selbst Englisch konnte er nicht. Es war also praktisch keine Kommunikation möglich.

    Vermutlich ist hier die Maxime von DG: Billig bzw. noch billiger.

    Damit keine Missverständnisse aufkommen: Der Mann kann nichts dafür. Für den wird das auch nicht schön sein. Außerdem fuhr er mit seinem eigenen Wagen (ein älterer Bulli) mit polnischem Kennzeichen rum. Hier sehe ich ganz klar DG in der Verantwortung.

    Warum ich dazu nochmal was schreibe: Meine Nachbarin war leicht verzweifelt ich habe ihr dann angeboten, eben mitzugehen um zu schauen was er da macht.

    Die Situation sieht so aus:

    Zwischen Gerät 2 und 3 ist normalerweise ein Kabel, das hatte er abgemacht und gemessen. Das zeigte bei einem Messgerät -7000. Keine Ahnung was dort gemessen wurde.

    Bei Gerät 3 leuchtet "Alarm" rot.

    Nachdem er ein weiteres Messgerät an Gerät 2 angeschlossen hatte...

    ....verschwand er dann wieder zum Technikschrank in der Querstraße.

    Sein Fazit ist, dass eine neue Leitung gelegt werden muss.

    Das Fazit meiner Nachbarin ist, dass sie die Schnauze voll hat und zur Telekom zurück will. Sie war sehr erfreut als ich ihr sagte, dass VDSL von der Telekom und Glasfaser von der DG parallel geht, auch wenn es kostet. Nur der Umstand, dass ihre Telefonnummer wohl bei der DG hängegen bleibt, war nicht schön für sie.

    Einmal editiert, zuletzt von Dringi (29. April 2024 um 20:21)

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  • Haben die anderen auch ein ONT/aktives Modem im Keller?
    Ich habe schon Steckdosen im Keller erlebt, die waren nur unter Spannung wenn das richtige Licht ein- oder ausgeschaltet war. Das könnte zu "stundenweise" passen. Das "Messgerät" ist eine Rotlichquelle, damit hat der Techniker von Eurer Seite einfach ein sichtbares Licht auf die Faser gegeben und hat am Kasten sicher geguckt ob der Port visuell aufleuchtet. Falls nicht, ist die Faser nicht in Ordnung

  • Dringi nur mal für dich zur Erklärung:

    1. Gerät eins ist der passive HÜP (Hausübergabepunkt).
    2. Gerät zwei ist der passive Netzabschluss (Gf-TA, Glasfaser-TeilnehmerAbschlusspunkt). Ein Genexis Fibertwist in der Ausführung als Gf-TA.
    3. Gerät drei ist das aktive (stromverbrauchende) Endgerät. Ein ONT von Nokia, vormals Alcatel-Lucent.

    Auf dem letzten Foto ist ein "Visual Fault Locator" abgebildet, wie Erzknolle bereits schrieb, das ist eine Rotlichtquelle, die ein Dauer- und auch pulsierendes, für das menschliche Auge sichtbares, rotes Licht in die Faser schickt. Dieses dient zur Faseridentifizierung, als auch zum Feststellen ob eine Unterbrechung der Faser vorliegt. Das ist eine Art Taschenlampe/Laserpointer, mehr nicht. Um Festzustellen wo die Unterbrechung stattfindet, benutzt man ein OTDR Messgerät.

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  • Besten Dank für die Erläuterungen. Ich muss zugeben, dass mein LWL-Anschluss für mich nichts ist, wo ich mich in der Tiefe mit beschäftigt hätte. Muss einfach funktionieren. Das reicht mir.

    Was mich im speziellen Fall wundert ist, dass der Anschluss scheinbar nur zeitweilig (und die letzten Tage ab Mittag) ausfällt.

    Ich würde übrigens ausschließen wollen, dass die Steckdose über den Lichtschalter geschaltet wird. Dagegen spricht ihre Lage der Steckdose und die Tatsache, dass der Internet-Anschluss wohl morgens bis mittags funktioniert. Ich würde auch sagen (ohne es wirklich zu wissen), dass aufgrund der steilen Treppe die ältere Nachbarin nicht ständig im Keller ist.

  • Kurz noch mein Senf dazu:

    Der Techniker hat die Durchgängigkeit der Faser am Ausgang des Generix gemessen und schließt daraus, dass eine neue Leitung gelegt werden müsse. Die Verbindung zwischen Eingang und Ausgang wird durch Aufsetzen des Deckels und entsprechende Drehung bis zum Einrasten hergestellt. Vielleicht liegt genau hier der Fehler. Ich hätte schon erwartet, dass der Techniker dirakt ab HÜP seine Lampe anklemmt.


    Weiterhin gibt es pro Anschluss mehrere Ersatzfasern. warum hat er nicht gleich eine solche am DP aufgelegt?

  • Nicht so schnell schießen! Evtl. hat er das bereits gemacht und weder nach Anschluss am Fibertwist noch am HÜP kommt ein Signal am PoP an? Bei Deutsche Glasfaser terminiert die Faser erst im PoP und nicht bereits im DP.

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  • Wenn er bereits mit einem OTDR oder IOLM gemessen hat, dann hat er den Fehler sicher schon lokalisiert. Mit den Messgeräten kann man anhand von Reflektionen und Brechungsindex den Fehler recht genau ermitteln.

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

  • Abschlussbericht. Zuerst: Ist alles aus der Erzählung der Nachbarin (die 70+ Jahre alt ist), ich war selber nicht dabei. Gestern waren wieder die beiden polnischen Techniker da. Aufgrund der Sprachbarriere war keine Kommunikation möglich.

    Es wurde der HÜP geöffnet und in Zeichenspreiche bedeutet, dass die Faser gebrochen sei. Dann wurde darum gebeten, dass das nächstgelegende Kellerfenster geöffnet wird. Draußen ratterte wohl eine Maschine und ein weiteres Kabel oder Schlauch wurde durch das Kellerfenster in den Keller gelegt. Meine Nachbarin vermutete erst, dass die Faser durchs Fenster verlegt worden sei. Dem ist aber nicht so. Kann es sein, dass die neue Faser mittels Druck angesaugt wurde?
    Wie gesagt: Ich war nicht mit dabei: Alles nur Erzählung meiner Nachbarin.

    Fazit: Nach der Reparutur läuft es nun wieder. Meine Nachbarin hofft dauerhaft. Wie die Faser beschädigt wurde, kann ich mir nicht vorstellen. Seit dem ersten Fehler bis zur entgültigen Behebung hat es 21 Tage gedauert, wobei ich nicht sagen kann, wie die Reaktionszeiten meiner Nachbarin waren.

  • Glasfaserkabel werden idR immer ein- und aus-geblasen. Das was da gerattert hat war ein Kompressor


    Aslo Kabel getauscht und Anschluss iO...

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

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