Beiträge von Crazyalex

    pufferueberlauf

    Das mit den kommunalen Versorgern hatte ich anders gemeint - aber zugegebenermaßen nicht sauber formuliert: die hätte ich eher auf staatlicher Seite als aus privater Seite verordnet - aus den von dir angegebene Gründen.

    Einigen wir uns also auf "irgendwo dazwischen" ;)


    Ein Beispiel von "gelungener Realisierung von allgemeindienstlicher Infrastruktur" zu finden ist, zugegebenermaßen, nicht einfach. Die Mobilfunknetze - mit allen jüngeren Varianten (!) - wäre da zu nennen. Da scheint das halbwegs zu klappen (und sogar im gleichen Themenbereich).


    Ich wiederhole mich aber gerne - um allen gegenüber fair zu sein: es ist nicht einfach.


    Gruß Crazyalex

    Was man sagen kann: Der Staat ist bei der Infrastruktur i.d.R. nicht schnell.

    Wenn sie jedoch geschaffen wurde, ist sie häufig sehr solide (und war nicht billig).


    Wie pufferueberlaufrichtigerweise geschrieben hat, muss man das alles im jeweiligen (zeitlichen) Kontext betrachten.


    So als weitere Lösungsidee: Notfalls muss der Staat koordinierend einspringen und (temporär) lokale Monopole definieren - welche mit entsprechenden Pflichten einhergehen.


    Gruß Crazyalex

    Das Problem ist: Infrastrukturausbau in privater Wirtschaft muss nicht zwingend gut laufen - siehe aktuelle Probleme.

    Infrastrukturbau in Staatshand muss nicht zwingend besser sein (siehe Schienenausbau).


    Bei der Wasserversorgung klappt das recht gut (kommunale Hand), bei den Stromversorgern sieht es häufig ähnlich aus.


    Es ist nicht einfach.

    Meckern ist leicht, es besser machen nicht immer trivial.

    Aber trotzdem muss man sich nicht immer alles gefallen lassen.


    Gruß Crazyalex

    HubeBube

    Da wird von mir kein Widerspruch kommen - nur die Anmerkung, dass die DT einen ordentlichen Cashflow hat und operativ Gewinne ordentliche schreibt. Sie steht nicht vor einer Insolvenz.


    Die DG hingegen täte gut daran, tatsächlich angefangene Projekte zu vollenden und damit mehr Cashflow zu generieren. Sonst hat die 1,2Mrd€-Finanzspritze auch nichts gebracht.

    Aber daran möchte man ja wohl arbeiten. Hoffen wir es!


    Gruß Crazyalex

    Im Zweifelsfall sehe ich in meiner Eigenschaft als Kunde alles durch die Kundenbrille - dennoch wäre mein Vorschlag um (Rechts-)Sicherheit bei beiden Parteien zu haben folgender: Verbindlichkeit.

    Das könnte man - als Branchenstandard - freiwillig einführen... ...oder mal wieder warten bis der Gesetzgeber es einem knallhart vorschreibt und dann dabei vielleicht eine andere Zahl nennt als ich das hier mache.


    Mein Vorschlag wäre nämlich wie folgt: Wenn ein Angebot für einen privatwirtschaftlichen Ausbau vorliegt, so beinhaltet dies zeitgleich auch einen verbindlichen Zugang 2 Jahre nach Unterschrift (sofern die Quote erreicht wird).

    Sollte in der Zeit das Projekt nicht umgesetzt werden ist der Kunde auch nicht mehr daran gebunden.


    Sollte ein GF-Anbieter massenhaft Aufträge abschließen und dann in der Zeit nicht liefern dann kann man das in der Presse nachlesen - insofern dürfte sich das gewissermaßen selber regulieren: Man will sich den Ruf ja nicht zu sehr versauen.


    Könnte auch so kommen - nur bin ich mit der Idee ca. 10 Jahre zu früh dran ;)


    Im Falle von bereits vorliegenden Auftragsbestätigungen ist ja bereits alles klar - weiterer Klärungsbedarf besteht hier m.E. nicht.


    Gruß Crazyalex

    Es ist doch immer das Gleiche: die Insolvenz war weit näher als man zugegeben hat. Klar: eine drohende Insolvenz ist jetzt nicht unbedingt sehr werbeträchtig...


    Aber als (potenzieller) Kunde sieht man ja was los ist - oder eben nicht los ist: Der Stillstand bei bereits angefangenen Projekten hat Bände gesprochen - während an anderen Stellen munter angefangen wurde zu buddeln.

    Die DG hat versucht ein großes Stück des "Glasfaserkuchens" abzubekommen - hat dabei aber auch viel falsch gemacht: in der Ausbauphase ist die Kommunikation mit dem Unternehmen katastrophal - und der ewige Verweis auf den jeweiligen Subunternehmer macht einen Kunden auch nicht glücklich. Manchmal erinnert der sich doch daran mit wem er den Vertrag hat...


    Bleibt zu hoffen, dass das, was bisher passiert, ist die Geschäftsführung der DG mal ordentlich wachgerüttelt hat und man tatsächlich was dazugelernt hat.

    ...auch wenn ich da grundsätzlich immer erst einmal vorsichtig/skeptisch bin.


    Aber wenn man in der Geschichte etwas zurückschaut: auch andere große ISPs haben in der Vergangenheit schon halbwegs erfolgreich Service-Offensiven gestartet - also sollte man da abwarten und fair bleiben.


    Gruß Crazyalex

    Kürzlich mal wieder was in der Zeitung:


    In Albershausen ist schnelles Internet nur ein schönes Versprechen

    Seit Jahren wird in dem Ort gegraben und gebuddelt, doch einen Glasfaseranschluss hat fast niemand bekommen. Auch wenn das Landratsamt von einer 90-prozentigen Abdeckung spricht.


    Die Freude bei Landrat Edgar Wolff war Ende März groß, als er in einer Pressemitteilung des Landratsamts bekanntgab, dass es mit dem Glasfaserausbau vorangehe und sechs Kommunen im Kreis bereits eine Abdeckung von mindestens 90 Prozent der Haushalte aufwiesen. Die Orte, darunter auch Albershausen, hätten das für 2030 avisierte regionale Ausbauziel schon vor der Halbzeit erreicht. Damit sei der Kreis „gut im ‚Club der Neunziger‘ vertreten“, kommentierte Wolff die Zahlen. „Die Kooperation mit der Gigabit-Region Stuttgart ist erfolgreich.“ Doch zumindest in Albershausen liegen zwischen offizieller PR und der Realität Welten.

    Bereits jetzt hätte alles fertig sein sollen

    Zuständig für den Anschluss ans schnelle Netz der Albershäuser ist die Deutsche Glasfaser (DG), die mit dem Versprechen angetreten war: Sollte sich jeder dritte Haushalt für einen Anschluss entscheiden, wird das Unternehmen die schnellen Zugänge verlegen. Mitte Mai 2023, vor genau zwei Jahren, war es dann so weit: Nach längeren Vorarbeiten fand der offizielle Baustart mit Spatenstich statt, ein Verantwortlicher versprach eine Bauzeit von zwei Jahren, bis alle Kunden am Netz sind. Somit war die Gemeinde die erste im Kreis, in der der Glasfaserausbau der Firma anlief. Doch die anfängliche Freude ist längst Ernüchterung gewichen, bei Kunden ebenso wie beim Bürgermeister. Von 90 Prozent Haushaltsabdeckung, wie vom Landratsamt verkündet, kann keine Rede sein.

    Der Ort hat etwa 4400 Einwohner und die Pressesprecherin der DG, Diana Stiebe, räumt auf Nachfrage ein: „Rund 50 Kunden sind, Stand heute, in Albershausen aktiviert – somit am Netz.“ Von 50 Anschlüssen weiß Bürgermeister Jochen Bidlingmaier nichts, immerhin so viel: „Sie haben die ersten Anschlüsse aktiviert, ich weiß definitiv von zweien.“ Er erinnert sich: „Sie haben am Anfang Gas gegeben, waren mit sehr vielen Trupps da und haben den ganzen Flecken umgetrieben.“ Doch anschließend sei nicht mehr viel passiert. „Ich weiß nicht, wie oft ich schon nach einem Bauzeitenplan gefragt habe“, sagt der Rathauschef. „Doch die winden sich raus, ich kriege nichts.“ Er wundere sich über das Prozedere, meint Bidlingmaier, und fügt resigniert an: „Aber eigentlich wundert mich nichts mehr.“

    Gerd Schmelzle aus Albershausen hat einen Vertrag bei der DG unterschrieben, die Kabel liegen bereits seit Sommer 2023 in seinem Wohnzimmer. Doch sie führen nicht ins Internet, sondern ins Nirgendwo. „Die Deutsche Glasfaser ist eine Katastrophe“, sagt der Ingenieur und fragt sich: „Womit finanzieren die das?“ Schließlich müssen die Kunden erst bezahlen, wenn der Anschluss steht, die Verträge haben eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Er wundert sich: „Das ist, wie wenn man Wasserleitungen ohne Wasser verlegt.“ Er selbst kenne niemanden im Ort, der bei der DG bereits am Netz sei.

    Schmelzle erinnert sich, dass die notwendige Anzahl an Verträgen im April 2022 vorlag und eine Fertigstellung der Anschlüsse noch bis Ende 2022 in Aussicht gestellt worden war. Besonders kurios: „Im Januar dieses Jahres erhielten wir überraschenderweise einen Flyer mit dem Titel ‚Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Glasfaseranschluss‘“, berichtet der Albershäuser. „Was dieser Flyer sollte, ist uns bis heute ein Rätsel, denn er löste keinerlei weitere Aktion aus.“ Er glaubt vielmehr: „Wann die vor drei Jahren begonnenen Arbeiten fertiggestellt werden, lässt sich, nach allem, was mir bekannt ist, derzeit noch überhaupt nicht sagen.“

    Konkrete Daten sind nicht bekannt

    Das räumt das Unternehmen auch selbst ein: Der Generalunternehmer Geodesia habe seinen Baupartner ausgetauscht, der heiße nun HHR Glasfaser, eine Entscheidung, auf die die DG keinen Einfluss habe, sagt Sprecherin Stiebe. Wie und wann es weitergeht, weiß sie auch nicht: „Aktuell werden neue Bauzeitenpläne von Geodesia /HHR Glasfaser erstellt. Konkrete Daten, wann die Arbeiten fortgesetzt werden, sind derzeit nicht bekannt, aber Deutsche Glasfaser informiert, sobald es Neuigkeiten gibt.“

    HubeBube

    auch wenn es da noch kein Urteil geben mag und auch meine persönliche Meinung an der Stelle nicht relevant ist, so würde ich dennoch sagen: der Vorvertrag ist ebenfalls nur 2 Jahre gültig. Begründung: analog zum Vertrag darf ich im Telekommunikationsbereich nicht länger als 2 Jahre gebunden sein. Sollte binnen 24 Monaten keine Auftragsbestätigung kommen ist der Anbieter folglich selber schuld...

    Die Unternehmen sollten einfach mal Werbeversprechen, Zusagen und Kapazität unter einen Hut bringen und realistischer planen/auftreten.

    Auch wenn ich für beide Parteien grundsätzlich Verständnis habe, so muss auf manches Einzelunternehmen grundsätzlich mal mit dem Verbraucherschutz eingedroschen werden bis die es verstanden haben ;)


    Gruß Crazyalex

    Ein neues Urteil gegen die Deutsche Glasfaser:

    https://www.golem.de/news/netzausba…605-209167.html

    Das kommt weder unerwartet noch habe ich da auch nur ansatzweise so etwas wie Mitleid mit dem "armen" Unternehmen: Der rechtliche Rahmen war vorher klar, man hat trotzdem versucht die Kunden auszunehmen -> jetzt gibt's halt entsprechend (sachlich) negative Schlagzeilen.


    Die DG hat ihre Probleme - und die hat sie sich auch hart erarbeitet -> selber schuld.


    Gruß Crazyalex

    Schon wieder Werbung von 1&1 bekommen: Angeblich soll die DG bei uns im Ort bald Glasfaser ausbauen und wer mit 1&1 online gehen möchte, kann jetzt schon einen Vertrag bla bla bla...


    Ich bin mal gespannt, wann hier tatsächlich mal der Ort online geht - nachdem ja, wie bereits geschrieben, die Tiefbauarbeiten seit bald 2 Jahren weitestgehend abgeschlossen sind.

    Fehlen noch die Fasern ins Haus und 'n Kästchen an der Wand ;)


    Gruß Crazyalex

    Jetzt weiß ich etwas mehr - nur halt nicht, ob das auch stimmt ;)


    ...weil: ich hatte heute, zu zweite Mal innerhalb von ca. 3 Monaten, Werbung von 1&1 im Briefkasten hinsichtlich eines Glasfaseranschlusses in Kooperation mit der DG.

    Nachdem ich auf die DG überhaupt gar keine Lust mehr habe und jeglichen unnötigen Kontakt mit denen meiden möchte - ich wurde bisher nur angelogen (z.B. "wir rufen zurück" - bis heute hat sich da noch keiner je wieder gemeledet...) - habe ich gedacht, dass ich mal bei jemand nachfrage der vielleicht etwas mehr Interesse hat.

    Daher: kurzer Anruf bei der 1&1 Info-/Bestellhotline. Kurze Recherche des Vertriebsmitarbeiters ergab, dass ab ca. Juni (oder Juli - habe es mir nicht genau gemerkt, spielt auch keine große Rolle welcher Monat mit "J" es ist) dieses Jahres der Ausbau wohl voraussichtlich (oder: angeblich) abgeschlossen sein soll.

    Nein - vielen Dank, einen Vertrag möchte ich derzeit noch nicht eingehen, auch nicht auf die Gefahr hin, dass die Preise steigen...


    Ich warte erst einmal ab, bis mein schwebender Vertrag mit der DG (AB vorhanden!) endlich seitens der DG physisch umgesetzt ist, sprich: Faser im Haus, Licht drauf und auch noch funktioniert, um dann mit einer Kündigungsfrist von einem Monat selbigen Vertrag zu beenden.


    Was die Preise bis dahin machen, werde ich schon sehen.

    Eines ist jedenfalls sicher: Der Kundenservice bei 1&1 kann kaum schlechter sein als das, was ich bisher mit der DG alles erleben musste (lange Geschichte -> Kurzfassung: es war unterirdisch).


    Gruß Crazyalex

    Danke!


    ....hatte ich seinerzeit auch schon gelesen. Trotzdem erscheint es wenig logisch, dass wenn der größte und teuerste Teil bereits erledigt ist, man auf den darauf folgenden Umsatz mit den Kunden scheinbar gerne verzichtet.


    Der Ort hier ist der erste der im Kreis einen Vertrag mit der DG abgeschlossen hat - und wohl der letzte bei dem Licht auf die Fasern kommt.

    Licht ist übrigens das Stichwort: das wirft kein gutes Licht auf die DG


    Gruß Crazyalex

    Ich bin (weiterhin) davon fasziniert wie lange man nichts machen kann: die Tiefbauarbeiten sind nun im Großen und Ganzen seit rund 2 Jahren weitestgehend abgeschlossen. Ein paar wenige Glasfasern wurden eingeblasen - und es gibt vielleicht sogar vereinzelte Kunden (die berühmten Ausnahmen, welche die Regel bestätigen...) die sogar online sind.

    Ansonsten: nichts.

    ...außer dass der eine oder andere Verteilerkasten unfallbedingt beschädigt ist, das Türchen daran kaputt ist / nur davor liegt bzw. daran angelehnt ist - ist das, ich kann es bei uns in der Straße ja verfolgen, seit vielen Monaten.


    Man baut Infrastruktur - sogar fast fertig - und lässt diese dann ungenutzt vergammeln. WOW!


    Gruß Crazyalex

    Der verlinkte Artikel ist ja recht nett...

    ...aber...

    natürlich ist mir klar, dass Unternehmen Planungssicherheit benötigen.

    Und die haben sie auch! Der rechtliche Rahmen ist klar.

    Wenn man aber mehr vermarktet als man Baukapazität hat, muss man sich nicht wundern, wenn man danach ein Problem hat.

    Da sind wir eben bei der Planungssicherheit: richtig planen - und dann klappt das auch.


    Bei uns im Ort sind die Tiefbauarbeiten schon seit über einem Jahr quasi abgeschlossen. Und trotzdem wurden die Glasfasern noch (weitestgehend) nicht eingeblasen.

    Wenn ich mir anschaue, was da mit diversen Subunternehmen abging, muss ich mich nicht wundern.

    Wenn die (in unserem Fall: DG) mit ihren Sublern so umspringt, wie sie das macht, dann wundert mich nichts. Garnichts! Das läuft hier so bescheiden - da stellt man bald schon die freie Marktwirtschaft infrage und wünscht man sich beinahe schon wieder, dass der Staat die Infrastruktur in die Hand nimmt: schlechter macht der das auch nicht und selbst der scheint da schneller zu sein als die DG.


    Es mag nur das Bild sein, das ich hier als Einzelperson habe - aber von meinem "Einzelfall" gibt's, so wie sich das im Internet liest, doch mehr als nur eine Handvoll....


    Die Glasfaserunternehmen sollten also weniger nur "ihre Claims abstecken" als viel mehr dort wo ein (Vor)Vertrag abgeschlossen wurde auch liefern.

    Jammern - auch seitens der GF-Anbieter - hilft nicht: machen ist angesagt.


    Gruß Crazyalex