Mobilfunk als Absicherung zum Glasfaseranschluss

  • Hallo zusammen :)

    Im folgenden Thread geht es bereits um die Absicherung des Internet-Anschluss durch einen zweiten Anbieter, wenn der erste ausfällt.

    Sharavanabhava
    20. November 2023 um 11:33

    Wo man gewerblich davon abhängig ist, da ist das sicher eine andere Hausnummer aber privat diesen Aufwand?

    Ich hatte vor einigen Wochen erst einen Ausfall für 2 Tage bei der DG, doch das ist trotzdem sehr selten.

    Wenn's passiert ist es natürlich ärgerlich und eine Absicherung wäre schon schön. Doch will ich parallel zur Glasfaser einen normalerweise ungenutzten DSL-Anschluss ewig finanzieren?

    Geht es nicht auch ohne zusätzlichen Vertrag?

    Jeder hat ein Handyvertrag mit Datenvolumen. Dazu eine Zweitkarte kostet im Monat wohl 5 €.

    Diese Zweitkarte in eine LTE Fritzbox stelle ich mir als Absicherung vor. Nur wenn der Notfall eintritt, wird mein Datenvolumen belastet.

    Wenn ich da aber viel umbauen muss, überlege ich mir als Laie natürlich, ob ich die maximal 2 Tage nicht doch abwarte, bis alles wieder von alleine geht. :)

    Nun meine Frage an euch. Kann man die LTE Fritzbox permanent so ins Heimnetz integrieren, dass sie sich (wenn der Fall eintritt) automatisch aktiv schaltet - ähnlich wie ein Notstromaggregat? Wie müsste man das machen?

  • Wie soll das gehen? Die Internetverbindung von Clients wird über den Gateway (Router) hergestellt. Sind die Clients auf DHCP eingestellt, so erhalten sie die Angaben zur IP-Adresse, zum DNS und zum Gateway vom DHCP Server mitgeteilt. Fällt also die Internet (WAN) Verbindung des DHCP zuteilenden Routers aus so gibt es keine Information über einen "Ersatz-Gateway". Dies gewücnschte Funktionalität könnte nur ein spezieller Router mit Failover Funktionalität erbringen.

  • Das ist nicht so einfach.

    Man braucht neben dem Glasfaser-Router und der LTE Box eine dritte Instanz. Diese dritte Instanz könnte ein Router sein, der permanent die Internetverbindungen monitort und im Zweifel dann einfach das andere Gateway benutzt, wenn eins ausfällt. Das wäre ein Dual-WAN Router, wie im anderen Thread auch angesprochen.

    Alternativ könnte diese dritte Instanz auch ein Raspi sein, der als DHCP Server und RA Deamon arbeitet. DHCP und RAs werden in den beiden Routern (Glas + LTE) deaktiviert, stattdessen verteilt der Raspi IPs und Gateways. Dann kann der die Internetverbindungen monitoren, und wenn die eine ausfällt, wird die andere als Gateway verteilt. Nachteil: Man muss auf den Ablauf des DHCP Leases warten, damit die Endgeräte die Änderung mitbekommen. Das kann - je nach Lease Time - Stunden dauern. Die andere Lösung funktioniert innerhalb von Sekunden.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Das ist nicht so einfach.

    Man braucht neben dem Glasfaser-Router und der LTE Box eine dritte Instanz. Diese dritte Instanz könnte ein Router sein, der permanent die Internetverbindungen monitort und im Zweifel dann einfach das andere Gateway benutzt, wenn eins ausfällt. Das wäre ein Dual-WAN Router, wie im anderen Thread auch angesprochen.

    ,.. oder gleich ein spezieller Hybrid Router, der alle Funktionen im Gerät hat und bei Ausfall (und nur dann) auf den alternativen Anbieter schaltet.

    Vielleicht kommen AVM & Co irgendwann auf die Idee sowas zu entwickeln. Technisch scheint das kein Unding zu sein. Die Frage ist nur, wie groß derzeit der Bedarf dazu ist.

    Was du mit den derzeit vorhandenen Geräten als Lösung beschreibst, ist wohl den Aufwand nicht wert. DSL als Absicherung sehe ich auch als übertrieben.

    Bleibt also die Störung auszusitzen die für den Privatkunden die derzeit günstigste Lösung. Möglicherweise bringt die Zukunft bessere Lösungen.

    Danke für eure Antworten :)

  • Die meisten Fritzboxen mit USB bieten einen Fallback auf Mobilfunk an, einfach einen LTE Stick oder ein Smartphone per USB tethering an die Fritzbox anschließen und die Mobilfunk Option aktivieren.

  • James

    OK, das klingt doch nach die Lösung nach der ich gesucht habe. Ich muss mir das bei der Fritzbox nochmal genau ansehen. Das geht dann auch bei einem gemieteten Premium Router der DG? - Vielen Dank :)

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Wie oft kommt das vor und wie abhängig bist du vom Internet? Das sind die Fragen die du dir als Privatmann beantworten musst.

    Ich hatte bei VF einmal einen einwöchigen Ausfall. Ausgelöst durch eine wildgewordene Baggerschaufel die ein Hauptkabel durchtrennt hat.

    Das wenige was ich wirklich am PC machen musste habe ich mit dem Handy als Accesspoint gemacht. Tagesdatenvolumen von 10 gb dazu gekauft und gut war es, der Rest ist Vergnügen und kann am Handy nachgeschaut werden.

  • Wie oft kommt das vor und wie abhängig bist du vom Internet? Das sind die Fragen die du dir als Privatmann beantworten musst.

    Ich hatte bei VF einmal einen einwöchigen Ausfall. Ausgelöst durch eine wildgewordene Baggerschaufel die ein Hauptkabel durchtrennt hat.

    Das wenige was ich wirklich am PC machen musste habe ich mit dem Handy als Accesspoint gemacht. Tagesdatenvolumen von 10 gb dazu gekauft und gut war es, der Rest ist Vergnügen und kann am Handy nachgeschaut werden.

    Kann ich mich anschließen. Als bei uns die Straße erneuert wurde, wurde das Vodafone Kabel zweimal getroffen. Am Anfang waren wir dann mit Althandy mit CallYa Karte unterwegs (kostet nichts wenn nicht benutzt), später waren die 15 GB aus dem normalen Handyvertrag ausreichend, inkl. Home Office. Im Angebot für 8 Euro pro Monat, in der D2 Netz.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Wie oft das vorkommt, kann im Vorfeld niemand beantworten und es ist deshalb weniger relevant.

    Wie abhängig man vom Internet ist, schon eher. Vieles kann man vorrübergehend über Mobilfunk abdecken, sofern man am Standort einen ausreichenden Empfang hat.

    Die Hauptfrage ist eher: Wie schnell muss die Backup-Lösung betriebsbereit sein, wenn es mal zu einem Ausfall kommt. Danach richten sich dann mögliche Lösungsvarianten.

  • Die Hauptfrage ist eher: Wie schnell muss die Backup-Lösung betriebsbereit sein, wenn es mal zu einem Ausfall kommt. Danach richten sich dann mögliche Lösungsvarianten.

    Und noch wie viele Geräte die Backup Lösung verwenden müssen!

    Wenn es nur der Laptop fürs Homeoffice ist, kann man zur not auch einfach mal über das Handy den Hotspot aufmachen und etwas Datenvolumen dazubuchen (oder man hat sowieso ein Mobilfunk Modem im Laptop, dann ist es noch einfacher)

    Wenn das Haus dank Smart Home nicht mehr steuerbar ist (übertrieben gesagt) ist das natürlich etwas anderes :D

    Habt ihr euch zu DSL Zeiten auch schon solche Gedanken gemacht? Glasfaser sollte doch eigentlich stabiler laufen als DSL (gut, in der Anfangszeit kann es mal etwas haken...)

  • Für mich ist Teil der Resilienz nicht komplett abhängig vom Internet zu sein. Habe sogar noch Blu Ray Player Zuhause 😂. Und Smart Home sollte idealerweise lokal und nicht über Cloud gesteuert werden. So ist man von dubiosen Praktiken mancher Hersteller unabhängig.

    Als Backup in Kabelzeiten hat wie oben beschrieben ein Handy gedient. Für Glasfaser muss es auch reichen. Wenn es zu instabil läuft werde ich versuchen über Sonderkündigungsrecht rauszukommen.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Habt ihr euch zu DSL Zeiten auch schon solche Gedanken gemacht? Glasfaser sollte doch eigentlich stabiler laufen als DSL (gut, in der Anfangszeit kann es mal etwas haken...)

    Ganz ehrlich: Für mich ist einer der größten Vorteile der Glasfaser die Stabilität der Verbindung. Hatte vorher VDSL 100/40 und relativ häufig Abbrüche und Neusynchronisationen. Seit 22. September läuft bei mir Glasfaser über DG (400/200). Obwohl das Netz bei uns in der Gemeinde noch im Aufbau ist, kam es bisher zu keiner einzigen Unterbrechnung. Für mich ist die bessere Stabilität (bisher) deutlich spürbar gegeben. Deshalb mache ich mir auch wenig Gedanken über Fallback-Lösungen.

  • Nur der Vollständigkeit halber hier mal die andere Seite gegenüber kurzzeitigen Ausfällen:

    mein Anschluss bei der DG war satte sieben Wochen nicht verfügber. Der Grund war eine durch einen Bagger gekappte Faser zu unserem Haus. Die von DG beauftragte Firma "Egnatia" hat es bei 5 Besuchen nicht hinbekommen, eine neue Faser einzuziehen. Erst eine danach von DG eingeschaltete kompetentere Firma hat dann in 2 Anläufen eine neue Faser eingezogen.

    Überbrückt habe ich die Ausfallzeit die ersten 2 Tage mit dem Handy und danach mit einem LTE-Stick an der Fritzbox 4060 (SIM-Karte Freenet FUNK, unlimitiertes Datenvolumen für €30/Monat).

    PLZ 65558

  • Sowas ist natürlich extrem ärgerlich, gerade weil die Reparaturdauer vermutlich stark überdurchschnittlich ausfiel. Wenn man von solchen Baggerunfällen absieht - die auch bei DSL passieren können - scheint die Verbindungsstabilität von GF trotzdem besser zu sein.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Habe eine 250er svDSL Leitung als Backup meines aktuell noch Kabelinternetanschlusses bei Vodafone. Das ganze ist in OPNsense als fail-over gateway konfiguriert und geht total reibungslos. Sprich, wenn Vodafone mal ausfallen sollte, geht sofort alles per DSL online. Den Umbruch merkt man eigentlich gar nicht. Höchstens bei Telefongesprächen :)

    Falls mal wirklich der bestellte DGN Glasfaseranschluss hier zur Verfügung stehen wird (woran ich mittlerweile aufgrund der Ausbaupraktiken des Tiefbauers der DGN zweifle), so werde ich die DSL Backupleitung auf jeden Fall behalten und lediglich die HFC Verbindung opfern. Alles wird wieder von der OPNsense verwaltet am Ende und ich würde quasi nur HFC durch Glas als Primäranbindung tauschen. Ok, der 250er svDSL Anschluß ist für mich kostenlos, daher kann ich mir dieses Backup einfach leisten, aber es hat mir schon einige Male arg geholfen, wenn mitten am Tag irgendwas auf der Hauptleitung passierte und nichts mehr ging!

    • ex DGN (Purtel) 600/300 - T-SVDSL 250/40
    • ex ONT Nokia G-010G-R - Zyxel VMG3006-D70A
    • Router: PC Engines APU.4B4 - OPNsense
    • WiFi/DECT: Fritz!Box 7530 AX / Fritz!Box 7490 / Fritz!Repeater 1200 AX
  • GuMo,

    ich habe bei meinem DSL-Anschluss (1und1, 100Mbit/s) mit Fritzbox 7590AX ebenfalls ein LTE-Stick dran, als Failover. Bis gestern hatte ich einen SIM.de Tarif mit 20 GB für 9,99 € drin. Die Netzabdeckung mit O2 ist aber wirklich schlecht bei uns. Bin daher auf den BlackFriday-Deal eingestiegen (24x 14,99€, Telekomnetz, 60GB von Freenet), Empfang ist top. Sim.de ist gekündigt.

    Der Failover funktioniert einwandfrei, leider lässt sich nicht einstellen wann zurück geschaltet wird. Die Fritte hat dafür feste 30Minuten in der die Hauptleitung einwandfrei laufen muss hinterlegt. Leider lässt sich diese Zeit (bisher) nicht variabel anpassen.

    Bei uns liegt zwar die Glasfaser schon im Haus, ist aber noch nicht aktiviert. Ich denke das kann noch dauern. Geplant ist, dass der Stick dann mal als Failover an die FB5590 Fiber wandert und dort weiter als Backup fungiert. Die 14,99 € ist es mir zumindest in der Bauphase / nach Aktivierung dann wert. DSL-Anschluss würde ich dann ggf. nach der Rufnummernübertragung kündigen. DG hat von mir nur die Freigabe bekommen die Rufnummern nach Aktivierung zu übernehmen, nicht aber den DSL-Anschluss zu kündigen.

    Ich habe ebenfalls schon mit dem Gedanken gespielt die DSL-Leitung als Backup weiter zu nutzen und auf LTE zu verzichten. Preislich wäre die LTE-Variante allerdings rund 50% dann günstiger.

    Leider können die Fritzboxen kein Multi-Wan. Also müsste ich entweder die Fritzboxen auflösen und durch DSL-Modem und einen Router mit entsprechenden Möglichkeiten ersetzen oder ich nutze die zwei FBen weiter und gebe einen "Multi-Wan-Router" (OPNSense, Pfsense, EdgeRouter X, Mikrotik, Lancom, TPlink, o.ä.) jeweils als Exposed Host frei. Da bin ich noch nicht so überzeugt. Eine FB könnte dann als SIP-Client für die DECT-Telefonie weiter laufen, aber das muss dann definitiv keine 5590 sein.

    Vielleicht kommen hier ja noch ein paar Ideen oder Umsetzungsvorschläge oder wie es andere bewerkstelligt haben.

  • Hallo,

    Mike0185 Welchen LTE Stick nutzt Du denn? Ich werde sobald GF bei uns liegt, von einer gemieteten FB 6591 (Vodafone Kabel) auf eine FB 4060 wechseln. Im ersten Step möchte ich als FailOver auch einen LTE Stick einsetzen. Da ich aktuell schon TP-Link Omada einsetze möchte ich irgendwann, einen Multi-WAN Router (z.B. den 707-M2) von denen einsetzen, aber hier fehlt mir noch die IPv6 Unterstützung.

    Die Mikrotiks sehen auch spannend aus, aber die erscheinen mir für meine Zwecke einfach zu komplex. Ich brauche wirklich nur Fail-Over.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Welchen LTE Stick nutzt Du denn?

    Das ist wirklich etwas negatives bei AVM. Nirgends sind richtige kompatible Sticks gelistet. Ich habe den "4G LTE XS Stick W1208n", der funktioniert auf jeden Fall und ohne Probleme. Gabs in der Bucht mal für 25-30 € neu und original verpackt. Meiner hat ein 1und1 Branding auf dem Gehäuse, das stört mich aber nicht.

  • Das ist wirklich etwas negatives bei AVM. Nirgends sind richtige kompatible Sticks gelistet.

    Da hast du überhaupt keine Chance. Diese Sticks ändern sich permanent, da gibt es andere Revisionen, und schon ist ein komplett anderer Chipsatz drin. Eine solche Liste auch nur einigermaßen aktuell zu halten, wäre ein Fulltime Job für mehrere Leute.