Kupfer raus, Glas rein?

  • Ich hab ja schon öfter drauf hingewiesen und viel Prügel dafür kassiert. Das in Zusammenhang mit den Meldungen über "die Bagger kommen nicht wieder" sollte jedem klarmachen, dass man besser zuschlägt, wenn es eine Nachfragebündelung im eigenen Anschlussbereich gibt.

  • Ich frage mich, was mit Providern ist, die noch keine Angebote auf der Faser haben, aber auf dem VDSL-Netz der Telekom. Drillisch oder easybell zum Beispiel, wenn ich jetzt sim.de-Kunde bin, bekomme ich dann eine Kündigung mit Verweis auf das Schwesterprodukt von 1&1 ohne Zwischenhändler?

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  • Ich frage mich, was ist mit den Millionen Kunden, die keine Glasfaseranbindung haben und diese (beim aktuellen Ausbautempo) auch bis 2030 nicht erhalten werden?

    Hier in meiner Umgebung scheitert der Ausbau an nicht erreichten Quoten, selbst die Telekom hat die Ausbauaktivitäten in Magdeburg "gestreckt". Wobei das "strecken" eher ein regelmäßiges verschieben ist.

    Und ja, der Bagger kommt nicht wieder. Nur in vielen Städten kommt er gar nicht. Realität 2024.

  • Die Kupferleitungen werden natürlich nicht "deaktiviert" wenn es kein Glasfaser gibt.

    Dann laufen die Leitungen eben weiter, Ersatzteile hat man dann ja aus den Gebieten wo das Kupfernetz "abgebaut" wird ;)

  • Das sind ja auch Testgebiete, welche die passenden Voraussetzungen erfüllen.


    Aber das sollte jedem einen Vorgeschmack darauf geben, dass alte Technik auf ewig betrieben wird.

    Siehe ISDN, UMTS und viele weitere Beispiele.

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  • Die Kupferleitungen werden natürlich nicht "deaktiviert" wenn es kein Glasfaser gibt.

    Dann laufen die Leitungen eben weiter, Ersatzteile hat man dann ja aus den Gebieten wo das Kupfernetz "abgebaut" wird ;)

    Wunderbar, wir arbeiten mit voller Kraft an der Zweiteilung unserer Gesellschaft. Glasfaser für die Guten, der alte Cu-Dreck wird dann im Rest des Landes verklappt. :(

  • Das sind ja auch Testgebiete, welche die passenden Voraussetzungen erfüllen.


    Aber das sollte jedem einen Vorgeschmack darauf geben, dass alte Technik auf ewig betrieben wird.

    Siehe ISDN, UMTS und viele weitere Beispiele.

    Mit dem kleinen Unterschied, dass die 3G / ISDN / analoges Telefonnetz / ... Abschaltungen ohne größere Infrastruktur- und Baumaßnahmen bei den Kunden durchgeführt wurden.

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  • [..] Zweiteilung unserer Gesellschaft. Glasfaser für die Guten, der alte Cu-Dreck wird dann im Rest des Landes verklappt.

    Echt jetzt? Wegen Glasfaser?

    Wenn du mal schaust dass teilweise die Ausbau Quoten (meistens 15% glaub ich) von Glasfaser nicht erreicht werden, weil die Eigentümer kein Interesse daran haben, ist das eher übertrieben was du da schreibst.

    Für Glasfaser interessieren sich nun mal hauptsächlich die "IT affinen Menschen" oder auch teilweise "Gamer" die möglichst eine gute Verbindung haben möchten.

    Den meisten ist es doch völlig egal über "welche Leitung" ihr Internet kommt, Hauptsache das reicht fürs Surfen und ggf. noch Streaming (und da ist vielen auch noch egal ob 1080p oder 4K).

  • Den meisten ist es doch völlig egal über "welche Leitung" ihr Internet kommt, Hauptsache das reicht fürs Surfen und ggf. noch Streaming (und da ist vielen auch noch egal ob 1080p oder 4K).

    Problem ist, wenn dann irgendwann die Kündigung für Kupfer ins Haus flattert und die Faser noch nicht in der Wohnung liegt. Und ich wage zu bezweifeln, dass in den beiden Testregionen die Take Rate 100% war.

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  • Vollkommen richtig. Nur wenn dann plötzlich 30% der Kunden eines Anschlussbereiches ihre Katzenvideos und Netflix über 5G gucken wollen, dann macht die Zelle da vielleicht auch die Grätsche.

  • Ja das kann schon sein, dann jammern halt die Kunden die das ignoriert haben und müssen eben dann Internet über das Handynetz nehmen (ist ja laut Gesetz sogar "ok").

    Dann jammern nicht nur die Verhinderer, sondern auch jene rund 15%, die aufgrund der Verhinderer keine Glasfaser bekommen haben, da gar kein Ausbau stattgefunden hat.

  • Problem ist, wenn dann irgendwann die Kündigung für Kupfer ins Haus flattert und die Faser noch nicht in der Wohnung liegt. Und ich wage zu bezweifeln, dass in den beiden Testregionen die Take Rate 100% war.

    Es waren ja nicht Regionen, sondern kleine Bereiche:

    Zitat

    Zwei der Pilotgebiete liegen in Wiesbaden im Stadtteil Biebrich. Das erste umfasst 17 Gebäude mit 135 Haushalten und Unternehmen, das zweite Gebiet 65 mit 315 Haushalten und Unternehmen.

    Der Stadtteil Biebrich hat ca. 36.500 Einwohner...

    Das war nichts anderes als ein Proof of Concept für den Rückbau und sollte nicht mit Weltuntergangsszenarien belegt werden. Natürlich ist das Kupfernetz angezählt, das steht außer Frage. Ich wage zu behaupten, das D, wenn überhaupt, frühestens Ende dieses Jahrhunderts auf "Kupfer-TALs" verzichten kann.

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  • Ende dieses Jahrhunderts??? Das ist in ca. 75 Jahren. Uns allen fehlt die Vorstellung, was allein in den nächsten 10 Jahren auf uns zurollt.

    Ich erwarte das Abschalten von DSL persönlich irgendwann zwischen 2030 und 2040 im großen Stil. In Gebieten mit Telekom Fiber wird es hier und da früher passieren, weil sie dann ihr eigenes Kupfernetz abschalten können, ohne wirklich Kunden zu verlieren. In Orten mit Ausbau durch Wettbewerber wird die Telekom aus meiner Sicht dafür etwas länger am Kupfer hängen.

    FTTH DG 1000/500 | FRITZ!Box 5590 Fiber | 2 mal FRITZ!Repeater 3000AX als Access Points

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  • Solange die Telekom heute sogar noch E1 Leitungen in Betrieb hat, die sie mangels Nachfolgeprodukt nicht abschalten können, sehe ich da eher gelassen drüber hinweg. Das wird ein Gebiet sein, bei dem kein gewerblicher Reseller irgendwelche Anschlüsse aktiv hat. Deshalb können die das wohl ohne Murren abschalten.

  • Echt jetzt? Wegen Glasfaser?

    Wenn du mal schaust dass teilweise die Ausbau Quoten (meistens 15% glaub ich) von Glasfaser nicht erreicht werden, weil die Eigentümer kein Interesse daran haben, ist das eher übertrieben was du da schreibst.

    Für Glasfaser interessieren sich nun mal hauptsächlich die "IT affinen Menschen" oder auch teilweise "Gamer" die möglichst eine gute Verbindung haben möchten.

    Den meisten ist es doch völlig egal über "welche Leitung" ihr Internet kommt, Hauptsache das reicht fürs Surfen und ggf. noch Streaming (und da ist vielen auch noch egal ob 1080p oder 4K).

    Und ist es wirklich so schlimm? Selbst wenn Provider kein Geld für Ausbau verlangen, sind die Umbaumaßnahmen im Haus nicht drin. Wir haben bei uns Glasfaser legen lassen, ich konnte jedoch die Leitung ins Wohnzimmer in Eigenleistung legen. Bei der Schwiegermutter gab es zum Glück bereits ein Cat7 Kabel vom Keller.

    Sonst kriegt man kostenfrei nur ONT im Keller gestellt. Wie man dann Signal zum Router bringt interessiert niemanden. Und wir wissen alle, wie gut WLAN aus einem im Keller stehenden Router funktioniert. Und Mehrfamilienhäuser sind ein ganz anderes Thema.

    Wenn jemand kein Poweruser ist und keine hohe Uploadraten braucht, kann ich komplett nachvollziehen, dass man kein Geld - und hauptsächlich keine Zeit - in das Thema investieren will. Dazu kommt, dass viele von den Providern ziemlich unprofessionell agieren.

    Idealerweise würde es in Verantwortung von Providern liegen. Wenn Stadtwerke Wasserrohr austauschen wollen, machen die es Einfach. Man muss dann bezahlen, aber man muss nicht überlegen, ob und wann man von Stahlrohr auf Kunststoffrohr umsteigt. Wasserzähler wird dann an der gleiche Stelle weiter mit Wasser versorgt.