Glasfaser seit 2017 von EWE TEL - Monopol?

  • Guten Abend,

    wir haben im Jahr 2017 neu gebaut und seiner Zeit ausschließlich eine Glasfaser von der EWE TEL verlegen lassen - kein Kabel Deutschland, keine Kupferleitung von der Telekom, nur Glasfaser von der EWE TEL - die Herstellungskosten waren damals mit 149 EUR im Vergleich zu allen anderen absolut attraktiv. Nach nun mittlerweile knapp 8 Jahren im Vertrag der EWE TEL wollte ich mich mal nach Alternativen über 1&1, Telekom und Co. informieren. Ergebnis: Ist nicht. Bei der Telekom werde ich nach der Eingabe meiner Adresse direkt zum Formular des neuen Hausanschlusses geführt, bei 1&1 kann ich anrufen.

    Nun mal die ganz doofe Frage:

    Hat die EWE TEL ein Monopol auf der Glasfaser? Ich würde das ja verstehen wenn das für einige Jahre gilt, aber nach nun 7 Jahren würde ich eigentlich erwarten, dass auch andere Anbieter die Leitung nutzen dürften / könnten.

    Kann das jemand einmal erklären, was da genau der rechtliche / sachliche Hintergrund ist?

    Die Glasfaser Nordwest aus EWE TEL und Telekom sind in der Region hier oben ja auch recht aktiv, unser Anschluss ist aber selbst bei der Telekom gar nicht bekannt.

    Wenn ich also von denen weg möchte, dann bleiben nur noch Starlink und Mobilfunk (ob ich nochmal nur ein Internet-Medium ins Haus legen würde?)

    Danke und Gruß,
    Moritz

  • Ja, bei einem Glasfaseranschluss von EWE sind keine anderen Anbieter verfügbar. Wenn Glasfaser Nordwest bei dir ausgebaut hätte, dann hättest du mehrere Anbieter zur Auswahl.

  • Bei eigenwirtschaftlichem Ausbau, also komplett durch den Netzeigentümer bezahlt, muss der Netzbetreiber keinem Wettbewerber den Zugang erlauben. Bei gefördertem Ausbau, also Zuschuss durch die öffentliche Hand, gibt es die Verpflichtung des Geldempfängers/Netzeigentümers Open Access (OA) anzubieten.
    OA setzt aber voraus, das siech der Netzbetreiber und der mögliche Provider vertraglich über die Konditionen, Kosten und Servicebedingungen, zu einigen. Passiert das nicht, gibt es keinen Zugang zum vorhandenen Netz.

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  • Moin,

    vielen Dank in die Runde! Ja, dass ist auf der einen Seite bitter für mich, auf der anderen Seite nachvollziehbar.

    Ich habe den Glasfaseranschluss nun erstmal gekündigt, neu beauftragen kann ich den im Zweifelsfall immer noch. Vermutlich werde ich die Tage hier mal unseren 5G Router in Betrieb nehmen und das ganze mal testen, Starlink hat ja derzeit auch für 19 EUR ein Angebot zum Testen.

    Wirklich sinnvoll wäre, sich mit Nachbarn einen "dicken" Glasfaseranschluss zu teilen. Meine Eltern wohnen direkt nebenan, ansonsten alles junge Leute in der direkten Nachbarschaft. Jeder Nachbar ein eigenes VLAN, Anbindung per Kabel oder Richtfunk, könnte ein tolles Projekt werden - widerspricht aber den AGB's ;)

  • Hast du einen GPON- oder AON-Anschluss?
    Ich habe auch einen geförderten Glasfaseranschluss von EWE und bin ebenfalls gebunden.
    Bei mir im Ort gibt es ein Neubaugebiet, und dort hat EWE wohl eine Monopolstellung. Wenn man die Hausnummer aus dem Neubaugebiet bei der Telekom eingibt, wird weder Kupfer noch Glasfaser angezeigt.

    XXXX - 2002 Telefon

    12.03.2002 T-ISDN XXL

    20.10.2005 T-ISDN Call Time 240 Freiminuten

    13.05.2006 T-DSL 2000 (Speedport W501V)

    18.09.06 Wegfall T-ISDN Call Time ISDN und zugebucht Call & Comfort/T-ISDN

    2006-2008 Tarif Umstellung

    24.11.2008 Wegfall Call & Surf Comfort (2) T-ISDN

    zugebucht Call & Surf Comfort Universal (4)

    15.05.2015 Wegfall Call & Surf Comfort Universal (4)

    Zugebucht Surf Comfort All-Net (DSL Ram 6000)

    8.6.22 EWE Glassfaser 300

  • Wobei es eigentlich eine gute Sache ist, ausgerechnet kein Telekom Internet bestellen zu können. Wenn man einige Jahre Internet eines regionalen Anbieters genutzt hat, kann man schon einen Kulturschock davon kriegen, wie schlecht das Telekom-Netz an manche Ressourcen angebunden ist und kommt da dann zwei Jahre nicht weg.

    Damit meine ich nicht, dass es toll ist, keine Auswahl zu haben, aber so lange die Telekom so ein Standard-Anlaufpunkt ist, auf den auch hochintelligente Leute reinfallen, weiß ich nicht ob ich das nicht vorhandene Risiko im anderen Fall nicht besser finde.

    Die gängigen Provider haben keine Hardware für AON-Anschlüsse im Programm, da würde ich so bald nicht mit irgendeiner Kooperation rechnen.

    west EWE hat als alleiniger Netzbetreiber ausschließlich AON-Anschlüsse.

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  • Dem guten Ping und Peering im AON-Netz der EWE stehen leider schlechter First-Level-Kundenservice und altbackene Tarife bezüglich des Uploads gegenüber.

    MoritzK Hat die EWE auch versucht, dich in einen neuen Tarif mit weniger Upload umzustellen? Welchen Tarif hast du?

    Dies ist in der Vergangenheit oft passiert, als der aktive Endpunkt (z.b. XON 1200) auf einen passiven Abschluss ohne Stromanschluss umgestellt wurde.

    Außerdem vermute ich, dass nicht weit von deinem Haus entfernt ein größerer Verteilerschrank (Mini-PoP) vorhanden ist. Kannst du die PLZ nennen?

  • Moin,


    Danke erstmal für die tolle Beteiligung hier.

    Meine PLZ ist die 26127, Wiefelsteder Straße recht konkret.

    Wir hatten vor ca. einem Jahr eine Tarifänderung mit einer neuen FritzBox. Bis dahin wurde die Glasfaser in eine Art Medienkonverter geführt und es ging per Kuper weiter zur FRITZ!Box (7490?).

    Mit der neuen FritzBox 5590 Fiber geht die Faser nun direkt an die FRITZ!Box.


    Der aktuelle Vertrag endet Anfang 2027.

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  • Guten Abend,

    ja, der ist aktuell. Ich denke ich werde morgen mal mit meinem RUTX50 aus meiner Lagerhalle rumexperimentieren was hier so geht.

    Gibt es zufällig eine belastbare Karte wo man sehen kann, welcher Provider in welche Richtung LTE / 5G ausstrahlt? Dann würde ich den RUTX50 bzw. eine externe Antenne mal ein bisschen ausrichten und schauen wie das Ergebnis so ist. Ich muss ja schauen was ich dann ab dem Januar 2027 mache (im Zweifelfalls "neu" bei EWE TEL einsteigen).

  • Beim Telekom Coverage Checker siehst du zumindest den nächsten Sendemast mit Pfeilrichtung. Die EMF-Karte zeigt auch Mobilfunkanbieter und Abstrahlwinkel an.

    Ich bin echt nicht weit weg von meinen beiden Sendern, aber die lassen zu wünschen übrig, selbst gegen den rückweggestörten Kabelanschluss. Kann ich mir kaum vorstellen, dass man das als Downgrade von Glasfaser in Betracht ziehen möchte.

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  • Ich erwähne es immer gerne wieder, wenn die Überlegung 5G/LTE statt (oder als Backup) Glasfaser angestellt wird.

    Bei uns wurde durch Deutsche Glasfaser der Vollausbau durchgeführt und ein Mobilfunkmast mit O2-, Telekom- und Vodafone-Antennen ist in Sichtweite. LTE-Abdeckung ist super und auch teilweise 5G.

    Üblicherweise verbinden sich die Mobilfunkdevices (Handy, Tablet) über das heimische WLAN mit dem Internet. Nun begab es sich in einem stürmischen Herbst, dass ein Baum in eine Überlandleitung fiel und zu brennen begann. Die Stromversorgung schaltete sich daraufhin ab. Ein Knotenpunkt des Gf-Netzes war von diesem Ausfall eb3nfalls betroffen, allerdings reichte die Kapazität der Akkus der USV nicht aus und somit war der Internetaccess via Glasfaser ebenfalls in einem größeren Umkreis nicht möglich.

    Was geschah nun mit den Mobiledevices? Die stellten natürlich ebenfalls fest, dass ein Internetaccess via WLAN nicht möglich ist und verbanden sich via LTE. Zu dieser Zeit hatte ich einen LTE-WLAN Router im Einsatz. Was glaubt ihr nun, wie hoch der Durchsatz des LTE-Routers in diesem weniger Stunden andauernden Gf-Ausfall war? Der war gleich Null. Irgendwo hatte ich hier im Forum mal eine Hochrechnung der Mobilfunkdevices gemacht, da finde ich die Referenz leider nicht. Das waren jedoch mehrere tausend, die sich plötzlich in die Mobilfunknetze einbuchten. Internetaccess war damit weder über Glasfaser noch über Mobilfunknetz (ohne Priorvermerk) möglich. Ich schätze, dass wir bei uns inkl. der Nachanschlüsse bei ca. 60% homes activated liegen. Einwohnerzahl knapp 4000.

  • Du solltest dabei nicht unerwähnt lassen, dass deine Erfahrung von vor ein paar Jahren auf dem damaligen LTE-Ausbau basieren.

    Die Überlegung als solche ist natürlich vollkommen berechtigt.

  • Ich habe einige Zeit benötigt den Ausfall zu finden. In der Tat war es bereits im Januar 2022 und es war dementsprechend ein Frühjahrsturm.

    Dennoch besteht das "Mengenprobleme" weiterhin, wenn es sich nicht sogar aufgrund der stetig sinkenden Mobilfunkpreise sogar verstärkt.

    So manche Fernsteuerung einer Heizung (z.B. MyBuderus App) produziert pro Steuergerät deutlich weniger als 10 GB Datenvolumen im Monat, da kann man schon mal über eine Anbindung mittels LTE-WLAN-Router nachdenken.

    Die Kapazität einer Mobilfunkzelle wächst nicht proportional mit der Anzahl der Mobildevices, sondern liegt deutlich darunter.

    Eine LTE/5G Anbindung als Backup im Gf-Fehlerfall funktioniert nur dann, wenn der Ausfall wenige Kunden betrifft. Sobald die Anzahl im dreistelligen Bereich liegt/liegen kann, ist in meinen Augen eine Mobilfunk-Backup-Lösung nicht mehr ausreichend.

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  • Danke für die Ausführungen, so habe ich da noch nicht drüber nachgedacht. Tatsächlich bin ich am überlegen ob wir einfach mal Starlink probieren sollten, mit 19€ für einen Startmonat kann man nun nicht so viel falsch machen.

    Die Diskussion über Elon Musk klammere ich aus, mir geht es ums technische bzw. das mindestens temporäre auflösen der Monopolstellung.


    Der „Schwarzfalleffekt“ ist natürlich auch immer spannend…

  • Danke für die Ausführungen, so habe ich da noch nicht drüber nachgedacht. Tatsächlich bin ich am überlegen ob wir einfach mal Starlink probieren sollten, mit 19€ für einen Startmonat kann man nun nicht so viel falsch machen.

    Die Diskussion über Elon Musk klammere ich aus, mir geht es ums technische bzw. das mindestens temporäre auflösen der Monopolstellung.

    Unabhängig von Musk bleibt das Problem des zugemüllten Orbits bestehen. Und es besteht eine realistische Chance, dass uns ein neues "FCKW"-Theater blüht.

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    www.tagesschau.de

    Das reicht mir aktuell aus, mich daran nicht schuldig machen zu wollen.

  • Naja, bei mehr als 70Watt, was Starlink verbraucht (Das ist mehr als mein kompletter Serverschrank verbraucht (im Schnitt 33W)) ist das nicht wirklich eine günstige Alternative, also auf Dauer. ;)

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  • Vielleicht wird bis 2027 auch ein zweiter Anbieter auf dem EWE-Netz in Sichtweite sein. Open Access wird zunehmend interessanter für die Netzbetreiber und EWE kooperiert im Business-Bereich neuerdings mit 1&1 Versatel.

    Ihr könnt ja mal mit ein paar Kunden per E-Mail auf die nicht mehr konkurrenzfähigen Tarife verweisen und nach alternativen Anbietern fragen.


    Edit: Sorry, Falschinformation! Die Kooperation betrifft nur VDSL. Unverständlich.