Pfusch bei Hausverkabelung durch Deutsche Giganetz: Welches sind berechtigte Mängel?

  • Hallo zusammen,

    in einem Mehrfamilienhaus - ich bin Eigentümer einer der Wohnungen - hat ein Subunternehmer der Deutschen GigaNetz die Hausverkabelung durchgeführt (kostenfrei). Über das Ergebnis bin ich ehrlich gesagt schockiert. Leider hat mit dem Subunternehmer keine Abnahme stattgefunden. Die Monteure sind ohne Verabschiedung fortgefahren und haben meine Unterschrift auf dem Abnahmeprotokoll gefälscht. Nun versuche ich eine Mängelbeseitigung zu erreichen.

    Was meint Ihr: Sind die von mir angeführten Mängel berechtigt oder bin ich zu penibel?

    1. Fußboden (Marmor) in der Ecke bei Bohrung beschädigt

    2. Kabeldurchführung im Treppenhaus hässlich mit Silikon verfüllt. Habe ich hier Anspruch auf eine "sauber" Durchführung mit Herstellung der Deckenfarbe? Ggf. einen Quadratmeter tapezieren oder einheitlich drüber streichen.

    3. Freihängendes Glasfaserkabel im Kellergeschoss des Treppenhauses (und Wanddurchführung nicht verschlossen)

    Heizungskeller: Glasfaserkabel (schwarz) liegt über anderen Kabeln. Wanddurchführung nicht verschlossen (Brandschott notwendig weil Heizungskeller?)

    Kabelkanal ist am Fußboden mit 2 cm Abstand zur Wand "Aufputz" montiert

    Heizungskeller: Keine Brandschotts bei Wanddurchführung

    Danke für Eure Einschätzung! Ich bin der einzige Glasfaserkunde in dem Mehrfamilienhaus und meine Nachbarn sind vom optischen Ergebnis der Glasfaser-Hausverkabelung doch etwas irritiert.

    Einmal editiert, zuletzt von JumpUp (4. Dezember 2024 um 14:25)

  • Wow.. also abseits der geschilderten Probleme mit der Durchführung, finde ich die gefälschte Unterschrift schon ziemlich dreist.

    Einige Sachen würde ich persönlich hinnehmen oder ausbessern (zum Beispiel die kaputt gebohrte Fliese), die anderen Sachen sind zum Teil schon sehr schlecht durchgeführt. Das Silikondebakel finde ich persönlich schon sehr unschön.

  • Deutsche Giganetz oder Deutsche Glasfaser? :lol: Du erwähnst beide :huh:

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  • Das sieht echt schlampig aus. Dass alles super schick aussieht, wirst Du kaum einfordern können, aber passabel sollte es schon werden.

    Schau doch Mal in den Vertrag, was der sagt.

    Wegen der gefälschten Unterschrift würde ich schriftlich beim Subunternehmer (sofern Kontaktdaten vorhanden) und bei der Deutschen GigaNetz Beschwerde einlegen. Prinzipiell auch direkt ein Fall für eine Anzeige bei der Polizei.

    Den Abstand zur Wand beim Kabelkanal finde ich inakzeptabel. Das geht einfach nicht, da würde ich auf jeden Fall eine Nachbesserung einfordern.

    Beim Thema Brandschotte kenne ich mich nicht aus. Letztlich stellt sich ja dann auch die Frage, ob die Leitungen und das schwarze Leerohr brandschutztechnisch geeignet sind.

    Die Fliese bekommt Du wahrscheinlich mit farblich passendem Fugenmörtel am besten kaschiert.

    Das ein oder andere ausgefranste Bohrloch ist mit Rotband Gips oder Elektrikergips und etwas Farbe schnell repariert.

    Wenn an der Decke tatsächlich Silikon ist, ist das doof. Acryl könnte man überstreichen... Aus meiner Sicht müsste das runter und die Stelle sauber verspachtelt und dann gestrichen werden.

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  • Moin,

    alle gezeigten Stellen sind nachbesserungswürdig und sollten beim verantortlichen Auftragnehmer bemängelt werden. Wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, dann gebe das am besten gleich ab.
    Die gefälschte Unterschrift attestiert dir die Ungültigkeit der Auftragsabnahme. Ob das strafrechtliche Folgen hat, kann ich nicht beurteilen.

    Bei soviel Pfusch würde ich auf jeden Fall nach einer Nachbesserungsfrist von 10-14 Tage, juristisch gegen den Auftragsnehmer vorgehen.

  • Danke für Eure Antworten. Die Mängel und Unterschriftenfälschung sind schriftlich bei der Deutschen GigaNetz angezeigt worden. Insofern eine Beseitigung stattfindet, würde ich keine Anzeige bei der Polizei erstatten. Am schrägsten finde ich das frei hängende Kabel im Keller und eben die nicht zugespachtelten Durchbrüche. Ich habe immer gelernt, dass Kabel (egal welcher Art) fest an der Wand montiert sein müssen.

    Beide Kabelkanäle befinden sich übereinander im Treppenhaus. Im 1. Stock ist dieser mit Abstand zur Wand montiert, im 2. Stock hat man den Kabelkanal mit einem Knick versehen. Letzteres erscheint mir die korrekte Lösung.


    Die Hausverwaltung hat der Montage Aufputz zugestimmt, und das mangelhafte Ergebnis sorgt für Ärger mit den Nachbarn. Ich wäre auch genervt, wenn vor meiner Wohnungstür an der Decke breit und hässlich Silikon angebracht wurde.

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  • Ich finde den grundsätzlichen Verlauf des Kabelkanals sehr merkwürdig. Sowas realisiert man doch möglichst unauffällig in der Ecke. So mitten uf der Wand … ich würde mich als Miteigentümer auch beschweren.

  • Wenn ich eines weiß, dann das man vor allem in MFH nicht von rechten Winkeln und exakt übereinander liegenden Ecken/Fluchten ausgehen kann. Und selbst wenn, dann kann eine Armierung im Wege sein.

    Am saubersten sind nachträglich in den Ecken angebrachte Steigschächte. Da sieht man auch ausgebrochene Fliesen nicht mehr. Der ganze Spaß kostet pro Geschoss ca. 2000 Euro (Steigschächte + Tapete + Fliesenspiegel + Farbe + Arbeitszeit). Für diese Kosten kommt üblicherweise kein Vermieter auf (weil nicht umlegbar). Daher ist die Aufputzverlegung der gängige Ausbau.

    Trotzdem, es geht auch besser als in deinem Falle!

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  • Hab es in meinem Haus selbst gemacht und besser, nicht perfekt, bin kein Handwerker. Hat mich 8 Stunden basteln gekostet und viel Überlegungen wie ich es mache. Hab bspw. vom Wohnzimmer über der Fußleiste schräg in den Keller gebohrt, das ist richtig gut geworden. Beim Nachbarn hat der Sub einfach in den Fliessenboden gerade nach unten gebohrt. Die Subs verstehen kaum Deutsch und haben es nicht drauf, leider.

    Einmal editiert, zuletzt von airjordan (4. Dezember 2024 um 21:48)

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  • Das ist eher der "Geiz ist geil"-Mentalität geschuldet. Ich kann mich noch sehr gut an die "warnenden" Stimmen während der Nachfragebündelung 2020 erinnern. Da wurde Angstmacherei betrieben, dass der Ausbau nicht kostenlos sei, obwohl versprochen und es würden hohe Folgekosten für den Einzelnen entstehen. Auf die Frage nach dem Warum und Wieso gab es natürlich keine Antwort.

    Da die Häuslebesitzer durchaus etwas mehr an Jahren zählten, war die Verunsicherung da. Letztlich hatte ein 70+ Ortsvorsteher gesagt: ich mache das, Gf ist eine gute Sache und hat somit alle Rentner "überzeugt".

  • Wenn ich mal versuche, aus den letzten Monaten hier ein Stimmungsbild zu machen, dann geht es erstaunlich oft um Fragen, wie im Haus der Ausbau erfolgt und es keine "hässlichen Aufputzkanäle" geben soll und man dann lieber ganz auf einen Anschluss verzichte (so meine ich mich zumindest in einem Fall zu erinnern).

    Gut, das Beispiel hier ist tatsächlich sehr abschreckend. Ich bin handwerklich oft auch eher kompromissbereit, aber das ist schon echt hart.

  • Jetzt stell dir Mal vor so etwas passiert in einem relativ jungen Neubau... Ja ich weiß, Leerrohre hatten da sein müssen. Sind aber nicht. Offenbar wurde überall gespart. Es gibt zwar zwei Ethernet Dosen in jedem Raum, Switch ist aber nur 10/100. Das war die Lage in MFH wo mein Schwiegervater wohnt, wenn ich das hier sehe, bin ich teilweise froh dass er nicht bestellt hat 🙁 Bei uns baut nämlich auch DGN aus.

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  • Genau das ist der Punkt, und es gibt sicherlich Gründe, warum einige Anbieter vom Kunden verlangen, die Leitungswege vorzubereiten. Dann sind nämlich genau diese Diskussionen vom Tisch.