Hallo zusammen,
hier mein Erfahrungsbericht über den Versuch einer Erstellung eines Glasfaseranschlusses mit der Deutsche Glasfaser:
Meine Mutter (80) hatte für ihr EFH im Rahmen der Nachfragebündelung einen Anschluss beauftragt, allerdings wurde ihr ein Tarif verkauft, der überhaupt nicht zu ihrem Internet-Nutzungsverhalten passte. Zwischenzeitlich hat sie aus gesundheitlichen Gründen die Internetnutzung komplett eingestellt und es wurde erforderlich, dass wir, meine Frau und ich, zu ihr ziehen, um ihre Betreuung sicherstellen zu können.
Da von der DTAG ein VDSL-Anschluss 175 verfügbar sein sollte, haben wir den LWL-Anschluss widerrufen. Bautätigkeiten der DG im Ort waren noch keine erfolgt.
Anfang letzten Jahres sind wir dann in den Ort gezogen und haben schnell festgestellt, dass das Versprechen der DTAG bzgl. der Geschwindigkeit des VDSL-Anschlusses weit überzogen war. Eine Geschwindigkeit >125 ist nur mit regelmäßigen Synchronisationen bzw. Ausfällen des Internets möglich. Allerdings liegen wir ca. 365m vom DSLAM entfernt und die Leitung soll lt. Technikerauskunft nur 0,3/0,4mm² Kabelquerschnitt haben. Mehrfache Besuche von Technikern (7) der DTAG haben mich schlussendlich (und auf Zuraten des Telekom-Technikers) in 04/2023 dazu gebracht, doch einen Anschluss bei der Deutschen Glasfaser zu beauftragen. Andere Unternehmen bauen hier auf dem Land in Ostwestfalen/Lippe nicht.
Hier begann der positive Teil der Erfahrungen.
Bereits 2 Tage! später kam der Bautrupp und hat den Anschluss in der Straße bis vor das Haus gelegt, am folgenden Werktag (nach dem langen Pfingstwochenende) wurde der Anschluss mittels Erdrakete bis zum Haus geführt. Vom Timing her hervorragende Arbeit!
Wenige Wochen später erfolgte (ohne Vorankündigung) das Einblasen der Glasfaser. Dort liegt sie noch immer.
Hier jetzt der Beginn der negativen Erfahrungen:
Mehrfache Anrufe bei der DG im 2. Halbjahr 2023 haben mir danach nur die Erkenntnis gebracht, dass wir im 4. Quartal 2023 angeschlossen werden sollen. Leider ist gar nichts passiert, so dass ich Mitte Dezember 2023 bei erneuter telefonischer Rückfrage erstaunt erfahren habe, dass nicht weitergebaut wird, da die Eigentümerin ihr Einverständnis zum Bau verweigert habe. Da meine Mutter gleichzeitig Eigentümerin und Auftraggeberin ist, ist dies mir völlig unerklärlich gewesen. Erst eine eindringliche Diskussion mit dem Kundenservice hat als Ergebnis gebracht, dass man sich mit dem Baupartner (wer auch immer dies sein sollte) in Verbindung setzen wird und die Sache klärt. Falls von diesem keine Reaktion bei mir erfolgt, solle ich mich nach 10 Tagen wieder melden.
Gesagt, getan und nach 10 Tagen erneut angerufen, da keinerlei Reaktion vom „Baupartner“ erfolgte. Dabei wurde mir eröffnet, dass dieser nicht informiert worden sei und man dieses nun nachholen werde. Schriftlich wurde mir bestätigt, dass die Abwicklung nunmehr vorangetrieben werde. Die Details der Mails spare ich mir hier zu erwähnen.
Erneuter Mailwechsel mit der DG von heute hat allerdings ergeben, dass ich wieder nach Zustimmung des Eigentümers gefragt wurde, die angeblich nicht vorliegt. Hier weiß anscheinend im Kundenservice niemand Bescheid bzw. niemand liest den vorangegangenen Schriftwechsel, so dass immer wieder die gleichen falschen Fakten als Argument dafür hervorgezogen werden, warum nichts vorangeht. Mittlerweile zweifle ich an der Aussage der DG, dass es überhaupt schon einen Baupartner gibt.
Ich würde dies nicht schreiben, wenn die VDSL-Leitung der DTAG nicht wirklich schlecht und instabil wäre. In der Nachbetrachtung ist klar, dass es ein Fehler war, den ursprünglichen Vertrag zu widerrufen, allerdings war zu dem Zeitpunkt nicht klar, dass wir überhaupt zu meiner Mutter ziehen werden. Die Anschlüsse der Kunden aus der ersten Nachfragebündelung sind übrigens seit mehreren Monaten aktiv.
Genauso klar ist für mich allerdings auch, dass
- seitens DG nichts unternommen wird, um den Kunden bezüglich Projekt- und Baufortschritt zu informieren
- der Kundenservice heillos überfordert ist
- anscheinend die Qualität der eingesetzten Mitarbeiter im Service stark verbesserungswürdig ist
- die Hauptinvestition der DG durch die prompte Erledigung der Erdbauarbeiten erfolgt ist und sie sich nunmehr der Vereinnahmung von Entgelt verweigert
- wir im Ort nicht die einzigen sind, die auf den weiteren Bau warten, denn man sieht an mehreren Häusern die offen liegenden Kabel
- bei einer solchen Projektausführung die Digitalisierung und Erschließung Deutschlands mit Breitbandkabel – wie von der Regierung lautstark verkündet – noch jahrzehntelang dauern wird.
Armes Deutschland.
Ich werde also weiter (ungeduldig) warten (-müssen).