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Festnetz gegen Mobilfunk...

  • pufferueberlauf
  • 13. Oktober 2026 um 08:37
  • pufferueberlauf
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    • 13. Oktober 2026 um 08:37
    • #1

    Liebe Alle,

    nachdem immer wieder die Frage aufkommt ob und in wie weit Mobilfunk als vollwertiger Festnetzersatz dienen kann, hier ein Thread um einfach ein paar Datenpunkte zu dieser Frage zu sammeln. Ein tiefgehender Vergleich ist recht zeitaufwendig, um nicht zu sagen, zu zeitaufwendig, aber fuer einen etwa 1 Minute laufenden LibreQoS Kapazitaets- und Bufferbloat-Test sollte sich Zeit finden lassen.

    Die Test URL ist: https://test.libreqos.com/advanced

    Waehrend des Testlaufs den Browser im Vordergrund lassen, danach die "Advanced Details..." Sektion ausklappen, und unter "Share Results" Ein 1x JPG downloaden und posten.

    Achtung, das Forum skaliert Bilder groesser 1 MB gnadenlos runter, die werden dann schnell unlesbar.

    Danach noch, wenn man bereit ist die Information zu teilen, Informationen zum Link, und fertig...

  • pufferueberlauf
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    • 13. Oktober 2026 um 08:39
    • #2

    Ich breche mal das Eis:

    Mobilfunk: Congstar/Telekom, 5G (3-4 Balken), 50/25 Mbps:

  • pufferueberlauf
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    • 13. Oktober 2026 um 09:31
    • #3

    Festnetz: O2 (Telekom-Vorleistung), VDSL2 (Sync: 116.790/46.719), 100/40 Mbps nominell
    1) mit SQM (100/45) und Cross-Traffic:

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  • mbo77
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    • 13. Oktober 2026 um 09:40
    • #4

    Hier mal über 5G/Telekom/NSA

  • bgers
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    • 13. Oktober 2026 um 09:48
    • #5

    Nicht ganz passend, aber vllt. auch für einige interessant, mal mit Starlink:

  • mbo77
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    • 13. Oktober 2026 um 10:07
    • #6

    Und hier über Glasfaser/net services:

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  • pufferueberlauf
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    • 13. Oktober 2026 um 10:18
    • #7
    Zitat von bgers

    vllt. auch für einige interessant, mal mit Starlink:

    Man sieht hier, dass Starlink vor ein paar Jahren angefangen hat Latenz und Jitter ernst zu nehmen (sicher auch weil das bei LEO Konstellationen eine groessere Herausforderung ist als beim Festnetz), und hat deutliche Verbesserungen erreicht.

    Waere halt mMn. schoen, wenn sich die Mobilfunker davon generell eine Scheibe abschneiden wuerden, also auch bei Tarifen mit relativ niedrigen Kapazitaeten.

  • peterfido
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    • 13. Oktober 2026 um 19:18
    • #8

    Die Frage beantworte ich gerne mit "Wer Funk kennt, nimmt Kabel" oder auch "There is no connection like wired connection".

    Als das DSL Kabel durchgehackt wurde, bekam ich von der Telekom einen Mobilfunkrouter. Auf dessen Hotspot habe ich "mich" mit einem Fitz WLAN Repater gehängt und dann in die UCG fiber. Das Internet hat soweit überall funktioniert. Allerdings mit "fühlbarer" Trägheit.

    Wobei mein inneres Timing auch sofort gemerkt hatte, als unsere Admins in der Firma das LAN durch WLAN ersetzt haben. Gleich am ersten Tag war alles "irgendwie" etwas latenter.

    Was ich bei dem Leihrouter nicht geschafft hatte, war über diese Verbindung per Wireguard reinzukommen. Auch nicht, als ich testweise mein Handy per Tethering genutzt hatte.

    Weiterer Nachteil war, dass ich sowohl den Leihrouter als auch mein Handy im Obergeschoss platzieren musste, da das "beste Netz der Telekom" bei uns im EG nicht vernünftig reinkommt. Vodafone "brüllt" bis den Keller. Das kann woanders aber wieder umgekehrt aussehen.

  • pufferueberlauf
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    • 14. Oktober 2026 um 10:21
    • #9

    Mal als Datenpunkt zu Funkers BSA/L1 Hypothese, hier ein Traceroute Rip Atlas Messpunkt fuer knapp 100 (nicht als Mobilfunk oder Kabel getaggte) Atlas Probes, gegen die IPv4 Adresse die das Lookingglas von Breitbandmessung.de aktuell fuer deren Serverstandorte in Frankfurt hergibt:
    1&1 (ASN8881): https://atlas.ripe.net/measurements/222731224/overview
    92 probes reached their target.; Min RTT: 1.22; Mean RTT: 12.967

    Telekom (ASN3320): https://atlas.ripe.net/measurements/222731574/overview
    99 probes reached their target.; Min RTT: 3.058; Mean RTT: 13.384

    Die Telekom nutzt quasi ausschliesslich ihr eigenes Netz, und 1&1 im Festnetz ausschliesslich BSA. Weder die Mittelwerte noch die detaillierten Werte im Results Tab der Ripe-Messung legen nahe, dass die Telekom als "L1-Betreiber-Nutzer" einen systematischen Vorteil gegenueber einem Bitstromnutzer wie 1&1 haette. Das heisst nicht, dass alle Bitstromvorleister gleich gut in dieser Hinsicht waeren, aber die Theorie, BSA wuerde nur hohe Latenzen zulassen koennen wir hoffentlich beerdigen.

    Das heisst nicht, dass man BSA lieben oder gut finden muss, aber halt das man Latenz besser nicht als Argument heranziehen sollte.

    3 Mal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (14. Oktober 2026 um 10:30)

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  • KaNo
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    • 14. Oktober 2026 um 17:24
    • #10

    DG 300/150 (Inside FritzBox 4690 270/135) MBit/s

    My loaded Downloads were always a PITA

  • pufferueberlauf
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    • 15. Oktober 2026 um 09:01
    • #11

    sieht erst mal OK aus, bis auf die Latenzspikes... interessanter Weise tauchen die beim eigentlich haertesten Teil, dem Bidirectionalen Test gar nicht auf. Ist das immer so, oder verteilen die sich eher zufaellig uber die Lastphasen?

  • xrandr
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    • 15. Oktober 2026 um 09:21
    • #12
    Zitat von peterfido

    Was ich bei dem Leihrouter nicht geschafft hatte, war über diese Verbindung per Wireguard reinzukommen.

    Es gibt noch den alten APN internet.t-d1.de, da erhält man eine IPv4-Adresse ohne CG-NAT. Funktioniert bis einschl. 5G-NSA.

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  • pufferueberlauf
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    • 15. Oktober 2026 um 09:57
    • #13

    Ansonsten ist das eigentlich auch ein Grund sich an die BNetzA zu wenden. Nicht weil die da akut wird helfen wollen, aber um das Thema fuer die BNetzA sichtbarer zu machen... zumindest im Festnetz setzt sich die BNetzA bisher wohl form- und zwanglos dafuer ein, dass ISP die das technisch hinreichebd einfach machen koennen ihren Kunden oeffentlich erreichbare Adressen zu weisen (zumindest individuellen Kunden die danach fragen*).


    *) Bei IPv4 verstehe ich die vornehme Zurueckhaltung der BNetzA, aber vielleicht sollte man mal darueber nachdenken oeffentlich erreichbare IPv6 zu einem Pflichtbestandteil eines Internetzugangs zu machen (aber das muesste die EU und/oder der hiesige Gesetzgeber machen, das duerfte ausserhalb der Entscheidungsbefugnis der BNetzA liegen).

  • HubeBube
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    • 15. Oktober 2026 um 11:11
    • #14

    Ohne diesen Thread kapern zu wollen: Dieser Vorschlag läuft doch den vermeintlichen Sicherheitsvorteilen der Privacy Extensions entgegen und daher sehe ich "aus Datenschutzgründen" den Vorschlag mit sehr geringen Erfolgsaussichten an. Unterstützen würde ich ihn jedoch.

  • pufferueberlauf
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    • 15. Oktober 2026 um 11:45
    • #15
    Zitat von HubeBube

    Dieser Vorschlag läuft doch den vermeintlichen Sicherheitsvorteilen der Privacy Extensions entgegen und daher sehe ich "aus Datenschutzgründen" den Vorschlag mit sehr geringen Erfolgsaussichten an.

    Oh, das halte ich fuer unproblematisch, die Entscheidung PE oder nicht PE und PE fuer welche Geraete hat der Endnutzer zu machen, das ist nicht Aufgabe des ISP, gerade wenn er dadurch die in der EU Verordnung 2015/2120 enumerierte Nutzung:

    Zitat

    Artikel 3

    Gewährleistung des Zugangs zum offenen Internet

    (1) Endnutzer haben das Recht, über ihren Internetzugangsdienst, unabhängig vom Standort des Endnutzers oder des Anbieters und unabhängig von Standort, Ursprung oder Bestimmungsort der Informationen, Inhalte, Anwendungen oder Dienste, Informationen und Inhalte abzurufen und zu verbreiten, Anwendungen und Dienste zu nutzen und bereitzustellen und Endgeräte ihrer Wahl zu nutzen.

    Gibt auch ein Urteil aus Oesterreich dazu (ja das ist natuerlich in D keine harter oder gar bindender Praezedenzfall (siehe https://www.rtr.at/TKP/aktuelles/…8122017.de.html), https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Vwgh…20211116J00.pdf). Da gibt es auch Worte zu den Sicherheitsaspekten.

    Zitat von HubeBube

    Ohne diesen Thread kapern zu wollen:

    Bin in keiner Position so etwas glaubhaft anprangern zu koennen ;)

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  • KaNo
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    • 15. Oktober 2026 um 14:16
    • #16
    Zitat von pufferueberlauf

    sieht erst mal OK aus, bis auf die Latenzspikes... interessanter Weise tauchen die beim eigentlich haertesten Teil, dem Bidirectionalen Test gar nicht auf. Ist das immer so, oder verteilen die sich eher zufaellig uber die Lastphasen?

    Ich weiß auch nicht, wie man das wirklich richtig einordnen soll. Die Ergebnisse sind extrem variable auf allen Seiten oder Tools, die einen möglichen Bufferbloat überprüfen, wie zum Beispiel CloudFlare, Waveform und/oder iperf3. Von A+ bis hin zu D war schon alles dabei, wobei A+ bei loaded Download eher selten vorkommt. Es ist auch egal, zu welcher Tageszeit ich den Test starte. Einzig iperf3 lässt mich in Sachen schlechter Download-Tests mit vielen Sender Retries "nie im Stich". Die naheliegendste Erklärung, die ich mal glaubte gefunden zu haben, ist folgende:

    Zitat

    fq_codel kann auf ingress nicht direkt (ohne Hilfs-Device) verwendet werden.

    Das liegt an der Architektur des Linux-Kernels: fq_codel ist ein klassendiszipliniertes Warteschlangenverfahren (Qdisc), das darauf ausgelegt ist, Pakete in einer Warteschlange zu halten und diese verzögert auszuspielen (Shaping/Scheduling). Auf dem ingress-Hook gibt es jedoch standardmäßig keine echte Warteschlange; Pakete werden dort entweder sofort verarbeitet, verworfen (policing) oder weitergeleitet.

    Um fq_codel (oder ein anderes komplexes Qdisc wie cake oder fq) auf eingehenden Traffic anzuwenden, müssen Sie den Datenverkehr über ein virtuelles IFB-Device (Intermediate Functional Block) umleiten.

    Anbei mal exemplarisch den letzten iperf3-Test bzgl. Up- und Download von meinem Gaming-System:

    _iperf3-result-ipv6-20260829-4690-upload.txt

    _iperf3-result-ipv6-20260829-4690-download.txt

    Inwieweit das Verhalten mit einem eventuell "fehlerhaft konfigurierten“ AON-ONT zusammenhängt, kann ich leider nicht beurteilen. Denn wenn man schon überall mitbekommt, wie sehr man sich seitens des Kunden an dem First-Level-Supports der verschiedenen ISP-Provider bei vermeintlich einfach zu lösenden Probleme die Zähne ausbeißt, wollte ich dieses Fass erst gar nicht aufmachen.

    Einmal editiert, zuletzt von KaNo (15. Oktober 2026 um 14:21)

  • pufferueberlauf
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    • 15. Oktober 2026 um 15:27
    • #17
    Zitat von KaNo

    Ich weiß auch nicht, wie man das wirklich richtig einordnen soll. Die Ergebnisse sind extrem variable auf allen Seiten oder Tools, die einen möglichen Bufferbloat überprüfen, wie zum Beispiel CloudFlare, Waveform und/oder iperf3. Von A+ bis hin zu D war schon alles dabei, wobei A+ bei loaded Download eher selten vorkommt. Es ist auch egal, zu welcher Tageszeit ich den Test starte.

    Interessant und auch ein Grund der Sache auf den Grund zu gehen... Du verwendest eine Fritzbox mit FritzOS und deren Traffic-Shaping (Ingress-Shaping?)

    Ich faende einen reinen bidirectionalen Latenztest ganz interessant, z.B. fuer 20 Minuten ohne zusaetzliche Last und mal mit ein paar Kapazitaetzstests:

    Dafuer muesstest Du irtt installieren und dann gegen meinen Server testen:
    IPv4:
    irtt client -i 20ms -d 1200s  95.112.151.184 -o irtt_log.IPv4.json

    (Die IP Adresse ist nur bis heute gegen Mitternacht meine, wenn Du erst spaeter zum Testen kommst, gesetzt den Fall Du willst ueberhaupt, gib Bescheid und ich sende Dir die aktuelle IP Adresse).

    Zitat von KaNo

    Die naheliegendste Erklärung, die ich mal glaubte gefunden zu haben, ist folgende:

    TCP-Tests versuchen immer den Link voll auszu lasten, und wenn ECN nicht genutzt wird ist das Zeichen dafuer die Kapazitaet ueberschrotten zu haben dass ein (odermehrere) Paket(e) gedropt wird/werden, solche Pakete muessen dann nochmal versendet werden und tauchen als Retransmits/Retries auf, das ist erstmal ganz normal.

    Zitat von KaNo

    Inwieweit das Verhalten mit einem eventuell "fehlerhaft konfigurierten“ AON-ONT zusammenhängt, kann ich leider nicht beurteilen. Denn wenn man schon überall mitbekommt, wie sehr man sich seitens des Kunden an dem First-Level-Supports der verschiedenen ISP-Provider bei vermeintlich einfach zu lösenden Probleme die Zähne ausbeißt, wollte ich dieses Fass erst gar nicht aufmachen.

    Kann ich nicht beantworten... bei meinem ISP (O2) war es bisher so, dass komplexere Probleme erst geloest wurden, als sich die Netzabteilung darum gekuemmert hat und deren Gehoer zu finden war indirekt und langwierig ;). Der erste Schritt ist mMn. zu verstehen ob ueberhaupt ein Problem vorliegt.

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