Kupfer-Glas-Migration: „Homes connected macht keinen Sinn“

  • Kupfer-Glas-Migration: „Homes connected macht keinen Sinn“
    In der Diskussion um den Übergang von DSL zu Glasfaser fordern Netzbetreiber den Abschied von Kontingentmodellen der Telekom und eine realistische Regulierung.
    www.heise.de

    Quintessenz:

    • Die Kupferabschaltung soll als Druckmittel verwendet werden, um die Kunden dazu zu bewegen, Glasfaseranschlüsse zu buchen
    • 80% Homes connected ist den Netzbetreibern zu hoch: das wird zu teuer. Stattdessen soll wieder nach Homes passed beurteilt werden, welche Regionen abgeschaltet werden.
    • Investoren achten verstärkt auf den RoI, auch bei der Telekom wird das Einsparpotential durch die Kupferabschaltung eingefordert

    Was vorsichtshalber niemand sagt: wie kommen die fehlenden 20+x% ans Netz, wenn Kupfer abgeschaltet wird? Und da der Ausbau von 80% Homes connected schon als zu teuer bezeichnet wird: wer zahlt dann die Anschlüsse, wenn es soweit ist?

    Die Luft wird dünner und dünner für diejenigen, die Glasfaser ausgeschlagen haben, als sie die Möglichkeit hatten.

  • Na ja, was wird wohl passieren? Deutschland verpasst die EU Ziele und hat die Wahl nichts weiter zu unternehmen, Strafzahlungen zu leisten und die Bundesregierung (welche auch immer) sieht sich dem politischen Druck der abgehängten 20% ausgesetzt. Alternativ dazu wird der Geldhahn aufgedreht (Steuergelder!) und die abgehängten 20% mittels eines neuen Förderprogrammes (durch die Telekom) erschlossen.

  • Was vorsichtshalber niemand sagt: wie kommen die fehlenden 20+x% ans Netz, wenn Kupfer abgeschaltet wird?

    Die 80% Homes Connected müssen nach dem Konzept der Bundesnetzagentur erreicht werden damit der Migrationsprozess überhaupt starten kann. Dieser dauert dann mindestens drei Jahre, in denen (im Prinzip) alle Haushalte im Migrationsgebiet noch angeschlossen werden sollen wenn sie wollen. Ausnahmen soll es z.B. insbesondere in Fällen geben wo von Eigentümern selbst bewohnte Wohnungen auf deren Wunsch nicht angeschlossen werden sollen. Bevor dann die Kupferinfrastruktur tatsächlich abgeschaltet werden kann muss dann nochmal überprüft werden ob die Bedingungen für eine Abschaltung tatsächlich vorliegen.

    Und da der Ausbau von 80% Homes connected schon als zu teuer bezeichnet wird: wer zahlt dann die Anschlüsse, wenn es soweit ist?

    Argument der Netzbetreiber ist wohl, dass die Nachfrage ohne drohende Kupferabschaltung nicht hoch genug ist. Um die 80% Homes Connected zu erreichen bevor der Prozess für eine Abschaltung drei Jahre später überhaupt startet müssten sie dann viele Homes Connected "auf Vorrat bauen", also ohne dass zahlende Kunden dahinter stecken. Würde der Migrationsprozess schon basierend auf Homes Passed starten müssten sie die Anschlüsse natürlich trotzdem bauen. Aber die Hoffnung ist wohl dass dann auch viele konkrete Buchungen dahinter stehen. Man baut also nicht Homes Connected auf Vorrat, sondern direkt Homes Activated. Da wäre es dann vermutlich auch verschmerzter wenn der Prozess etwas länger dauert als drei Jahre.

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  • Zitat
    • Die Kupferabschaltung soll als Druckmittel verwendet werden, um die Kunden dazu zu bewegen, Glasfaseranschlüsse zu buchen

    Wenn sie freiwillig keinen überteuerten Glasfaseranschluss nehmen wollen, weil er aus Endkundensicht schlecht vermarktet wird, da keinen Mehrwert bietet, müssen wir sie dazu zwingen. :*

    Verkauf mir den Stift

    Einmal editiert, zuletzt von Edding (25. Mai 2026 um 13:57)

  • Das ist das wirkliche Hemmniss. Gleicher Preis wie DSL würde die Bereitschaft umzusteigen, imho, schon erhöhen.

    Das Problem ist und bleibt: Es ist eine neue Technik mit vollkommen neuen Leitungswegen. Und dies kostet immens viel Geld.
    Bei keinem anderen Land in der EU sind die Anforderungen ans Verlegen und die Genehmigungshürde so hoch. Man muss nur mal durch Spanien oder Italien fahren, um dies zu verstehen.
    Ja, die alten Kupfernetze verrotten langsam (Feuchtigkeitsschäden, ausfallende Hardware etc.). Aber andere Länder haben halt viel früher angefangen mit GF.
    Somit müssen wir jetzt die hohen Kosten tragen, entweder mit Gebühren oder per Steuer.

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  • Man muss nur mal durch Spanien oder Italien fahren, um dies zu verstehen.

    Der Anblick in Südeuropa treibt mir immer die Tränen in die Augen. Und man hätte in 2008 koordiniert mit dem Umstieg beginnen können. Dann wären wir heute damit durch. Warum 2008? Weil zu dem Zeitpunkt die Telekom den Umstieg von POTS auf VoIP verkündet hat. In dem Zuge hätte man dann auch vom CuDA nach GF propagieren sollen.