Shared Medium GPON

  • Also ich hoffe wir sind uns einig:

    A) Natuerlich kann ein GPON oder XGSPON Segment schon mal "in Saettigung geraten" (bzw. wenn das zu lange anhaelt "in Ueberlast geraten").

    B) Die Wahrscheinlichkeit, dass das auftritt ist bei der ueblichen Nutzung sehr, sehr, sehr, klein. Insbesondere wenn es um ausreichend lange Episoden geht die man als Nutzer direkt spueren kann.

    C) Ein kompetenter ISP kann ein Segment so betrieben, dass auch unter Saettigung die Kapazitaet fair aufgeteilt wird und das Queueing-Delay nicht unertraeglich gross wird, aber leider sehen das nicht alle ISPs als ihre Aufgabe an (das ist allerdings ein anderes Thema).

  • Von der Technologie her hat GF einen riesigen Vorteil gegenüber Kabelanschlüsse. Der Vorteil ist gar nicht im geringeren Sharing zu finden, sondern im tatsächlichen praktischen Umgang mit GF im Verhältnis zu Kupferkabel-Netze.
    Die Kabelnetze findet man zum größten Teil in großen MFH und da auch überwiegend noch aus den 60.,70. und 80er Jahren. Aus den Zeiten glaube noch jeder Heimwerker an den Kabel-Dosen herumbauen zu können, um sie z.B. zu verlängern oder gar noch weiter aufzusplitten innerhalb der Wohnung um TV noch in die Küche zu bekommen. Aber gerade im HF-Bereich extrem kontraproduktiv, insbesondere, wenn man dann nicht die Dosen mit den richtigen Dämpfungen nutzt.
    Bei Glasfaser gibt es nur einen Anschluss und 99,99% der Nutzer werden sich nicht trauen daran herumzubasteln, und wenn schießen sie sich vermutlich nur selber raus. Somit werden immer die kleineren GF-Segmente stabil sein und bleiben im Gegensatz zu den viel größeren Kabelnetz-Segmenten.

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  • Der Vorteil ist gar nicht im geringeren Sharing

    Die zum Teil schlechte Qualität der Netze hat sicherlich auch Einfluss. Aber die massenhaften Beschwerden der vergangenen Jahre, insbesondere direkt zu Beginn von Corona, lagen doch oft an der ziemlich starken Überbuchung der Segmente. Denn die (punktuellen, daher auch klar subjektiven) Berichte zeigten doch oft gute Pegel auf den Kanälen und trotzdem ging im L3 nicht viel.

  • Wow - das waren viele Antworten. Mir ging es nicht um ein konkretes Bandbreitenproblem (bin noch nicht mal angeschlossen) und schon gar nicht um Ende-zu-Ende Nutzbarkeit der Bandbreite im Internet (bis zu oder jenseits des Peerings) sondern einerseits um die Wahrscheinlichkeit des Auftretens ggü. Cable/DOCSIS (hier konnte ich bis jetzt nur herauslesen, dass es wegen dynamischer Zuteilung der TDM Slots flexibler ist, als die statische Kanalzuteilung im Cable) aber VOR ALLEM um die Vermarktung bzw. die getroffenen Aussagen. Denn dafür ist die Eintrittswahrscheinlichkeit sogar irrelevant. Ich kann doch nicht behaupten, der Vorteil von Glasfaser (in der konkrete Ausbauvariante GPON mit Split) gegenüber Cable/DOCSIS besteht darin, dass es KEIN Shared Medium ist, wenn es eben doch eins ist. Das ist nach meinem technischen Verständnis (und dem wurde hier glaube ich auch nicht widersprochen) einfach eine falsche Tatsachenbehauptung. Auf dieser Basis kann ich doch keine Verträge abschließen. (Was im Vertrag steht, sei mal dahin gestellt, der Verkäufer kann nicht etwas anderes Bewerben als tatsächlich angeboten wird bzw. konkrete [wissentliche?] Falschbehauptungen aufstellen.)

    Und btw. bei uns wird mit GPON, nicht XGS-PON ausgebaut. Bei XGS-PON halte ich das Verhältnis selbst bei 1:64 (160Mbit) für vertretbarer als 1:32 bei GPON (80Mbit), denn damit bestünde wenigstens die theoretische Möglichkeit, dass bei größtenteils 100Mbit-Tarif-Nutzern jeder "seine" gebuchte Bandbreite bekommt (blödes Beispiel 54 x 100 Mbit, 5 x 300Mbit, 3 x 500Mbit und 2 x 1000 Mbit an einem Split ~ 10Gbit).

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  • KEIN Shared Medium ist, wenn es eben doch eins ist. Das ist nach meinem technischen Verständnis (und dem wurde hier glaube ich auch nicht widersprochen) einfach eine falsche Tatsachenbehauptung. Auf dieser Basis kann ich doch keine Verträge abschließen. (Was im Vertrag steht, sei mal dahin gestellt, der Verkäufer kann nicht etwas anderes Bewerben als tatsächlich angeboten wird bzw. konkrete [wissentliche?] Falschbehauptungen aufstellen.)

    Ich glaube du wirst diese Behauptung auf keine der Webseite der Anbieter finden.

    Das die Drückerkolonnen in ihrer Ahnungslosigkeit irgendwas erzählen, was ihr Produkt in guten Licht darstellen, sollte bekannt sein. Und dies ja nicht nur bei Glasfaserausbau.

    Das dieses Verhalten kontraproduktiv ist interessiert die nicht.

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  • Ja, aber das steht auch oben zu DSL/HFC:

    Zitat

    Geteilte Leistung
    Die Übertragungsrate nimmt ab, wenn mehrere Nutzer gleichzeitig online sind.

    Gelogen ist es vielleicht nicht, aber impliziert wird eine exklusive Leitung. Ich finde es einfach armselig mit welchen Methoden für Glasfaser geworben wird. Da muss man sich nicht wundern, wenn die Leute sich mit Bestellungen zurückhalten.

  • Gelogen ist es vielleicht nicht, aber impliziert wird eine exklusive Leitung. Ich finde es einfach armselig mit welchen Methoden für Glasfaser geworben wird. Da muss man sich nicht wundern, wenn die Leute sich mit Bestellungen zurückhalten.

    Ja so sehe ich das auch - es gibt genug gute Gründe für Glasfaser ohne solchen Quatsch zu erzählen.

  • Cable/DOCSIS (hier konnte ich bis jetzt nur herauslesen, dass es wegen dynamischer Zuteilung der TDM Slots flexibler ist, als die statische Kanalzuteilung im Cable)

    Das ist so nicht korrekt, bei DOCSIS wird innerhalb der zugewiesenen Upload-Kanaele auch mit Mikroslots fuer das Senden gearbeitet, da sind die Unterschiede zu PON mit DBA (dynamic bandwidth allocation) eher gering...

    Und btw. bei uns wird mit GPON, nicht XGS-PON ausgebaut. Bei XGS-PON halte ich das Verhältnis selbst bei 1:64 (160Mbit) für vertretbarer als 1:32 bei GPON (80Mbit), denn damit bestünde wenigstens die theoretische Möglichkeit, dass bei größtenteils 100Mbit-Tarif-Nutzern jeder "seine" gebuchte Bandbreite bekommt (blödes Beispiel 54 x 100 Mbit, 5 x 300Mbit, 3 x 500Mbit und 2 x 1000 Mbit an einem Split ~ 10Gbit).

    Sorry, das ist IMHO nicht Dein Problem. Dein ISP verkauft Dir X Mbps und solange er diese liefert kann/muss es Dir egal sein auf welcher technischen Basis das realisiert wird (es sei denn Du hast ein SLA das eine bestimmte Technologie festlegt). Ueberbuchung gehoert zum ISP-Geschaeft ansonsten waere Internetzugang unanstaendig teuer. Die Verwaltung dieser Ueberbuchung so, dass die zahlenden Kunden im wesentlich die bezahlte Leistung abrufen koennen ist bei ISPs Tagesgeschaeft. D.h. solange ein ISP bei regelmaessigen Engpaessen zeitnah Kapazitaeten erweitert , was gibt es da ueber Splittingfaktoren und theoretische Divisionen zu ueberlegen? Ein Problem an hohen Splittingfaktoren kann sein, dass ein "Re-Splitting" mit Aufwand und Technikereinsatz verbunden sein kann und damit wenig wahrscheinlich ist, daher ist aus Endkundensicht ein Splittingfaktor so nahe an 1:1 wie der ISP bereit ist mitzugehen wuenschenswert.

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (30. Juni 2025 um 11:38)

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  • Und btw. bei uns wird mit GPON, nicht XGS-PON ausgebaut. Bei XGS-PON halte ich das Verhältnis selbst bei 1:64 (160Mbit) für vertretbarer als 1:32 bei GPON (80Mbit)

    Die gelebte Realität zeigt, dass deine Überlegungen ins Leere greifen.

    Übrigens: Kabelinternet ist ein Produkt, was auf eine bestehende Infrastruktur aufgesetzt wurde. Diese war für das Prinzip Rundfunk konzipiert. Im Rahmen des Möglichen haben die Betreiber die Topologie so gut es geht ertüchtigt. Aber da kommen immer mehr Grenzen auf.

    PON-Topologien und -Technologien sind für den Endkunden-Internetzugang konzipiert und stellen den notwendigen Kompromiss dar.

    Von daher ist deine Überlegung recht fehlgeleitet. Zudem bist du der Frage ausgewichen, wie viel Bandbreite wohl so ein PoP Richtung WAN hat. Vielleicht tritt der Engpass dort auf, bevor die Bandbreite in "deinem" Segment erschöpft ist. Das ist dann unabhängig von DSL, DOCSIS, PON oder AON. Und dann?

  • Übrigens: Kabelinternet ist ein Produkt, was auf eine bestehende Infrastruktur aufgesetzt wurde. Diese war für das Prinzip Rundfunk konzipiert. Im Rahmen des Möglichen haben die Betreiber die Topologie so gut es geht ertüchtigt. Aber da kommen immer mehr Grenzen auf.

    Ein wahres Wort gesprochen/geschrieben.

    Da unterscheidet sich HFC (Hybrid Fiber Coax, also Kupfer-Koaxkabel an Glasfaser-Zuleitung) gar nicht so von VDSL (Kupfer-Doppelader an Glasfaser-Zuleitung). Beide Anschlussarten wurden im Nachgang für bidirektionale Datenkommunikation ertüchtigt und nicht von Grund auf dafür entworfen. Schon allein aus diesem Grund ist FTTH den beiden vorgenannten Technologien mittlerweile überlegen und einzige zukunftsfähige Technologie mit fast unendlicher Bandbreite. Auch die Luftschnittstelle 5G oder höher kann diese Bandbreiten nicht liefern.

    Einmal editiert, zuletzt von HubeBube (28. Juni 2025 um 15:43)

  • Übrigens: Kabelinternet ist ein Produkt, was auf eine bestehende Infrastruktur aufgesetzt wurde. Diese war für das Prinzip Rundfunk konzipiert. Im Rahmen des Möglichen haben die Betreiber die Topologie so gut es geht ertüchtigt. Aber da kommen immer mehr Grenzen auf.

    Inklusive, dass viele do-it-you-self Heimwerker auch noch an den TV-Dosen herumschrauben, besonders fatal bei Baumstruktur.

    Aussage des Nachbarn in der ersten Etage beim Renovieren: Brauchen wir nicht mehr die Dose, wir schauen Weiber-TV per Internet. Er hatte DSL, die über ihm alle Vodafone Kabel. :D

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  • PON-Topologien und -Technologien sind für den Endkunden-Internetzugang konzipiert und stellen den notwendigen Kompromiss dar.

    Du solltest hier eher den Begriff "Verbraucher/Konsument" verwenden den Endkunde. Auch ein Industriebetrieb ist ein Endkunde. Aber gerade der private Verbraucher wird bei den ISPs fast nur als Datenkonsument gesehen. Das dieser z.B. auch performanten Upload oder hohe Verfügbarkeit wünscht, scheint den ISPs ziemlich egal zu sein. Und Gerwerbekunden wie Freiberufler oder Handwerk werden von den ISPs, alleine schon durch die Preisgestaltung, eher als reine Verbraucher adressiert.