Tarife für Glasfaseranschluss

  • Ich denke einfach nach persönlichem Bauchgefühl, wenn wir in Deutschland bei folgenden Tarifkosten jemals angelangt sein sollten, dürfte die Akzeptanz höher sein.

    Mindestens 2:1 Verhältnis Download: Upload inkl. Festnetzflat:

    Basis: 300/150 Mbit für ca. 30 Euro

    Standard: 500 (600) /250 (300) Mbit für ca. 40 Euro

    Premium: 1000/ 500 Mbit für ca. 50 Euro

    Da wirste lange warten müssen, denn auch die Baukosten und Personalkosten/Löhne sind heute höher asl vor 20 Jahren.

    Mir tun die 50 EUR im Monat für Internet+Telefon nicht weh. - Ich habe meine heutige Frau 1997 kennengelernt da waren die Telefongebühren noch ganz andere. - Da habe ich ohne Internet schon alleine ,monatelang 200 DM fürs Telefon ausgegeben für deutlich weniger Leistung.

  • Da wirste lange warten müssen, denn auch die Baukosten und Personalkosten/Löhne sind heute höher asl vor 20 Jahren.

    Mir tun meine 50 Euro für symmetrisch garantierte 500 Mbit, monatlich kündbar prinzipiell auch nicht weh. Angemessen ist der Preis auch nur im deutschen, jedoch nicht im europäischen Vergleich.

    Naja, Personalkosten gibt es in anderen westeuropäischen Ländern auch und da wird anhand der kürzlichen Diskussion ebenso nicht nur kostengünstiger Überland anstatt per Tiefbau verlegt.

    Das Preisgefüge für Telekommunikationsdienste in Deutschland ist leider allgemein "kaputt" im westeuropäischen Vergleich.

  • Naja, Personalkosten gibt es in anderen westeuropäischen Ländern auch und da wird anhand der kürzlichen Diskussion ebenso nicht nur kostengünstiger Überland anstatt per Tiefbau verlegt.

    Und das wo 2/3 Deutschlands, (ca. ab Hannover Richtung Süd) steinigen/felsigen Untergrund hat. Da kann man in Brandenburg/MeckPomm billiger bauen, alles Sand.

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  • Den direkten Vergleich mit 10 GBit Anschlüssen in der Schweiz sehe ich etwas problematisch. XGS-Pon ist wie GPon ein Shared Medium. Jedem Kunden am XGS-Pon für kleines Geld einen 10 GBit Tarif anzubieten, wird es hier - wenn überhaupt - erst sehr spät geben. Wozu auch, wenn nur ein Poweruser die Leitung (zumindestens Zeitweise) auslasten kann. Kunden die heute einen echten Bedarf an Anschlüssen > 2 GBit haben, buchen in der Regel etwas anderes als den klassischen FTTH Anschluss.

  • kostengünstiger Überland anstatt per Tiefbau verlegt

    Auch nur bedingt. In den Städten in Südeuropa hast Du vielfach die Kabel unterirdisch im Bereich der Fußwege liegen und die kommen dann an der Hauswand aus der Erde und werden dann an der Hauswand "fliegend" verteilt. Wer das so schön findet ... Und außerdem sehr gut zu manipulieren! Gesehen in Portugal, Spanien, Italien und auf Malta.

  • Ich mache mir da (ehlich gesagt) keine Sorgen, dass wir in paar Jahren, wenn es der Markt erfordert auch 5 und 10 Gigabit Glasfaser-Home-Anschlüsse buchen können.

    Faskt ist: - Das teure sind die Tiefbauarbeiten. - Die sind da erledigt, wo es in junger Vergangenheit neue FTTH Anschlüsse gegeben hat, in Form von POPs, Verteilern auf der Straße und vor allen Dingen neue Leerrohre, durch die man eine Glasfaser (wenn zu klein) auch wieder rausziehen kann, und eine Glasfaser mit mehr Fasern neu einblasen kann.

    Laut meinem Netzbetreiber UGG ist es dann wohl nicht so schwer, die Gärte im POP und den APL im Keller zu tauschen für mehr Bandbreite.

    Fakt ist auch: - Was nutzt miur ein 10 Gigabit HTTH Anschluss, wenn mein Heimnetzwerk nur 1 Gigabit, doer maximal 2,5 Gigabit Bandbreite unterstützt? Machen wir uns doch nichts vor: - Wie viele User da draußen in DE haben noch Netzwerkschnittstellen von maximal 1 Gigabit? - Auf den neuen Mainboards setzen sich aktuell die 2,5 Gigabit-Chips durch, aber in Notebooks habe ich das nur sehr selten gesehen.

    Ist ja toll, wenn die Autobahn für 250 km/h freigegeben ist, das Auto aber nur 100 km/h schnellstens fahren kann.

    Ich selbst schaue mir gerne mal den Tages-Traffic an (3 Personenhaushalt, am Wochenende ist dann auch mal noch der Enkel da, dann sinds 4. - Wir kommen hier ganz selten mal über 30 Megabit, und wenn doch, dann halt mal kurz für nen Softwareupdate oder Download. - Aktuell habe ich keine Veranlassung an dem Tarif etwas nach oeben zu drehen. - Würde in meinem Fall mir nichts bringen, dem ISP aber monatlich mehr Geld in die Kasse spülen, ohne dass er mehr Aufwand hätte, und ich wieder 24 Monate vertraglich gebunden. - Wäre ein reines Loose-Geschäft für mich.

    Es ist auch müßig darüber zu spekulieren "was wäre wenn". - Fakt ist. - Es gibt viele Länder in Europa und auf der Welt, die haben viel früher mit dem Ausbau von FTTH angefangen, als das bei uns der Fall war. - Ich spreche von FTTH, und nicht von DSL-FTTC. Dann müssen wir jetzt halt auch in den sauren Apfel beißen, dass in anderen Ländern der Internetzugang für weniger Geld schneller ist. - Auswandern ist für mich keine Option. - Freuen wir uns doch lieber darüber, dass langsam, aber sicher an ganz vielen Stellen in DE gegraben wird, für neue FTTH Netze. - Schauen wir mal, wo wir da am 31.12.2029 stehen. - Dann sehen wir ja, was die Bundesnetzagentur dann für Zahlen offenlegen kann, was denn "Gigabit bis 2030" wirklich gebracht hat.

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  • Den direkten Vergleich mit 10 GBit Anschlüssen in der Schweiz sehe ich etwas problematisch. XGS-Pon ist wie GPon ein Shared Medium. Jedem Kunden am XGS-Pon für kleines Geld einen 10 GBit Tarif anzubieten, wird es hier - wenn überhaupt - erst sehr spät geben.

    Also XGS-PON als 10G Tarif wird in Deutschland nicht kommen:

    XGS-PON
    T-REC-G.9807.1-201606-I!!PDF-E.pdf
    B.9.2.1 Line rate
    The transmission line rate is a multiple of 8 kHz. The target standardized XGS-PON system supports
    the following variant: XGS-PON with a downstream line rate of 9.95328 Gbit/s and an upstream line
    rate of 9.95328 Gbit/s.

    C.10.1.3.1 Downstream FEC
    C.10.1.3.1.1 Downstream FEC codeword
    For 9.95328 Gbit/s nominal line rate, the downstream FEC code is RS(248, 216). Each downstream
    PHY frame contains 627 FEC codewords. Each codeword is 248 bytes long. Within a codeword, 216
    data bytes are followed by 32 parity bytes.

    C.10.1.3.2 Upstream FEC
    C.10.1.3.2.1 Upstream FEC codeword
    For 9.95328 Gbit/s, the upstream FEC code is RS(248, 216). The PSBu section is not included in the
    FEC codeword. The first codeword in a PHY burst begins with the upstream FS header section. All
    allocations of a particular ONU have the same FEC status. Contiguous allocations are encoded as a
    single block of data, so that there is at most one shortened codeword at the end of the burst. For
    9.95328 Gbit/s, the upstream FEC parity bytes insertion and payload reconstruction are shown in
    Figures C.10.13 and C.10.14, respectively.


    Brutto nach FEC: 9.95328 * (216/248) = 8.66899 Gbps


    Da laesst sich kein Tarif draus schnitzen der die netto 90% vom beworbenen Maximum erfuellen kann, das waeren bei 10G galt 9G netto, nicht 8.67 brutto. Unterschiedliche Laender, unterschiedliche Vorschriften...

  • Fakt ist auch: - Was nutzt miur ein 10 Gigabit HTTH Anschluss, wenn mein Heimnetzwerk nur 1 Gigabit, doer maximal 2,5 Gigabit Bandbreite unterstützt? Machen wir uns doch nichts vor: - Wie viele User da draußen in DE haben noch Netzwerkschnittstellen von maximal 1 Gigabit? - Auf den neuen Mainboards setzen sich aktuell die 2,5 Gigabit-Chips durch, aber in Notebooks habe ich das nur sehr selten gesehen.

    Was macht das Meiste an Bandbreite in einem "normalen" Haushalt aus. Streaming.

    Dann schau dir mal die Schnittstellen der TV am, ich würde mal sagen, die sind zu 90 % entweder Wi-Fi 5 oder LAN 100 MBit. Jedenfalls mein ein Jahr alter Philips OLED hat nur 100 MBit. Aber warum auch mehr, für 4 k braucht man in der Spitze 50 MBit, i65" m Durchschnitt 25/30 MBit.

    Das entscheidende an GF ist einfach, wenn es funktioniert hast du keine Störungen/Schwankungen von außen* und die Latenz ist deutlich geringer als bei Kupfer, das mehr an Bandbreite mit jetzigen AON/GPON wird, für den Privatkunden noch sehr lange reichen.

    * Und der Provider seine Hausaufgaben beim Peering gemacht hat. ;)

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  • Das mit der Latenz ist nicht ganz korrekt. Signalpropagationsgeschwindigkeit ist in Kupfer und ueblicher Glasfaser ca. 2/3 der Livhtgeschwindigkeit (im Vakuum). Und Docsis, VDSL mit G.INP, GPON, und XGSPON, haben alle Zugangsletenzen im niedrigen einstelligen Millisekundenbereich. AON Glasfaser mag da ein bisschen schneller sein.

    Lediglich ADSL mit (hohem) Interleaving hat deutlich hoehere Zugangslatenz.


    EDIT: DOCSIS ohne AQM und ohne LLD liegt wohl eher im oberen einstelligen Millisekundenbereich, aber Upstream-AQM sollte eigentlich seit DOCSIS3.1 Standard sein... aber nicht alle ISPs haben das aktiviert. (LLD bringt dann auch ein Downstream AQM mit).

    Siehe: https://www.nctatechnicalpapers.com/Paper/2022/FTF…Sundaresan_3894

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (20. Januar 2025 um 08:56)

  • Geht halt gut, so lange sich keiner beschwert.

    Das Risiko fuer den ISP ist bei so etwas (leider) relativ klein: ausserordentliche Kuendigung oder geringfuegige Minderung... die BNetzA ist da IMHO relativ ISP freundlich (Und erlaubt der DG ihre brutto 1000Mbps mit 1000Mbps zu bewerben, obwohl da eigentlich nur Netto-Werte zulaessig sein sollten).

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (20. Januar 2025 um 07:28)

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  • Citation needed... (Ernst gemeint, nicht schnippisch, ich ging bisher davon aus, dass GPON und XGSPON aufgrund der aehnlichen Request/Grant Methode auch aehnliche Latenzen haetten).

    Hier meine Referenz:

    Paper - Understanding Latency across PON systems (With few comparisons to DOCSIS systems) - NCTA Technical Papers

    Ich sehe, dass DOCSIS erst mit AQM und LLD in den niedrig einstelligen Millisekunden-Bereich kommt, sonst eher im hohen einstelligen Bereich. Das Paper ist etwas inkonsequent, weil es von GPON spricht aber XGS-PON misst, ich bin, wie gesagt, bisher davon ausgegangen, dass da keine/kaum Unterschiede in der Latenz existieren.

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  • Wir kennen ja bereits GPON-Anschlüsse mit 1 ms Latenz zum lokalen Rechenzentrum aus Berichten hier im Forum. Gibt's nicht vielleicht unterschiedliche Implementierungen von GPON, die verschiedene Latenzen aufweisen? Oder ist das Ziel, unter 1 ms zu kommen?

  • Das mit der Latenz ist nicht ganz korrekt. Signalpropagationsgeschwindigkeit ist in Kupfer und ueblicher Glasfaser ca. 2/3 der Livhtgeschwindigkeit (im Vakuum). Und Docsis, VDSL mit G.INP, GPON, und XGSPON, haben alle Zugangsletenzen im niedrigen einstelligen Millisekundenbereich. AON Glasfaser mag da ein bisschen schneller sein.

    Lediglich ADSL mit (hohem) Interleaving hat deutlich hoehere Zugangslatenz.


    EDIT: DOCSIS ohne AQM und ohne LLD liegt wohl eher im oberen einstelligen Millisekundenbereich, aber Upstream-AQM sollte eigentlich seit DOCSIS3.1 Standard sein... aber nicht alle ISPs haben das aktiviert. (LLD bringt dann auch ein Downstream AQM mit).

    Siehe: https://www.nctatechnicalpapers.com/Paper/2022/FTF…Sundaresan_3894

    Das sind aber alles technische Daten aus dem Labor. Die Realität sieht da anders aus. Beispiel. In der Nachbarstrße in Berlin hingen sie an Telefon Leitung aus den 60er. Die waren so dünn und zogen nach ausgiebigen Regen auch noch Feuchtigkeit. Die hatten nach der VDSL Umsetzung extreme Probleme, es wurden tatsächlich neue Kupferlegierungen gezogen.

    Mein Sohn wohnt in einen Hochhaus, ein Aufgang 40 Parteien. Kabeltv/Intenet bei Vodafone. Seit dort 1 GB angeboten wird, ist zocken nicht mehr möglich. Er hat DSL dazu genommen, zwar nur 50/10, aber dafür mir viel weniger Latenz. Die deutsche Wohnen ist nicht bereit GF ins Haus zu lassen.

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  • Habe Deutsche Glasfaser am XGS-PON und 16ms (über Netzwerkkabel, nicht WLAN).

    Fuer Endkunden ist nie richtig klar, wo der erste IP-Hop eigentlich sitzt...

    Ich bin bei O2 mit VDSL2/PTM/G.INP ueber L3-BSA am PoP in Hamburg und meine RTT zum ersten Hop is ohne Last ca. 9-11ms, aber das ist halt die eigentliche Zugangslatenz, plus der L3-Tunnel nach Hamburg. Die Netzstruktur der DG kenne ich jetzt nicht im Detail, wuerde mich aber nicht wundern wenn auch da mit wenigen Regionalen PoPs gearbeitet wird...

  • Das sind aber alles technische Daten aus dem Labor.

    Ja, das sind klar gute Bedingungen, das sieht im Feld schon auch mal schlechter aus und dann koennen sich alle Technologien (wobei Kupfer empfindlicher sein duerfte als Glasfaser) massiv hoehere Latenz und vor allem hoeheren Jitter einfangen.

    Worum es mir urspruenglich ging war klar zu machen, dass FTTH nicht gottgegeben niedrigere Latenzen hat als DSL (mit G.INP ITU G.998.4).

    Bitte nicht missverstehen, ich halte FTTH selbst als PON trotzdem fuer ueberlegen, nur halt nicht primaer wegen der Latenz. (Eher die Stoerungsresistenz die sich in konstanterem niedrigeren Jitter zeigt im Vergleich zu Kupferleitungen mit RF-Ingress).