Mal wieder: Kein IPv6 bei Deutsche Glasfaser

  • Die große Mehrheit will doch bloß Videos streamen, Social Media nutzen und online shoppen - und denen ist auch egal, ob das via IPv4 oder IPv6 (IP was ...?) erfolgt, dafür hat sie ohnehin keine Awareness.

    Das ist unbestritten so auch völlig ok.

    Daher bin ich der Meinung, dass das Produktinformationsblatt um diese Informationen ergänzt werden sollte. Private/öffentliche IPv4, IPv6 ja/nein.

  • Die Vorgaben der EU Verordnung 2015/2120 sind:

    Zitat

    Artikel 3

    Gewährleistung des Zugangs zum offenen Internet

    (1) Endnutzer haben das Recht, über ihren Internetzugangsdienst, unabhängig vom Standort des Endnutzers oder des Anbieters und unabhängig von Standort, Ursprung oder Bestimmungsort der Informationen, Inhalte, Anwendungen oder Dienste, Informationen und Inhalte abzurufen und zu verbreiten, Anwendungen und Dienste zu nutzen und bereitzustellen und Endgeräte ihrer Wahl zu nutzen.

    Das geht halt nur mit oeffentlich erreichbaren Adressen (bzw. beschraenkt auch mit CG-NAT mit PCP). Das Problem ist bei uns eher, dass die BNetzA sich da nicht fuer zustaendig haelt und nur begrenzt auf ISPs einwirkt. Dabei ist es IMHO egal wie viele der Internetnutzer das brauchen, das ist eigentlich Bestandteil den Produktes "Internetzugang". Aber mein ISP hat da keine Probleme mit und bietet dynamische oeffentliche IPv4 und IPv6 Adressen... ich wuerde auch bei FTTH, wenn denn die Wahl besteht, einen kompetenten ISP mit echtem "Internetzugang" nehmen.

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (9. August 2025 um 18:13)

  • Mein Lieblingsbeispiel von vor ein paar Jahren war PYUR.

    Das ist mittlerweile anders, aber damals war das Produkt nur CGNAT und kein IPv6. Noch schlechter wäre nur ein zur Verfügung gestellter Squid-Proxy gewesen.

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  • Ähm - nein. Ich weiß nicht genau, wovon du bei "automatisch ein verschlüsselter Tunnel" sprichst, ich vermute du meinst IPsec-im Transport Modus. Das ginge im Übrigen prinzipiell auch mit IPv4, allerdings nicht " überall in der Welt", denn leider haben wir mit IPv4 ja kein Ende-zu-Ende.

    Jain. Ich meinte die Kombi aus Mobil IP (RFC 6275) und IPSec. Was man dafür ja benötigt ist unter anderen ein "Schatten"Client im heimischen Netz, bevorzugt auf Router/Fw. Damit kann man dann aus dem Homeoffice oder bei Konferenzen trotzdem ins Heimnetz, um zum Beispiel Datenbankanbindungen für Anwendungen zu nutzen. Das hatte mich schon damals gereizt.

    Die Möglichkeit gab es ja wohl schon früher, aber mit den erweiterten Routingprotokolle von IPv6 soll es sich vereinfacht haben. :D:D:D

    Ich habe jedenfalls noch nirgends (Business)-Endkunden geeignete Lösungen(Softwarepakete) gefunden. :(

  • Ich meinte die Kombi aus Mobil IP (RFC 6275) und IPSec.

    Achso - ja, da gebe ich dir Recht! Es gibt im IPv6-Bereich einige Fehlentwicklungen, die sich ein der Praxis nicht durchgesetzt haben. Mobile IPv6 scheint dazuzugehören, weshalb ich mich auch nie näher damit befasst habe.

    Andere Fehlentwicklungen sind bspw. SeND und CGA - aber vielleicht wird das in den Netzen von Geheimdiensten verwendet - ich habe so etwas in freier Wildbahn jedenfalls noch nie gesehen.

  • SeND/CGA ist sehr interessant für sicherheitsrelevanten Umgebungen. Allerdings ist dies, wie ich es verstehe, mit einem sehr hohen Administrationsaufwand verbunden. Wobei, wenn man schon so weit ist, man die gesamte Kommunikation gleich verschlüsseln kann.

    Das ganze erinnert mich ein wenig an die Architektur SINA (securenet/Rode&schwarz). Zugelassen vom BSI.
    Darüber werden alle Überwachungsmaßnahmen zw. Telekommunikationsprovider und Strafverfolgungsbehörden gefahren. BNetzA

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  • Verstehe ich euch jetzt richtig - DG ist NICHT verpflichtet IPv6 Funktionalität für alle Tarifen zu gewährleisten und die Maß Kunden nur mit Internet für "schoppen, YouTube und Streamen" besorgen? Wenn das so ist, soll ich schnellstmöglich den ISP wechseln, da ich die 1GB Vertrag für 2 Jahre abgeschlossen habe, wobei das erste Jahr soll den Dienst (nur) 25€ im Monat kosten. So ein Tarif finde ich bei keinem anderen Glasfaser Anbieter und auch den Vertrag auf Grund "eingeschränkte" Funktionalität zu kündigen wird ja nicht leicht?

  • Verstehe ich euch jetzt richtig - DG ist NICHT verpflichtet IPv6 Funktionalität für alle Tarifen zu gewährleisten und die Maß Kunden nur mit Internet für "schoppen, YouTube und Streamen" besorgen?

    Wenn man das TKG wörtlich auslegt, dann ist das so. Die Formulierung aus der EU Verordnung oben hat es nicht ins TKG geschafft.

    Allerdings muss man sagen, dass die DG die Kunden mit IPv6 versorgt. Bei den mit Abstand meisten klappt das auch problemlos. Bleibt freundlich, konsequent und hartnäckig beim Support, dann klappt das auch.

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  • DG muss das leisten, was in seiner Leistungsbeschreibung steht, siehe insbesondere 5.2:

    Zitat

    Deutsche Glasfaser richtet einen Internet-Zugang mit IPv6 IP-Ad-
    ressen ein. Für IPv4 stellt Deutsche Glasfaser eine private Netz-
    werkadresse bereit die von Carrier Grade Network Address Trans-
    lation (CGN) auf eine öffentliche Adresse umgeschrieben wird. ...

  • Das Problem ist, dass man auf dem FB die IPv6 (Präfix) Adresse schon sieht, nur die Anfragen von FB gehen ins Nirvana, aber DG wäscht ihren Händen mit dem "eigenen" Router Entschuldigung.

  • Das Problem ist, dass man auf dem FB die IPv6 (Präfix) Adresse schon sieht, nur die Anfragen von FB gehen ins Nirvana, aber DG wäscht ihren Händen mit dem "eigenen" Router Entschuldigung.

    Das Problem ist, es DG zu beweisen.

    Deine Paketmitschnitte zeigten, dass dein Router outbound keinerlei IPv6-Pakete mit globalen IPv6-Zieladressen senden kann, weil die MAC-Adressauflösung (per NS/NA) der DG-Defaultgateway-Adresse (fe80::22) scheitert: Dein Router sendet ständig NS an die zu fe80::22 gehörende SNMA = ff02::1:ff00:22 ("solicited node mulitcast addess"), die von der Gegenstelle jedoch nicht per NA beantwortet werden. Ausgehende IPv6-Pakete können deshalb nicht in Ethernet-Frames eingepackt werden - dein Router muss sie verwerfen.

    Wenn du der DG so einen Paketmitschnitt schickst, wird der 1st-Level-Support damit allerdings nichts anfangen können, weil ... (such dir einen passenden Grund aus). Er diente vor allem dem Zweck, dass du dir sicher sein kannst, dass das Problem nicht bei deinem Router liegt.

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  • Wenn man das TKG wörtlich auslegt, dann ist das so. Die Formulierung aus der EU Verordnung oben hat es nicht ins TKG geschafft.

    Ist egal, her dier Anfang des Wikipedia Artikels zu EU Verordnungen:

    Zitat

    Eine Verordnung der Europäischen Union, kurz EU-Verordnung (amtliche Kurzform Verordnung (EU)), ist ein Rechtsakt der Europäischen Union mit allgemeiner Gültigkeit und unmittelbarer Wirksamkeit in den Mitgliedstaaten. Die Verordnungen sind Teil des Sekundärrechts der Union. Sie unterscheiden sich von Richtlinien hauptsächlich dadurch, dass letztere erst von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgewandelt werden müssen, um wirksam zu werden. EU-Verordnungen haben gegenüber den nationalen Gesetzen der Mitgliedstaaten einen Anwendungsvorrang.

    Aber Recht haben und Recht bekommen sind zwei paar Stiefel. UND das was da momentan bei manchen DG Kunden mit IPv6 passiert ist ja nicht im Sinne der DG (kann nicht erkennen wie verranzte IPv6-Provisionierung lukrativ fuer die DG sein koennte).

    Wie ::1 andeutet ist das aktuelle Problem wohl der 1st Level Support an dem man erst mal vorbei kommen muss bevor die Fehlermeldung vielleicht mal bei der richtigen Fachabteilung landet.

    Das mit dem Support ist aber auch bei anderen ISP aehnlich, auch wenn die Telekom wohl ein eigenes Social Media Team unterhaelt die sich um heikle Faelle kuemmern die in Social Media Seiten aufgebracht werden, und die den 1st Level Support augenscheinlich ueberspringen koennen. (Im O2 Forum machen das die offiziellen O2 Moderatoren auch, allerdings auf etwas kleiner Flamme).

  • Wie ::1 andeutet ist das aktuelle Problem wohl der 1st Level Support an dem man erst mal vorbei kommen muss bevor die Fehlermeldung vielleicht mal bei der richtigen Fachabteilung landet.

    Genau. Und deshalb schrieb ich: freundlich, konsequent, hartnäckig. Es ist zigfach hier im Forum nachzulesen, dass es zum Erfolg führt.

  • Das mag pragmatisch richtig sein freundlich und hartnaeckig zu bleiben, fair ist es nicht. Ich wette die DG wird, wenn der Kunde seinen vertraglichen Pflichten nicht nachkommt (z.B. monatliche Zahlungen), das Ganze auch schnell eskalieren.

    Mein Beef ist hier nicht, dass es zu Problemen kommt oder, dass deren Loesung laenger dauert, sondern die komplett fehlgeleitete Unternehmenskommunikation der DG in dieser Sache (wenn die Technik um das Problem weiss und in Hintergrund an dessen Loesung arbeitet) oder vielleicht auch die mangelnde technische Kompetenz (wenn die Technik gar nicht weiss, dass da bei manchen Kunden einiges schieflaeuft).

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  • Ich wette die DG wird, wenn der Kunde seinen vertraglichen Pflichten nicht nachkommt (z.B. monatliche Zahlungen), das Ganze auch schnell eskalieren.

    Darauf verweisen, dass die DG die Bankverbindung auf Werkseinstellungen zurücksetzen soll und das Ticket schließen.

  • Am 11.08.2025 um 16:01 schrieb teltarif.de Leserservice:

    Zitat

    Hallo Herr XY,
    vielen Dank für Ihre Zuschrift. Von dem Phänomen hören wir nicht zum ersten Mal. Die Deutsche Glasfaser war schon seit längerer Zeit unzufrieden mit unserer kritischen Berichterstattung zu den Leserfällen. Darum hat ein Sprecher uns gegenüber inzwischen mitgeteilt, dass man die Zusammenarbeit mit uns bei Leserfällen im Rahmen von https://www.teltarif.de/teltarif-hilft/ beendet:
    "Um unseren Kundinnen und Kunden bestmöglich und schnellstmöglich helfen zu können, bitten wir darum, sich direkt an unsere Kundenhotline zu wenden. Anfragen über Dritte - auch bei Einwilligung zur Datenweitergabe - werden wir aus Gründen der Fairness nicht mehr priorisiert behandeln."

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  • "Um unseren Kundinnen und Kunden bestmöglich und schnellstmöglich helfen zu können, bitten wir darum, sich direkt an unsere Kundenhotline zu wenden."

    Na dann schauen wir mal, Ticket Nr.3