Leerrohr nutzen oder Pflaster öffnen

  • Hallo,

    ich bin gerade am Überlegen mich an der Nachfragebündelung der Deutschen Glasfaser in unserem Ort zu beteiligen und einen Vertrag abzuschließen.

    Was mich noch überlegen lässt ist die Frage wie der Anschluss unseres Hause, was in zweiter Reihe gebaut ist geschehen wird.

    Wir haben 3 Leerrohre (dn50), die von der Kellerwand ca 40m bis zur Straße liegen. Zwei waren direkt nach dem Bau mit Strom und Telefon belegt das dritte wurde von KabelDeutschland genutzt um Kabel per Internet zu legen.

    Was wird nun die Dt Glasfaser oder deren Bautrupp machen?

    Kann ein schon belegtes Rohr ä, bsp Telefon genutzt werden?
    Auf das Telefonkabel könnte ich verzichten, sollte es beschädigt werden aber wie sieht das die Telekom?
    Was ich auf alle Fälle nicht möchte ist das der gepflasterte Hof aufgerissen wird und ein Graben gezogen wird. Der Hof ist gut ausgeführt und an ein paar Stellen die wir nachträglich öffnen mussten sieht man natürlich das sich das Pflaster gesetzt hat. Hier ist es unkritisch weil nur ein Meter am Rand aber ein 40m Graben, hmm.
    Zudem liegen im Hof zu viele andere Leitungen die Quere und nebenbei ist das auch die Zufahrt unserer Eltern im Nachbarhaus.

    Hat hier schon jemand Erfahrungen wie das gehandhabt wird und ob man das beeinflussen kann?

    Kann ich verhindern das der Bautrupp einfach anfängt einen Graben zu ziehen?

    Wenn die nach Meter Graben bezahlt werden ist das vielleicht auch für den Subunternehmer lukrativer, einen Graben zu ziehen.

  • Bei mir haben sie die Speedpipe durch ein extra verlegtes DN40 Wasserrohr durchgezogen. War allerdings auch nur 5m und schnurgerade.
    Der Bautrupp war happy darüber. (Telekom Ausbau)

    An deiner Stelle würde ich versuchen ein dünnes Stromkabel oder so ähnlich durchzuziehen, am besten direkt mit einem Zugdraht dran. Wenn vorhanden oder die Kosten nicht stören, kannst du auch eine 50m Kati-Blitz nehmen. Wenn du das durch bekommst, geht auch eine Speedpipe und der Bautrupp wird dir dankbar sein, wenn sie sich die 40m sparen.

    Natürlich muss man auch da sein, bevor die loslegen und den Bagger oder den Maulwurf anzuwerfen.

  • Zur Nutzung belegter Leerrohre kann ich nichts sagen. 50 mm sollten eigentlich viel zusätzlichen Platz bieten.

    Wenn nicht, wird man in der Regel die Distanz mit einer Erdrakete überbrücken, d.h. an der Hauswand und am Gehsteig wird ca. 1 m² geöffnet.

    Wobei ich sagen muss, dass da 40m sportlich sein dürften. Was ich bei uns im Ausbau gesehen habe, war eine Erdrakete über einer Distanz von 25 bis 30 Metern, und auch da weiß ich nicht, ob man die am Stück gemacht hat.

    Einmal editiert, zuletzt von mbo77 (3. Februar 2024 um 14:14)

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  • Die Erdrakete überbrückt üblicherweise Distanzen von bis zu 7 m. Dann gibt es immer ein circa 20 cm schmales und geschätzt 80 cm langes Loch, um die nächste Etappe zu starten. Bei uns auf dem Grundstück waren es auch rund 30 m zu gehen. Das hat ganz wunderbar funktioniert und sah hinterher wieder genauso aus wie vorher. Teile im Rasen und Teile in der Pflasterung. Auch den rasen haben sie wieder klasse hinterlassen.

    Ich würde dieses Thema bei der Hausbegehung ansprechen. Das ist aus meiner Sicht genau der richtige Zeitpunkt. Dort wird die Kabelführung ohnehin genau dokumentiert und dann eben dein Leerrohr hinterlegt.

    FTTH DG 1000/500 | FRITZ!Box 5590 Fiber | 2 mal FRITZ!Repeater 3000AX als Access Points

    Einmal editiert, zuletzt von arcade99 (3. Februar 2024 um 15:05)

  • und wie kommt die Erdrakete an den KG-Rohren vorbei die dort quer zu den Leerrohren liegen?

    Und dann sind da noch alte Fundamente, usw. plus einmal um 90Grad nach links und dann wieder nach rechts abbiegen.

    Keine Chance, wie mir ein befreundeter Tiefbauingenieur gesagt hat.

    KabelDeutschland hatte das Kabel damals in einer knappen Stunde eingezogen…

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  • Üblicherweise sichern sich die Unternehmen ein exklusives Nutzungsrecht an Leerrohren. Schau' in die abgeschlossenen Verträge (Kleingedrucktes!) und in die zur Zeit des Vertragabschlusses gültigen AGB von Strom, Telefon und Kabel. Das ist aufschlussreicher als viele Meinungen. Damit wäre dann auch die Frage des Dürfens beantwortet.

    Nun zu der Frage des Könnens. Die Bautrupps arbeiten im Akkord. Je mehr Meter/Tag verlegt werden, desto besser ist es für deren Einkommen.

    Üblicherweise haben die Verlegetrupps kein Kabeleinzugsgerät dabei und sind auf Handschachtung ausgerichtet. Eine Erdrakete bzw. Lanze kam bei uns nur bei Unterquerungen von Landesstraßen zum Einsatz, nicht jedoch auf Privatgrund.

    Wie schon vor mir geschrieben wurde, freuen sich die Arbeiter, wenn bereits ein Einzugsdraht von dir vorbereitet wurde oder zumindest eine Kati oder Vergleichbares vorhanden ist. Die 40 Streckenmeter sind natürlich eine Herausforderung, das ist klar.

    Egal wie, jetzt hast Du die Chance für einen Anschluss, nutze sie. Wie auch hier an mehreren Stellen im Forum zu lesen ist, dauert es mehrere Jahre bis ein Nachanschluss nach abgeschlossenem Erstausbau stattfindet, wenn überhaupt! Es ist ein Trugschluss, wenn man denkt "die kommen bald wieder".

  • Üblicherweise sichern sich die Unternehmen ein exklusives Nutzungsrecht an Leerrohren.

    Genau das ist der Punkt, auf den ich auch in aller Deutlichkeit hinweisen möchte.

    Bei mir war der Trupp der DG auch froh, als ich ihnen sagte, dass da ein Leer-Rohr liegt, durch das sie ihr Kabel ziehen können. Aber das hatte ich auch exklusiv für die mit in den Boden legen lassen, als mein Bauträger die anderen Zuleitungen geplant hat. Damit hatten sie auch kein Problem, und die Situation kannten sie auch offenbar, denn im Bautrupp war ein Mitarbeiter, der aus der Lage von Abdeckungen von z.B. Wasserzuleitung, Abwasser etc. exakt den Punkt im Boden lokalisierte, wo das Leer-Rohr endete. Er markierte damals einen Pflaster-Stein und sagte "hier müssen wir graben", und es passte präzise.

  • Du sollst bei der Hausbegehung ja auch klären, dass sie deine Leerrohre nutzen.

    Und wenn sie dem bei der Hausbegehung nicht zustimmen?
    Dann kann ich ja nicht mehr vom Vertrag zurücktreten und muss das Aufgraben zulassen.

    In diesem Fall würde ich es ehrlich gesagt bleiben lassen, was vertraglich aber nicht geht.

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  • Und wenn sie dem bei der Hausbegehung nicht zustimmen?
    Dann kann ich ja nicht mehr vom Vertrag zurücktreten und muss das Aufgraben zulassen.

    Wieso sollte das nicht gehen? Die Hausbegehung hat gerade den Sinn das konkrete Ausbauvorhaben auf Durchführbarkeit zu prüfen! Daher ist es wichtig gleich dem Hausbegeher klar zu machen, das Du auf ein von dir unterschriebenes Begehungsprotokoll, in dem die Positionen von HÜP, Gf-TA und (O)NT beschrieben und fotografisch festgehalten sind bestehst.

    Die Hausbegehung – so läuft alles ab | Deutsche Glasfaser

    Wird das Protokoll nicht von dir unterschrieben, dann ist der Ausbau in letzter Konsequenz bei dir nicht durchführbar und der eigentliche Vertrag, der erst mit der Annahmebestätigung durch DG zu Stande kommt (vorher ist das lediglich eine verbindliche vorvertragliche Absichtserklärung - belegt mit der Eingangsbestätigung), kommt wegen einer Nicht-Durchführbarkeit auch nicht zu Stande.

    Die Hausbegehung ist zeitlich der letzte Moment den Ausbau abzubrechen.

    Damit komme ich auch wieder auf den Link in #7 zurück.Bei uns gab es bei dem Verschließen der handgeschwächten Gräben auf Privatgrund sehr wenig Beschwerden. Dort wo es Beschwerden gab und nachgebessert wurde, ich drücke es vorsichtig aus, war der Eigentümer nicht ganz unschuldig.

    Dort wo den Akkordarbeitern freundlich gegenüber getreten wurde, im damals heißen Sommer Getränke zur Verfügung gestellt wurden (ein Kasten Wasser kostet ja so gut wie nichts), es sogar manchmal noch einen Kaffe gab, waren die Arbeiter froh und haben manchmal auch deutlich mehr gemacht, als deren Aufgabe war. Das sind auch Menschen wie Du und ich, häufig gibt es eine Sprachbarriere (ich spreche auch kein Spanisch). Ein Google Translator auf dem Handy ist an dieser Stelle ganz nützlich.

  • Und wenn sie dem bei der Hausbegehung nicht zustimmen?

    Viele Unternehmen haben das Problem, das vorgegebene Hauseinführungen unterhalb der Frostgrenze mit ihren Verrohrungen montiert sind. Die Speedpipe Verbände der Netzbetreiber aber höher verlegt werden/wurden. Und dann müssten die Tiefbauer diesen Höhenunterschied eben auch noch "erbuddeln" um das Leerrohr erreichen zu können. Das spart man sich ...

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  • HubeBube ja dass ist genau das was mir vorschwebt. Bei der Hausbegehung alles verbindlich festgehalten und die Alternative: Graben ziehen unmissverständlich ausschließen.

    Ich such allerdings noch den Passus in der AGB…

    Dank homeoffice kann ich ja dann auch einschreiten wenn es nicht so gemacht werden sollte.

    Wasser und Kaffee hab ich bei mir schon immer allen Handwerkern angeboten.

    Aber von einem Kollegen habe ich gehört, das die DG SubArbeiter aus Portugal schon fast am Verdursten waren und dies sehr dankbar annahmen.

  • Man kann kein generelles Urteil über die Tiefbauer sprechen. Bei uns war es die spanische Zener Telecom, die haben Expertise im Tiefbau. Genauso gibt es auch katastrophale Subunternehmer.

    Wo Licht ist, da gibt es auch Schatten.

    Verklausuliert findet sich das in den AGB (es gelten nur die zum Zeitpunkt des Vertragabschlusses gültigen AGB) unter

    4. VERTRAGSSCHLUSS UND EINFLUSS DINGLICH BERECHTIGTER AUF DEN VERTRAG

    und

    5. RÜCKTRITTSVORBEHALT

    wieder.

    WICHTIG: Sobald Du eine Auftragsbestätigung erhalten hast, drucke die aktuellen AGB aus und bewahre diese gut auf. AGB haben sich in der Vergangenheit häufig geändert.

  • Viele Unternehmen haben das Problem, das vorgegebene Hauseinführungen unterhalb der Frostgrenze mit ihren Verrohrungen montiert sind. Die Speedpipe Verbände der Netzbetreiber aber höher verlegt werden/wurden. Und dann müssten die Tiefbauer diesen Höhenunterschied eben auch noch "erbuddeln" um das Leerrohr erreichen zu können. Das spart man sich ...

    Genau das war mein Punkt bei der Hausbegehung, die Einführung der Glasfaser unter der Bodenplatte (es gibt keinen Keller) durch ein vorhandenes 150 mm Kabuflex Wellrohr.

    Bevor sich jetzt wieder die ersten melden und sagen es sei Vorschrift unterhalb der variablen (!) Frostgrenze zu verlegen. Das gilt explizit nicht für Glasfaserkabel, auch Stromleitungen sind nicht vergleichbar. Für Glasfaserverlegung findet die DIN 18220 "Trenching-, Fräs- und Pflugverfahren zur Legung von Leerrohrinfrastrukturen und Glasfaserkabeln für Telekommunikationsnetze" Anwendung.

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  • In diesem Fall würde ich es ehrlich gesagt bleiben lassen, was vertraglich aber nicht geht.

    Das wäre aber so ziemlich die dümmste Entscheidung, die du treffen könntest. Geh davon aus, dass du in absehbarer Zeit nicht wieder die Chance auf einen Glasfaseranschluss bekommst.

    Dazu wird in Glasfasergebieten die Abschaltung der alten Kupfernetze vorangetrieben:

    Am Ende stehst du ganz ohne Internet da. Anstatt bei der Hausbegehung auf "Undurchführbarkeit" zu plädieren, könntest du ja einfach auch auf eine fachgerechte Ausführung der Arbeiten bestehen.

  • Gerade bei Mehrspartenhauseinführungen, die dann auch Frischwasser zuführen, wird diese unterhalb der Frostgrenze montiert. Und daher auch vielfach die Zuführungsrohre in der identischen Höhenlage eingebracht. Was dann eben zu Problemen führen kann.

  • technisch kein Problem, ich weiß wo die Leerrohre liegen und habe diese beim Kabelanschluss selbst freigegraben, sowie das Loch durch die Hauswand gebohrt und abgedichtet.

    Dann weiß ich, das es fachgerecht ausgeführt ist und keiner gepfuscht hat.

    Abschaltung der Kupfer und Kabel netze in einem Ort in dem nur bei max 50% ein GF Anschluss liegt ohne das man sich dann noch anschließen lassen kann.
    Das halte ich für die gleiche Lobby und Interessensbehaftete Angstmacherrei wie bei der Nachfragebündlung in den Nachbarorten vor 2-3 Jahren: „nur jetzt möglich dann definitiv nicht mehr“ danach noch „jetzt die Chance bis zum letzten Termin X in der Planungsphase nutzen“, dann nochmal letzte Möglichkeit und naja es ist immer noch möglich. Und gerade zum Sonderpreis. Mancher fühlte sich schon ein wenig verars….

    Angst ist ein eben schlechter Ratgeber wie es so schön heißt…

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  • Nun ja, ich erlebe es gerade im benachbarten Stadtteil. Dort war man der Meinung, das nach den Werbeveranstaltungen man in aller Ruhe abwarten könne und die Nachfragebündelung eher pro Forma sei. Dementsprechend wurde dort der Schwellwert nicht erreicht.

    Als man sich bewusst war, das der Ausbau in allen anderen Stadtteilen stattfindet nur nicht im eigenen, wurde eine Gf-Bürgerinitiative gegründet. Natürlich war es nun zu spät und es wurde auf den Nachanschluss vertröstet. Genauso wie alle anderen, die sich erst nach Abschluss der Bauphase zu einem Vertrag entschlossen haben.

    Was soll ich sagen, dadurch das ein ganzer Stadtteil nacherschlossen wird, hat die Wartezeit auf den Nachanschluss nur wenige Jahre betragen. 2024 beginnt er und 2025 soll dieser abgeschlossen sein. Die ersten Nutzer haben bereits im Jahr 2019 ihren Glasfaserzugang aktiviert bekommen.

    Dies nur zu dem zeitlichen Horizont, wenn man den Erstausbau verpasst hat und in den Nachanschluss rutscht. Sofern dieser überhaupt stattfindet. Für wenige Dutzend Nachanschlüsse rückt kein Betreiber mehr an.