ZDF heute Show spezial - Digitalisierung in Deutschland, Glasfaserausbau

  • Sven 19. Januar 2024 um 21:52

    Hat den Titel des Themas von „ZDF heute Show spezial - Digitalisierung in Deutschland“ zu „ZDF heute Show spezial - Digitalisierung in Deutschland, Glasfaserausbau“ geändert.
  • Gab es Glasfaser tatsächlich bereits in den 80ern? Ich war in den frühen 2000ern in Polen immer noch mit 56k Modem unterwegs. Und hätte es Sinn ergeben so früh in Glasfaser einzusteigen? Oder wäre es so was wie mit 2G Telefonie, die jetzt wegen Notrufe weiter am leben gehalten werden muss und nur kosten verursacht während man in Thailand für ein Äppel und ein Ei Dutzende GB Daten kriegt?

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  • Die Technik gabs in den 80ern. Und einen Plan für einen flächendeckenden Glasfaserausbau in der BRD gabs schon unter Helmut Kohl. Wurde aus Kostengründen gestrichen. Ein Netz wurde meines Wissens damals nicht aufgebaut.

    2G hält man übrigens eher wegen alter IoT Geräte aktiv, wie Stromzähler oder Autos mit 2G oder 3G Modems, sowie e-Call Systemen.

  • Wusste ich nicht, interessant. Wäre es aber nicht viel zu früh bereits in den 80ern in Glasfaser einzusteigen? Preise fallen bekannterweise meistens mit der Zeit. Und was haben andere Länder gemacht?

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  • Und einen Plan für einen flächendeckenden Glasfaserausbau in der BRD gabs schon unter Helmut Kohl.

    Das war sogar schon früher... unter Helmut Schmidt und der Kohl hats dann gestoppt.

    30-Jahres-Plan: Bundeskanzler Schmidt wollte bereits 1981 Glasfaserausbau - Golem.de
    Deutschland hat heutzutage kaum FTTH-Anschlüsse. Kanzler Helmut Schmidt wollte 1981 Glasfaser ausbauen. Jährlich sollten drei Milliarden Mark für das Netz der…
    www.golem.de

    Ob die alten GF noch den heutigen Ansprüchen gerecht würden, wage ich zu bezweifeln. IdR sagt man dass GF ca 30 Jahre lang genutzt werden können, danach muss man gucken ob man sie nicht austauscht (spröde, blind usw)

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

  • Scheiße. Ich habe gedacht, dass ich nach unserem Fiber Ausbau letztes Jahr in diesem Leben keine weitere Maßnahme mehr erlebe. Jetzt steht im Alter von 80 doch noch mal ein neues Einblasen an. 😜

    FTTH DG 1000/500 | FRITZ!Box 5590 Fiber | 2 mal FRITZ!Repeater 3000AX als Access Points

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  • Wie schon öfters wird in dieser Sendung vom Moderator immer übetrieben und Äpfel mit Birnen verglichen. Es gab in den 80er schon Glasfaser als Seekabel. Wir haben bei uns in der Bank Anfang der 90er mit Glasfaser zwischen 2 Rechenzentrum im Gebäude angefangen. Es gab keinerlei Patchkabel. Das Glasfaerkabel wurde verlegt und dann hat ein Techniker ca. 20 Minuten gebraucht um eine Ader zu schleifen damit eine Hülse aufgesteckt werden konnte und dann direkt mit der Steuereinheit von IBM verbunden wurde. Pro Faser gab es nur eine Verbindung.

    Laut Internet wurde die weltweit erste Glasfaserstrecke 1993 von der Bundespost erreichtet.

  • Scheiße. Ich habe gedacht, dass ich nach unserem Fiber Ausbau letztes Jahr in diesem Leben keine weitere Maßnahme mehr erlebe. Jetzt steht im Alter von 80 doch noch mal ein neues Einblasen an. 😜

    Sieh es positiv... wenn die Tiefbauer gut gearbeitet haben muss nur neu aus/ein-geblasen werden. Mini- und Mikro-kabel gab es früher nicht, da wurde Standartkabel verbuddelt... sprich bei jedem Kabeltausch muss der Tiefbau ran :D

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

  • Hier mal ein guter Einstieg via Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtwellenleiter#Geschichte

    Es wäre also durchaus realistisch gewesen, in den 80er Jahren mit dem Aufbau der Infrastruktur zu beginnen.

    Breitband-ISDN wäre etwas gewesen, was darauf aufgesattelt hätte: https://de.wikipedia.org/wiki/Breitband-ISDN

    Egal, wie die Technik sich verändert hätte oder ggf. nach 30 Jahren erneuert hätte werden müssen: Hoffentlich hätte man an Leerrohre zwecks einfachen Zugriff gedacht. Aber das ist ja seit 1982 uralte Geschichte.

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  • Ich will die BP nicht verteidigen

    Aber auf der von Dir ziterten Seite steht dass die British Telecom eine Strecke zwischen 2 Vermittlungen 1985 in Betrieb nahm und Heraeus 1987 ein Glasfaser mit geringer Dämpfung entwickelte. Dieses Kabel war nicht geeignet bzw. wäre zu teuer gewesen um für den Ausbau zum Kunden zu benutzen, da für jeden Anschluss eine eignene Faser benötigt wäre.

    Also richtig los gehen konnte es erst in den 90er.

    Dass Deutschland gegenüber dem Ausland zurückliegt, liegt zum einen an dem damals guten Ausbau des Telefonnetz mit Kupferkabel und zum 2. dass dieses Kabel nicht in Leerrohren in der Erde lag und dadurch das Kabel nicht einfach schnell mal ersetzt werden kann.

  • Ich will die BP nicht verteidigen

    Aber auf der von Dir ziterten Seite steht dass die British Telecom eine Strecke zwischen 2 Vermittlungen 1985 in Betrieb nahm und Heraeus 1987 ein Glasfaser mit geringer Dämpfung entwickelte. Dieses Kabel war nicht geeignet bzw. wäre zu teuer gewesen um für den Ausbau zum Kunden zu benutzen, da für jeden Anschluss eine eignene Faser benötigt wäre.

    Also richtig los gehen konnte es erst in den 90er.

    Mit "richtigem" FTTH für Privatkunden ging es meines Wissens eigentlich erst so richtig um 2000 los. Japan gilt da zusammen mit Südkorea als Pionier. Und im Jahr 2000 spielte FTTH z.B. in Japan praktisch noch keine Rolle. 2001 z.B. hatten 24,1 Mio japanische Haushalte einen Internetzugang, 30.000 Haushalte nutzten FTTH, etwas mehr als 0,1% aller aktiven Internetzugänge (Seite 5).

    Davor war Glasfaser einfach noch zu teuer für den Einsatz in Privathaushalten. Genutzt wurde Glasfaser natürlich für leistungsfähige Verbindungen z.B. zwischen Städten. Auch die Bundespost hatte Westdeutschland in den 80ern zwischen den Städten mit Glasfaser verkabelt. Aber bei Glasfasernetzen für Privatkunden kenne ich keine signifikanten Beispiele aus den 80ern und 90ern. Auch OPAL (meines Wissens eines der größeren Glasfasernetze weltweit in den 90ern) war ja dann nur FTTC oder FTTB (je nach Ausprägung), und technologisch eine Sackgasse, weil z.B. nicht ausreichend Fasern für spätere FTTH-Standards wie GPON verlegt wurden (die es damals ja noch nicht gab).

  • Laut Internet wurde die weltweit erste Glasfaserstrecke 1993 von der Bundespost erreichtet.

    Ich weiß nicht wo du diese Info her hast, aber das ist falsch. Die Deutsche Bundespost hat bereits Anfang der 80er erste Versuche mit Glasfaser gemacht. (BIGFON)

    Ab Mitte der 80er hat man dann Konsequent das Fernkabelnetz (damals hauptsächlich Koaxial Leitungen mit TF Technik) mit Glasfaser überbaut. (BIGFFERN)

    Und sogar da hat man schon Leerrohre verlegt in die dann GF Kabel eingezogen wurden.

    Ich kann mich daran erinnern das Anfang der 90er in Frankfurt am Main bereits ein beachtliches Glasfaser Netz existierte, an das dann Banken und z.b. auch die Börse angeschlossen war.

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  • Ich glaubeDuhast mich missverstanden. Ich habe geschrieben, dass in unserem Rechenzentrum (gleiches Gebäude und gleicher Stock) ein9ge Glasfaserverbindungen (ich glaube es waren 4) mit großem Aufwand hergestellt wurden.
    Nochmal das Fazit wie auch hetti72 geschrieben Glasfaserausbau hätte sch on 1980 erfolgen können ist glatt gelogen.

  • Nochmal das Fazit wie auch hetti72 geschrieben Glasfaserausbau hätte sch on 1980 erfolgen können ist glatt gelogen.

    Dein Satzbau ist leider nicht sehr verständlich, aber du scheinst mir zu unterstellen das etwas was ich geposted habe, "glatt gelogen" wäre.

    Ich kann aber leider nicht ganz verstehen was genau "glatt gelogen" sein soll? Das schon Anfang der 80er erste Versuche mit FTTB / FTTH gemacht wurden?

  • Sorry dass ich mich falsch ausgerückt habe,

    ich habe mit glatt gelogen die Aussage von dem Moderator gemeint, dass ein Ausbau in den 80 für den Enkunden nicht möglich war.

    Aber kannst Du mir bitte noch mitteilen woher Du diese Aussage hast, dass schon Anfang der 80 versuche mit FTTB/FTTH gemacht wurden.

    Ich habe bei einer großen Bank in Frankfurt gearbeitet und dort ngab es im letzten Jahrhundert kein Glasfaseranschluss nach Außen.

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  • Mal ein kleiner gechichtlicher Exkurs:

    Opal und Hytas (ca. 1993) sind nicht die Anfänge des Glasfaserausbaus gewesen, bereits fast 25 Jahre früher verlegte die damalige Deutsche Bundespost die ersten Glasfaserstrecken zur Verbindung der Vermittlungsstellen in der Aßmannshauser Straße und in der Uhlandstraße in Berlin-Wilmersdorf (https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtwellenleiter)

    Warum die konservative CDU Regierung den Glasfaserausbau aus reinem politischen Eigennutz beendete, geht aus folgendem Bericht aus dem Jahre 2018 hervor: https://netzpolitik.org/2018/danke-hel…lasfaserausbau/

    In Frankfurt am Main baute die britische colt 1996 ein 50 km großes Glasfasernetz, das war damals der Anfang für einen (wenn nicht den) Knotenpunkt für elektronischen Datenaustausch: https://www.faz.net/aktuell/rhein-…t-17237817.html [Paywall] , https://www.colt.net/de/25-jahre-colt-in-deutschland/

  • Aber kannst Du mir bitte noch mitteilen woher Du diese Aussage hast, dass schon Anfang der 80 versuche mit FTTB/FTTH gemacht wurden.

    Die FTTH / FTTB Versuche in den 80ern waren das BIGFON Projekt. Infos findet man https://de.wikipedia.org/wiki/BIGFON und

    Breitbandiges Integriertes Glasfaser-Fernmelde-Orts-Netz - Bigfon – Förderverein Technikforum Backnang e.V.

    Anfang der 90er habe ich bei der Telekom in Frankfurt gearbeitet. Jede der Grossen Banken hatte teilweise hunderte einzelne analoge Datenleitungen (Datex-P / Datex-L / Telex).
    Um das Handling dieser vielen Anschlüsse zu vereinfachen hat man dann die Technik die normalerweise in den Telekom Vermittlungstellen stand zu den Kunden (RZ´s der Banken) verlagert. Die Verbindung zwischen den Vermittlungstellen und den sogenannten ADU (Abgesetze Daten Umsetzer) wurde dann per Glasfaser realisiert.

    Unter anderem im Keller der Börse Frankfurt entstand dann nach und nach quasi eine kleine Vermittlungsstelle, weil man erkannte das sich so einiger Aufwand für die Bereitstellung von neuen Datenleitungen sparen lies.