GPON SFP Deutsche Glasfaser

  • Gibt bei O2/UGG momentan fFälle wo die UGG ONTs spinnen und die Diagnose des Problems mehrere Wochen in Anspruch nimmt, das ist eher ein Argument gegen die These, dass mit Provider-ONTs der Netzbetrieb besser organisiert werden kann.


    P.S.: Persönlich habe ich kein grosses Interesse danach meinen eigenen ONT zu betreiben und wäre mit einem Provider-ONT einverstanden, aber ich kann auch nachvollziehen warum manche lieber einen eigenen ONT betreiben wollen.

  • Gibt keinen zwingenden Grund warum die PON-Komponenten Hersteller dieses Modell nicht kopieren können sollten, oder? Ist halt Aufwand...

    Ja, genau, ist Aufwand. Und zwar Testaufwand für eine Schnittstelle, an der nach ihren Vorstellungen der Endkunde gar nichts verloren hat, sondern wo das CPE auch noch vom Provider kommt, und der Kunde sich dann am Ethernet-Ausgang des CPEs austoben kann.

    Wie gesagt, die Forderung ist halt ne deutsche Sonderlocke. Entsprechend groß wird das Interesse im international agierenden Standardisierungsgremium sein, nur für diesen kleinen Markt ein Testprogramm aufzuziehen.

    Und auch die Akzeptanz zertifizierter Geräte oder auf diesen Plugfests getesteter Geräte ist am Ende nichts anderes, als eine Whitelist, und erfüllt das Gesetz ebenfalls nicht.

  • Jein, die deutsche Sonderlocke ist IMHO, dass die ISPs den Kuchen essen und behalten wollen. Es gibt mit TKG 145 einen klaren Weg aktive Netzkomponenten des ISPs regelkonform beim Kunden aufzubauen, der ISP muss dann halt: "Die durch den Anschluss aktiver Netzbestandteile an das Stromnetz entstehenden Kosten hat der Telekommunikationsnetzbetreiber zu tragen." D.h. der ISP muss Anschluss und Verbrauchskosten der ONTs zahlen. Da gibt es IMHO auch Preazedenzfaelle fuer, z.B. erinnere ich mich an Berichte von NetCologne die mit Pauschalen die Stromkosten von im Hausverbauten DPUs entgolten haben.

    Zitat

    Und auch die Akzeptanz zertifizierter Geräte oder auf diesen Plugfests getesteter Geräte ist am Ende nichts anderes, als eine Whitelist, und erfüllt das Gesetz ebenfalls nicht.

    Sehe ich anders, der ISP darf in seiner Schnittstellenbeschreibung durchaus bestimmte Kompatibilität (nachgewiesen z.B. durch bestimmte Zertifizierung) vorschreiben und diese dann auch überprüfen. Solange Fremdanbieter kompatible Geräte herstellen und anbieten können ist dem Gesetz genüge getan (Beispiel: der Hybrid-Router der Telekom).


    Ausserdem ist unklar in wie weit dass ein deutscher Sonderweg ist, oder eine Anforderung in der EU, aber das ist IMHO noch unklar.

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  • Sehe ich anders, der ISP darf in seiner Schnittstellenbeschreibung durchaus bestimmte Kompatibilität (nachgewiesen z.B. durch bestimmte Zertifizierung) vorschreiben und diese dann auch überprüfen.

    Ja, wobei das natürlich wieder Tür und Tor öffnet, die Auswahl einzuschränken.

    Ausserdem ist unklar in wie weit dass ein deutscher Sonderweg ist, oder eine Anforderung in der EU, aber das ist IMHO noch unklar.

    Nein, das ist leider eindeutig. Die Verordnung (EU) 2015/2120 fordert in Paragraph (5), dass der Kunde sein Endgerät im Sinne der 2008/63/EG auswählen kann. Und die 2008/63/EG beschreibt in Artikel 1:

    Zitat

    im Sinne dieser Richtlinie sind „Endeinrichtungen“ direkt oder indirekt an die Schnittstelle eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes angeschlossene Einrichtungen zum Aussenden, Verarbeiten oder Empfangen von Nachrichten; sowohl bei direkten als auch bei indirekten Anschlüssen kann die Verbindung über Draht, optische Faser oder elektromagnetisch hergestellt werden; bei einem indirekten Anschluss ist zwischen der Endeinrichtung und der Schnittstelle des öffentlichen Netzes ein Gerät geschaltet;

    Die EU Richtlinie sieht also explizit die Verwendung eines Modems durch den Provider vor. Zwar dürfen nationale Gesetze die EU Rechte verschärfen, das ist kein Problem. Leider waren wir die einzigen in Europa, die das getan haben.

  • Ja, das haengt davon ab was und wo die "Schnittstelle eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes" liegt... Dazu gibt es innerhalb der EU unterschiedliche Ideen, die Idee in Deutschland ist halt, dass diese Schnittstelle vor dem ONT liegt. Ob Deutschland damit alleine liegt oder nicht kann ich nicht sagen, habe auch zu wenig Freizeit um da die nationalen Vorschriften von 27 EU Mitgliedern zu durchforsten.

    Aber wie gesagt, das TKG offeriert (mit Paragraph 145) bereits einen regelkonformen Weg zum Provider-ONT, insofern ist das deutsche Problem dass manche ISPs der Meinung sind das TKG gelte nicht fuer sie. Das ist bestimmt auch in anderen EU Mitgliedsstaaten eIn Garant für Ärger, wenn man die nationalen Vorschriften versucht zu umgehen.

    Die Telekom geht da mit gutem Beispiel voran und zeigt wie man das TKG-konform und kundenfreundlich organisieren kann; und die DG könnte IMHO allein durch das Angebot eines SFP-ONTs als Alternative zum Einzel-ONT die meisten Kunden zufriedenstellen selbst mit Provider-ONT, will das aber wohl nicht, warum auch immer.

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  • Die EU Richtlinie sieht also explizit die Verwendung eines Modems durch den Provider vor.

    Fast richtig, diese Richtlinie wurde von der BEREC im Nachgang konkretisiert und es gibt drei Möglichkeiten, siehe im Link der FSFE weiter unten.

    Zwar dürfen nationale Gesetze die EU Rechte verschärfen, das ist kein Problem. Leider waren wir die einzigen in Europa, die das getan haben.

    Nein, sind wir nicht!

    In den Niederlanden ist der Netzabschlusspunkt das "Ende des Kabels": https://fsfe.org/news/2021/news-20210805-01.en.html

    In weiteren EU Ländern ist dies ebenfalls ähnlich dem deutschen TKG geregelt. Da liegen mir als Beleg für diese Aussage die Quellen nicht vor.

    Nachtrag:

    Weitere EU Mitgliedstaaten mit Endgerätewahlfreiheit wie oben angesprochen sind die Folgenden

    • Finnland
    • Italien

    Quelle: https://vtke.eu/wp-content/upl…etefreiheit.pdf , Seite 2

    Neu hinzugekommen ist

    • Belgien

    Nachdem Orange gegen die Endgerätewahlfreiheit gerichtlich vorgegangen und gescheitert ist, gilt nun auch dort eine Endgerätewahlfreiheit wie in D. https://fsfe.org/news/2024/news-20240709-01.en.html

    4 Mal editiert, zuletzt von HubeBube (13. Oktober 2024 um 17:17) aus folgendem Grund: Italien und Finnland hinzugefügt Belgien hinzugefügt

  • Nein, sind wir nicht!

    In den Niederlanden ist der Netzabschlusspunkt das "Ende des Kabels": https://fsfe.org/news/2021/news-20210805-01.en.html

    Und hast du den Artikel zu Ende gelesen? Schöner hätte ich nicht beschreiben können, warum die Regelung so nicht funktioniert.

    Weitere EU Mitgliedstaaten mit Endgerätewahlfreiheit wie oben angesprochen sind die Folgenden

    Finnland
    Italien

    Quelle: https://vtke.eu/wp-content/upl…etefreiheit.pdf , Seite 2

    Bei dem Dokument wäre ich vorsichtig. Da gehen die Begriffe Router- und Endgerätefreiheit munter durcheinander. So ist das, was da über Österreich steht, nicht vollständig, da gibt es eine klare Regelung zur Routerfreiheit, die bewusst die Endgerätefreiheit auslässt.

  • Und hast du den Artikel zu Ende gelesen? Schöner hätte ich nicht beschreiben können, warum die Regelung so nicht funktioniert.

    Das ist deine persönliche Interpretation, dir dir natürlich zusteht. Die gelebte Provider-Praxis in NL ist der in D nicht unähnlich.

    So ist das, was da über Österreich steht, nicht vollständig, da gibt es eine klare Regelung zur Routerfreiheit, die bewusst die Endgerätefreiheit auslässt.

    Deshalb ist AT und GR auch nicht in der "freie Wahl des Endgerätes"-Liste aufgeführt!

    In AT vollführt die Regulierungsbehörde einen Eiertanz und agiert aktuell nach dem "Kohl/Merkel"-Schema: Aussitzen (Wir bewegen uns erst, wenn es beschwerden gibt). Interessanterweise ist dort wie hier die Deutsche Telekom ein Befürworter der Endgerätewahlfreiheit. https://itwelt.at/news/deutsche-…erklaerungsnot/

    Damit steht jedoch fest: Bei der Endgerätewahlfreiheit gibt es keinen Sonderweg in Deutschland!

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  • Wie gesagt: in dem Artikel gehen die Begriffe Router- und Endgerätefreiheit munter durcheinander und werden synonym benutzt. Da kann man alles rein interpretieren. Was dort der aktuelle Status ist, wird ebenfalls nicht klar.

  • Naja, fuer Finland können wir ja in der Übersetzung nachlesen:

    Zitat

    Traficom interprets these provisions to mean that, for example, a cable network
    operator may not restrict the cable modems allowed in its network to models it has
    pre-approved. Terminal equipment may, nonetheless, be subject to requirements
    based on the communications network’s interface and characteristics, for example.
    If a piece of equipment compromises information security, measures can be taken
    in accordance with section 273 of the Act on Electronic Communications Services.

    Ich sehe keinen Grund warum dass dann für ONTs anders sein sollte als für Kabelmodems ...

    Und wenn man ganz ehrlich ist, existieren exakt die gleichen Herausforderungen auch in Mobilfunknetzen, aber quasi alle Carrier und MVOs akzeptieren selbstverständlich, dass Endkunden ihre eigenen Modems/Telephone mitbringen obwohl hier auch ein defektes Endgerät prinzipiell eine ganze Funk-Zelle beeinträchtigen kann.

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  • Und wie oft es zu Problemen kommt, sieht man ja.

    Die einzigen Probleme, die ich in Kabelnetze kenne, ist die zu geringe Bandbreite an der Kopfstation für zu viele Nutzer ODER irgendwelche Wohnungsnutzer waren wiedermal der Meinung sie könnten selber Kabeldosen umbauen, verlängern oder dazu bauen.
    Aber das Kabelmodem Störungen verursachen, nee.

    Stellt euch vor den Spiegel und beantwortet euch folgende Frage ehrlich: Wollt ihr, dass euer Nachbar seinen ONT bei TEMU kauft und dann ans Netz anschließt? Ich erwarte keine Antwort, und erst recht keine nach dem Motto "wenn der kompatibel ist, warum nicht?". Ihr wisst nicht, ob er kompatibel ist, oder ob da nach 3 Wochen Dauerbetrieb ein Speicher überläuft und das Ding nur noch Unsinn verzapft. Und der Provider weiß es auch nicht - wenn er das Gerät nicht auf dem Schreibtisch hatte und getestet hat.

    Das ist dann dasselbe wie damals mit Telefonen und Analog-Modem. Böse ohne Prüfsiegel der "POST" haben trotzdem weltweit und in Deutschland funktioniert. Es reicht doch wenn die Teile die Vorgaben der ITU-T entsprechen.
    Ja und wenn nicht, dann wird der ONT einfach gesperrt. Bei den kleinen GF-Netzwerksegmenten im Gegensatz zu den Kabel-Bäumen schnell erledigt. Aber wenn jemand Bock hat, kann er auch einen L-Pointer draufhalten.

    Da ist die Suche echt schwierig.

  • Das ist dann dasselbe wie damals mit Telefonen und Analog-Modem. Böse ohne Prüfsiegel der "POST" haben trotzdem weltweit und in Deutschland funktioniert.

    Das war das Prüfsiegel des FTZ.

    Mein 14.4er hatte auch keines... 12 Minuten im Ortsnetz (1 Einheit kosteten 23 Pfennig). Manchmal denke ich wehmütig an den Verbindungsaufbau zurück. Das Handshake konnte man noch hören.

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  • Das war das Prüfsiegel des FTZ.

    Mein 14.4er hatte auch keines... 12 Minuten im Ortsnetz (1 Einheit kosteten 23 Pfennig). Manchmal denke ich wehmütig an den Verbindungsaufbau zurück. Das Handshake konnte man noch hören.

    Ja, da hast du recht, wurde damals immer mit der Post gleichgesetzt, weil sie auch in Darmstadt saßen und zu einem der Bundesministerien gehörten.

    :P ich lebte von Geburt an in WestBerlin. Bei uns gab es keine Taktung. Einmal eingewählt für 23 Pfennige und ewig online. Mein Provider war damals Snafu. War damals noch eine Studentenbude, hatten hunderte von U.S. Robotics in Regale.

    PS: Damals musste ich mir noch die Einwahlscripte am Amiga selber basteln. Ich glaube, dass war SLIP

    Einmal editiert, zuletzt von Phino (13. Oktober 2024 um 22:28)

  • Zunächst wollte ich für meinen Amiga 500 (oder war es schon der 1200?) ein gebrauchtes 2400-Baud-Modem kaufen.

    Aber dann hat Allkauf ein No-Name mit 14.400 Baud für sagenhafte 199 DM rausgehauen und damit ging es los.

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  • Zunächst wollte ich für meinen Amiga 500 (oder war es schon der 1200?) ein gebrauchtes 2400-Baud-Modem kaufen.

    Aber dann hat Allkauf ein No-Name mit 14.400 Baud für sagenhafte 199 DM rausgehauen und damit ging es los.

    Bin mir A1200 und einem 28.8 gestartet. 1993 habe ich dann einen A2000 mit ISDN-Karte von AVM, war schon die ISA-PnP.

  • ISDN hatte ich dann am Amiga 1200 via externem ISDN-TA von US Robotics (https://osmocom.org/projects/retro…ter_ISDN_TA_Ext).

    Dank der seriellen Schnittstelle und AT-Befehlen konnte ich das wie ein Modem nutzen. Zunächst nur mit max 57600 Baud, erst später hatte ich seriell auf 115k gebracht.

    Da ich den 2000er nie hatte: Die ISA-Karten waren im Amiga OS nutzbar? Ich dachte immer, die waren nur für die Brückenkarten.