TKModG Netzabschluss/Routerfreiheit

  • Hallo zusammen,

    im TKModG (Telekommunikationsmodernisierungsgesetz) gibt es bezüglich Netzabschlusspunkt und Endgerätefreiheit folgende Änderungen:

    §45d findet sich im Wesentlichen im neuen §73 (Anschluss von Telekommunikationsendeinrichtungen) wieder.

    In Absatz 1 ist das Folgende zu lesen "Dieser Zugang ist ein passiver Netzabschlusspunkt; das öffentliche Telekommunikationsnetz endet am passiven Netzabschlusspunkt."

    Allerdings werden in Absatz 2 Ausnahmeregelungen erlaubt: "Die Bundesnetzagentur kann durch Allgemeinverfügung Ausnahmen von Absatz 1 zulassen." Dabei muss sich allerdings an geltendes Recht gehalten werden. An dieser Stelle möchte ich nicht den kompletten Absatz zitieren. Der Lobbyarbeit der Industrie wird jedoch damit die Tür geöffnet.


    Die sogenannte Routerfreiheit wird in Absatz 3 geregelt. Weil dieses auch Auswirkungen auf GPON Netze hat, das vollständige Zitat: "Die Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze und die Anbieter öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste dürfen den Anschluss von Telekommunikationsendeinrichtungen an das öffentliche Telekommunikationsnetz nicht verweigern, wenn die Telekommunikationsendeinrichtungen die grundlegenden Anforderungen nach der Richtlinie 2014/30/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Februar 2014 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die elektromagnetische Verträglichkeit (Neufassung) (ABl. L 96 vom 29.3.2014, S. 79) erfüllen. Sie können dem Endnutzer Telekommunikationsendeinrichtungen überlassen, dürfen aber deren Anschluss und Nutzung nicht zwingend vorschreiben. Notwendige Zugangsdaten und Informationen für den Anschluss von Telekommunikationsendeinrichtungen und die Nutzung der Telekommunikationsdienste haben sie dem Endnutzer in Textform unaufgefordert und kostenfrei bei Vertragsschluss zur Verfügung zu stellen."


    Bevor nun jeder zu seinem Betreiber Kontakt aufnimmt und mit Anruf der BNA droht: Das neue Gesetz tritt in den zitierten Teilen erst am 01.Dezember 2021 in Kraft!


    Und zum Abschluss noch der Link zu dem Ganzen: https://www.bundesrat.de/bv.html?id=0325-21

  • Vielleicht ganz interessant diesbezüglich der Schriftwechsel zwischen BNetzA und BUGLAS:

    https://fragdenstaat.de/anfrag…r-netz-abschluss-punkten/


    Ist im letzten Beitrag des Threads zu finden.


    Ich zitiere:

    Zitat

    "Vorsorglich weise ich darauf hin, dass das Inkrafttreten des neuen TKG mit der in § 72 Abs. 2 TKG-E vorgesehenen Möglichkeit der Gestattung vom Ausnahmen vom Zugang am passiven Netzabschlusspunkt mittels Allgemeinverfügungen der Bundesnetzagentur zu keiner abweichenden Bewertung führen wird. Denn die grundsätzliche Pflicht zur Zugangsgewährung am passiven Netzabschlusspunkt wird auch im neuen TKG fortgeführt werden, und ohne überwiegende sachliche Gründe für die Erforderlichkeit eines Netzzuganges an aktiven Geräten sind Ausnahmen von diesem Grundsatz weder nach dem Entwurf des TKG noch nach den bei der Anwendung von § 72 Abs. 2 TKG-E zu berücksichtigenden GEREK-Leitlinien zu rechtfertigen."

  • Da der ONT kein Router sondern nur ein Modem ist, sehe ich das nicht so eng. Mir ist wichtiger, eine stabile zuverlässige Leitung zu haben. Solange der ONT nicht wegen Qualitätsproblemen dauernd ausfällt, kann ich gut damit leben.

  • Ich persönlich kann auch gut mit einer 5530 Fiber bzw. deren WAN Port an dem (O)NT von Deutsche Glasfaser im GPON Netz leben. Technisch macht das allerdings wenig Sinn, da ein Anschluss direkt an die Faser möglich ist. Warum geht das aktuell nicht ohne weiteres?

    • Ein Gf-TA durch den Betreiber wird erst seit Februar gesetzt. Hier wurde jahrelang das geltende TKG missachtet.
    • Die für ein Zugang zum GPON benötigten Daten werden dem Kunden nicht bekannt gegeben bzw. existiert kein Prozess für die Einrichtung kundeneigener Hardware direkt an der Faser.

    Die 5530 Fiber wurde hier lediglich exemplarisch genannt.

    Auch ist Deutsche Glasfaser kein Einzelfall. Vorbildlich ist hier die Telekom, da funktioniert dies als self-service durch den Kunden.

    Nun ja, das Jahr schreitet schnell voran...

  • Im Privatkunden-Bereich bietet die Deutsche Glasfaser Stand heute nur einen Tarif mit maximal 1.000 Mbit/s Downstream an.

    Sollten in der Zukunft Tarife mit noch höheren Bandbreiten angeboten werden, stellen (O)NTs mit einem maximalen Durchsatz von 1 Gbit/s FDX ein Problem dar. Dies ist völlig unabhängig davon, ob sich zwischen HÜP und (O)NT eine GF-TA befindet oder nicht.

    In einem solchen Fall muss der Provider sein aktive Gerät beim Kunden austauschen bzw. dem Kunden den Anschluss eines eigenen Gerätes ermöglichen, welches die höhere Bandbreite des unterstützt (bspw. die Fritz!Box 5530).

  • Das sit mir schon klr, dass derzeit nur die DG GIga 1000/500 möglich ist und auch dass der NT nicht mehr kann als 1000/1000.

    Daher wollte ich ja wissen, ob die GF-TAE Dose auch so eine Limitierung hat.


    Der HÜP müsste ja deutlich mehr können, da die auch 10000/10000 bei der DG anbeiten, kostet allerdings 3500€ netto / Monat :P

  • Der HÜP und die GF-TA sind doch eigentlich rein passiven komponenten und von der Geschwindigkeit nicht soo stark Limitiert? Über den HÜP kannst du ja auch eine LC-LC Steckverbindung mit 100G drüber laufen lassen ;). Mich würde nur interessieren wie hoch die DG bei dem Gigabit Tarif überprivisioniert. Bei der DTAG bekommt man ja 1100/550.

  • Mich würde nur interessieren wie hoch die DG bei dem Gigabit Tarif überprivisioniert.

    Bei AON gar nicht, da der Physical Layer an den Privatkundenanschlüssen auf 1 GBit/s läuft.


    "Überprovisioniert" heißt aber auch bei GPON: Im Rahmen dessen, was einem die anderen 31 oder 63 Kunden von den 2,5 GBit/s übrig lassen.

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  • Das höre ich viel, aber nur bei den AON Anschlüssen, naja die AON Netze von der DG sind auch wesentlich besser. Schade das auf GPON gewechselt wurde, ich verstehe nur nicht warum trotzdem noch für jeden eine GF in den PoP gezogen wird. Ich bekomme bei meinen 400/200 420/210

  • Denke das AON gebaut wird, weil warum sollten sie GPON Technik neu aufbauen wenn schon AON steht. Aber naja wenn die DG mit GPON schon Geld Spart könnten sie das auch im gesamten Netz machen, z.B wie die Telekom und zu den GF-NVTs nur 1 oder 2 Fasern legen und dann auf 32 Splitten

  • Naja geld sparen hilft ja nicht wenn dann wieder alle meckern, dass die Leistung nicht ankommt.

    Ich denke und hoffe auch das AON ausgebaut wird. Werde ich explizit nachfragen.

    Würde auch keinen SInn machen nun die Nachanschlüsse mit GPON zu versorgen wenn das ganze DOrf (2019) per AON angeschlossen wurde.

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