Zugegeben der Titel dieses Threads ist ein wenig reißerisch, er soll jedoch Aufmerksamkeit erwecken und zum Lesen anregen.
Ich würde es begrüßen, wenn sich hieraus ein Meta-Thread entwickeln würde mit konkreten Anleitungen für verschiedene SFP (mit und ohne Plus) Module und verschiedene Glasfaseranbieter.
Worum geht es nun? Ein kundeneigener Endgerät, wie ein Glasfaser-Router (direkt an der Glasfaser angeschlossen, nicht am Ethernet/WAN Port!) oder ONT/ONU muss im PON (passive optical network) immer durch den Infrastrukturbetreiber provisioniert werden. Der Grund hierfür liegt darin, dass jedes Endgerät im Downstream alle Datenströme von allen anderen Endgeräten (bis zu 128 im GPON und bis zu 256 bei XGS-PON) empfängt.
Da diese Datenströme individuell verschlüsselt sind, darf natürlich nur der eigene Downstream entschlüsselt werden. Dies ist nur dann sicher und zuverlässig realisierbar, wenn jedes Endgerät registriert/provisioniert ist. Für diese Registrierung muss der Glasfaser-Infrastrukturanbieter die Serial/Modem-ID des Endgerätes kennen.
Wie diese Kennung zum Anbieter gelangt, ist jedem Anbieter selbst überlassen. Es gibt hierfür leider kein einheitliches Verfahren. Aktuell (Stand Januar 2026) bieten lediglich die Telekom und Deutsche Glasfaser über deren Kundenportal ein Self-Service für die Übermittlung der Kennung an, die Mitbewerber können lediglich über E-Mail oder telefonisch informiert werden.
Jeder Anbieter ist gesetzlich verpflichtet normgerechte kundeneigene Endgeräte, sei es ein Gf-Router oder ONT/ONU, zu provisionieren. Diese Regelung findet sich im Telekommunikationsgesetz, §73 - Absatz 3 (https://dejure.org/gesetze/TKG/73.html) wieder. Dieser Verpflichtung kommen immer noch nicht alle Provider nach, obwohl dieses Gesetz, fälschlicherweise häufig als Routerfreih* bezeichnet, bereits 2016 in Kraft getreten ist. Fälschlicherweise deshalb, da die freie Wahl des Endgerätes deutlich über Routerfreih* hinaus geht. Vor allem Vodafone und kleinere Anbieter versuchen sich dieser Verpflichtung zu entziehen, obwohl auch die Bundesnetzagentur für die Gf-Provider keine Ausnahme in Form einer Allgemeinverfügung vorsieht (https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/…trag/start.html siehe "Abschließende Entscheidung"). Diskutiert haben wir hier im Forum dieses Thema ebenfalls: Endgerätewahlfreiheit - aktueller Bericht
Leider ist es jedoch immer noch so, dass mit Ausnahme von Telekom, Deutsche Glasfaser und DNS:NET bestenfalls lediglich Produkte von AVM/FRITZ! zusätzlich zu den Provider ONTs provisioniert werden. Dies entspricht nicht §73 TKG! Da der Weg einer Beschwerde bei der BNetzA grundsätzlich jedem offen steht (https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Anf…efon/start.html), ebenso wie ein Schlichtungsverfahren, ist dies eine valide Möglichkeit das Missverhalten des Providers anzuprangern. Es zeigt sich jedoch, dass dieser Weg nicht gerade der schnellste ist.
Unter diesem Hintergrund ist ein Thread entstanden, der bestimmte und für die Provisionierung im PON notwendige Daten von Glasfaserfritzboxen künstlich generiert: Die synthetische FRITZ!Box (Die synthetische FRITZ!Box in einer GPON-Topologie) An dieser Stelle möchte ich frank_m für die Diskussionen über die notwendigen Daten und Gruni22 für die Tests des FBFiberFaker Powershell-Skriptes besonders danken!
Mit Hilfe des erwähnten Skriptes können ONT/ONU, insbesondere in der Ausprägung als SFP (mit und ohne Plus) Module, und auch nicht-AVM/FRITZ! Glasfaser-Router so konfiguriert werden, dass sie sich als eine Glasfaserfritze gegenüber dem Provider ausgeben. Natürlich ist nur dann die erfolgreiche Umsetzung möglich, wenn die Hardware die notwendige Softwareunterstützung anbietet.
Von daher bitte ich euch in diesem Thread die Konfigurationsanleitungen zu veröffentlichen oder zu verlinken. Jeder Provider hat da eine gewisse Flexibilität in der Konfiguration eingebaut. Nur zusammen können wir diese Unterschiede sichtbar machen und darlegen!
Das Forum lebt vom Mitmachen und der aktiven Beteiligung, scheut euch nicht davor!