Die synthetische FRITZ!Box in einer GPON-Topologie

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    Nachdem am 10. Januar 2025 die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Forderung zum Wegfall der Endgerätewahlfreihet (fälschlicherweise auch als Routerfreih* bezeichnet) der Mehrzahl der Glasfaserprovider final abgelehnt und die Ablehnung auch detailliert begründet hat, ist zumindest die Rechtslage wieder geklärt: Es gilt nach wie vor die seit dem Jahr 2016 im Telekommunikationsgesetz vorgeschriebene Endgerätewahlfreihet, die alle Endgeräte am passiven Netzabschlusspunkt betrifft. Der passive Netzabschlusspunkt ist die TAE-Dose bei DSL, die F-Buchse bei (Koax-)Kabel und eben die Glasfaser-Dose (Gf-TA) bei einem Glasfaseranschluss in dem Wohnraum. Keinesfalls jedoch ein stromverbrauchendes Gerät wie ein (Kabel-)Modem oder ONT!


    Die Mitteilungen der BNetzA und das Telekommunikations-Gesetz (TKG) sind hier einsehbar:

    1. https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pre…_Glasfaser.html
    2. https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Allgemeines…icationFile&v=2
    3. https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/…luss/start.html
    4. https://dejure.org/gesetze/TKG/73.html

    Leider scheinen viele, aber nicht alle, Glasfaserprovider vornehm gesagt "Verständnisprobleme" bezüglich der Endgerätewahlfreiheit zu haben. Sie dürfen einem Kunden zwar ein Endgerät anbieten, jedoch keines vorschreiben (TKG §73 Abs. 3 Satz 2)! Dies bedeutet, dass es eine generelle Wahlfreiheit gibt und nicht nur zwischen dem Provider-ONT und häufig einer Glasfaser-FRITZ!Box, direkt an der Glasfaser angeschlossen. Auch wenn der Provider-ONT von Nokia ist, muss der Betrieb eines ONTs von ZTE, Huawei, ... ermöglicht und unterstützt werden. Ebenso von Glasfaserroutern anderer Hersteller als AVM und natürlich auch von SFP-Modulen wie beispielsweise von FS.com oder LuLeey.

    Leider ist der aktuelle Stand immer noch der, dass sich die Mehrzahl der Gf-Provider nicht nicht nach dieser eindeutigen gesetzliche Vorgabe handeln, also Rechtsbruch begehen. Eine weitgehende problemlose Provisionierung realisiert die Deutsche Telekom, Deutsche Glasfaser und DNS:NET. Vor allem Stadtwerke, kleine Provider und Vodafone sind die größten Ignoranten.

    Um eine halbwegs funktionierende Lösung für die GPON-Topologie anbieten zu können ist das weiter unten stehende Powershell-Skript entstanden. Es ist als Nebenprodukt aus der Analyse von AVM Fiberboxen mittels Powershell entstanden und generiert zufällig Daten der Modelle 5530, 5590 und 5690 Pro. Der wesentliche Vorteil gegenüber dem simplen Klonvorgang des Provider-ONTs ist, dass ein Gf-Provider keine Hoheit über eine kundeneigene FRITZ!Box besitzt und daher keine Dinge wie Remotezugang oder Firmwareupdates unterschieben kann.

    Welche FRITZ!Box "synthetisiert" wird entscheidet der Zufallsgenerator. Möchte man Daten eines bestimmten Modelles erhalten, ist das Skript wiederholt auszuführen. So lange, bis einem der Wunsch erfüllt wird. Das Skript unterliegt der GNU GPL Version 2 und kann daher beliebig kopiert und ausgeführt werden. Eine Pflege erfolgt hier im Forum. Gibt es eine neue Version, so ist dies durch ein geändertes Datum zu erkennen, also Datum = Versionsnummer.

    Wer noch nie mit Powershell geareitet hat, wird zunächst erst die Skriptausführung erlauben müssen. Dies ist mittels folgendem Powershell-Befehl zu ermöglichen:


    Set-ExecutionPolicy -ExecutionPolicy RemoteSigned -Scope LocalMachine


    Obiges Kommando muss in einer Powershell ausgeführt werden, die mit administrativen Privilegien gestartet wurde!

    Nachdem ihr das Powershellskript "FBfiberFaker.ps1" in ein Verzeichnis eurer Wahl kopiert habt, wechselt ihr in dieses Verzeichnis und startet das Skript wie folgt:

    .\FBfiberFaker.ps1


    Zum Schluss: Welche Werte ihr verwendet, ist euch überlassen bzw. der Beschreibung des von euch verwendeten Endgerätes zu entnehmen.

    Um Mithilfe bei der Pflege von modellspezifischen FRITZ!OS Versionen inkl. Buildnumber wird gebeten, bitte jedoch keine Inhouse- oder ähnliche Varianten, sondern nur frei zum Download verfügbare. Aktuell suche ich noch die Buildnumber zu FRITZ!OS 07.57 einer 5590.

    FBfiberFaker.zip Version 20250129

    3 Mal editiert, zuletzt von HubeBube (29. Januar 2025 um 08:58) aus folgendem Grund: FBfiberFaker - initiale Version 20250127 1) Buildnummer von FRITZ!OS 07.57 für 5590 hinzugefügt

  • Das Spiel wird so lange weitergehen, bis der Gesetzgeber entsprechende empfindliche Strafandrohungen bei Verstoß gegen §73 Abs. 1 Satz 2 sowie Abs. 3 Satz 1 und 2 in § 228 erläßt.

    Aber die Lobbyisten werden das verhindern wollen ...

  • Ich verstehe in jedem Fall, dass sich viele passionierte Anwender über die neuerlichen Klarstellung freuen, wenn der eigene Glasfaserrouter verwendet werden soll, wie im Eingangsbeitrag beschrieben.

    Letztendlich gibt es dennoch bestimmt sehr viele Otto- Normal -Nutzer, die kein Problem mit der Verwendung von ONTs in Kombi mit einem Router dahinter haben. Daher stellt sich doch folgende Frage:

    Was interessiert es diese Nutzer, ob da ein TK Glasfasermodem 2 ,ein Nokia oder ein Genexis ONT am APL hängt?

    Die meisten Provider stellen ein ONT " für lau" und die Unterschiede zwischen diesen ONTs dürften was den Anschaffungspreis, die Leistung (wenn man das überhaupt so nennen kann) und den Stromverbrauch angeht marginal sein.

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  • Die Rechnung wird hier ohne den Wirt gemacht. Wenn man europaweit schaut, nutzen sehr viele Provider anderer Länder ONTs am APL der Gebäude, bzw. versorgen ihre Kunden mit " Zwangsroutern", ohne dass es einen derartigen Aufschrei gibt wie hierzulande.


    Ich glaube kaum, dass es zukünftig weniger oder gar keine ONTs mehr gibt...

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  • Irgendwann haben sich wie selbstverständlich auch integrierte DSL-Modems in den Routern durchgesetzt.

    Wird bei Gf genauso passieren.

    Für DSL ja. Für HFC gibt es ein paar Produkte von AVM und der TC4400. Bei so einem mickrigen Auswahl kann man sich den Aufwand ehrlich gesagt sparen.

    Für GPON sieht es momentan auch nicht besonders gut aus. Drei Produkte von AVM, davon eins mit massiven drei Ethernet Büchsen, eins mit veralteten MIPS Chipsatz und eins gut aber sehr teuer. Da behalte ich lieber den umsonst von DGN zur Verfügung gestellten 7530.

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  • Die erste Fritzbox mit integriertem DSL-Modem von 2004 wurde auch Schritt für Schritt durch bessere Modelle ersetzt.

    Warum sollte das bei Gf anders laufen?

    Insbesondere die Telekom setzt in den Wohneinheiten konsequent auf den vorgeschriebenen passiven Abschluss. Da werden viele alleine wegen der Optik nur noch ein Gerät wollen.

  • Es geht mir nicht darum, dass es von AVM zu wenige Modelle gibt, sondern darum, dass außer AVM kaum andere Hersteller offenbar Interesse haben, integrierte Router-Modem Geräte auf den Markt zu bringen. In der Theorie gibt es also Endgerätefreiheit die für Anbieter einen Mehraufwand bedeutet. In Praxis profitiert hauptsächlich AVM die dann an Privatleute Geräte für vermutlich deutlich höhere Preise verkaufen kann.

    Ich hätte es gerne anders, mit Router-Modem Kombis von Netgear, D-Link, Linksys und anderen üblichen Verdächtigen. Auf geizhals.de fand ich heute außer AVM aber leider ein Gerät von Telekom, ein von Ubiquiti und ein von TP-Link. Wenn die andere Hersteller keine Interesse an der Marktnische haben, ist m.E. die Frage berechtigt, ob die durch das Gesetz verursachte Mehrkosten wegen eines Herstellers sich rechtfertigen lassen.

    Einmal editiert, zuletzt von belegdol (28. Januar 2025 um 12:03)

  • Für einen Router eines anderen Herstellers, der nach 1,5 Jahren EOL geht, lohnen sich wahrscheinlich auch nicht die Kosten für ein integriertes Modem. Man würde den Hersteller wahrscheinlich dazu zwingen müssen, seine Produktmentalität zu überdenken.

    So lange selbst AVM noch keinen einzigen Glasfaser-Modemrouter ohne Abstriche liefert, steckt das Thema aber meiner Meinung nach auch noch in den Kinderschuhen.

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  • Es geht mir nicht darum, dass es von AVM zu wenige Modelle gibt, sondern darum, dass außer AVM kaum andere Hersteller offenbar Interesse haben, integrierte Router-Modem Geräte auf den Markt zu bringen.

    Wenn Otto-Normalverbraucher eigene Router-Modem-Geräte problemlos bei jedem Anbieter in Betrieb nehmen könnten, wäre die Zielgruppe größer und es würde sich für mehr Hersteller lohnen :)

  • Ein Gesetz verursacht hier keine Mehrkosten. Die Entscheidung der BNetzA das Begehren der Provider abzulehnen einen Zwangs-ONT einzuführen, hat damit das seit 2016 geltende TKG zementiert. Es wurde ja nichts neues Kraft des Gesetzes gefordert.

    Allerdings sehe ich ebenfalls den GF-Routermarkt erst noch im Entstehen. AVM hat als Platzhirsch im (V)DSL und auch Cable-Bereich sehr geschickt agiert und sich eine gute Position in dem aufkommenden Gf-Routermarkt gesichert. Werden in den kommenden Jahren die Anschlusszahlen bei der CuDA rückläufig werden, dann kommen durchaus die Hersteller wie D-Link, TP-Link, uvm. mit ihren Produkten auch auf den Markt in D.

    Allerdings wären mir mehrjährige Updategarantien lieber als eine größere Produktpalette. Gerade die weiter oben genannten Hersteller überzeugen nicht gerade durch Updates oder Beseitigung ihrer sicherheitsrelevanten Fehler.

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  • Es geht mir nicht darum, dass es von AVM zu wenige Modelle gibt, sondern darum, dass außer AVM kaum andere Hersteller offenbar Interesse haben, integrierte Router-Modem Geräte auf den Markt zu bringen. In der Theorie gibt es also Endgerätefreiheit die für Anbieter einen Mehraufwand bedeutet. In Praxis profitiert hauptsächlich AVM die dann an Privatleute Geräte für vermutlich deutlich höhere Preise verkaufen kann.

    Internationale Hersteller entwickeln garantiert keine Sonderlocken für den deutschen PON Markt. Das höchste der Gefühle werden da Speedports und evtl Vodafone Stationen sein, die von Arcadian/Sercom/… fremdgefertigt, und nur von den beiden großen ISP in großen Mengen als Whitelabelprodukte vertrieben werden.

    International sieht es so aus, das der ISP das Netzabschlussgerät stellt, und die Endkunden die Router per RJ45 anschließen. Deshalb gibt es da auch eine sehr große Auswahl an Modellen.

  • International sieht es so aus, das der ISP das Netzabschlussgerät stellt, und die Endkunden die Router per RJ45 anschließen.

    Der Wind dreht sich in Europa gerade aber um 180°. Siehe Niederlande und Spanien.

    Da bleibt es sicherlich spannend. Zudem ist der deutsche Markt mit geschätzten 40 Mio Haushalten sicherlich selbsttragend.

    Und wer nicht will, der hat schon. Übernimmt halt nur AVM den Markt.

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  • Oder halt mehr Router mit SFP/SFP+ "Kaefigen"... ja, SFP bringt seine eigenen Kompatibiltaetsprobleme mit, aber der bereits existierenden Upgade-Leiter (G->XGS->25G->50G) fuer PONs ist klar, dass die "Optic" nicht ewig halten wird, da kann es durchaus Sinn machen direkt mit Tauschoptiken zu arbeiten. Abgesehen vom Umstand, dass es keine Voll-MAC ONTs sind, macht AVM vor wie das funktionieren koennte.

  • In der Tat es bewegt sich etwas, nicht zuletzt Dank der FSF.

    Ich schrieb ja bereits in einem anderen Thread: Ich kämpfe nicht allein.

    Router Freedom - FSFE
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