Telekom verdient nicht genug Geld mit Glasfaser-Internet

  • Zitat

    Die Kosten sind wenn minimal und belaufen sich häufig nur auf die etwas teurere Hardware.

    Unklar, wie kingpin42 bereits beschrieb kann solche Hardware fuer das Backbonr recht teuer sein, die man braucht wenn man sein Netz fuer hohe Kapazitaeten ertuechtigen/dimemsionieren will/muss. Und IMHO kommt bei kleineren ISP dazu, dass Kosten fuer Transit/Peering fuer niedrige Kapazitaeten relativ teuer sind. Was die meisten hier in den Foren vergleichen sind die Preise for OLT-Optiken und ONTs fuer verschiedene Technologien, da sind die Aufpreise dann oft relativ ueberschaubar, aber dann wird .z.B. ignoriert, dass eine OLT -Optik nur in einer passenden Linecard funktioniert (z.B. ein XGS-OLT nicht in einer reinen GPON Linecard.

    Und dann kostet ein 10 Gbps Switchport am BCIX in Berlin laut peeringexposed 411 Euro/Monat... und am AMS-IX 447 Euro*... aber um den nutzen zu koennen braucht man auch noch Fasern/Wellenlaengen/Transport vom eigenen Netz zum IX Standort...


    *) breitere Ports werden dann auf die Bit/Sekunde gerechnet schnell billiger, aber das ist nur dann hilfreich wenn man auch ausreichend Traffic produziert...

  • Eben.

    Hätte die Telekom anno 2000 ADSL mit 28/33/56 kbit angeboten und 128 kbit/s weiter pro Minute abgerechnet, hätte es auch keiner gekauft.

    Ich werde nie mehr im Leben aufs Dorf ziehen. Schön dass man dann Glasfaser hat, aber die ganze restliche Infrastruktur ist immer noch schlecht. Bekannte erleben das gerade mit ihren Eltern, die nun pflegebedürftig auf dem Dorf verhungern, weil die Augen nicht mehr mitspielen. Andere auch schon 85jährige versuchen dann bereits blind zum Einkaufen zu fahren und rammen mit dem 400PS-SUV im nächsten Ort den Polizeiwagen. Jüngere ziehen so schnell wie möglich weg, weil man eben nicht alles downloaden und liefern lassen kann.

    Tja so unterschiedlich sind die Lebensmodelle.

    Ich bin vor 6 Jahren mit 60 aus Berlin auf Land gezogen. Natürlich Augen auf bei der Standortwahl.
    Aber bei uns in der Gemeinde gibt es genug Ärzte, Pflegeheime und Glasfaser. Und in der Gemeinde jeweils NETTO, mit und ohne Hund, Penny, Lidl, Aldi und Rewe. Und Edeka baut gerade neues Geschäft.

    In unserer Privatstraße stehen 22 Häuser, gebaut in den letzten 6 Jahren, noch ein zweites Pärchen in meinem Alter, der Rest alles junge Familien, keiner aus Berlin. Die Mischung stimmt hier auf dem Dorf.

    Und ja, nächstes Jahr gibt es einen neuen SUV (KIA EV 5, nur 220 PS) für uns, rein elektrisch natürlich, habe ja 20 kWp PV-Anlage.

  • Die möge sinnhaft sein, wo entsprechender Zuwachs zu erwarten ist, aber in einem Kuhkaff wie Grünfelde wirtschaftlich sinnlos.
    Grünefeld (Ortsteil von Schönwalde-Glien): ca. 537 Einwohner (Stand 31.05.2024)
    Das Eingekreiste ist der Neubaubereich, der im Internet-Dunkeln saßen, macht die Hälfte der Dorfbevölkerung aus. :P

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  • jeweils NETTO, mit und ohne Hund,

    Das ist in der Tat ein Qualitätsmerkmal :D
    Hier gibt's nur den ohne Hund. Aber ansonsten auch alles (auch von Funker genannte; Supermärkte, ein kleines Einkaufszentrum, Kabel-TV, Erdgas, Krankenhaus, Kino, ein paar Fachärzte ... und das im Dorf 30 - 35 km von der nächsten Großstadt entfernt.
    Wobei Großstädte in Deutschland ja auch häufig Städte mit deutlich unter 500.000 Einwohnern sind.

    Übrigens baut DG auch häufig in den ländlicheren Orten von Großstädten. Also ob man es so einfach daran festmachen kann ...

  • Hier gibt's nur den ohne Hund. Aber ansonsten auch alles (auch von Funker genannte; Supermärkte, ein kleines Einkaufszentrum, Kabel-TV, Erdgas, Krankenhaus, Kino, ein paar Fachärzte ... und das im Dorf 30 - 35 km von der nächsten Großstadt entfernt.

    Bitte nochmal #65 lesen. Ein "Speckgürtel" ist nicht "Dorf".

  • Ist halt auch eine Frage von welcher Gegend wir sprechen, da ist dann z.B. Baden-Wuerttemberg anders als Brandenburg... oder NordWest-Niedersachen anders als Mecklenburg-Vorpommern. Unklar wie sinnvoll es ist da verallgemeinern zu wollen. Ebenso unklar ob es sinnvoll ist Begriffe wie Speckguertel nicht bei der ersten Verwendung explizit zu definieren: welche Entfernung (welcher Entfernungsbereich) zu einem urbanen Zentrum macht fuer Dich einen Speckguertel aus? Weil sonst kommt da man schnell in zirkulaere Logik.

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (22. November 2025 um 15:22)

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  • Hier dasselbe in dem Familien-Ferienhaus (110 m²) mit Glasfaser, im Sommer Dauerwohnsitz, allerdings würde ich Magdeburg nicht als Großstadt bezeichnen und Dornburg/Saale nicht im Speckgürtel.

    Dornburg ist seit dem 1. Dezember 2008 Teil der Stadt Dornburg-Camburg. Dornburg ist vor allem durch die drei Dornburger Schlösser bekannt geworden. Die evangelische Stadtkirche St. Jacobi entstand in ihrer heutigen Form im 18. Jahrhundert. Der neue Ortsteil Dornburg weist 897 Einwohner aus, wobei die ehemalige Stadt ohne ihre Ortsteile Wilsdorf und Hirschroda weniger als 700 Einwohner hat.

  • Magdeburg ist per Definition eine Großstadt..

    Naja, ich bin in Berlin geboren. :D:D:D Da sind die Bezirke größer von der Einwohnerzahl her. Aber ja sie ist ja auch Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt.
    Trotzdem in die Richtung, in der das Ferienhaus steht, ist nur Landschaft rund um die Elbe. Aber wir haben ein Schloss. :P

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  • welche Entfernung (welcher Entfernungsbereich) zu einem urbanen Zentrum macht fuer Dich einen Speckguertel aus?

    Speckgürtel sind an ein urbanes Zentrum (üblicherweise eine Großstadt) angeschlossen. Früher oder später entsteht deshalb auch urbane Infrastruktur. Um Berlin herum wächst z. B. gerade alles, egal ob noch dörflich oder schon nicht (mehr). Genau das ist NICHT gemeint, wenn von künftigen "Geisterdörfern" die Rede ist. Diese Siedlungen sehen dann aber nach genug Zuzug und Bauaktivität auch nicht mehr dörflich aus.

    Im Moment ist ja noch so, dass man abseits der Autobahn von urbanen Zentrum A (m. Speckgürtel) zum urbanen Zentrum B (dito) durch Milchkanne C, D, E, F, G... mit Wohnbebauung auf dem platten Land fährt. Genau letztere werden in absehbarer Zeit einfach aussterben. Deshalb halte ich die Geschäftsidee, auch in diesen Orten noch Fördermittel irgendwo im Nirgendwo im Boden zu versenken, für wenig renditeträchtig. Da tut man besser daran, die überlastete Infrastruktur in den (vorgenannten) Gebieten zu ertüchtigen, die tatsächlich Zuzug aufweisen. Fördermittel braucht es dort meines Erachtens eher nicht.

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  • Am Ende kann man junge Leute nicht dazu zwingen, in strukturschwachen Regionen zu wohnen. Die Steuern und Sozialabgaben sind überall gleich hoch. Der Lebensstandard unterscheidet sich inzwischen aber schon recht deutlich. Die Differenz bei den Wohnkosten schlägt sich ohne Remote Work meistens auch noch in einer Lohnschere nieder und oben drauf kommen noch viel höhere Energiekosten.

    Den Trend zur (Sub-)Urbanisierung herrscht weltweit vor und ist ein wichtiger Punkt, wenn mit privaten Infrastrukturinvestionen Geld verdient werden soll.

  • Am Ende kann man junge Leute nicht dazu zwingen, in strukturschwachen Regionen zu wohnen.

    Zwingend nicht, aber Dein Vorschlag, solche Regionen komplett aufzugeben beschleunigt deren Untergang...

    Den Trend zur (Sub-)Urbanisierung herrscht weltweit vor und ist ein wichtiger Punkt, wenn mit privaten Infrastrukturinvestionen Geld verdient werden soll.

    Der groesste Fehler hier ist IMHO "mit privaten Infrastrukturinvestionen Geld verdienen": der Markt ist notorisch schlecht in Infrastruktur, also sollten wir Infrastruktur auch nicht in die Haende des Marktes geben. D.h. Bau und Unterhalt des Zugangsnetzes unter staatliche Kontrolle, weil da der Markt versagt. Auf dieser Infrastruktur dann gerne Wettbewerb von Internetzugangsdienstleistern, so wie (LKW_Maut hin oder her) sich bei Transportdienstleistungen verschiedene Speditionen Konkurrenz machen und dabei die im wesentlichen oeffentliche Infrastruktur Strassennetz nutzen.

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  • Der groesste Fehler hier ist IMHO "mit privaten Infrastrukturinvestionen Geld verdienen"

    Aber das ist nicht das Thema dieses Threads, sondern "Telekom verdient nicht genug Geld mit Glasfaser". Also ein rein marktwirtschaftliches Problem.

    "Man werde an mehr Einfamilienhäusern Kabel verlegen, weil dort die Aufnahmerate höher sei" bezieht sich genau auf die suburbanen Speckgürtel, die gerade im Trend sind, denn auch die Kernstadt Berlin verliert nun Einwohner. Selbstverständlich rennt man nicht auf eigene Kosten mitten in die Pampa, denn man weiß schon, dass sich das wirtschaftlich keinesfalls lohnt.

    Das Unterhaltsame ist, dass das alles nichts Neues ist, sondern sich da einfach Trends aus den USA wiederholen.

  • Aber das ist nicht das Thema dieses Threads, sondern "Telekom verdient nicht genug Geld mit Glasfaser". Also ein rein marktwirtschaftliches Problem.

    "Man werde an mehr Einfamilienhäusern Kabel verlegen, weil dort die Aufnahmerate höher sei" bezieht sich genau auf die suburbanen Speckgürtel, die gerade im Trend sind, denn auch die Kernstadt Berlin verliert nun Einwohner. Selbstverständlich rennt man nicht auf eigene Kosten mitten in die Pampa, denn man weiß schon, dass sich das wirtschaftlich keinesfalls lohnt.

    Das Unterhaltsame ist, dass das alles nichts Neues ist, sondern sich da einfach Trends aus den USA wiederholen.

    Nein, umgekehrt, genau dies ist das Problem. Der Betrieb von Schulen, Feuerwehr, Polizei, aber auch Straßen, Schifffahrtswege, Bahngleise, Wasser/Abwasser, Gas, Strom und Kommunikation sind Infrastrukturmaßnahmen, die der Staat zu liefern hat. An keiner Stelle kann/darf damit Geld verdient werden.

    Wenn dieses doch versucht wird, leidet irgendetwas, meistens die Nutzer. Warum wohl werden in sehr vielen Orten/Gemeinden die Strom- und Gasnetze wieder nach Privatisierungen vor 20 Jahren zurückgekauft. Gerade im Wasser/Abwasserbereich sind die Investoren durchgedreht.
    Noch so ein Bereich wo die privaten Investoren Geld scheffeln auf Kosten der Nutzer/Zahler ist der Pflegebereich.

    Ich bin vollumfänglich für die freie Marktwirtschaft, aber nicht in den Bereichen, für die ein Staat zuständig ist.

  • Ich schrieb es schon einmal an anderer Stelle, hier jedoch ein Link zu dem Thema, warum Marktwirtschaft nicht bei öffentlichen Infrastrukturen funktioniert

    Doch, das funktioniert super. Konkurrent der Telekom aus dem Orbit:

    29 € monatlich für bis zu 200 Mbit/s, Hardware einmalig 0 € (statt Miete), keine Einrichtungsgebühr (statt 70 €). Keine Vertragslaufzeit.

    Da kann die Telekom Glasfaser schlichtweg einpacken.

    War beim Fernsehen ja auch schon so. Als SES Astra gelauncht war, war die Goldgrube Telekom Kabelfernsehen tot.

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  • Hardware einmalig 0 € (statt Miete)

    Aber die Hardware geht offenbar nicht in dein Eigentum über? Offenbar nur eine "kostenlose" Miete?

    Spoiler anzeigen

    ISP: HTP Surf & Fon 1.000 MBit/s Download / 500 MBit/s Upload (Glasfaser)

    Router: MikroTik CCR2004-16G-2S+ (RouterOS 7.22.1) + Genexis Fibertwist F2110-2 (Rev2.0) @ AON (1000BASE-BX)

    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

    Handset: Gigaset SL800H Pro (Firmware 131.013.04)

  • Na ja, wenn Du mit vorhersehbaren Latenzspitzen alle 15 Sekunden leben kannst und Dir nicht klar ist dass "Keine Vertragslaufzeit" in beide Richtungen funktioniert...

    Aber wichtiger, der Plan der Telekom ist 70% der Anschluesse mit FTTH zu erschliessen (der Plan der EU ist 100% der Anschluesse auf FTTH umzubauen), Starlink wird nie 70% der Anschluesse in Deutschland versorgen koennen.

    Ich sage das nicht weil ich Starlink ablehnen wuerde oder "doof" faende, sondern weil ich die Limits von Starlink (bzw. LEO-Konstellationen) klar erkennen kann.