Telekom verdient nicht genug Geld mit Glasfaser-Internet

  • Na ja, halt ein Preis fuer einen Halo-Tarif, dessen Ziel nicht primaer ist selber quantitativ verkauft zu werden, sondern der technische Faehigkeit demonstrieren und die niedrigeren Tarife preislich attraktiver aussehen lassen soll.

    3 Mal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (20. November 2025 um 10:47)

  • Ich habe hier ein 100er DSL und laste das mit meiner Frau zusammen bei weitem nicht aus.

    Trotz zwei Personen unabhängig voneinander aber gleichzeitig Homeoffice. Wenn jeder von uns gerade ein Teamsmeeting mit Video und Sharing hat, bin ich bei ca 30% Auslastung. Was eher relevant ist, sind ca. 500 GB Übertragung pro Monat.

    Da wir beide keine Gamer sind kommt nur noch ein wenig Streaming und meine diversen Basteleien im Netz dazu, das war es. Wenn ich mir mal irgendwo ein Image runterlade, dann dauert es ein paar Sekunden oder wenige Minuten, na und. Wenn es sein müsste läuft auch noch (IP) TV drüber, macht den Bock nicht fett.

    Ich habe trotzdem einen GF-Anschluss bestellt, brauche aber (bis jetzt) kein GB/s.

    Ich kann aber jeden verstehen, der Aufwand, Aufbruch und Ausgabe scheut, hier im Dorf mussten wir ganz schön schubsen, damit die 40% der Haushalte zusammen kamen. Die Argumentation dafür ist manchmal schwer zu vermitteln. Ich glaube, das wird in vielen Fällen so sein, denn die absolute Killeranwendung für eine breite Anwenderschicht ist stand heute nicht sichtbar, auch wenn viele Nerds das in ihrer Blase nicht sehen wollen. Das wird sich am Ende auf die Nachfrage niederschlagen, die ist einfach deutlich geringer als sich manche Investoren erträumt haben. Über schlechte Infrastruktur in D. jammern, bedeutet ja nicht dass man sie auch verbessern will.

  • Vollkommen pervers dieser Preis.

    Eben.

    Hätte die Telekom anno 2000 ADSL mit 28/33/56 kbit angeboten und 128 kbit/s weiter pro Minute abgerechnet, hätte es auch keiner gekauft.

    hier im Dorf mussten wir ganz schön schubsen, damit die 40% der Haushalte zusammen kamen.

    Ich werde nie mehr im Leben aufs Dorf ziehen. Schön dass man dann Glasfaser hat, aber die ganze restliche Infrastruktur ist immer noch schlecht. Bekannte erleben das gerade mit ihren Eltern, die nun pflegebedürftig auf dem Dorf verhungern, weil die Augen nicht mehr mitspielen. Andere auch schon 85jährige versuchen dann bereits blind zum Einkaufen zu fahren und rammen mit dem 400PS-SUV im nächsten Ort den Polizeiwagen. Jüngere ziehen so schnell wie möglich weg, weil man eben nicht alles downloaden und liefern lassen kann.

    Die Pensionsfonds, die dort ihr Geld in Glasfaser versenkt haben, werden für immer auf ihren Baukosten sitzen bleiben.

    Einmal editiert, zuletzt von Funker (20. November 2025 um 09:40)

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  • Na ja, halt ein Preis fuer einen Halo-Tarif, dessen Ziel nicht prmaer ist selber quantitativ verkauft zu werden, sondern der technische Faehigkeit demonstrieren und die niedrigeren Tarife preislich attraktiver aussehen zu lassen.

    Genau so sehe ich das auch und mal ernsthaft, was ist die Anwendung dafür, die für viele relevant sein würde?

  • Genau so sehe ich das auch und mal ernsthaft, was ist die Anwendung dafür, die für viele relevant sein würde?

    Wie wäre es mit der Anwendung "Geld verdienen"?

    Also für die Telekom, die sich beschwert, dass sie nicht genug Geld verdient. Bei solchen Preislisten ist das kein Wunder.

  • Das ist das Problem mit dem auch die anderen ISP in Europa sich plagen, der Grenznutzen von mehr Zugangskapazitaet geht recht schnell gegen Null. D.h. die einzige Methode Endkunden 8 Gbps quantitativ schmackhaft zu machen ist es ihnen preislich hinterherzuwerfen (z.B. 39 CHF bei galaxus.ch). Das kann fuer einen ISP ein attraktives Modell sein, muss es aber nicht (insbesondere nicht fuer ISPs die bei Minderleistung Kuendigungs- und Minderungsrechte einraeumen muessen).

    Es gibt sicher Nutzer die tatsaechlich Bedarf nach solchen Kapazitaeten haben, aber das sind IMHO Nischenanwendungen. Nicht falsch verstehen, das 1 Gbps Ziel der EU fuer 2030 soll auch solche Nischennutzungen erlauben, aber im Massenmarkt fehlen ja bereits Anwendungen die einen 100er Link zuverlaessig ins Schwitzen bringen (Ausnahme angeblich die taeglich notwendigen Downloads von duzenden GB Spiele-Updates).

    2 Mal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (20. November 2025 um 12:13)

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  • Also für die Telekom, die sich beschwert, dass sie nicht genug Geld verdient. Bei solchen Preislisten ist das kein Wunder.

    Wie soll das funktionieren? Die Telekom hat bereits einen riesigen Marktanteil im im wesentlichen gesaettigten TK-Markt, d.h. die Chance viele Neukunden zu gewinnen ist ziemlich gering. Und das heisst wiederum die Strategie den Preis zu erniedrigen und das dadurch wett zu machen viele Neukunden zu gewinnen ist unrealistisch. Und das heisst, dass der Weg zu Einnahmesteigerungen ueber die Erhoehung des ARPU (des mittleren Umsatzes pro Kunde) gehen muss, was auch der Grund sein duerfte warum die FTTH Tarife erst bei 150/75 losgehen und es keine FTTH-Aequivalente zu DSL50 oder DSL16 gibt.


    P.S.: Das heisst natuelich nicht, dass die 140.95 Euro fuer den 2000/1000er Tarif das letzte Wort sein muss, aber halt, dass man sich ueberlegen muss warum ein ISP Preise reduzieren sollte, und zwar nicht allein aus Endkundensicht, sondern aus wirtschaftlicher Sicht des ISP selber.

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (20. November 2025 um 11:45)

  • Nach meiner persönlichen Meinung werden die Kunden ausserhalb der "Nerd-Blase" und Mangelversorgten, die vielleicht 15-20% der Kundschaft ausmachen, erst dann wechseln, wenn Kupfer zwingend abgeschaltet wird.

    Ein technikunkundiger DSL 100 Kunde wird mit Glasfaser keine Vorteile sehen ( und vor allem fühlen)! Da können noch so viele "Ranger" rumlaufen! Bei uns in der Gegend schaffen die nur noch Umsatz mit absolut dreisten Lügenmärchen ...

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  • Das mit der Kupferabschaltung ist aber auch so ein Gespenst, das umgeht.

    Ich bin kein Jurist, aber wäre eine Abschaltung denn überhaupt rechtens, wenn diese dazu führen würde, große Teile der Bevölkerung von der Grundversorgung abzuschneiden?

  • Das mit der Kupferabschaltung ist aber auch so ein Gespenst, das umgeht.

    Ich bin kein Jurist, aber wäre eine Abschaltung denn überhaupt rechtens, wenn diese dazu führen würde, große Teile der Bevölkerung von der Grundversorgung abzuschneiden?

    Klares NEIN.
    Nach Grundgesetz (Art. 5 GG): Jeder hat das Recht, sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.

    Dazu gibt es auch schon Urteile vom Bundesverfassungsgericht.
    ABER dieses Recht sieht man auch damit gewährt, wenn ein hinreichender Mobilfunkempfang vorhanden ist am Wohnort. Ein Grundrecht auf Zocken gibt es nicht. ;)
    Es gab dazu hier in einem Nachbarort Diskussionen, weil in einem Neubaugebiet (ca. 30 EFH) kein Festnetzbetreiber diese anschließen wollte. Der Handyempfang war auch grottig. Letztendlich hat die BNetzA nach/mit viel Medienrummel/Landtagsabgeordneten die DNS:NET verdonnert, die Grundstücke zu erschließen. Alle mussten die übliche Gebühr von 700 € für einen Erstanschluss (Glasfaser) zahlen.

  • Also niemand hat vor Kunden abzuschneiden, es geht immer um Gebiete in denen Ersatznetze vorhanden sind und es geht auch bei der Abschaltung um mehrere Jahre (zumindest ist das der aktuelle Stand) die zwischen der ersten Ankuendigung und der tatsaechlich Abschaltung liegen werden.

    Die Frage momentan ist wie man vermeiden kann, dass die Telekom die Abschaltung zu ihrem strategischen Vorteil nutzt oder das die DSL Abschaltung lediglich Kunden in Vodafones Kabelnetz treibt... da die Zukunft erkennbar FTTH gehoeren soll geht es auch darum, dass der DSL-Restbetrieb nicht den FTTH Ausbau abbremst. (Nach meiner Schaetzung laesst sich das DSL Netz noch 10-15 Jahre wirtschaftlich betreiben, aber der FTTH Ausbau wird, bei aktuellem Tempo, aehnlich lange brauchen, d.h. wir muessen nicht in Panik verfallen, aber viel Zeit zum Bummeln haben wir auch nicht...)

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  • Stimmt, wir haben in der Firma vor 10 Jahren monatlich für 1 GBit/s noch 800 € gezahlt und für 10 GBit/s vor 6 Jahren 2800 €. ;)

    Ich kann jetzt 8,5 GBit/s bei DNS:NET für 99 € bekommen. :D:D:D

    Mit dem feinen Unterschied, dass die 1/10 Gigabit/s der Firma dauerhaft anliegen werden, weil es sich um Ende-zu-Ende garantierte CIRs handelt. Und der Support dürfte da auch ein Anderer sein, nehme ich an. Die 8.5 Gbits von DNSNET dürften höchstens unter „best effort“ zu verstehen sein, mit entsprechenden Kündigungsklauseln, sollte man den Anschluss rein geschäftlich nutzen wollen.

  • Ein technikunkundiger DSL 100 Kunde wird mit Glasfaser keine Vorteile sehen ( und vor allem fühlen)! Da können noch so viele "Ranger" rumlaufen! Bei uns in der Gegend schaffen die nur noch Umsatz mit absolut dreisten Lügenmärchen ...

    Vor allem wenn der neue Anschluss nur 150 Mbit statt 100 hat. Dann merkt man gar nichts, und dann ist sogar der Mobilfunk schneller.

    Solange die Telekom da nicht die Bremse rausmacht, wie in anderen Ländern üblich, "fühlt" man nur:

    Zitat

    Eigentlich könnte es jetzt schneller, darf aber nicht.

    Gleichzeitig zahlt man die höchsten Preise für DSL-Simulation.

    ADSL wurde ja noch mit dem technisch möglichen verkauft - aber da ging es auch noch nicht um irgendwelche Renten. Sonst hätte es anfangs nur 96 kbit gegeben. Das hätten wir dann seinerzeit auch liegen lassen. Über ISDN konnte man nämlich besser zocken.

    Mangelversorgten, die vielleicht 15-20% der Kundschaft ausmachen

    Mangelversorgung wurde noch nie gelöst, indem man zu jeder Milchkanne vier Glasfasern vergräbt. Da geht es um was anderes: Renditemodelle. Das Thema wird sich aber mit der absehbaren Entvölkerung ganzer Landstriche im Zuge der weltweit ablaufenden Urbanisierung von selbst erledigen. Außer für die Pensionsfonds, die jede Menge Speedpipes in künftigen Geisterdörfern vergraben haben - für die wird es nicht so schön...

  • Vor allem wenn der neue Anschluss nur 150 Mbit statt 100 hat. Dann merkt man gar nichts, und dann ist sogar der Mobilfunk schneller.

    Fuer die ueblichen interaktiven Anwendungen ist der Punkt, dass spaetestens ab 50 Mbps kein/kaum Zugewinn mehr spuerbar ist, daher wuerde es auch keinen spuerbaren Unterschied machen wenn statt 150 1500 Mbps geschaltet werden wuerde.... und der Mobilfunk ist IMHO auch eher irrelevant, zumindest wenn man Glueck hat und dessen Latenz stimmt. Wenn man Pech hat ist es wie bei mir, per LTE sind war meist etwas ueber 20 Mbps anliegend (von 50 die anliegen sollten) aber mit hoher und schwankende Latenz, so dass ich immer direkt spuer wenn mein Smartphone LTE statt WiFi verwendet, weil sich alles direkt zaeher anfuehlt.

    Solange die Telekom da nicht die Bremse rausmacht, wie in anderen Ländern üblich, "fühlt" man nur:

    Nein, die meisten ueblichen Anwendungen fuehlen sich ab ca. 25-50 Mbps bereits maximal schnell an. Weil fast alle Anwendung durch die Applikation selber ratenlimitiert sind, und wenn die bereits 100% der Kapazitaet bekommen, aendert es wenig ob Du nun nur 100 oder 1400 zusaetzliche Mbps anliegen hast die nicht genutzt werden.

    Klar, Downloads, Uploads, und Speedtests, die profitieren spuerbar von hoeherer Zugangsrate, aber Hand aufs Herz wie wichtig sind die fuer Deine normale Nutzung?

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (21. November 2025 um 08:08)

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  • Mangelversorgung wurde noch nie gelöst, indem man zu jeder Milchkanne vier Glasfasern vergräbt. Da geht es um was anderes: Renditemodelle.

    Das ist Gruetze, der Plan der EU (Gigabit an jede Milchkanne) hat wenig mit Renditeerwartungen zu tun, sondern mit der Idee dafuer zu sorgen, dass in der EU Zugangskapazitaet kein knappes Gut mehr sein soll. Klar, ausbauende ISP haben natuerlich gewisse Erwaertungen an die Lukrativitaet des Ausbaus aber die haben die Ziele nicht gesteckt.

  • pufferueberlauf Du begründest gerade schlüssig, warum die Telekom kein Geld mit Glasfasertiefbau verdient (Fadenthema), was in Folge bedeutet, dass die anderen Glasfaserunternehmen wirtschaftlich sterben müssen. Damit bestätigst du mein Argument.

    (Latenz ist außer bei Mangelversorgung kein Thema mehr, der einzige Unterschied ist der zwischen 5G Standalone und 5G/4G-Mischbetrieb. 4G Standalone wird nur noch zum Stromsparen im Standby verwendet. Dein Smartphone ist offenbar uralt.)

  • Eben.

    Hätte die Telekom anno 2000 ADSL mit 28/33/56 kbit angeboten und 128 kbit/s weiter pro Minute abgerechnet, hätte es auch keiner gekauft.

    Ich werde nie mehr im Leben aufs Dorf ziehen. Schön dass man dann Glasfaser hat, aber die ganze restliche Infrastruktur ist immer noch schlecht. Bekannte erleben das gerade mit ihren Eltern, die nun pflegebedürftig auf dem Dorf verhungern, weil die Augen nicht mehr mitspielen. Andere auch schon 85jährige versuchen dann bereits blind zum Einkaufen zu fahren und rammen mit dem 400PS-SUV im nächsten Ort den Polizeiwagen. Jüngere ziehen so schnell wie möglich weg, weil man eben nicht alles downloaden und liefern lassen kann.

    Die Pensionsfonds, die dort ihr Geld in Glasfaser versenkt haben, werden für immer auf ihren Baukosten sitzen bleiben.

    Meine Güte, noch nie so ein haltlosen Schwachsinn gelesen.... Erstmal, verhungert im Dorf niemand, wenn man zu alt ist um sich selbst zu versorgen, gibt es auch hier Pflegedienste und Pflegeheime! Außerdem kann ich Online bestellen und es wird sogar bis in mein Dorf geliefert, das ist für dich wahrscheinlich unfassbar, aber ich kann versichern, die Lieferwagen fahren auch abseits der Stadt. Ach so und wenn man sich einen 400PS Suv leisten möchte, dann ist das das gute Recht, eines älteren Mitbürgers, der sein Leben lang gearbeitet haben wird!

    Ich selbst kenne genug Jüngere, die wieder auf Dorf ziehen, weil sie keine Lust mehr auf die Stadt haben, warum weshalb soll jeder selbst entscheiden und beurteilen.

    Hier bei mir auf dem Dorf leben jedenfalls viele junge Familien, die froh über das schnelle Internet sind.

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  • Das ist Gruetze, der Plan der EU (Gigabit an jede Milchkanne) hat wenig mit Renditeerwartungen zu tun

    Die EU lässt keine Glasfasern vergraben, sondern private Fonds, und die haben Rendite-Erwartungen. Die sich schon absehbar nicht erfüllen werden. Statt dessen werden eine Menge Anleger jede Menge Geld verlieren...