Probleme Deutsche Glasfaser

  • Moin Leute,

    ich bin komplett neu hier im Forum und bitte direkt mal zu Entschuldigen falls ich irgendwelche Informationen die für euch ggf. wichtig sind nicht mit angebe. Folgendes Problem habe ich:

    Seit Mitte November ist bei mir nach langen Bauarbeiten endlich das DG Netz ausgebaut, angeschlossen und frei geschaltet und ich war froh, da ich auf dem Dorf wohne und vorher das maximale 50Mbit waren, dass der Anschluss endlich funktioniert. Das ganze hat Einwandfrei bis anfang Januar funktioniert, wo ich schon die erste Störung hatte. (1 halber Tag das Inet weg, in einem Ausbaugebiet kann das bestimmt mal vorkommen hab ich mir gedacht.) Am 14.01.25 gab es dann eine größere Störung und seitdem werde ich leider nicht mehr glücklich und die DG ist anscheinend auch nicht gewillt mir zu helfen....

    Ich bin leidenschaftlicher Gamer, eine großere Down/Upload ist für mich also nur für den Download der Spiele oder zum streaming wichtig. Das wichtigste als Gamer ist der Ping. Down und Upload sind bei voller Leistung und der Ping liegt bei 12-14ms. Leider ist dieser Ping aber nicht konstant. Anfangs dachte ich das es Paketverluste sind, es ist aber leider der reine Ping der alle 5-10 Minuten für etwa 2-3 Sekunden in die höhe schießt und dann direkt wieder fällt. Ich spreche hier von einem Ping unterschiedlicher Höhe zwischen 600 - 1300ms. Beim Streaming von Live TV wie z.B. DAZN oder Amazon Fußball, sowie auch im Internet auf Twitch kommt es dadurch auch immer wieder zu Standbildern. Abrufbare Medien (wahrscheinlich weil sie vorgeladen werden) machen keine Probleme.

    Ich habe in der zwischenzeit gefühlt alles gemacht damit ich ausschließe das es nicht an mir, meinem PC, meinem Router, Kabel etc. liegt. Leider ist kein Erfolg zu vermelden und nun Dümpel ich seit nun mehr 4 Monaten mit diesen Problemen rum. Was alles gemacht wurde:

    ONT Reset (Mehrmals)

    Router Reset (Mehrmals)

    Austauschrouter

    Alten EWE Router angeschlossen

    Netzwerkkabel zwischen ONT und Router getauscht

    Netzwerkkabel zwischen PC und Router getauscht

    Anderen PC ausprobiert

    WLAN ausprobiert

    Ich bin mit meinem Latein am Ende.

    Ein Gaming Kollege vom gefühlt anderen Ende Deutschlands hatte ähnliche Probleme und hatte mir dann das Programm WINMTR empfohlen. Aus meiner Sicht erkennt man in der Messung die ich euch als Screenshot anhänge das die Verbindung (der Ping) zwischen meinem PC und meinem Router keine Probleme macht, danach es aber zu hohen Pings kommt. Desweiteren hänge ich euch ein Video dran, in dem man u.a. das Problem beim spielen von FIFA sehen kann. Bei spielen wie CS ist es auch unglaublich krass, wobei bei CS der Ping zum Server dann nicht steigt.


    Ich versuche euch so viel Info wie möglich zu geben. Die letzte Antwort der DG hänge ich auch ran, ich bin einfach nur enttäuscht und überlege ob ich wieder Kündige. Traurigerweise haben sie hier bei mir auf dem Dorf eine Monopolstellung und ich müsste bei meinem alten Anbieter für 50Mbit auch knapp 40€ zahlen. :(

    Videobeispiel FIFA: https://streamable.com/ed9arb


    LG Sascha

  • Der dritte Hop ab dem bei Dir die "Worst"-Latenz in die Hoehe schnellt ist IMHO der AFTR, d.h. der Node der die Carrier-Grade NetworkAddressTranslation (CG-NAT) vornimmt. Das schmeckt ein bisschen nach ueberlastetem AFTR...

    Ich wuerde zur Diagnose wenn ich betroffen waere folgendes ausprobieren:

    VPS mit DualStack mieten bei einem gute verbundenen Hoster

    Darauf einen Wireguard-Server installieren und daheim auf dem Router einen Wireguard clienten und dann mal sehen was passiert wenn Du Deinen Traffic am AFTER vorbei leitest.

    Um es klar zu sagen, ich habe das selber noch nicht gemacht und kann daher keine gute Konfigurationshilfe leisten, aber das waere der Weg den ich versuchen wuerde.

    Wenn das dann funktioniert wuerde ich erst die DG dazu um Stellungnahme bitten und wenn da dann nichts kommen sollte auch die Bundesnetzagentur hinzuziehen (ich erwarte nicht das die akut viel machen wird, aber hoffentlich mittel- oder langfristig).

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  • Erst einmal vielen Dank für deine schnelle Antwort. Tatsächlich kenne ich mich nicht so gut aus, auch wenn ich die Grundprinzipien des ganzen verstehe, wandere ich dort in eine Richtung wo ich mich leicht überfordert fühle. :D

    Ich habe übrigens auch eine direkte Verbindung zwischen PC und ONT hergestellt, gefühlt sind die Laggs damit ein wenig gedämmter, sind aber trotzdem zu verzeichnen.

    Bei der Antwort von der DG wird auch von einem Firmwareupdate gesprochen. Ich persönlich habe aber online nirgendwo eine Erklärung gefunden wie ich dieses ausführe, da ich auch schon damit gerechnet habe, dass es evtl. das ONT sein könnte.

  • Wenn es der ONT waere, dann sollte die grottige hohe Latenz auch schon beim 2 Hop (100.67.48.2) auftreten (das ist ein DG Hop zwischen Deinem Router/ONT und dem CG-NAT AFTR).

    Mach doch mal vergleichende IPv4 und IPv6 Traces zum gleichen Server-Cluster mit trippy und poste Screenshots davon hier:

    Code
    Hinweg-Trace mit trippy zum Looking-Glass-Server von breitbandmessung.de: https://lg.breitbandmessung.de:
    
    # Unter https://github.com/fujiapple852/trippy/releases zur aktuellen Release navigieren und unter Assets das passende Archiv fuer das eigene Endsystem (Windows, Macos, Linux) runterladen und lokal entpacken.
    # Unter Windows CMD als Administrator starten, ins Verzeichnis mit der Datei trip.exe wechseln und folgendes aufrufen, die Firewall muss eventuell fuer Trippy geoeffnet werden.
    trip --mode tui --icmp-extensions --dns-lookup-as-info --tui-address-mode both --tui-icmp-extension-mode all --tui-preserve-screen --dns-resolve-method cloudflare -4 193.238.173.27 --tui-custom-columns holsravbwdt --icmp
    trip --mode tui --icmp-extensions --dns-lookup-as-info --tui-address-mode both --tui-icmp-extension-mode all --tui-preserve-screen --dns-resolve-method cloudflare -6  2a11:380:1::7:3 --tui-custom-columns holsravbwdt --icmp
    # jeweils nach ca. 100 Messungen Trippy einfrieren (mit CTRL-f) und deinen Screenshot machen und posten
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  • Wenn ich das richtig verstehe habe ich auf Hop 3 und 4 unter IPv6 Paketverluste und unter IPv4 das Ping Problem. Ist das ganze abhängig voneinander oder unabhängig? Gibt es dafür irgendwie eine möglichkeit das zu umgehen?

    Ein Freund hat das ganze mal bei Claude.AI reingeschickt und der hat folgendes ausgespuckt:


    Ich sehe, dass Sie Glasfaseranschluss-Probleme haben und Messungen mit dem Tool "trippy" (Version 0.13.0) durchgeführt haben. Lassen Sie mich die angezeigten Daten analysieren:
    Analyse der Messungen
    Erste Messung (IPv6):

    Ziel: 2a11:380:1::7:3 (IPv6-Adresse)
    Status: Eingefroren (9s), 6 gefundene Hops
    Datum/Zeit: 06.05.2025, 17:23:58
    Auffälligkeiten:

    Hops 3 & 4 zeigen hohe Paketverluste (76,1% und 86,2%)
    Hop 5 erreicht "ipv6.de-cix.fra.de.as211319.breitbandmessung.de"
    Das Endgerät gehört zu AS211319


    Zweite Messung (IPv4):

    Ziel: 193.238.173.27 (IPv4-Adresse)
    Status: Eingefroren (9s), 6 gefundene Hops
    Datum/Zeit: 06.05.2025, 17:08:11
    Auffälligkeiten:

    Kein Paketverlust auf der gesamten Route
    Hop 5 erreicht ebenfalls "ipv4.de-cix.fra.de.as211319.breitbandme…
    Sie haben Recht mit Ihrer Beobachtung. Lassen Sie mich meine Analyse korrigieren und genauer auf die IPv4-Messung eingehen.
    Bei der IPv4-Messung (zweites Bild) sehe ich tatsächlich keine Paketverluste, aber es gibt erhebliche Verzögerungen (hohe Ping-Zeiten):

    Die Spalte "Schlechteste" zeigt extrem hohe Werte bei den Hops 3, 4, 5 und 6:

    Hop 3 (AS60294 185.22.46.64): 392,2 ms
    Hop 4 (AS60294 185.22.45.9): 379,0 ms
    Hop 5 (ipv4.de-cix.fra.de.as211319): 355,1 ms
    Hop 6 (AS211319 193.238.173.27): 340,7 ms


    Diese sehr hohen "Schlechteste"-Werte (über 300 ms) deuten auf Latenzprobleme hin, die zu spürbaren Verzögerungen führen können, besonders bei zeitkritischen Anwendungen wie Online-Gaming oder Videokonferenzen.
    Das Problem scheint also zweigeteilt zu sein:

    Bei IPv6: Hoher Paketverlust (Verbindungsstabilität)
    Bei IPv4: Keine Paketverluste, aber zeitweise sehr hohe Latenz (Reaktionszeit)

    Beide Probleme zusammen können zu einer unbefriedigenden Internetverbindung führen, wobei das IPv6-Problem aufgrund der Paketverluste wahrscheinlich das schwerwiegendere ist.
    Es sieht so aus, als hätten Sie sowohl mit der Zuverlässigkeit (IPv6) als auch mit der Geschwindigkeit/Reaktionszeit (IPv4) Ihrer Glasfaserverbindung Probleme. Beides sollte bei einem ordnungsgemäß funktionierenden Glasfaseranschluss nicht auftreten, was auf ein grundlegendes Problem mit Ihrem Anschluss oder beim Anbieter hindeuten könnte.

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  • Mmmh, der Schlechteste-Fall bei IPv4 sieht deutlich schlimmer aus als bei IPv4...

    Vielleicht kannst Du die IPv6 Variante fuer 10-15 Minuten laufen lassen, dann sehen wir vielleicht auch da > 100 ms Schlechteste, aber das deutet fuer mich auf Ueberlast beim CG-NAT Gateway hin... (nicht dass ich da ein echter Experte bin, kann also gut sein, dass ich falsch liege).

    Da waere dann die DG zustaendig, wenn die CG-NAT machen ist das ihr gutes Recht, aber muss dann kompetent umgesetzt werden...

  • Wenn ich das richtig verstehe habe ich auf Hop 3 und 4 unter IPv6 Paketverluste und unter IPv4 das Ping Problem. Ist das ganze abhängig voneinander oder unabhängig? Gibt es dafür irgendwie eine möglichkeit das zu umgehen?

    Aus meinen Notizen:

    Kein Netzwerk-Hop ‘schuldet’ Dir ICMP Echo Request Antworten, und gerade Infrastruktur-Geräte wie Router sind dafür bekannt ICMP mit Ratenlimit zu versehen und runter zu priorisieren (siehe die exzellente englische ‘Anleitung’ zur Interpretation von Traceroute und MTR Resultaten weiter unten). Hoher Paketverlust oder erhöhte Latenz bei einem einzelnen Hop irgendwo auf der Strecke hat quasi keinen diagnostischen Wert, interessant wird es wenn von einem bestimmten Hop an Paketverlust und/oder Latenz unerklärlich erhöht sind. Mit unerklärlich meine ich, wenn Hop X in Europa ist und Hop X+1 in den USA, dass man dann schon mit einem Anstieg von ~70ms rechnen muss, die Daten müssen ja den Atlantik überqueren.

    Hier mal mein Lieblingsdokument zum Thema Traceroute/mtr:


    https://archive.nanog.org/sites/default/files/10_Roisman_Traceroute.pdf

    Tl;dr: Hops mit Paketverlust der nicht bis zum Ende auf aehnlichem Level anhaelt sind "normal" und kein Zeichen von Ueberlast.

    Ein Freund hat das ganze mal bei Claude.AI reingeschickt und der hat folgendes ausgespuckt:

    Das ist immer riskant AI zu fragen ueber Sachverhalte mit denen man sich nicht auskennt...

    Und bei IPv6 liegt Claude halt IMHO daneben... allerdings ist das eine Interpretation zu der auch Menschen neigen die ersten Kontakt mit Traceroute/MTR/Trippy Resultaten haben.

  • Mmmh, der Schlechteste-Fall bei IPv4 sieht deutlich schlimmer aus als bei IPv4...

    Vielleicht kannst Du die IPv6 Variante fuer 10-15 Minuten laufen lassen, dann sehen wir vielleicht auch da > 100 ms Schlechteste, aber das deutet fuer mich auf Ueberlast beim CG-NAT Gateway hin... (nicht dass ich da ein echter Experte bin, kann also gut sein, dass ich falsch liege).

    Da waere dann die DG zustaendig, wenn die CG-NAT machen ist das ihr gutes Recht, aber muss dann kompetent umgesetzt werden...

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  • Das gerade ist ja eine wichtige Feststellung. AI hat nichts mit Intelligenz, sondern mit schneller statistischer Korrelation zu tun.

    Wie bei einem Menschen: ohne viel gelernt zu haben, können lediglich Vermutungen geäußert werden. Oder in harschen Worten: Garbage in - Bullshit out.

    Leider neigen die Tekkies dazu irgendwelchen unspezifisch trainierten KI-Modellen zu trauen. Vertrauenswürdig im konkreten Fall wäre lediglich eine KI, die von Netzwerkspezialisten trainiert worden ist, solch eine Maschine ist mir jedoch nicht bekannt.

  • Leider letztlich unvermeidbar, weil der IPv4 Adressraum zu klein ist.

    Ein Glasfaseranschluss, an dem man auch nicht per Bitstream Access eine IPv4-Adresse erhalten kann, ist kein Internetanschluss, sondern ein teures Spielzeug.

    Da kann der Themenersteller ja gleich per Mobilfunk zocken.

  • Das gerade ist ja eine wichtige Feststellung. AI hat nichts mit Intelligenz, sondern mit schneller statistischer Korrelation zu tun.

    Wie bei einem Menschen: ohne viel gelernt zu haben, können lediglich Vermutungen geäußert werden. Oder in harschen Worten: Garbage in - Bullshit out.

    Leider neigen die Tekkies dazu irgendwelchen unspezifisch trainierten KI-Modellen zu trauen. Vertrauenswürdig im konkreten Fall wäre lediglich eine KI, die von Netzwerkspezialisten trainiert worden ist, solch eine Maschine ist mir jedoch nicht bekannt.

    Ja das stimmt wohl, ich dachte mir aber einfach mal probieren was der ausspuckt, da ich ja selber auch nicht mehr so richtig weiß was ich noch machen soll.^^

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  • Auch im Falle FTTH gibt es Dinge, der der Teilnehmer nicht beeinflussen kann. Wobei ich sage, dass diese Konsumentennetze für Streaming und nicht für Gaming ausgelegt sind. Wer sich dem Gaming verschrieben hat, der muss ggf. den Provider wechseln oder aufpreispflichtige Extras buchen. Es ist ja ein Hobby und das darf durchaus auch etwas kosten.

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  • Dann ist es Zeit das ganze zur Bundesnetzagentur (oder Achtung Kunde bei Heise) zu eskalieren... Zumindest beim OP ist die schlechteste Latenz ueber den Werten fuer die Mindestversorgung... (ich wette die BNetzA wird da stumpf nur auf die mittlere Latenz schauen und sagen "alles in Ordnung").