Hat privater Glasfaserausbau eine Zukunft in DE?

  • Hi
    möchte gerne mal eine Diskussion hier eröffnen zum Thema:

    "Hat der private Glasfaserausbau eine Zukunft in Deutschland?"

    Grund: Wir erleben dieser Tage, das der Staat jetzt etliche Milliarden Euro als Schulden aufnehmen und zum Teil in Infrastrukturprojekten investieren möchte.

    Dies wird erwartbar:
    - die Baukosten erhöhen (mehr Nachfrage)
    - die Zinsen für Investitionen in Deutschland nachhaltig erhöhen (höheres Risiko)

    Schon jetzt gibt es ja genügend Firmen/Projekte, die nach Ende der Niedrigzinsphase und Beginn einer erhöhten Inflation (Ukraine-Krieg, Corona etc.) erhebliche Probleme haben. Fremdkapital ist zunehmend nicht mehr für Glasfaserausbau verfügbar.

    Jüngstes Beispiel Infrafibre: https://www.wiwo.de/unternehmen/it…n/30256574.html

    Was denkt ihr, wird es jetzt langsamer voran gehen? Wird der Staat durch Förderprogramme gar einen schnelleren Ausbau (mit Staatsschulden finanziert) pushen? Ich würde mich über eine sachliche, faire Diskussion freuen.

    LG
    Erzknolle

    Einmal editiert, zuletzt von Erzknolle (17. März 2025 um 14:35) aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler korrigiert, fehlendes Satzende ergänzt

  • "Grund: Wir erleben dieser Tage, das der Staat jetzt etliche Milliarden Euro als Schulden aufnehmen und zum Teil in Infrastrukturprojekten wieder"


    Bitte den Satz vervollständigen.

  • "Hat der private Glasfaserausbau eine Zukunft in Deutschland?"

    Grund: Wir erleben dieser Tage, das der Staat jetzt etliche Milliarden Euro als Schulden aufnehmen und zum Teil in Infrastrukturprojekten investieren möchte.

    Und du glaubst das noch mehr Geld in den geförderten FTTH Ausbau gepumpt wird, korrekt?
    Ich habe die Tage eine Meldung gelesen, das nur Bruchteile des für den geförderten FTTH Ausbau zur Verfügung stehenden Geldes bisher abgerufen wurden. (Leider finde ich den Artikel nicht mehr).

    Warum sollte also noch mehr Geld in diesen Bereich fliessen?

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  • Ich habe die Tage eine Meldung gelesen, das nur Bruchteile des für den geförderten FTTH Ausbau zur Verfügung stehenden Geldes bisher abgerufen wurden. (Leider finde ich den Artikel nicht mehr).

    Gigabitförderung: Immer mehr Länder geben Förderbescheide zurück
    Die Förderung von schnellem Internet schiebt eine Milliarden-Euro-Bugwelle vor sich her. Und immer häufiger werden Förderbescheide zurückgegeben.
    www.heise.de
  • Was denkt ihr, wird es jetzt langsamer voran gehen?

    Ja. Auch der Fachkräftemangel wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.

    Wird der Staat durch Förderprogramme gar einen schnelleren Ausbau (mit Staatsschulden finanziert) pushen?

    Das tut er ja schon, und ich denke, das wird auch weitergehen. Abgelegene Liegenschaften lassen sich anderweitig wirtschaftlich nicht erschließen.

    Sorge bereitet mir diesbezüglich die Quote von "Homes Passed" und "Homes Connected". Erstere sind die Entscheidungsgrundlage für die Abschaltung der Kupfernetze. Die Unternehmen haben schon genug mit dem Neuausbau zu tun, da wird für Nachzügler bestimmt keine Zeit und kein Geld da sein, vor allem, wenn es Altlasten eines übernommenen (ehemaligen) Konkurrenten sind. Unter Berücksichtigung des immer konkreter diskutierten Abschaltdatums für Kupfernetze braut sich da vor unseren Augen ein Gewitter zusammen ...

  • Unter Berücksichtigung des immer konkreter diskutierten Abschaltdatums für Kupfernetze braut sich da vor unseren Augen ein Gewitter zusammen ...

    Warum? Wenn jemand partout nicht wollte, soll er sich im Nachgang nicht beschweren, wenn dann irgendwann mittelfristig der alte, auf Strom basierende Anschluß nicht mehr verfügbar ist. Das kann passieren. Der Wechsel in der Technologie wird kommen.
    Also gilt "take it (das neue) or leave it (die Verwendung eines Festnetzanschlusses)" .

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  • Warum? Wenn jemand partout nicht wollte, soll er sich im Nachgang nicht beschweren, wenn dann irgendwann mittelfristig der alte, auf Strom basierende Anschluß nicht mehr verfügbar ist. Das kann passieren. Der Wechsel in der Technologie wird kommen.
    Also gilt "take it (das neue) or leave it (die Verwendung eines Festnetzanschlusses)" .

    Wenn man sich die Diskussionen bspw. im heise-Forum beim Thema Glasfaser anschaut: Die einen beschweren sich, dass Deutschland beim Glasfaserausbau hinterherhinkt. Die anderen sehen nicht ein, 10 EUR/Monat mehr zu zahlen für Glasfaser, weil ihnen aktuell der 25 MBit/s DSL-Anschluss reicht. Letztere werden bei einer DSL-Abschaltung einen großen Aufschrei veranstalten, wenn ihnen niemand kostenlos und sofort Glasfaser ins Haus legt wenn der Bedarf dann Mal da ist.

    Wird spannend.

  • Letztere werden bei einer DSL-Abschaltung einen großen Aufschrei veranstalten, wenn ihnen niemand kostenlos und sofort Glasfaser ins Haus legt wenn der Bedarf dann Mal da ist.

    So lustig dieser Gedanke ist, ich vermute die ISPs werden versuchen auch solchen Kunden Bruecken zu bauen, Konfrontation macht unzufriedene Kunden und das erhoeht die Churnrate...

  • Wenn man sich die Diskussionen bspw. im heise-Forum beim Thema Glasfaser anschaut: Die einen beschweren sich, dass Deutschland beim Glasfaserausbau hinterherhinkt. Die anderen sehen nicht ein, 10 EUR/Monat mehr zu zahlen für Glasfaser, weil ihnen aktuell der 25 MBit/s DSL-Anschluss reicht.

    Ganz ehrlich - wieso soll ich 10 EUR mehr im Monat zahlen für eine Dienstleistung, die für mich als Kunde in vielen Fällen von DSL oder HFC nicht zu unterscheiden ist? Oft wird vom günstigeren Betrieb und und niedrigeren Strombedarf gesprochen, dann sollen die Anbieter auch in der Lage sein zumindest gleiche Preise anzubieten. O2 macht es auch so. Als Kunde ist mir Worscht wie Internet ins Haus kommt, ob über Licht, Strom, Funkwellen oder Rauchsignale. Wie der Anbieter das Wirtschaftlich organisiert ist seine Baustelle. Zumal selbst bei "kostenlosen" Anschlüssen man Zeit und/oder Geld für Anpassungen im Haus investieren muss.

    Wir sind momentan bei der Deutschen GigaNetz, wenn die Preise aber weiterhin so hoch wie jetzt bleiben, ist Rückkehr zu Vodafone Kabel nicht ausgeschlossen.

    So lustig dieser Gedanke ist, ich vermute die ISPs werden versuchen auch solchen Kunden Bruecken zu bauen, Konfrontation macht unzufriedene Kunden und das erhoeht die Churnrate...

    Interessant ist auch wie wirtschaftlich sich die Netze mit niedrigen Homes Connected bzw. Homes Activated Anteilen betreiben lassen. Die neuen Anbieter müssten zumindest in den ersten zwei Jahren genug Kunden haben, sonst würden die nicht ausbauen. Nicht wenige Kehren aber zu DSL und HFC zurück. Es wird also meiner Meinung nach nicht nur das Problem von Kunden, wenn kupferbasierte Technologien abgeschaltet werden während gleichzeitig zu wenige Haushalte aktiv Glasfasernetz nutzen.

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  • Ganz ehrlich - wieso soll ich 10 EUR mehr im Monat zahlen für eine Dienstleistung, die für mich als Kunde in vielen Fällen von DSL oder HFC nicht zu unterscheiden ist?

    Irgendwie muss der Ausbau auch finanziert werden. Da kann ich schon nachvollziehen, dass das teurer als ein kleiner Reseller-DSL-Tarif ist.

    Wenn man das flächendeckend vermeiden will, müsste der Staat mit Steuermitteln selber ausbauen. Dann zahlen wir es halt über die Steuer statt über die Gebühren. Oder der Staat subventioniert die Glasfaser-Provider flächendeckend und nicht nur wie bisher - dann geht unser Steuergeld halt an die Firmen...

    Oder wir lassen es einfach laufen, und irgendwann wird DSL immer teurer weil die Wartung sich nicht mehr lohnt, oder wird abgeschalten. Und dann muss halt jeder schauen, ob, wie, wann und zu welchem Preis er dann umsteigen kann.

  • Irgendwie muss der Ausbau auch finanziert werden. Da kann ich schon nachvollziehen, dass das teurer als ein kleiner Reseller-DSL-Tarif ist.

    Wenn man das flächendeckend vermeiden will, müsste der Staat mit Steuermitteln selber ausbauen. Dann zahlen wir es halt über die Steuer statt über die Gebühren. Oder der Staat subventioniert die Glasfaser-Provider flächendeckend und nicht nur wie bisher - dann geht unser Steuergeld halt an die Firmen...

    Oder wir lassen es einfach laufen, und irgendwann wird DSL immer teurer weil die Wartung sich nicht mehr lohnt, oder wird abgeschalten. Und dann muss halt jeder schauen, ob, wie, wann und zu welchem Preis er dann umsteigen kann.

    Dann wären wir wieder bei Privatisierung der Gewinne und Verallgemeinerung der Verluste.

    Wenn Glasfaser im Betrieb günstiger und allgemein Besser ist, müsste die Finanzierung durch Investoren und/oder Kredite dann kein Problem sein.

    Oder man muss dann in der Tat warten bis DSL und HFC teuer genug werden, dass sich der Preis auf dieser Weise angleicht.

    Wir sind hier in einem Glasfaserforum und somit nehme ich an zum großen Teil Technologie-enthusiasten, die bereit sind, mehr zu bezahlen um das neuste zu haben. Für Otto Normalverbraucher zählt aber nur Preis, Download, Upload und Zuverlässigkeit.

  • O2 macht es auch so

    Halte ich jetzt nicht für ein gutes Beispiel. Zumindest habe ich kein Verständnis dafür, dass o2 es schafft, auf dem "eigensten" Netz die schlechtesten Konditionen anzubieten. Und das Tarifwirrwarr ist auch kundenunfreundlich, exemplarisch mal eine Buchungsseite mit "Vollausbau", also Verfügbarkeit von Supervectoring und Kabel und Ausbauankündigung der UGG und der Telekom. Auch das muss man zukünftig besser hinbekommen.

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  • OK, das ist in der Tat sehr unübersichtlich, es geht aber in die richtige Richtung. Zuerst wird Geschwindigkeit gewählt, dann Technologie. Ohne Aufteilung in 600/500, 300/250 und 150/100 Mbit würde es auch deutlich besser aussehen.

    ETA: bei uns kann man FTTH noch nicht buchen, DSL wird aber auch ein Monat früher teurer.

  • Mit dem Deutschen Michel ist beides nicht zu machen!!

    Privatausbau: Nö, 10 Euro mehr für Glasfaser - Mit mir nicht. DSL reicht!

    Staatlicher Ausbau: Unverschämtheit, eine "GEZ-Gebühr" für Infrastruktur zu verlangen!!! Ich nutze gar kein Internet ...

  • Ich würde mir einfach weder eine noch das andere wünschen - die Anbieter sollen ihre Investitionskosten über niedrigere Betriebskosten wieder reinbekommen. Reichen würde uns DSL eigentlich auch, bis die Kinder älter werden brauchen wir zu zweit mehr als 250 Mbit im Download nicht und Upload, wenn überhaupt genutzt, wird meist von der Gegenstelle limitiert.

    Das ist alles bisschen seltsam: HFC und DSL sind für meiste eigentlich gut genug und werden es auch mittelfristig bleiben, während gleichzeitig Bahhnetz, Brücken und Schulen scharenweise marode sind. Ich hätte die Tiefbauarbeiten anders priorisiert.

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  • Ich würde mir einfach weder eine noch das andere wünschen - die Anbieter sollen ihre Investitionskosten über niedrigere Betriebskosten wieder reinbekommen. Reichen würde uns DSL eigentlich auch, bis die Kinder älter werden brauchen wir zu zweit mehr als 250 Mbit im Download nicht und Upload, wenn überhaupt genutzt, wird meist von der Gegenstelle limitiert.

    Das ist alles bisschen seltsam: HFC und DSL sind für meiste eigentlich gut genug und werden es auch mittelfristig bleiben, während gleichzeitig Bahhnetz, Brücken und Schulen scharenweise marode sind. Ich hätte die Tiefbauarbeiten anders priorisiert.

    Ja, in einer Planwirtschaft wie in der DDR wäre das sicherlich möglich.

    Zum Glück ist das System der DDR untergegangen.

  • am: HFC und DSL sind für meiste eigentlich gut genug und werden es auch mittelfristig bleiben

    Das Problem ist, dass sowohl die Anforderungen der Haushalte, als auch das vor Ort technische Angebot sich sehr unterscheiden.

    Manchen reichen 25 MBit/s locker aus, andere benötigen mindestens 100 oder mehr.

    Manche können jetzt zwischen stabilem 250 MBit/S DSL und Gigabit-Kabel (plus ggf. Glasfaser) wählen, manche knapsen bei 16 MBit/S DSL mit Störungen herum.

    Da gibt's keine Lösung, die alle (Kunden und Anbieter) glücklich macht.

  • manche knapsen bei 16 MBit/S DSL mit Störungen herum.

    Da gibt's keine Lösung, die alle (Kunden und Anbieter) glücklich macht.

    Doch, da wurde sehr viel durch den geförderten Ausbau bereits behoben, bzw. die Projekte sind in der Umsetzung bzw. Zielgeraden.

    Die Zeiten von ADSL bis 16 Mbps sind auf der Angebotsseite weitestgehend obsolet. Wenn der Kunde das weiterhin wählt, selbst Schuld.

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  • Ja, in einer Planwirtschaft wie in der DDR wäre das sicherlich möglich.

    Zum Glück ist das System der DDR untergegangen.

    Da bin ich auch froh.

    Das Problem ist, dass sowohl die Anforderungen der Haushalte, als auch das vor Ort technische Angebot sich sehr unterscheiden.

    Manchen reichen 25 MBit/s locker aus, andere benötigen mindestens 100 oder mehr.

    Manche können jetzt zwischen stabilem 250 MBit/S DSL und Gigabit-Kabel (plus ggf. Glasfaser) wählen, manche knapsen bei 16 MBit/S DSL mit Störungen herum.

    Da gibt's keine Lösung, die alle (Kunden und Anbieter) glücklich macht.

    Leider wird oft Glasfaser zuerst (oder sogar nur) dort ausgebaut, wo man den eigentlich am wenigsten braucht. Beispiel aus PLZ 65520: Kernstadt mit HFC und DSL wurde ausgebaut, die abgelegene kleine Stadtteile, die es am meisten nötig hätten, nicht, obwohl die eigentlich dabei sein sollten.

    Am ende können aber die Power User nicht erwarten, dass die Deutsche Michel deren Luxusproblem finanzieren.

  • "Vom potentiellen Kunden am meisten benötigt" ist kein wirtschaftliches Kriterium! Vom Kunden bestellt und zu dem Preis auch wirtschaftlich darstellbar, ist ein wirtschaftliches Kriterium.