So läuft die Glasfaserabschaltung in Deutschland

  • Wie die DSL-Abschaltung in Deutschland ablaufen wird
    Die Tage der DSL-Anschlüsse sind gezählt. Bereits in acht Jahren könnten sie deutschlandweit abgeschaltet und durch Glasfaseranschlüsse ersetzt sein.
    www.heise.de

    Also es ist keine gute Idee, einen angebotenen Glasfaseranschluss nicht zu nehmen. Die Diskrepanz zwischen Homes passed und Homes connected wird für die Betroffenen zum echten Problem. Die BNetzA soll die Möglichkeit bekommen, Kupfernetzbetreiber zu zwingen, in einem spezifischen Anschlussgebiet das Netz abzuschalten. Zeitkorridor für die flächendeckende Kupfer-Abschaltung: 2030 - 2032. Hauptgrund: aufgrund der weltweit sinkenden Bedeutung von DSL und Docsis (andere Länder sind viel weiter bei der Umstellung) sind schlicht keine Ersatzteile mehr verfügbar.

    Einmal editiert, zuletzt von frank_m (20. Februar 2025 um 21:53)

  • Ohne den Artikel gelesen zu haben (wegen Paywall), IMHO sollte mann sich bewusst machen, dass DSL-forever keine realistische Option ist. Unter dieser Praemisse muss mann sich dann ueberlegen, wie Risikobereit mann das ganze angehen moechte... IMHO ist es moeglich, dass ein ausbauender ISP bereit sein kann die letzten Nachzuegler ohne Anschlussgebuehr anzuschliessen um eine harmonischere DSL Abschaltung realisiern zu koennen, es ist aber auch gut moeglich, dass in diesem Fall ein ISP auch nur die Wahl zwischen Anschlussgebuehr und "kein Festnetz" laesst. Und das ganze mag von Fall zu Fall, von ISP zu ISP unterschiedlich gehandhabt werden.

    Das heisst nicht zwingend, dass mann um jeden Preis einen angeboteten Anschluss nehmen muss, aber mann sollte nicht stumpf darauf vertrauen fuer immer bei DSL bleiben zu koennen (es sei denn die eigene Lebenserwartung liegt deutlich unter 5-10 Jahren).

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  • Die BNetzA soll die Möglichkeit bekommen, Kupfernetzbetreiber zu zwingen, in einem spezifischen Anschlussgebiet das Netz abzuschalten.

    Du glaubst doch nicht ernsthaft das die BNA (wenn sie die Möglichkeit dazu hätte) z.B. die Telekom dazu zwingen würde VDSL in einem bestimmten Gebiet abzuschalten. Was genau soll das denn bringen?
    Die Abschaltung des Kupfernetzes wird IMHO immer nur aus rein Wirtschaftlichen gründen erfolgen.

  • ie Abschaltung des Kupfernetzes wird IMHO immer nur aus rein Wirtschaftlichen gründen erfolgen.

    Da laeuft ja gerade eine offene Diskussion bei der BNetzA zu diesem Thema... und da der groesste DSL Betreiber noch unter aktiver Regulierung steht ist durchaus moeglich, dass die BNetzA da Vorgaben machen wird, aber ich denke das wird alles in mehr oder weniger grossem Einvernehmen stattfinden und nicht unter grossem Zwang, d.h. die BNetzA mag der Telekom die eon oder andere Kroete zum Schlucken geben, aber ein "hartes Durchregulieren" zum einseitigen Wohl der Mitbewerber der Telekom ist eher unwahrscheinlich.

  • Du glaubst doch nicht ernsthaft das die BNA (wenn sie die Möglichkeit dazu hätte) z.B. die Telekom dazu zwingen würde VDSL in einem bestimmten Gebiet abzuschalten.

    Es wurden in dem Artikel konkrete Beispiele genannt, wie Kupfernetzbetreiber versucht haben, Kunden vom Wechsel abzuhalten, um das Netz möglichst lange betreiben zu können. Das führte in der Folge zu einer großen Diskrepanz zwischen Homes passed und Homes connected. Die BNetzA soll in solchen Situationen in der Lage sein, zu beschließen, dass in z.B. 3 Jahren Kupfer abgeschaltet wird und dass ein Verbleib auf der alten Technologie zwecklos ist. So soll die Take rate nach oben gebracht werden.

    Die Zeit läuft. 2032, und bei vielen liegt Glasfaser vor der Tür, aber nicht im Haus - und der Bagger kommt nicht wieder, denn der hat genug damit zu tun, neue Gebiete zu erschließen. Die Grundversorgung kann auch über Mobilfunk erfolgen: Ihr wisst alle, wohin das führt. Die politischen Voraussetzungen dafür werden gerade geschaffen.


    Ich wiederhole noch mal: Wer einen angebotenen Glasfaseranschluss ausschlägt, bekommt ein Problem. Ein echtes Problem.

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  • Die BNetzA soll in solchen Situationen in der Lage sein, zu beschließen, dass in z.B. 3 Jahren Kupfer abgeschaltet wird und dass ein Verbleib auf der alten Technologie zwecklos ist

    Du kannst deinen A... drauf verwetten das es genügend fälle geben wird in dem sich Personen und evtl. auch Firmen (z.b. Wohnungsgesellschaften) durch alle Instanzen klagen werden, um genau das zu verhindern.

  • Das DSL / Telefonie per Kupfer in 8 Jahren abgeschaltet wird, passiert genauso wie das UKW 2020 abgeschaltet wird.
    HUCH, wir haben ja schon 2025 und immer noch gibt es UKW und wird nicht weniger.
    Und dann diese DAB Löcher, sogar mitten in der Stadt wie Berlin.
    Natürlich werden woanders auch Flughäfen in 5 Jahren gebaut, aber wir sind in Deutschland, da fällt mir sofort der BER ein.
    Außerdem hat unsere lahme Wirtschaft gar keine Ressourcen um das mit Gf voranzubringen, insbesondere da aufgrund der vielen Vorschriften der Ausbau in Deutschland besonders teuer ist. Alleine das Gf in einem MFH beim verlegen wie Strom und Gas bewertet wird, treibt die Kosten immens.
    Ich glaube, selbst 2040 ist sportlich, ich habe mit vielen Handwerksbetrieben zu tun. ;)

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  • Ich glaube, selbst 2040 ist sportlich.

    Also wenn mann das aktuelle homes passed tempo extapoliert, dann wird ~100% Homes Passed etwa 2031/32 moeglich sein:

    Stand 2024 (laut VATM Gigabitstudie 2024 erstes Halbjahr, geschaetzt):

    Messwert: (Telekom + Mitbewerber) Summe (in Millionen Anschluesse von 45.7)

    1H 24
    Homes Activated: (1.2+3.4) = 4.6 *100/45.7 = 10.1%
    Homes Connected: (1.2+2.3)+4.6 = 8.1 *100/45.7 = 17.7%
    Homes Passed: (6.8+4.0)+8.1 = 18.9 *100/45.7 = 41.4%

    2023
    Homes Activated: (1.0+3.2) = 4.2 *100/45.7 = 9.2%
    Homes Connected: (1.3+2.1)+4.2 = 7.6 *100/45.7 = 16.6%
    Homes Passed: (5.6+3.7)+7.6 = 16.9 *100/45.7 = 37.0%

    Zuwachs in % Punkten/Jahr geschaetzt
    Homes Activated: (10.1-9.2) * 2 = 1.8
    Homes Connected: (17.7-16.6) * 2 = 2.2
    Homes Passed: (41.4-37.0) * 2 = 8.8

    Dauer bis 100% bei gleichem Tempo:
    HA: (100-10.1)/1.8 = 49.9
    HC: (100-17.7)/2.2 = 37.4
    HP: (100-41.4)/8.8 = 6.7 2024+7 = 2031

    Aber bei Connected/Activated muss es schneller gehen... das ist IMHO allerdings absehbar das das auch kommen wird... 2040 halte ich fuer realistisch und nicht sonderlich sportlich, je nachdem wie nahe an 100% mann heran moechte um Erfolg zu erklaeren...

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (21. Februar 2025 um 12:28)

  • Aber bei Connected/Activated muss es schneller gehen... das ist IMHO allerdings absehbar das das auch kommen wird... 2040 halte ich fuer arealistisch und nicht sonderlich sportlich, je nachdem wie nahe an 100% mann heran moechte um Erfolg zu erklaeren...

    So wie bei Mobilfunk. :/ 99% Erreichbarkeit der Bevölkerung, allerdings nur an ihrem Wohnort.
    Finde den Fehler " MOBILfunk vs. Wohnort". Dass es da reichlich große weiße Flecken besonders in den Naherholungsgebieten in Brandenburg und Meck-Pomm gibt, zählt nicht.
    Oder halt DAB+, ein einziger Flickenteppich.

  • aber ein "hartes Durchregulieren" zum einseitigen Wohl der Mitbewerber der Telekom ist eher unwahrscheinlich.

    Hallo allerseits,

    Ich bin neu hier und habe mich gerade registriert.

    Bin uns laufen gerade die Werber für OPIK Connect von Tür zu Tür, um für den Abschluss von Verträgen für Glasfaser zu werben.

    Ich hatte die angeschrieben, wie sich das verhält, wenn man Telekom-Kunde seit etlichen Jahren sei und auch bleiben möchte, da man da inzwischen großzügige Optionen in den Verträgen über MagentaEINS hat, wie Mobilfunkflat im Festnetz und Bei Mobilfunk-Tarif L sogar Datenvolumen Unlimited.

    Mir wurde zunächst mitgeteilt, dass der Anbieter offen für Open Access sei.
    Weil die Telekom meint, dass sie keinen Vertrag mit OPIK habe, wird das wohl nicht.

    Neue Anfrage an OPIK gerichtet und heute Antwort erhalten, dass man zunächst mal einen Vertrag bei OPIK für 2 Jahre buchen muss und dann zur Telekom in ihrem Netz wechseln könne.

    Muss ich das verstehen? Ist das freie Anbieterwahl. Ich muss einen Knebelvertrag abschließen, der mir aller bisherigen Vorzüge entzieht?

    Was war denn bis jetzt mit dem Kupfernetz der Telekom. Die musste Hinz und Kunz in ihre Netze lassen auf Regulierung durch BNA, was die Anbieter dazu ausgenutzt haben, durch niedrigere Preise der Telekom Kunden abzujagen.
    Jetzt bauen einige Neue Anbieter Glasfaser aus und verhindern, dass andere Anbieter sich in ihr Netz einmieten dürfen?

    Das ist umso schlimmer, als Überbau ja inzwischen auch nicht gehen soll.

    Woher bekommt OPIC, wenn sie ausbauen, denn eigentlich ihr Glasfaser für die Anschlüsse?
    So viel ich weiß, sind die Verteiler der Telekom in großem Umfang ja schon an Glasfaser angeschlossen und von da geht es per Kupfer zu den Häusern.
    Koppeln sich andere Anbieter an dieses Glasfasernetz an oder wie funktioniert das?

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  • Neue Anfrage an OPIK gerichtet und heute Antwort erhalten, dass man zunächst mal einen Vertrag bei OPIK für 2 Jahre buchen muss und dann zur Telekom in ihrem Netz wechseln könne.

    Muss ich das verstehen? Ist das freie Anbieterwahl. Ich muss einen Knebelvertrag abschließen, der mir aller bisherigen Vorzüge entzieht?

    Das ist vollkommen okay, die Investitionen, insbesondere die Tiefbauarbeiten sind eine extrem hohe. Die "Telekom" konnte sich ja damals in das gemachte Kupfernetz der Post setzen was überwiegend vom Staat finanziert wurde. Die hatte keine Investitionen für die Leitungswege. Einzig wenn es sich um geförderten Ausbau handelt, da gibt es gleich Open Access.

  • Was war denn bis jetzt mit dem Kupfernetz der Telekom. Die musste Hinz und Kunz in ihre Netze lassen auf Regulierung durch BNA, was die Anbieter dazu ausgenutzt haben, durch niedrigere Preise der Telekom Kunden abzujagen.
    Jetzt bauen einige Neue Anbieter Glasfaser aus und verhindern, dass andere Anbieter sich in ihr Netz einmieten dürfen?

    Fast, die Telekom unterliegt im Kupferbereich der sogenannten ex-ante Regulierung, d.h. sie muss sich ihre Preise erst von der BNetzA genehmigen lassen und deren erklaertes Ziel ist dafuer zu sorgen, dass Mitbeweber auf Basis von Telekomvorprodukten die Endkundenpreise der Telekom unterbieten koennen und trotzdem profitabel sind. Der Nachteil ist, dass das Model zur Bestimmung der Vorleistungspreise suboptimal ist und IMHO zu hohe Vorleistungspreise ansetzt, weshalb die Endkundenpreise relativ hoch sind.

  • Woher bekommt OPIC, wenn sie ausbauen, denn eigentlich ihr Glasfaser für die Anschlüsse?
    So viel ich weiß, sind die Verteiler der Telekom in großem Umfang ja schon an Glasfaser angeschlossen und von da geht es per Kupfer zu den Häusern.
    Koppeln sich andere Anbieter an dieses Glasfasernetz an oder wie funktioniert das?

    OPIC Nord ist selber kein Netzbetreiber. Es sind die Glasfasernetze von vxfiber, die sie selber bauen oder mieten. Schein ein schwedisches Unternehmen zu sein.

    Hier findet man zu vxfiber die Verbindungen

    PeeringDB
    The Interconnection Database
    www.peeringdb.com

    Es gibt in größeren Städten sogenannte Peering-Points. In diesen schalten sich alle Internetanbieter zusammen. Somit wird sichergestellt, dass Daten von OPIC ins Netz von Google, Amazon oder Cloudflare kommen, dies sind die wirklich großen Player weltweit. Auch die Telekom ist in solchen Übergabestellen angeschlossen. Die Telekom war gerade in der letzten Zeit dafür bekannt, dass sie diese Übergabestelle nicht gut bedient hat.

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  • vom Staat finanziert wurde

    Bezahlt vom Gebührenzahler. Die Telekom musste jedes Jahr hohe Beiträge in den Bundeshaushalt leisten. Sie hat also den Staat finanziert, nicht umgekehrt.

    Bei der Privatisierung musste sie einen hohen Schuldenberg übernehmen.

  • Bezahlt vom Gebührenzahler. Die Telekom musste jedes Jahr hohe Beiträge in den Bundeshaushalt leisten. Sie hat also den Staat finanziert, nicht umgekehrt.

    Bei der Privatisierung musste sie einen hohen Schuldenberg übernehmen.

    Außerdem haben bei der Privatisierung die neuen Eigentümer (vulgo Aktionäre) dem Staat ziemlich viel Geld für die Telekom und somit das Netz bezahlt. Insofern wurde da nichts verschenkt, der Staat hat sein Geld dafür erhalten.

    Leidtragende waren eher die Käufer, wie sich später gezeigt hat, haben diese viel zu viel bezahlt.

  • Ich hatte die angeschrieben, wie sich das verhält, wenn man Telekom-Kunde seit etlichen Jahren sei und auch bleiben möchte, da man da inzwischen großzügige Optionen in den Verträgen über MagentaEINS hat, wie Mobilfunkflat im Festnetz und Bei Mobilfunk-Tarif L sogar Datenvolumen Unlimited.

    Neue Anfrage an OPIK gerichtet

    Ja, solche Bedenkträger brauchen die ganz bestimmt. Kein Wunder, dass alles so teuer ist, wenn die Firmen Angestellte bezahlen müssen, die fortwährend solche Anfrage beantworten müssen.

    Wenn doch Telekom so toll ist, dann einfach da bleiben und Mobilfunkflat im Festnetz (wozu braucht man sowas wenn jeder eh Allnetflat im Handytarif hat?) und unlimited Datenvolumen genießen :)

    Entweder man will einen modernen Internetzugang oder nicht. Du musst doch den Anbieter des Glasfaserausbaus nicht mit den Vorteilen des Anbieters vergleichen, dessen Netz früher durch die Allgemeinheit finanziert wurde. Warum muss wohl die Telekom andere Anbieter auf ihr Netz lassen und die anderen nicht? Mal scharf nachdenken, wer diesen Ausbau eigentlich bezahlt hat und wer den Glasfaserausbau zahlen muss.

    Ich wäre mehr als froh, wenn es endlich auch wieder bezahlbare Internetzugänge ohne "Festnetz-Gängelei' gäbe, denn Festnetz braucht anno 2025 eigentlich wirklich kaum noch jemand. Ist aber irgednwann in Mode gekommen, das in ein Zwangsbundle zu packen, um dafür den Grundpreis zu erhöhen :thumbdown:

    • ex DGN (Purtel) 600/300 - T-SVDSL 250/40
    • ex ONT Nokia G-010G-R - Zyxel VMG3006-D70A
    • Router: PC Engines APU.4B4 - OPNsense
    • WiFi/DECT: Fritz!Box 7530 AX / Fritz!Box 7490 / Fritz!Repeater 1200 AX
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  • Yep, ich wäre auch über eine zweite Produktlinie froh, die lediglich Internetaccess only, dafür jedoch 5 bis 10 Euro monatlich günstiger als die Kombination mit "Festnetz-Telefonie" ist. Bei gleicher Bandbreite natürlich.

    Evtl. kommen ja in Zukunft solche Tarife nach dem Bausteinprinzip. Auf der anderen Seite verstärken natürlich Bündelangebote die Kundenbindung, sehr selten zum dauerhaften Vorteil für den Kunden.