Telekom überbaut lieber als vorhandene Infrastruktur zu nutzen (Open Access)

  • Wenn man auf die ernsthaften Beitraege zur Kupfer-Glas-Migration guckt und die PR-Meldungen einzelner ISPs und Verbaende ignoriert, sieht man, es wird um relativ kleinteilige Abschaltungen gehen in Gebieten in denen die Vorbedingungen efuellt sind.

    Das interessiert nur leider die Gesetzgebung nicht. Wenn da irgendjemand 2030 reinschreibt, hat er üblicherweise vorher nicht die Realisierbarkeit geprüft - zumal man heute schon mit diesen schönen "Homes passed" und "Homes connected" Variablen spielt. Meines Erachtens steuern wir da sehenden Auges in ein arges Problem hinein, und gekniffen sind vor allem die, die Glasfaser vor der Tür liegen haben und sich aus was für Gründen auch immer gegen einen Anschluss in der Ausbauphase entschieden haben.

    Was die Kraftwerksabschaltungen angeht die Du anreisst, die letzten AKW lieferten zusammen nur 6% des Stroms und sind laengst durch EE Kapazitaeten ausgeglichen.

    Nein, es geht um die Kohlekraftwerke, für die es ein Abschalt-Datum gibt. Bedauerlicherweise bislang eben noch ohne den erforderlichen Ausbau der erneuerbaren Energien, der Stromtrassen und der Gaskraftwerke, die das mal auffangen sollen.

  • Anscheinend sind ja dann wohl alle Netzwerkbetreiber mit dem Klammerbeutel gepudert

    Nein, sind sie nicht, sondern sie optimieren nach BWL-Kriterien, und da reichen bereits geringe Kostenunterschiede um ON attraktiver zu machen, aber besonders halt der Umstand, dass ein PON Betreiber realistisch schlimmstenfalls zu OpenAccess via Bitstrom gezwungen werden kann statt zum weniger rentablen physischen Entbuendeln einzelner Fasern. Damit behaelt der Betreiber die Kontrolle ueber die Technik und vermeidet, z.B. dass ein Mitbewerber im selben Gebiet z.B. XGSPON basierte Tarife anbietet statt GPON.

    Aus Sicht der Allgemeinheit hingegen, ist IMHO der staerkere Wettbewerb der durch ein PtP Netz ermoeglicht wird die milden Extrakosten des Ausbaus wert... (noch mal mir geht es primaer um die Netzstrukltur, weniger um die verwendete Technologie, allerdings kann man auf PtP Netzen problemlos PONs verwenden, aber auf PtMP Netzen kein AON*).

    Oder wieso entscheidet sich die Mehrheit der Netzbetreiber weltweit für PON (ob G oder X sei mal dahin gestellt) im Privatkundenumfeld?

    Weil ISPs in der Regel gar nicht daran interessiert sind echten Wettbewerb zu ermoeglichen, wenn sie die Chance haben statt dessen der Hecht im Karpfenteich zu bleiben. Das ist in unserem Wirtschaftssystem so erwartet, der Fehler ist IMHO so zu tun, als koenne man es den Marktteilnehmern ueberlassen Infrastruktur fuer die naechsen Jahrzehnte nach ihren eigenen Kriterien zu bauen und trotzdem hoffen das fuehre zu einen guten Marktloesung.


    *) Ja, technisch kann man sich eine DWDM Variante ertraeumen aber das ist im Zugangsnetz mit hoher Sicherheit niemals rentabel. Das ist IMHO ein Feigenblatt derer die PtMP durchsetzen wollen.

  • Das interessiert nur leider die Gesetzgebung nicht.

    Bin sicher das Digitalministerium wird bei eventueller Gesetzgebung ein Woertchen mitreden, und bei denen sehe ich schon eine gewisse realistische Position dessen was moeglich ist.

    Wenn da irgendjemand 2030 reinschreibt, hat er üblicherweise vorher nicht die Realisierbarkeit geprüft - zumal man heute schon mit diesen schönen "Homes passed" und "Homes connected" Variablen spielt. Meines Erachtens steuern wir da sehenden Auges in ein arges Problem hinein, und gekniffen sind vor allem die, die Glasfaser vor der Tür liegen haben und sich aus was für Gründen auch immer gegen einen Anschluss in der Ausbauphase entschieden haben.

    Jein, es wird aber wohl noch Nachverdichtungswellen in eigentlich schon ausgebauten Gebieten geben... Das Problem, um es klar zu sagen ist weniger ein politisches sondern ein technisches. Die Produktion der ISP-seitigen Komponenten fuer VDSL2@FTTC wird/wurde gerade eingestellt, ab jetzt geht der DSL-Betrieb auf Verschleiss, ich erwarte, dass trotz neuer Ersatzteile im Lager der DSL Betreiber und auch mit Jonglage von Komponenen aus bereits abgeschalteten DSL-Bereichen, ein DSL Weiterbetrieb zunehmend unrentabel wird. IMHO wird das Netz noch 10-15 Jahre wirtschaftlich betreibbar bleiben... Das zeigt aber auch den Zeithorizont an fuer die DSL Abschaltungen, da ist noch Zeit die Details zu bestimmen.

    Nein, es geht um die Kohlekraftwerke,

    Dann entschuldige ich mich fuer meinen denn unpassenden Text. Zu den Kohlekraftwerken habe ich noch nicht recherchiert und kann daher nichts sinnvolles dazu beisteuern.

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  • Ist schon komisch, in den diversen Autoforen finde ich niemanden, der einen 911 zum Preis eines Golf verlangt - Die diversen Glasfaser/DSL/Kabel/Rauchzeichen Foren sind allerdings voll davon ...

  • Ich vermute, Du meinst mich... aber zum einen ist ein neuer 911er nicht nur 10% teurer als ein neuer Golf, zum anderen habe ich hoffentlich klar gemacht, dass es mir hier nicht um AON gegen PON geht, sondern darum den Markt fuer Internetzugang effizienter zu machen in dem mehr Wettbewerb ermoeglicht wird. Bin halt Endkunde und kein ISP ;)

  • AON ist nicht nur ein bisschen teurer als GPON, sondern erheblich teurer! Die Hauptkostentreiber sind der Platzbedarf und die Energiekosten des Providerequipments. Am besten schneidet XGS-Pon ab. (Siehe z.B. https://www.optisis.at/Portals/2/Doku…p=1716552657214)

    Mmmh, wenn ich das lese finde ich da:

    Zitat

    In practice however in XGS-PON networks, we can easily offer services up to 10G.

    Und das ist halt unpraezise... bzw. zeigt, der Vergleich ist, trotz des Claim "apples to apples", ein wenig mit der heissen Nadel gestrickt:

    8.7 < 10... bin bespannt wie die mit 8.7 brutto 10 produzieren wollen. Ja, generell ist es nicht falsch, dass man mit XGS-PON hohe Gbps recht zuverlasessig realisieren kann, aber halt keine 10.

    Alles in allem kein schlechter Text, aber au8ch keine wissenschaftlich objektive Abhandlung optisis hat sich fuer PON entschieden und versucht davon zu ueberzeugen. Das ist deren gutes Recht, so wie es mein Recht ist das anders zu sehen ;) (Was letztlich irrelevant dafuer ist was tatsaechlich ausgebaut wird: PtMP wo ISPs eigenfinanziert uasbauen, PtP wo ISPs mit Foerderung ausbauen, mit dem Resultat eines Fleckenteppichs bei9i dem die Wettbewerbsvorteile von PtP nicht zur Geltung kommen koennen, da in den lukrativsten Gebieten nur PtMP existiert).

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  • Da sehe ich nicht so das Problem, das ist einer der Faelle bei der man eine Verstaatlichung ganz gut begruenden kann (eben wegen des skizzierten Konflikts BWL gegen VWL). Es mangelt da IMHO* nicht an den rechtlichen Moeglichkeiten sondern am politischen Willen (und das ist IMHO durchaus OK so). Aber so oder so, ist das Resultat das gleiche ;)

    Ist leider nicht so einfach, hier wollte man das Wärme- (und in Folge Wasser-)netz wieder in kommunale Hohheit bekommen, aber beim Wärmenetz wurde das vom Gericht gestoppt, beim Wassernetz hat man es dann mit dem Argument des Wärmenetzes gestoppt.

    Der Bundesgerichtshof - Presse : Pressemitteilungen aus dem Jahr 2023 - Bundesgerichtshof zum Streit um das Fernwärmenetz Stuttgart

    Auch wenn die Argumente nicht komplett die gleichen sind, es dürfte schon in dieselben Richtung ausgehen.

  • laut einer Studie der Hochschule Mittelhessen von K. Obermann gibt es sogar bedingungen unter denen 1 Gbps AON stromsparender ist als GPON und XGSPON.

    Bei meinem Anschluss beispielsweise, solange ich (laut der Fritzbox) der einzige Teilnehmer im Segment bin ;)

    Allerdings haben vermutlich sowohl die Telekom als auch ich die Erwartung, dass das nicht so bleiben wird ;)

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  • das Problem fuer nicht Telekom ISPs aufgebracht, dass PoP Standorte bei PtP problematischer sind, weil mehr groessere notwendig sind fuer die Gemeinden erst mal Platz finden muessen. Sicherlich eine Herausforderung... Wobei man natuerlich auch aktive Switche in MFGs verbauen kann (aber aktive Technik im Feld bringt dann wieder andere Probleme mit sich).

    Gerade im Falle der Telekom ist das ein Witz mit ihren großen Vermittlungsstellen und Netzverteilern. Wenn man so eine mal besucht hat, dann kann man auch schön sehen wie viel ehemaliges Kupferareal dort leersteht. Entweder geht es der Telekom wirklich um Marktmachtschutz, oder sie sind gewohnt langsam beim Technologiewandel.

    Und mit XGS-PON werden die Mini- bzw. Outdoor-PoPs in den Multifunktionsgehäusen "im Feld" ja zunehmend interessant für die ganze ISPs. Wir haben hier ja praktisch nirgends singapurianische oder monegassische Bevölkerungsdichten, sodass mit einem Bündel 96er-Fasern schon viel erreicht werden kann - und das, ohne Hunderte PoPs im den Gemeinden zu benötigen.

    Die Aktivtechnik an der Straße ist man von VDSL und HFC gewohnt und die ist bei FTTH nicht empfindlicher - eher im Gegenteil.

  • *hust* *hust* Telekom gewohnt langsam? eher gewollt langsam. Erstmal schön Gebäude und Anlagen leerstehen lassen und dann von Technologiewandel labern und Technologie von vorgestern vertreiben. Und dann noch extra teuer, und wenn kein Interesse dann wird der nächste Dumme gesucht. Hey, ich will ja auch schnelles Glasfaser, aber dann bitte ehrlich..

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  • Gerade im Falle der Telekom ist das ein Witz mit ihren großen Vermittlungsstellen und Netzverteilern. Wenn man so eine mal besucht hat, dann kann man auch schön sehen wie viel ehemaliges Kupferareal dort leersteht.

    Was genau soll die Telekom denn deiner Meinung nach mit ihren über 7000 VSt´n machen? Hast du mal drüber nachgedacht wie viel Aufwand es ist so eine komplette VSt mit aller noch benötigten Technik umzuziehen?

    Ganz klar gibt es da viel Leerstand, aber Wirtschaftlich gesehen wäre es aktuell totaler Wahnsinn da eine Konsolidierung anzustreben. Wenn irgendwann mal das Kupfernetz komplett (wirklich komplett, bis auf die letzte CuDA) abgeschaltet ist, wird man über sowas nachdenken. Aber aktuell wäre der Aufwand viel zu hoch

  • Was genau soll die Telekom denn deiner Meinung nach mit ihren über 7000 VSt´n machen? Hast du mal drüber nachgedacht wie viel Aufwand es ist so eine komplette VSt mit aller noch benötigten Technik umzuziehen?

    Mein Ansinnen war gegenteilig gemeint:

    Anstatt in Netzverteilern optisch zu splitten, lieber "herkömmlich" bis zur Vermittlungsstelle führen und damit für PtP vorbereitet sein. Dass mach(t)en DG & Co. ja auch so - und mussten extra Gebäude aufstellen. Die Telekom hat sehr viele günstig gelegene Gebäude, und was mit Kupfer funktionierte solle auch mit Glas kein Problem sein.

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  • Anstatt in Netzverteilern optisch zu splitten, lieber "herkömmlich" bis zur Vermittlungsstelle führen und damit für PtP vorbereitet sein.

    Ok, dann hab ich das wirklich falsch verstanden. Aber ich finds immer noch verwunderlich das Leute glauben das es bei FTTH wieder zurück zu PtP / AON gehen könnte. PON is the way

    Die Telekom hat sehr viele günstig gelegene Gebäude, und was mit Kupfer funktionierte solle auch mit Glas kein Problem sein.

    Die Kupferleitungen sind auf dem Land teilweise sehr lang, bis zu 7km. Ich denke mal das wäre durchaus ein Kostenfaktor wenn ich neue Kabel über mehrere Kilometer einziehen muss. Und die Kabel müssen dann auch mal gespleißt werden, es ist auch ein deutlicher Unterschied ob ich 24 Fasern spleißen muss oder 768.

  • Was sind eigentlich diese Bodenplatten in Bürgersteigen mit Telekom-Logo drauf?

    Das sind meist AzK (Abzweigkästen) oder Kabelschächte als Bestandteile vorhandener Leerrohr Anlagen aus früheren Zeiten.
    Vor allem in Städten hat damals noch die Bundepost sehr aufwändige Leerrohrsysteme gebaut. Dort wurden dann die Kupferkabel eingezogen (CuDa und Coax). In jedem dieser Schächte liegen in der Regel eine oder mehrere Kabelmuffen.

    Ob diese heute auch noch im Rahmen des FTTH Ausbaus genutzt werden ist mir nicht bekannt (ich bin schon ne weile aus dem Business raus)

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  • Das sind meist AzK (Abzweigkästen) oder Kabelschächte als Bestandteile vorhandener Leerrohr Anlagen aus früheren Zeiten.
    Vor allem in Städten hat damals noch die Bundepost sehr aufwändige Leerrohrsysteme gebaut. Dort wurden dann die Kupferkabel eingezogen (CuDa und Coax). In jedem dieser Schächte liegen in der Regel eine oder mehrere Kabelmuffen.

    Ob diese heute auch noch im Rahmen des FTTH Ausbaus genutzt werden ist mir nicht bekannt (ich bin schon ne weile aus dem Business raus)

    ja also bei unserem Ausbau hier wurden die genutzt.. was damit jetzt mit ftth gemacht wird, ist die Frage

  • Aber ich finds immer noch verwunderlich das Leute glauben das es bei FTTH wieder zurück zu PtP / AON gehen könnte. PON is the way

    Geht mir darum dass das Netz PtP gebaut werden soll zwecks Wettbewerb auf Passiver Ebene.

    Aber Ja ich würde ein AE-Anschluss einem PON jederzeit vorziehen.