Ausstehende Lohnzahlungen: Arbeitsminister bestellt Deutsche Glasfaser ein

  • UPS

    Bauarbeiter ohne Deutschkenntnisse seien monatelang nicht von den Subauftragnehmern von Deutsche Glasfaser bezahlt worden. Doch ein bereits im Frühjahr geführtes Gespräch hat nichts eingebracht......

    Ausstehende Lohnzahlungen: Arbeitsminister bestellt Deutsche Glasfaser ein - Golem.de
    Bauarbeiter ohne Deutschkenntnisse seien monatelang nicht von den Subauftragnehmern von Deutsche Glasfaser bezahlt worden. Doch ein bereits im Frühjahr…
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  • Goldgräberstimmung im Tiefbau...

    Auch wenn DG ihre Subunternehmen zur Einhaltung der arbeitsrechtlichen Grundlagen und des Arbeitsschutzes verpflichtet, welche Drohung greift bei Zuwiderhandlung?

    Entzug des Auftrages? Da würde ich laut lachen, dann gehe ich als Sub zum nächsten Auftraggeber.

    Androhung von juristischen Verfahren? Wie setze ich das durch?

    Es ist eine schöne Headline in Golem, geht jedoch am Kern des Problemes vorbei: Der Sub und nicht DG bezahlt seine Arbeitnehmer nicht.

    Evtl. sollte Herr Jung mal um Amtshilfe bei seinen Kollegen des Bundesministeriums der Finanzen, dem der Zoll untersteht, nachfragen und die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) hinschicken. Das würde sicherlich mehr Wirkung zeigen. Dies würde evtl. den nicht mehr vorhandenen Mittelstand negativ beeinträchtigen und Herr Lindner hält da die Füße ruhig...

    Einmal editiert, zuletzt von HubeBube (2. August 2024 um 14:38)

  • Auch wenn DG ihre Subunternehmen zur Einhaltung der arbeitsrechtlichen Grundlagen und des Arbeitsschutzes verpflichtet, welche Drohung greift bei Zuwiderhandlung?

    Ganz einfach: Es fliest kein Geld von der DG an den Auftragnehmer.

    Aufgrund deines Posts stelle ich mir gerade die Frage ob eine Baufirma die von der DG (oder einem anderen ISP) mit dem Bau eines GF Netzes beauftragt wird, dann gleich ein Subunternehmen der DG ist?

    Meistens werden von den ISP´s doch Generalunternehmen beauftragt, die Planen und Koordinieren den Tiefbau und vergeben dann einzelne Gewerke an Subunternehmen.
    Hier könnte dann z.b. die DG schon Vertraglich einschränken, das es nur eine ebene von Subunternehmen geben darf.

    Aber auch das ist natürlich auch alles nur Theoretisch. Die Story hier ist vor allem schlechte Presse für die DG und vielleicht reicht das ja schon, damit in Zukunft bei den Arbeitsbedingungen etwas genauer hingeschaut wird.

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  • Ganz einfach: Es fliest kein Geld von der DG an den Auftragnehmer.

    Das verbessert die Situation der Arbeitnehmer aber auch nicht.

    Hier könnte dann z.b. die DG schon Vertraglich einschränken, das es nur eine ebene von Subunternehmen geben darf.

    Nein, können sie nicht. Der Passus ist vor einiger Zeit mal kassiert worden, irgendwas mit Wettbewerbsrecht. Und außerdem ist es absolut unrealistisch, mit nur einer Ebene an Sub-Unternehmen zu arbeiten.

    Die Fleischindustrie wurde zu Corona Zeiten durchs Dorf getrieben wie die sprichwörtlichen Tiere, die sie üblicherweise verarbeiten. Jetzt sind die Netzbetreiber dran. Was hat sich geändert? Genau.

    Ja, man kann vielleicht was ändern, aber welchen Einfluss das auf Kosten und Zeit hat, davon redet lieber niemand. Machen wir uns nichts vor, das können wir uns nicht leisten - in mehrfacher Hinsicht.

  • Ja, man kann vielleicht was ändern, aber welchen Einfluss das auf Kosten und Zeit hat, davon redet lieber niemand. Machen wir uns nichts vor, das können wir uns nicht leisten - in mehrfacher Hinsicht.

    Was meinst du genau damit? Ich fände es schon gut wenn Glasfaserinfrastruktur ohne Ausbeutung von bauenden entstünde. Wenn es dadurch teurer wird, ist es halt so.

  • Wenn es dadurch teurer wird, ist es halt so.

    Die Meinung dürftest du ziemlich exklusiv haben.

    Natürlich müssen die Arbeitnehmer ihr Geld bekommen. Aber die Abwicklung über vor allem osteuropäische Subunternehmer wird uns bleiben. Internet wird unverzichtbar in Zukunft und muss auch für soziale Randgruppen bezahlbar bleiben. Die Belastungen werden generell steigen in Zukunft: Gesundheitssystem, Klimawandel, demografischer Wandel. Da sind gutbezahlte Tiefbauer mit Gewerkschaft im Rücken nicht drin.

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  • Ich bin selbst Osteuropäer. Gegen Abwicklung durch ausländische Firmen habe ich nichts, die sollen aber ordentlich bezahlt und nicht ausgebeutet werden.

    Dieses "es muss für soziale Randgruppen bezahlbar bleiben" ist irgendwie ein Irrweg. Dadurch werden die Löhne überall wo es geht gedrückt, wodurch wiederum, zumindest teilweise, genau diese Gruppen in als Working Poor enden.

    Und wenn die Belastungen noch steigen, frage ich mich, wer hier noch Lust hat zu arbeiten. Diese sind nämlich schon am zweiten Platz von oben von allen OECD Länder. Und wo das ganze Geld versickert, frage ich mich immer wieder.

  • Dadurch werden die Löhne überall wo es geht gedrückt, wodurch wiederum, zumindest teilweise, genau diese Gruppen in als Working Poor enden.

    Nur müssen die gerechten Löhne auch von jemandem bezahlt werden, das wird dabei gern vergessen.

    Und wenn die Belastungen noch steigen, frage ich mich, wer hier noch Lust hat zu arbeiten.

    Eben. Da lieferst du selbst das beste Argument für Niedrglohnkräfte aus dem Ausland.

    Ich bin auch kein Freund davon. Aber realistischer Weise können wir daran in absehbarer Zeit nichts ändern.

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  • Nur müssen die gerechten Löhne auch von jemandem bezahlt werden, das wird dabei gern vergessen.

    Wir würden vielleicht alle besser dastehen, wenn alles bisschen teurer wäre, die Leute aber mehr verdienen würden und sich das alles leisten könnten. So wie es jetzt läuft, ist alles billig, Geld fehlt aber trotzdem überall. Ich habe früher in der Schweiz gelebt. Steuern sind deutlich niedriger, alles sieht aber trotzdem aus wie geleckt. Und extreme Armut habe ich auch nicht gesehen. Möglich scheint es also zu sein.

    Eben. Da lieferst du selbst das beste Argument für Niedrglohnkräfte aus dem Ausland.

    Ich bin auch kein Freund davon. Aber realistischer Weise können wir daran in absehbarer Zeit nichts ändern.

    Kommen die Arbeitskräfte dann weiter wenn die Abgaben noch steigen? Oder kommt tatsächlich der vor kurzem angesprochene Steuerrabatt?

  • Wo ein Wille ist, wäre auch ein Weg.

    Jeder Inhaber eins Sub-Unternehmens will auch Gewinn in die eigene Tasche erwirtschaften. Also muss er von den Einnahmen, die er durch seinen Auftraggeber erzielt, seine Verwaltungskosten und den von ihm "gezahlten Lohn" an die Ausführenden abziehen um zu Wissen, was für seine Taschen übrig bleibt. Also wird bei jeder Stufe immer noch Gewinn abgezweigt. Wie soll das zu einer vernünftigen Bezahlung von AN führen?

  • Ich muss bei dieser Diskussion wieder an den GF Infoabend bei uns in Hemmingen denken. Hier leben viele Menschen den es finanziell wirklich gut geht. Aber bei dem Thema Internet/GF werden viele komisch. „Das ist eh alles viel zu teuer!“, „Haben sie nicht einen Tarif für 10€?“, „Also für die Arbeiten zahl ich natürlich nicht, auch wenn sie 25m von der Straße zu meinem Haus müssen.“, „Internet teile ich mir mit meinem Nachbar, mir doch egal ob das erlaubt ist.“

    Es ist einfach kein Verständnis mehr für Leistung und Arbeit vorhanden. Das dicke Auto muss vor der Tür stehen, die Putzfrau arbeitet natürlich schwarz (dafür brauch man dann auch Bargeld), aber der Arbeiter im Tiefbau steht dann leider ohne Lobby da und dafür ist dann oft keine Bereitschaft für faire Bezahlung vorhanden.

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  • Wie soll das zu einer vernünftigen Bezahlung von AN führen?

    Das untere Limit stellt hier der Mindestlohn dar. Der gilt erstmal für jeden, der hier arbeitet, egal woher derjenige kommt.

    Das muss natürlich überwacht werden, denn sonst wird es immer den einen Unternehmer geben, der die Leute länger arbeiten lässt und zehn weitere Betrugsmaschen hat, um den Arbeitnehmer zu prellen.

    Darüber hinaus haben Unternehmen (wie z.B. DG) sehr gute Möglichkeiten, die Subunternehmer in dieser Hinsicht mit Standards zu belegen.
    Aber wenn ich mir deren Leistung bei der Störungsbeseitigung so ansehe, ist das vermutlich sehr optimistisch von mir.

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  • Leider wird dies nicht weniger werden. Gerade die Baubranche war da schon immer gut drin. Ja, der Zoll ist da hinterher. Aber auch da gibt es Fachkräfte Mangel und somit konzentrieren die sich auf Großbaustelle weil mit geringen Kräfteansatz mehr raus kommt.

    Also bei Vergabe von Aufträgen (Reinigungsfirmen etc.) gibt es im Vergaberecht im Land Berlin ein Verbot von Subunternehmer. Warum kann es so etwas nicht in geförderter Ausbau geben. Ist doch nur eine Sache des Vergaberecht.

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  • Weil dann weniger GF-Km für die Fördersumme herauskommen?

    Gefördert Ausbau nur für die Straße/Backbone, Anschluss ans Haus/Wohnung kostet dem Nutzer.

    Somit gibt es die Infrastruktur, Geld wird erst mit dem Kunden verdient, der sich anschließen lässt. Eigentlich muss es reine Infrastruktur-Firmen ohne Subbie geben, nur die dürfen geförderten Ausbau.
    Ist halt derselbe Fehler/Problem wie mit dem Bahnnetz.

  • Was ist daran traurig? Wenn jemand sich nicht an die Regeln hält, sollte er bestraft werden. So einfach ist das. Das gilt grundsätzlich.

    Ich fühle mich nicht dazu berufen, andere Menschen wegen kleiner "Verstöße" gegen irgendwelcher Vertragsbestandteile zu denunzieren. Solche Menschen machen mich einfach nur traurig.

    Ich möchte nicht wissen, wie viele Vermieter ihre Untermieter an ihrem WLAN teilhaben lassen. Die haben nicht einmal ein schlechtes Gewissen.
    Aber das soll mir egal sein... ;)