Die Kupfernetzabschaltung wird zum taktischen Mittel

  • Folgender Bericht ließ mich heute aufhorchen:

    Kupfernetze zügig abschalten, um Glasfaserausbau zu stärken
    Mit dem Ziel der Bundesregierung eines flächendeckendenden Glasfaserausbaus bis 2030 muss jetzt auch die Abschaltung der alten Kupfernetze auf die politische…
    www.brekoverband.de

    Es geht darin darum, wie die Telekom durch taktisches Abschalten von Kupfernetze die Kunden ins eigene Glasfasernetz treiben kann, und wie sie Konkurrenten behindert.

    Interessant auch: Erste Abschaltungsanträge dürfte es spätestens nächstes Jahr geben - vielleicht schon Ende diesen Jahres.

    Einmal editiert, zuletzt von frank_m (11. April 2024 um 19:35)

  • Es geht darin darum, wie die Telekom durch taktisches Abschalten von Kupfernetze die Kunden ins eigene Glasfasernetz treiben kann, und wie sie Konkurrenten behindert.

    Vodafone will ja mit seinem Joint Venture OXG auch Millionen Haushalte in seinen Kabelversorgungsgebieten überbauen. Wird spannend ob man da seitens der FTTH-Anbieter ähnliche Maßnahmen fordert.

    Das Argument ist ja letztlich das Gleiche: Kabelnetze stehen in Konkurrenz zu Glasfasernetzen, eine Abschaltung der Kabelnetze in FTTH-Gebieten würde den FTTH-Ausbau stärken. Und wenn Vodafone Kabelnetze in Gebieten abschalten würde in denen sie über OXG FTTH ausgebaut haben, aber nicht in Gebieten in denen andere ausgebaut haben, wäre das ja auch ein "taktisches Abschalten"...

  • Ich kann das langsam nicht mehr hören... Existierende Anbieter sollen längst abgeschriebene und funktionierende Netze abschalten sodass die neuen es einfacher haben? Ist etwa mit steigenden Zinsen die Geldquelle versiegt? Was ist am Ende besser für den Wettbewerb: Open Access der bisher eher schlecht funktioniert, oder tatsächlich unabhängige Anschlüsse? Ich freue mich bei uns Kabel, Glasfaser und DSL zu haben.

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  • Ich freue mich bei uns Kabel, Glasfaser und DSL zu haben.

    Greta wird sich auf Deine Einfahrt festkleben

    Spaß beiseite, aber alle 3 Netze müssen betrieben werden und das sind nicht nur Stromkosten. Ich finde schon das es volkswirtschaftlich Sinn macht kaum sinnvolle Redundanzen aufzulösen. Allerdings sollte das der Vater des Gedankens sein und nicht "Oh, hier hab ja nur ich ein Glasfasernetz und die regulierten Preise für Wiederverkäufer sind attraktiver als auf Kupfer".

    Lösung? Für solche zwangsmigrierten Anschlüsse von Wiederverkäufern gleiche Preise und Bedingungen wie bei Kupfer verodnen, dann kann es diesen egal sein. Und kein Rückbau von Technik oder Infrastruktur gestattet, welche von fremden Netzen benötigt werden (sollte es das nach der Vectoring Entscheidung überhaupt noch breit geben)

  • DSL kann meinetwegen weg da die Technik sowieso am Ende ist. Bei HFC gibt es aber mit dem high Split und DOCSIS 4.0 noch Luft nach oben. Ob Vodafone es jemals einführt oder direkt auf FTTH setzt ist eine andere Sache. Bis die neuen Anbieter zeigen, dass die im Punkt Kundendienst genauso gut wie die alten sind, oder Open Access so wie bei Strom und Gas funktioniert, würde ich nichts zurückbauen. Die Pandemie hat gezeigt, dass zu viel Optimierung auch problematisch sein kann.

  • Docsis 4.0 wird wenn nur in homöopathischen Dosen geben, die Anforderungen ans Netz sind im Deutschen Netz eigentlich nicht Wirtschaftlich umsetzbar.
    High-Split dagegen wäre machbar frisst aber wieder Bandbreite im Downstream weg.

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  • Wir haben momentan bei DGN 300 Up/150 Down bestellt. Das wäre vermutlich mit High-Split zu erreichen, zumal man hier bei Vodafone 50 Up/1000 Down bestellen kann.

    Ich würde einfach keinerlei Rückbau Entscheidungen treffen, bis es zahlreiche Beispiele für funktionierendes Open Access gibt.

    Einmal editiert, zuletzt von belegdol (17. April 2024 um 13:54)

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  • Ich würde einfach keinerlei Rückbau Entscheidungen treffen, bis es zahlreiche Beispiele für funktionierendes Open Access gibt.

    Das ist aber auch ein Henne-Ei Problem. Solange nicht klar ist das DSL mittelfristig in einer Gegend abgebaut wird, ist weder für Anbieter noch Anwohner besonders viel Motivation da auch die verbleibenden Gebäude zu erschließen (mit möglichen Engpässen wenn es später dann mit sportlichem Zeitplan kommt)

  • weder für Anbieter noch Anwohner besonders viel Motivation da auch die verbleibenden Gebäude zu erschließen

    Das einsparen der Anschlußkosten im primären Ausbau sollte doch schon einmal Motivation sein. Dann liegt die Faser wenigstens im Haus. O.K. das macht nicht jeder Netzbetreiber kostenfrei ohne Vertrag. Aber die genannte Situation des, möglicherweise sogar zeitlich engen, Verlustes des Kupferanschlußes, sollte allen die Situation bewust machen.

    Auch die Bearbeitung von Meldungen nach TKMV und Teil 9 des TKG sollte in der Schlagzahl massiv erhöht als auch die erforderliche Datenrate jedes Jahr um 50 % zum Vorjahr erhöht werden. Das würde für alle Marktteilnehmer zeigen "es pressiert".

  • DSL kann meinetwegen weg da die Technik sowieso am Ende ist.

    Wenn ich ganz ehrlich bin: Das super-stabile (keine Ironie!) Telekom-DSL-Netz hat mir in den letzten Monaten mehrmals den Arsch gerettet. Wir haben seit Ende September 2023 Glasfaser von der DG. Seither hatte ich zwei kleinere Störungen (unter einer Stunde) und eine große Störung (irgendwas um 11 Stunden).

    Ich will jetzt nicht überdramatisieren, aber es ist ist eine halbe Katastrophe wenn man tagsüber im Home Office sitzt und das Netz ist nicht da, auch wenn es nur für unter eine Stunde ist. Ich bin heilfroh, dass wir weiter DSL parallel laufen haben.

    Von daher: Wenn DSL abgeschaltet werden soll, dann bitte erst wenn a.) die Telekom das DG-Netz überbbaut, b.) übernommen oder c.) zumindest als Dark Fiber angemietet hat. Die schrottige DG-Technik brauche ich nicht und werde garantiert auch keine 50 Euro/Monat nach den 24 Monaten an die DG dafür bezahlen.

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  • Von daher: Wenn DSL abgeschaltet werden soll, dann bitte erst wenn a.) die Telekom das DG-Netz überbbaut, b.) übernommen oder c.) zumindest als Dark Fiber angemietet hat.

    Da hab ich gegenteilige Erfahrungen gemacht. Wenn ich die Ausfallzeiten des DSL Anschlusses meiner Mutter mit denen meines Glasfaseranschlusses vergleiche, dann war meine Mutter öfter und länger offline. Und damit meine ich keine Sync-Verluste (die das größte Problem bei DSL sind und bei Glasfaser nicht auftreten). Ich meine wirklich Ausfälle ausgelöst durch die Infrastruktur der Telekom. Ich monitore das über RIPE Atlas.

    Das super-stabile (keine Ironie!) Telekom-DSL-Netz hat mir in den letzten Monaten mehrmals den Arsch gerettet.

    Da hast du Glück, wenn der DSL Anschluss so stabil ist. Viele DSL Kunden haben da andere Erfahrung gemacht, und je nach Anwendung kann auch das Peering der Telekom zum Problem werden.

    Wie immer ist so eine Erfahrung eine höchst individuelle Einschätzung. Was nicht heißt, dass man nicht vorsorgen sollte. Wenn man aufs Home-Office angewiesen ist, sollte man eine Backup-Verbindung in Petto haben. Das empfehle ich aber dem DSL Kunden genauso, wie dem Kabel- oder Glasfaserkunden. Ich hab auch eine über Mobilfunk, das nur am Rande.

  • Ich möchte da ein wenig vorgreifen, da werde ich in einem extra Thread berichten, wie man bei einem Bruch der Glasfaser vorgeht. Nicht nur technisch, sondern auch vertraglich.

    Ich hatte etwas über 3 Wochen keinen funktionierenden Glasfaserzugang wegen eines Kabelbruches. Jetzt bin ich zwar vermulich um 210€ reicher, jedoch musste ich LTE-Equipment anschaffen und mit den kurzfristigen LTE-Verträgen liege ich immer noch ca 50 € in der Verlustzone. Das ist mir jedoch mein Nervenkostüm wert...

    Immerhin habe ich nun einen LTE-Router und SIM-Karten erhält man glücklicherweise sehr schnell. Also ja, wenn man möglichst immer Netzzugang benötigt, dann sollte man auch einen Plan-B haben.

  • Kurzfristig reicht ein Handy-Hotspot wenn man im Vertrag genug GB hat. Mit bisschen Geduld kriegt man auch was - ich habe z.B. 17 GB/Monat für 8 Euro Monatlich. Reicht für ein Paar tage Home Office.

    Wenn man aber das ganze Heimnetz umstellen möchte, braucht man vermutlich größere Geschütze.

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  • Das scheidet jedoch für eine 24x7 familiengerechte Lösung aus. Interessanterweise bieten einige LTE-Router ein LAN-Passthrough. Da schaltet sich die Versorgung über die Luftschnittstelle automatisch ein, wenn das kabelgebundene WAN ausfällt. In Kombination mit externen Antennen kann das eine sehr interessante Lösung für LTE sein.

    Die aktuell erhältlichen 5G WLAN-Router verzichten sehr häufig auf Anschlüsse für externe Antennen, hoffentlich ändert sich das in der Zukunft.

  • Meine Frau hat denselben Vertrag, also nochmals 17 GB. Und die Tochter hat mit 1,5 Jahre noch kein Handy. Vorteil meiner Lösung sind auch keine zusätzliche Kosten.

    Als bei uns die Straße gebaut wurde und der Bagger den Vodafone Kabel dreimal traf, haben wir so zweimal eine Woche überbrückt. Es war aber schon ziemlich anstrengend.

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  • Für solche Fälle habe ich für 3 Euro monatlich den Congstar standby 1GB LTE Tarif. der Stick übernimmt, wenn an der 5590 die Faser weg ist.

    Hatte ich bis jetzt nur einmal und das nicht tagsüber, so dass es vom Volumen gereicht hat.

    Headquarter: | 250 / 250 Mbit InternetNord/Easybell IP V6

    Router: Unifi Dream Router 7 SC/UPC - LC/APC Adapter direkt am AON Anschluss

    WLAN: 1 x WiFi 7 UDR, 1 x UAP AC Pro Mesh im Gartenhaus