Der Bagger kommt nicht wieder

  • Der Telekom ging es in der Geschichte einzig darum selber bestimmen zu können, welche Pakete sie für die Kunden anbietet, da wird dann auch ein bisher noch nicht sooo interessanter Ausbau plötzlich um Jahre vorgezogen.

    Konkret ging es da glaube ich um 2 Jahre (2025 vs 2023). Ich glaube auch nicht dass eine bisherige Planung für 2025 bedeutete dass der Ort so viel uninteressanter war als andere Orte, die für 2023 und 2024 eingeplant waren/sind. Solche Orte mit um die 5000 EW werden derzeit reihenweise ausgebaut, auch von der Telekom.

    Die Telekom hat der DG in Gablingen wohl auch einen gemeinsamen Ausbau vorgeschlagen, also gemeinsamen Tiefbau. Das wollte die DG wiederum nicht.

  • Der Telekom ging es in der Geschichte einzig darum selber bestimmen zu können, welche Pakete sie für die Kunden anbietet

    Allen anderen geht es um genau das gleiche. Was glaubst du, woher der energische Lobbyismus gegen "Überbauen" und regulierte Vorleistungen kommt? Die Investoren haben Monopolpreise für die nächsten Jahrzehnte im Auge: Echte Konkurrenz unerwünscht.

  • Die Telekom hat der DG in Gablingen wohl auch einen gemeinsamen Ausbau vorgeschlagen, also gemeinsamen Tiefbau. Das wollte die DG wiederum nicht.

    Hmm, das kam in dem Interview jetzt nicht vor, bzw. wurde von dem Presseprecher der DT auch nicht erwähnt. Natürlich kommt es auch darauf an, wie der Beitrag geschnitten wurde, aber ich meine es war ein öffentlich-rechtlicher Sender gewesen, da gehe ich erst einmal von einer neutralen Berichterstattung aus.

    Allen anderen geht es um genau das gleiche. Was glaubst du, woher der energische Lobbyismus gegen "Überbauen" und regulierte Vorleistungen kommt? Die Investoren haben Monopolpreise für die nächsten Jahrzehnte im Auge: Echte Konkurrenz unerwünscht.

    Klar, in dem Punkt tun sich die Unternehmen nichts. Es ist aber schon auffällig, und das nicht nur hier im Forum, wie viele Menschen immer noch der Meinung sind, die DT wäre ein Samariter unter dem TK-Anbietern und da würde immer alles rund laufen.

    Schöne Grüße
    Thomas

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  • Wenn ich sehe, wie so manche Anbieter gestartet sind, ist es auch nicht völlig abwegig, auf ein bewährtes Netz zu setzen, also alles, was nach der letzten Meile kommt.

    Klar lernen die auch dazu. Aber bei zwei Bekannten hier in der Region bin ich schon überrascht, wie schlecht die jeweiligen ISP immer noch sind.

  • Hmm, das kam in dem Interview jetzt nicht vor, bzw. wurde von dem Presseprecher der DT auch nicht erwähnt.

    Die Aussage der DT gibt es z.B. hier:

    "Das Angebot der Telekom einer gemeinsamen Nutzung (Mitverlegung) von Baukapazität wurde von der Deutschen Glasfaser abgelehnt, obwohl beide Unternehmen mit der gleichen Tiefbaufirma zusammenarbeiten."

    Klar, in dem Punkt tun sich die Unternehmen nichts. Es ist aber schon auffällig, und das nicht nur hier im Forum, wie viele Menschen immer noch der Meinung sind, die DT wäre ein Samariter unter dem TK-Anbietern und da würde immer alles rund laufen.

    Die Telekom ist sicherlich kein Samariter, aber ich habe eher den Eindruck dass sich andere Anbieter gerne als "die Guten" im Vergleich zur "bösen Telekom" darstellen.

    Die Deutsche Glasfaser ist ein gutes Beispiel: Anfang 2020 wurden Inexio und die Deutsche Glasfaser von den gleichen Investoren übernommen, seitdem gehört Inexio zur Deutschen Glasfaser. Inexio wiederum hat in den letzten ca. 10 Jahren einige 100.000 Haushalte mit FTTC/VDSL erschlossen., vor allem im Saarland, Rheinland-Pfalz und BW. In diesen Orten ist meist Inexio quasi der "Monopolist" für schnelles Internet.

    Als die UGG zum Start ihrer Aktivitäten in Rheinland-Pfalz den FTTH-Ausbau in mehreren Inexio-FTTC-Gebieten angekündigt hatte, hat die DG öfters mit eigenen Vorvermarktungen gekontert. Man wollte sich die Gebiete natürlich nicht "wegnehmen" lassen. Ähnliches passierte im Juni 2020 in der Gigabitregion Stuttgart: als die Telekom Ende Juni 2020 nach erfolgreicher Vorvermarktung (damals wollte sie noch eine Mindestquote...) den Ausbau in zwei Ortsteilen von Steinheim startete, kündigte die DG wenige Tage vorher an diese Ortsteile ebenfalls auszubauen (beides natürlich Inexio-FTTC-Gebiete). Ganz DG-untypisch war in diesem Fall der Ausbau noch nicht mal an eine Vorvermarktungsquote geknüpft. Und als Vodafone in einigen eher ländlichen Ortsteilen von Freiburg FTTH ausbauen wollte, hat auch hier die DG mit einem eigenen Ausbau gekontert (man ahnt es: Inexio war der lokale FTTC-Anbieter). Hier kam man sogar soweit eigen PoPs aufzustellen, bevor man das Projekt abbrach, mit der Begründung dass man sich von der Stadt benachteiligt fühlte.

    Wenn man dann in den letzten Monaten VATM und Breko liest (bei denen die DG Mitglied ist) wie schädlich schon alleine die Ankündigung eines Doppelausbaus ist, und dabei suggeriert wird dass das speziell ein Problem mit der Telekom ist, dann ist das schon etwas...seltsam.

  • Die Telekom ist sicherlich kein Samariter, aber ich habe eher den Eindruck dass sich andere Anbieter gerne als "die Guten" im Vergleich zur "bösen Telekom" darstellen.

    Das sollte von mir weder ein Statenent für noch gegen die DT sein, es ist einfach meine persönliche Beobachtung, dass die DT in vielen Köpfen halt immer noch als ultimativer Maßstab existiert. 1.000/200 finde ich bei Glasfaser im Upload z.B. schon extrem schwach und genau diese Werte können anderen TK-Unternehmen auch nur bei der Telekom einkaufen und ihren eigenen Kunden anbieten.

    So wie die DT handelt, würde mit Sicherheit auch jedes andere Unternehmen handeln, erst recht wenn die Aktionäre die Ausschüttung von Dividenden erwarten.

    Marktwirtschaft ist schön und gut und fördert im gewissen Rahmen auch den Wettbewerb, aber hier hätte die Bundesregierung klare Regeln setzen müssen. Ideal für den Kunden wäre natürlich gewesen, wenn jedes Netz aktiv gebaut würde und nicht passiv, so könnten andere Provider viel einfacher den Kunden auch dann eigene Pakete anbieten, selbst wenn die Faser einem anderen Unternehmen gehört und man diese einfach nur angemietet hat. Aber die weltweite Tendenz geht eher in Richtung passives Netz bis zum Kunden, was ja, nicht nur unter Umweltaspekten, auch durchaus Sinn macht.

    e.on hier macht es im Grunde genommen eigentlich ganz gut - sie bauen das Netz und sagen im Gegenzug ganz klar, dass das Netz in den folgenden zwei Jahren exklusiv durch e.on genutzt wird und nach Ablauf dieser zwei Jahre wird das Netz für alle anderen Anbieter geöffnet ist. Das gibt dem ausbauenden Unternehmen die Möglichkeit, einen Teil der Investitionskosten direkt vom Kunden zurück zu bekommen und erst im Anschluss etwas weniger Geld mit der Vermietung der Leitungen an andere Anbieter einzunehmen. Finde ich z.B. völlig okay und kann ich auch als Privatkunde aus unternehmerischer Sicht verstehen.

    Leider werden wir hier niemals ein System wie in der Schweiz bekommen, das wäre in unserem Land nahezu unvorstellbar, nur der Leidtragende ist dabei eindeutig der Kunde.

    Schöne Grüße
    Thomas

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  • 1.000/200 finde ich bei Glasfaser im Upload z.B. schon extrem schwach und genau diese Werte können anderen TK-Unternehmen auch nur bei der Telekom einkaufen und ihren eigenen Kunden anbieten.

    Das ist für mich auch mit der Hauptgrund, weswegen ich einen Überbau durch die DTAG inakzeptabel finde und ein Überbau der DTAG-Infrastruktur durch ein anderes Unternehmen fast immer eine gute Sache ist...

  • Leider werden wir hier niemals ein System wie in der Schweiz bekommen, das wäre in unserem Land nahezu unvorstellbar, nur der Leidtragende ist dabei eindeutig der Kunde.

    Schweizer/Französisches Modell wären durchaus machbar wenn man es denn nur wöllte.

    Unsere BnetzA scheint aber wohl anderweitig beschäftigt/abgelenkt zu sein.

    Meine Vermutung ist sie zählt noch die Inhalte der Lobby Geldköfferchen.

  • Das ist für mich auch mit der Hauptgrund, weswegen ich einen Überbau durch die DTAG inakzeptabel finde und ein Überbau der DTAG-Infrastruktur durch ein anderes Unternehmen fast immer eine gute Sache ist...

    Ich finde schon alleine den Überbau durch die DTAG inakzeptabel, da wir alle 30,5% des Unternehmens in Form Aktien besitzen (Anteil der Bundesrepublik an diesem börsennotierten Unternehmen) und mit dem Überbau Rosinenpickerei betrieben wird. Hoffnung dabei ist, die Gebiete aus denen sich in Folge die eigenwirtschaftlich ausbauenden Unternehmen zurückziehen, über Förderprogramme des Bundes auszubauen (wer bezahlt das wohl? Der Steuerzahler). Also gleich zweimal verdient. Aber lassen wir das jetzt, es naht das Wochenende.

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  • Es ist immer genug Platz für mehr als ein Unternehmen. Ohne Überbau ist Vorleistungsregulierung für alle zwingend notwendig. Alles andere führt zu frei agierenden Monopolen und dazu, dass die Kunden ausgenommen werden. Ob der Infrastrukturmonopolist Deutsche Telekom oder Deutsche Glasfaser* heißt, macht keinen Unterschied.

    *) stellvertretend für alle nicht-Exbehörden.

  • Ich denke, dass wir uns im Sinne des Wirtschaftsstandorts Deutschland im Moment auf das Schließen der Lücken konzentrieren sollten. Überbauen kann man, wenn die Versorgung der Bevölkerung und der Industrieflächen (inkl. Landwirtschaft) mit Glasfaser 90% oder mehr erreicht hat. Davon haben im Moment alle mit Sicherheit mehr, als ein bisschen Konkurrenz für 2 oder 3 % der Bürger. Zumal die Tarife auch dort, wo es Konkurrenz durch Kabel der Glas gibt, nicht wirklich anders aussehen.

  • So funktioniert das aber nicht. Wenn ich dem Markt mehr oder weniger freie Hand gebe, muss das, was jetzt passiert, passieren.

    Jetzt hilft nur noch mit der Keule dazwischen zu gehen.

    Hätte man viel besser haben können. Aber von anderen Ländern zu lernen? Nein, natürlich nicht in Deutschland.

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  • Warum auch? In Deutschland kann man doch alles besser... Allerdings selten zum wirklichen Vorteil für den Kunden.

    Schöne Grüße
    Thomas

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  • Ich halte mich für einen sehr technikaffinen Menschen, gleichzeitig bin ich jedoch auch ein sparaamer Mensch. Beim Thema Glasfaserausbau kollidieren diese Einstellungen gleich in zweifacher Hinsicht:

    Zum einen ist GF (zumindest bei der Telekom) deutlich teurer, als mein aktueller Vertrag bei 1&1. Konkret reden wir hier über 50 EUR vs. 25 EUR für eine 250er Leitung. Zum anderen bedeutet der Abschluss eines GF Vertrags 300 EUR zusätzliche Kosten, weil ich über mehrere Monate hinweg zwei Anschlüsse bezahlen müsste. Kulanz wie bei Deutsche Glasfaser (bis 12 Monate frei bei vorhandener Vertragsbindung) gibt es nicht bei der Telekom.

    Vielleicht sollten daher nicht per se alle GF Verweigerer als desinteressierte Technikfeinde abgekanzelt werden. GF ist eine tolle Technik, jedoch nicht um jeden Preis.

  • GF ist eine tolle Technik, jedoch nicht um jeden Preis.

    Und da ist der springende Punkt: Doch, FTTH ist alternativlose Technik und eben weil die Gefahr besteht, dass der Bagger nicht wiederkommt, ist der Preis, den man für einen qualifizierenden Anschluss zahlen muss, kein hoher.

    Jetzt wo 1&1 derzeit Aktionspreise hat, mit welchen man sich ins Telekom FTTH reinkaufen kann, ist es sowieso in den meisten Fällen quasi geschenkt.

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  • Man ist als Teilnehmer, der eine Glasfaseranbindung erhalten kann, in einer Art Zwickmühle, wenn man bereits eine gute Breitbandanbindung besitzt.

    Man kann da nur mit Zukunftssicherheit für Glasfaser argumentieren:

    • es steigen die Anforderungen an Bandbreite.
    • wenn man die Möglichkeit verpasst hat, dann wird der Nachanschluss teuer (aktuell werden Zahlen in Höhe von knapp 2000€/Anschluss publiziert). Billiger wird es nicht.
    • selbst wenn man bereit ist den hohen Preis zu bezahlen, ist es fraglich ob wirklich ein Anschluss erfolgt.
    • eine Immobilie ohne Glasfaseranbindung erfährt eine Wertminderung in einem ausgebauten Gebiet.
    • Ist der Gf-Anschluss erst einmal vorhanden, bleibt er. Gleich ob man ihn weiter nutzt oder nicht.

    Selbst wenn es bedeutet, das für maximal 24 Monate die Haushaltskasse deutlich mehr belastet wird, ich würde es wieder tun.

  • Ich halte mich für einen sehr technikaffinen Menschen, gleichzeitig bin ich jedoch auch ein sparaamer Mensch. Beim Thema Glasfaserausbau kollidieren diese Einstellungen gleich in zweifacher Hinsicht:

    Zum einen ist GF (zumindest bei der Telekom) deutlich teurer, als mein aktueller Vertrag bei 1&1. Konkret reden wir hier über 50 EUR vs. 25 EUR für eine 250er Leitung. Zum anderen bedeutet der Abschluss eines GF Vertrags 300 EUR zusätzliche Kosten, weil ich über mehrere Monate hinweg zwei Anschlüsse bezahlen müsste. Kulanz wie bei Deutsche Glasfaser (bis 12 Monate frei bei vorhandener Vertragsbindung) gibt es nicht bei der Telekom.

    Bei einem Ausbau durch die Telekom direkt wäre ja kein Anbieterwechsel nötig. 250 Mbit/s über Telekom-Glasfaser kosten bei 1&1 derzeit 40 Euro/Monat. Und die 15 Euro Mehrkosten würden sich über die 24 Monate Mindestvertragslaufzeit auf 360 Euro summieren.

  • Bei einem Ausbau durch die Telekom direkt wäre ja kein Anbieterwechsel nötig. 250 Mbit/s über Telekom-Glasfaser kosten bei 1&1 derzeit 40 Euro/Monat. Und die 15 Euro Mehrkosten würden sich über die 24 Monate Mindestvertragslaufzeit auf 360 Euro summieren.

    Die Telekom baut hier als GlasfaserPlus in Kooperation mit einem Investor aus. Bei 1&1 zu bleiben ist daher keine Option. Daher auch doppelte Grundgebühren für mehrere Monate.

    Die 25 EUR im Monat lassen sich bei fristgemäßem Vertragswechsel durchaus realisieren. Bei 1&1 habe ich aktuell 13 Freimonate. Preise < 30 EUR für DSL250 lassen sich regelmäßig bei verschiedenen Anbietern realisieren (siehe Schnäppchenportale) . Unterm Strich würde mich ein Wechsel zu GF in den nächsten zwei Jahren rund 660 EUR zusätzlich Kosten (300 EUR parallel laufende Verträge + 24x 15 EUR Mehrpreis.

    Ja, weniger als die 799 EUR, die aktuell bei einem nachträglichen Ausbau verlangt werden, trotzdem bleibt es eine Stange Geld für einen reinen Technologiewechsel ohne direkten Benefit.

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  • Macht 27,5€/Monat für 24 Monate. Einmal im Monat Essen gehen ist teurer...

    Ja, weniger als die 799 EUR, die aktuell bei einem nachträglichen Ausbau verlangt werden,

    Wenn er denn stattfinden sollte. Das ist ja nicht sicher.

    Glasfaserausbau: Der Bagger kommt nicht wieder - Golem.de
    Sollte Deutschland bis 2030 nicht flächendeckend mit Glasfaser versorgt sein, liegt das auch daran, dass derzeit nicht alle Häuser angeschlossen werden. Diese…
    www.golem.de
  • Wobei die 660 € verteilt auf 24 Monate anfallen und die 799 € in einer Summe fällig werden. Ich wage mal zu Behaupten das 660 € auf 24 Monate verteilt für die meisten Mitbürger und Mitbürgerinnen weniger schmerzhaft sind - vor allem da es bei den Meisten "nur" um einen Internetzugang geht.

    Edit: Ah, da war der HubeBube doch einen Ticken schneller, wir sagen aber im Grunde genommen das Gleiche.

    Schöne Grüße
    Thomas

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