Glasfaser Nordwest - EWE vs Telekom

  • Hallo,

    ich hatte mit dem Thema Glasfaser noch nichts am Hut, dann standen vorgestern jeweils ein Vertreter für die Vorvermarktung von EWE und Telekom an der Tür. Beide lassen anscheinend den Einbau über Glasfaser Nordwest abwickeln.

    Ich wollte fragen welchen der Anbieter man lieber nehmen sollte.

    Lt. allgemeinem Angebot bietet EWE 300 Mbit für 50€ und Telekom 250 Mbit für 55€ ab 7. Monat, also hat EWE das bessere Angebot.

    Was mich jedoch stutzig macht sind die Leistungsbeschreibungen.

    Bei EWE verstehe ich, dass ein vorhandener Zugang zum Haus verwendet wird:

    "Es muss eine geeignete Hauseinführung vorhanden sein (siehe Abschnitt

    A).
    • Während der Installation müssen Strom und Wasser einschließlich der
    erforderlichen Anschlüsse bis zum Installationsort zur Verfügung stehen."
    https://data.ewe.de/-/media/ewe/do…pdf?cb=DAFC43F9

    Kabel in den Außenwelt vom Haus sehe ich im Keller.

    Des Weiteren verstehe ich es so, dass sobald die Glasfaser ins Haus eingeführt wurde, das dieser GF TA im Umkreis von 2 Metern installiert wird.

    Dann habe ich im Keller einen Anschluss, aber Bedenken wie es dann weitergeht. Router im Keller aufstellen halte ich für keine Gute Idee. Von weiterer Leitungsverlegung "nach oben" vom Keller finde ich nichts.

    Dann habe ich nochmal beim EWE Vertreter angerufen und gefragt wie dies ist - er meinte die Bohren auch das Haus an und man spricht sich mit Technikern ab wo was verlegt wird und die können die Dose auch ins EG legen und verlegen auch die Dose noch im Radius von 3 Metern statt 2.

    Die Frage wo ich diese Infos schriftlich finde konnte er nicht beantworten. Will auch nicht, dass es dann später es heißt so wie mir das erzählt wurde wird das nix.

    Bei der Telekom interpretiere ich aus in den Beschreibungen das man für ca. 130€ ein Service Paket buchen kann und die einem dann auch die Decke durchbohren und bis zu 2 Dosen im Haus verlegen.

    Da tendiere ich nun doch zur Telekom auch wenn langsamer für mehr Geld.

    Oder gelten diese Leistungsbeschreibungen für den direkt Ausbau der einzelnen Anbieter und gelten wegen Glasfaser Nordwest wieder andere Leistungsbeschreibungen (die ich nicht finden konnte)

    Der Telekom Vertreter hat mit der super Kompetenz und Professionalität der Telekom geworben.

    Habe hier schon gelesen, dass empfohlen wird bei möglichst mehreren Anbietern abzuschließen, aber wenn eh Nordwest dies baut, dann macht es in meinem Fall keinen Unterschied? Beide Vertreter sagten mir der Anschluss kommt in jedem Fall, auch wenn sich die Nachbarn dagegen entscheiden. Mein Nachbar (ex Telekom Mitarbeiter) meinte Ihm hätte der Telekom Vertreter erzählt, dass sie es nur bei 50% (die anscheinend GF buchen) machen und der Stand bei 11% liegt. Aber vielleicht ging da auch was durcheinander oder falsch verstanden.

    Was habt ihr da für Erfahrungen auch bzgl. Hauseinführung und Keller? Mache ich mir da zu viele Gedanken?

  • Da nur GFNW baut, wird die Wahl des Providers bei dir keinen baulichen Unterschied machen. 300/75 für 5€ weniger Geld als 250/50 sind natürlich eindeutig. Für einen Tarif mit 50 Mbit Upload würde ich die Straße gar nicht erst aufreißen lassen.

  • Meine größte Sorge: die nutzen einen Zugang zum Haus für Leitungen im Keller und hauen dort danach im Umkreis von 2 Metern die GF Dose hin, Vertrag beginnt und ich habe dann das Problem wie ich es schaffe den Anschluss im Keller mit dem Router im EG damit in Verbindung zu bekommen.

    Wie sind bei GFNW da eure Erfahrungen mit dem Einbau?

    Sind die flexibel und bohren ggf. auch das Haus im EG an und verlegen es nach Wunsch in den Raum in dem zur Zeit der Router steht?

    Oder werden die Leute da zum Heimwerker und bohren sich selber Löcher in die Decke vom Keller?

    Beauftragen die Leute meist Fachfirmen, die das dann erledigen (Größenordnung was kostet sowas)?

    Oder gibt es andere Lösungsansätze?

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  • Wenn Du Dir das Bohren nicht selber zutraust, dann such Dir ein Elektrofachunternehmen, das Elektroinstallationen, insbesondere auch Computernetzwerke, durchführt. Der Zeitaufwand dürfte, je nach baulichen Umständen (Fußbodenheizung, vorhandene E-Installationen etc.) eine Stunde nicht überschreiten.

  • wie ich es schaffe den Anschluss im Keller mit dem Router im EG damit in Verbindung zu bekommen.

    Wie sind bei GFNW da eure Erfahrungen mit dem Einbau?

    Sind die flexibel und bohren ggf. auch das Haus im EG an und verlegen es nach Wunsch in den Raum in dem zur Zeit der Router steht?

    Oder werden die Leute da zum Heimwerker und bohren sich selber Löcher in die Decke vom Keller?

    Also solche Fragen werden geklärt bei der Begehung vor Aufnahme der Arbeiten.

    Angenommen du hast einen Keller (was ja nicht für alle Häuser gilt - bei uns haben nur 2 von ca 30 einen Keller), dann müsstest du halt fragen ob sie dir oberirdisch einführen.

    Der Ausbau wird von GFNW gemacht, sprich es ist in dieser Hinsicht völlig egal wo du bestellst.

    Und ja: andere Leute legen da dann ein Kabel. Dein DSL oder TV-Kabel-Anschluss kam ja auch irgendwie vom Keller ins EG, oder?

    Das ist jetzt auch nicht die ganz große Sache, wenn es nicht diagonal quer durchs Haus sein soll, ist das schnell erledigt. Ruf dir einen Elektriker, der macht das in einer Stunde.

    Oder du setzt ein paar Repeater oder nutzt powerline.

    Ich würde klar zum Kabel raten.

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  • Hallo, ein Punkt wurde beim Vergleich der beiden Anbieter bislang völlig ausgeklammert. Die EWE ist zwar seit der Tarifänderung von Anfang diesen Monats günstiger bzw. etwa Preisgleich zur Telekom, bietet aus heutiger Betrachtungsweise aber keinen vollwertigen Internetanschluss.

    Internetanschlüsse die in diesem Jahrzehnt realisiert werden, stellen den Kunden überlicherweise neben IPv4 auch IPv6 zur Verfügung. Die Telekom stellt (seit etwa 2012 bei DSL und Fiber) hier vollwertige Dualstack Anschlüsse zur Verfügung, während z.B. von der Deutschen Glasfaser die Dualstack Lite (DSLite) Anschlusse zwar ebenfalls über IPv4 und IPv6 verfügen, aber der Anschluss von außen nur über IPv6 erreichbar ist.

    Die EWE liefert trotz Zusagen das Dualstack eingeführt wird (das behaupten sie nachweisbar seit etwas über 6 Jahren) bis heute nur IPv4 only Anschlüsse, muss man technische Krücken bauen, um immer mehr IPv6 only Server im Internet zu erreichen. Der Grund dafür ist, dass es inzwischen kaum noch freie IPv4 Adressen gibt. Wer sich dafür interessiert, findet bei Google massenweise Futter fürs Hirn. :)

    Fazit: Für einen einfachen Anschluss mag IPv4 only heute noch reichen, da die EWE aber auf Nachfrage bis heute nicht Mal einen Zeitraum nennen mag, bis wann sie auch IPv6 bieten, wird die Anzahl der IPv6 Server zunehmen, die für EWE Kunden nur mit technischen Kniffen zu erreichen sind.

  • ... während z.B. von der Deutschen Glasfaser die Dualstack Lite (DSLite) Anschlusse zwar ebenfalls über IPv4 und IPv6 verfügen

    Die Anschlüsse der deutschen Glasfaser sind nicht DS-Lite! Der Unsinn hält sich seit Jahren, ist aber komplett falsch. Die DG Anschlüsse sind echtes Dualstack mit CGNAT. Den Unterschied sollte man bei der Auswahl eines geeigneten Routers und der Konfiguration auf dem Schirm haben, und wir hatten hier im Forum nicht nur einmal Probleme damit.

  • Die Anschlüsse der deutschen Glasfaser sind nicht DS-Lite! Der Unsinn hält sich seit Jahren, ist aber komplett falsch. Die DG Anschlüsse sind echtes Dualstack mit CGNAT. Den Unterschied sollte man bei der Auswahl eines geeigneten Routers und der Konfiguration auf dem Schirm haben, und wir hatten hier im Forum nicht nur einmal Probleme damit.

    Ok, das wusste ich tatsächlich nicht, ich hatte in einem anderen Forum gelesen, das DS-Lite zum Einsatz kommt, und bei einem DG Kunden Probleme mit der fehlenden IPv4 Erreichbarkeit. Das haben DS-Lite und CGNAT nämlich gemeinsam.

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  • Ja, der Unsinn wird leider häufiger wiederholt. Das offenbart jedoch in vielen Fällen das technische Unverständnis, eine Unwilligkeit zum Hinterfragen von Sachverhalten oder schlichtweg den Mangel an Akzeptanzvermögen des jeweiligen Autoren.

  • Die EWE liefert trotz Zusagen das Dualstack eingeführt wird (das behaupten sie nachweisbar seit etwas über 6 Jahren) bis heute nur IPv4 only Anschlüsse, …

    Du beziehst dich auf die Aussagen von @Moin_Ewe bei Twitter (ein echter Running Gag)? Oder hast du es noch irgendwo anders her?

    Ich empfinde das auch als ziemliche Blamage, persönlich stört es mich aber (noch) nicht.

  • Eigentlich ist ein Internetanschluss ohne direkte IPv4 Erreichbarkeit halb so wild, wenn nicht die Endgeräteanbieter hier und da auch Ihre Hausaufgaben vergessen hätten. AVM hat bei den FRITZ!Boxen lange Jahre VPN Fähigkeit auch auf Kabel FRITZ!Boxen versprochen, trotz des besseren Wissens, dass Vodafone bei vielen Kabel Internetanschlüssen (hier tatsächlich) nur DS-Lite angeboten hat, und ein VPN Tunnel zwischen zwei dieser Anschlüsse unmöglich war. Erst ab FRITZ!OS 7,39 Labor ist es möglich zwei FRITZ!Boxen an IPv6 Anschlüssen mit DS-Lite oder CGNAT per VPN miteinander zu verbinden. Es gibt leider noch immer viel zu viele Geräte bei denen die IPv6 Implementation bestenfalls als mangelhaft bezeichnet werden kann, zusätzlich dazu, dass es auch noch immer ISPs gibt, die IPv6 bis heute nicht anbieten. Wenn die Hardwarehersteller das auf die ISPs schieben, und die ISPs auf die Hardwarehersteller, wird das nie was :|

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  • Du beziehst dich auf die Aussagen von @Moin_Ewe bei Twitter (ein echter Running Gag)? Oder hast du es noch irgendwo anders her?

    Ich empfinde das auch als ziemliche Blamage, persönlich stört es mich aber (noch) nicht.

    Nicht nur, ich bin - weil die Telekom hier kein VDSL ausgebaut hat (die EWE war schneller) - im jahr 2017 zur EWE gewechselt, und hatte bis dahin bereits 5 Jahre bei der Telekom einen funktionierenden Dualstack ADSL2+ Anschluss mit 16/2.8 MBit. Nach dem Wechsel zur EWE habe ich erstmal eine Störung gemeldet, weil ich von einer Fehlkonfiguration ausgegangen bin, und musste erfahren dass die EWE 2017 noch kein IPv6 angeboten hat. Mit wurde jedoch versichert, dass man bereits daran arbeiten würde, IPv6 auch für EWE Kunden anzubieten. Als ich Mitte 2021 dann erfahren habe, das Glasfaser Nordwest hier FTTH ausbaut, habe ich mich sehr gefreut, wieder zur Telekom zurückwechseln zu können.

  • Nur als Ergänzung: AVM gilt als Klassenprimus bei der IPv6 Unterstützung. Das hat ein sehr umfangreicher IPv6 Routertest (25 Router) bzw. Bericht darüber in einer Ausgabe von c't aus diesem Jahr ergeben.

    Hier ein mittelbarer Link zum Artikel:

    IPv6, Router und Netzbetreiber. Was alles nicht funktioniert. c´t - Test - ubiquiti - Deutsches Fan Forum
    Hallo,in der aktuellen Ausgabe der c´t wurden viele Router hinsichtlich ihrer Tauglichkeit bei IPv6 getestet.Das Ergebnis war "bescheiden", auch bei Ubiquiti.…
    ubiquiti-networks-forum.de
  • Ich weiß, und mag die FRITZ!Boxen auch sehr. Nur mit der fehlenden Unterstützung von IPv6 bei VPN Verbindungen bin ich in meiner Funktion als AVM Partner dem lieben Gordon Priebe im Laufe von rund 10 Jahren bestimmt häufiger auf den Senkel gegangen, da ich bei allen Gelegenheiten gefragt habe, wann die fehlende Funktion nachgereicht wird. Mit dem inzwischen für viele Boxen verfügbaren FRITZ!OS 7.5x war es dann ja endlich soweit. Das auch Gordon von der neuen Funktion angetan war, beweist sein Video zum Thema VPN und Wireguard als FRITZ!OS noch ausschließlich als Laborversion zu bekommen war ;)

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  • Mit wurde jedoch versichert, dass man bereits daran arbeiten würde, IPv6 auch für EWE Kunden anzubieten.

    Geiles Ding, wo diese Zuversicht wohl her kam? Hotline mal wieder 🤪

    Anscheinend beschweren sich noch zu wenige Kunden bezüglich IPv6. Hoffe mal, sie gehen dann zumindest auf echtes Dual-Stack, wenn die Hölle zufriert.

  • Anscheinend beschweren sich noch zu wenige Kunden bezüglich IPv6. Hoffe mal, sie gehen dann zumindest auf echtes Dual-Stack, wenn die Hölle zufriert.

    Die Hoffnung auf eine zeitnahe Lösung durch die EWE habe ich schon lange aufgegeben. Selbst die Glasfaser Festverbindungskunden die ich betreue, die der EWE jeden Monat hunderte von Euro für den Anschluss zahlen, haben bis heute ausschließlich IPv4 only Anschlüsse. Das habe ich einer Mitarbeiterin der EWE Tel Hotline gesagt, als Sie sich mit "das gibts bei uns bislang nur für Geschäftskunden" herausreden wollte. Wenn DSL Kunden für eine Aufgabe dringend IPv6 benötigen, empfehle ich einen Wechsel zu den Regio Anschlüssen der Telekom, die auf den Leitungen der EWE inzwischen echten Dualstack anbieten (das war zu Beginn der Regio Anschlüsse auch noch IPv4 only). Wenn Glasfaser hier durch GFNW ausgebaut wird, empfehle ich i.d.R. auch eher die Telekom, nur wenn der Kunde ausschließlich einen FTTH Anschluss direkt von der EWE bekommt, muss man eben tricksen.

  • Nur mit der fehlenden Unterstützung von IPv6 bei VPN Verbindungen bin ich in meiner Funktion als AVM Partner dem lieben Gordon Priebe im Laufe von rund 10 Jahren bestimmt häufiger auf den Senkel gegangen,

    Die VPN Funktionen habe ich persönlich gar nicht vermisst. Dagegen gibt es andere Mängel, die mich im WLAN-Bereich mittelfristig zu devolo als AP/Mesh-Repeater tendieren lassen und dann stelle ich die Frage ob eine Gigaset GO-Box dann nicht auch die Telefoniefunktion übernehmen soll. Was hält mich dann noch bei AVM? Ich warte noch die Verfügbarkeit von WiFi 7 im devolo Portfolio ab und werde dann ggf. meine Infrastruktur neu konzeptionieren. Sicher werden es komplett lüfterlose Komponenten werden. Ich habe ja Zeit, mich drängt da nichts.

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  • Dagegen gibt es andere Mängel, die mich im WLAN-Bereich mittelfristig zu devolo als AP/Mesh-Repeater tendieren lassen

    Da würden mir auch ein paar einfallen, z.B. dass ich die Kanalbandbreite im 5 GHz WLAN nicht auf 80 MHz begrenzen kann, um damit in der Nähe von Wetterradarlagen z.B. auf Kanal 36 störungsfrei 5 GHz WLAN nutzen zu können. Die Option das zu Konfigurieren wurde leider in FRITZ!OS 7.2x abgeschafft. Das wird dann aber hier eher Off-Topic, können wir aber - wenn Du Interesse hast - per PM vertiefen.