Endgerätewahlfreiheit - aktueller Bericht

  • GPON ist kostengünstiger, bis zu 64 Leute auf eine Leitung. Und die Aktionäre wollen auch noch ihr Geld haben

    Die eingesparten Kosten werden dann für erhöhten Support ausgegeben und da Personal knapp und teuer ist, auch dort. Und da Support und Personalausgaben Dauerkosten sind im Gegensatz zu den Investitionen für die Erstellung des AON Netzes ist dann ein Break even irgendwann erreicht ...

  • Nicht wenn man das GPON Netz möglichst effizient und resilient errichtet und betreibt. Aus dem Motiv ist, man muss ja auch in der Lage sein sich in andere Positionen hinein zu versetzen, die Ablehnung der Endgerätefreiheit vieler Provider nachvollziehbar. Man kann sie trotzdem fordern, ohne zu negieren, dass es für Provider einfacher wäre, würde sie nicht existieren.

    Auch ist festzustellen, dass Mehrkosten in der Organisation, bei Erstellung der Software, usw. über die Mischkalkulation auf alle Kunden umgelegt werden. Wobei ohnehin Kunden wie meine Mutter, die am Monatsende 10-20 gb Traffic in ihrer Fritzbox stehen hat, Kunden wie mich de facto ohnehin subventionieren.

    Es würde halt das Prinzip, dass die Poweruser de facto auf Kosten aller günstiger wegkommen, einmal mehr weiterführen. In dem Sinne wäre ein unterschiedliches Preismodell auch eine weitere Möglichkeit. Sei es eine saftige Gebühr für jede Aktivierung eines eigenen Endgerätes (Modem), auch bei jedem Wechsel, damit der Provider im Einzelfall alles prüfen kann bzw. möglicher Mehraufwand durch eine Störung und der zusätzliche Aufwand bei Software, Organisation, usw. abgedeckt ist.

    Nur sind die meisten Poweruser genauso Geizkragen wie jeder andere Verbraucher im Land, wären davon also vermutlich auch nicht zu überzeugen sondern wollen im Monat mehrere Terrabyte Traffic ziehen, ihr eigenes Endgerät anschließen und selbstverständlich genauso soviel zahlen wie meine Mutter mit ihrem Providergerät und außer Homebanking, Google, Email und Reisebuchung keinerlei Traffic. So gibt es halt gegensätzliche Interessen und am Ende geht's allen, egal wie salbadernd es verpackt wird um Geld. Es wäre erfrischend, würden das alle Beteiligten halt auch offen einräumen und nicht immer um den heißen Brei herumreden. Die Provider wollen die Netze möglichst einfach und damit billig halten, mit möglichst wenig Overhead, die Poweruser wollen alles und möglichst nichts bezahlen und zwar Pronto.

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  • Traffic verursacht nur wenig Kosten. Dass die Leitung überhaupt existiert verschlingt bereits den Löwenanteil. Die Querfinanzierung fällt daher vermutlich außerordentlich gering aus.

    Vielmehr ist es so, dass ohne die teuren Tarife die Basisanschlüsse teurer werden müssten. Siehe Init 7 in der Schweiz.

    Zudem leisten Power User in der Bekanntschaft kostenlosen Support für den Provider. Das ist meiner Einschätzung nach höher zu bewerten.

    Also zahlt deine Mutter eigentlich zu wenig. 😉

  • Erst mal haben die Leute vom Land (wo einige heute noch) keine 2 Mbit bekomme. Aber bezahlen für ein 50 Anschluss. War Jahre lang selber davon betroffen. So 10 bis 50 Abbrüche am Tag war normal. Daher bin ich nun froh, FTTH zu haben (geförderter Ausbau).

    Wen man die Chance bekomme auf AON zu gehen würde ich dieses immer wieder machen. Aber die meisten sind erst mal froh, dass sie überhaupt erst mal FTTH bekommen können. Da ist es auch egal, dass es GPON ist.

    Daher hoffe ich mal das wann der nächste Schritt ist, das sie von GPON auf AON das ändern.

    Denn in Österreich haben viele Dörfer schon Probs mit ihrem Speed auf den GPON, da zu viele auf einer Leitung sind. Und die habe es schon geändert bis zu 16 nur noch auf einer Leitung

    Einmal editiert, zuletzt von Crash Override (25. September 2023 um 22:56)

  • Traffic verursacht nur wenig Kosten. Dass die Leitung überhaupt existiert verschlingt bereits den Löwenanteil. Die Querfinanzierung fällt daher vermutlich außerordentlich gering aus.

    Vielmehr ist es so, dass ohne die teuren Tarife die Basisanschlüsse teurer werden müssten. Siehe Init 7 in der Schweiz.

    Zudem leisten Power User in der Bekanntschaft kostenlosen Support für den Provider. Das ist meiner Einschätzung nach höher zu bewerten.

    Also zahlt deine Mutter eigentlich zu wenig. 😉

    Du sagst es selbst, die Infrastruktur verschlingt die meisten Kosten. Und die kann nur so extrem überbucht provisioniert und skaliert werden weil die meisten Kunden keine Poweruser sind. Sonst müsste man alles auf den Faktor 10, 20 oder 30 auslegen, mit horrenden Mehrkosten. Wären alle User Poweruser, dann wäre niemand Poweruser, weil das so gar nicht finanzierbar wäre. Ganz ähnlich wie zum Beginn, als quasi nur Poweruser (nach den damaligen Verhältnissen) online waren. Entsprechend teuer war das gemessen in damaliger Kaufkraft. Ähnlich teuer wäre es jetzt auch wieder, nur auf dem heutigen technischen Niveau, würden sich die Kosten nicht derart breit verteilen. Ungefähr 1% der User verursachen die Hälfte des Traffics, das ist seit ca. 15 Jahren konstant. Und economics of scale sind zeitlos.

    Ansonsten: AON kommt garantiert nicht zurück. Anbieter die mal mit AONA anfingen haben es auch schon aufgegeben so aufzubauen. Ist preislich nicht darzustellen.

    Das shared medium Problem ist ökonomisch halt nicht weg zu bekommen. xDSL war eine Ausnahme, da hier die letzte Meile schon verlegt war und "Kupfer AON" so möglich war, so dass man nur den "Kupfer PoP" alias MSAN upgraden musste.

    Ports sind verdammt teuer und die Hardware kostet pro Port ungefähr gleich viel, ob du zB 32 Anschlüsse auf einen Port gebündelt hast (GPON) oder jeder Anschluss einen eigenen Port hat. Faktor 32 an Mehrkosten in dieser ratio...

    Ich habe im Hinterkopf, dass je nach Card jeder Port ungefähr 300€ kostet. Ob du jetzt für 32 Kunden insgesamt 300€ oder 9.600€ (32 x 300€) in den Port investieren musst, dann rechne das mal nur für ein Dorf hoch. Der genaue Betrag pro Port ist irrelevant, das ist auch nur ein Beispiel zur Verdeutlichung der Kostenunterschiede.

    Und beim Technologiewechsel, für die es wieder neue Hardware im PoP braucht, hast du auch nur 1/32 der Upgradekosten die bei AON anfallen. Der Kostenvorteil bleibt also dauerhaft bestehen bzw. realisiert sich immer wieder neu. Ich würde vermuten, dass alte AON Gebiete sogar auf GPON umgebaut werden wenn's zB um eine Aufrüstung für Tarife über 1 Gigabit geht.

    2 Mal editiert, zuletzt von Derwisch (25. September 2023 um 23:14)

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  • Ich vergleiche den GPON Ausbau einfach mal mit rausgeschmissenen Geld für Vectoring. Hätten nicht viele Stadtwerke oder kleine Anbieter regional angefangen, FTTH immer mehr aus zubauen. Würde ein ganz großer es bis heute immer noch nicht machen. Aber heute machen sie ja immer mehr auch Rosinen picken. Oder blockieren geförderte Ausbauten.

  • dd97
    25. September 2023 um 12:05


    PS: hier ein schöner Einzelfall der zeigt welcher Supportaufwand entsteht wenn ein eigenes Endgerät am LWL hängen soll.

    Dafür, dass die Ethernetkabel aus der 5590 natürlich trotzdem auf Kupferbasis verkabelte Geräte anbinden bzw. das WLAN die selbe Qualität hat. Nicht einmal der Stromverbrauch unterscheidet sich. Der typische ONT zieht ca. 4 Watt Dauerleistung, die 5590 ca. 12 Watt, eine 4060 zieht 8 Watt und hat sogar besseres WLAN. Vom Stromverbrauch wäre die Kombination ONT + 4060 identisch gewesen, von der Funktionalität sogar besser, der Kaufpreis der 4060 liegt deutlich unter der 5590.

    Und sollte es mal zu einer Störung kommen geht der Spaß von vorne los. Während ein eigener Router hier vergleichsweise unkompliziert ist, sollte die LED am ONT eine Störung anzeigen ist so oder so der Provider zuständig und kann sich nicht auf das eigene Endgerät des Kunden herausreden (und wenn's das wirklich war zahlt man nämlich den Technikereinsatz).

    Auch für fortgeschrittene Nutzer kann es schon ein zweifelhafter Segen sein, ein eigenes Endgerät an den LWL anschließen zu wollen, eine Wahl die mancher vielleicht anders getroffen hätte, würden alle Vorteile und Nachteile sachlich kommuniziert. Das machen weder Provider, die am liebsten nur Nachteile kommunizieren, noch die Community, die am liebsten nur über Vorteile spricht.

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  • Das kann ich bestätigen. Anbinden über Glasfaser oder wechsel von ONT ist bei DG, wenn dafür freigegeben kein Problem und funktioniert einwandfrei. War auch beim ersten Anbinden funktionsfähig.

  • Wichtig wäre dass das Netz in PtP Weise gebaut werden würde.

    Das erlaubt den Betrieb in PtP als auch PtMP weise und Open-Access auf dem Passive Layer wodurch mehrere Netzbetreiber möglich sind und auch mehrere unterschiedliche Technologien was den Betrieb des Netzes angeht.(Ob das Betreiber-Modell mehrere Netzbetreiber zulässt ist wieder eine andere Geschichte)

    Wo hingegen ein PtMP gebautes Netz nur 1 Netzbetreiber zulässt und als Technologie nur PON möglich ist. (Theoretisch könnte ein 2ter Netzbetreiber sich ein andere Spektrum nehmen was noch frei ist, z.b. das XGS-PON das wird der erste Netzbetreiber aber kaum zulassen ;) )

  • Wo hingegen ein PtMP gebautes Netz nur 1 Netzbetreiber zulässt und als Technologie nur PON möglich ist. (Theoretisch könnte ein 2ter Netzbetreiber sich ein andere Spektrum nehmen was noch frei ist, z.b. das XGS-PON das wird der erste Netzbetreiber aber kaum zulassen ;) )

    Wobei der Netzbetreiber Glasfaser Nordwest (ein Konsortium aus Telekom und EWE) ja neben der Telekom und der EWE noch zahlreiche Stadtwerke mit an Board hat, die alle als eigene Betreiber auftreten. Es sei denn, Glasfaser Nordwest tritt alleine als Netzbetreiber auf, und alle nennen wir sie Mal Vermarkter kaufen nur ein Vorleistungsprodukt ein. Es ist jedoch auffällig das Kunden am Glasfaser Nordwest Netz entweder einen Telekom oder EWE BNG als Gegenstelle haben, und keinen von Glasfaser Nordwest.

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  • Nun hat ebenfalls der Verbund der Telekommunikations-Endgerätehersteller (VTKE) eine Stellungnahme bei der BNetzA abgegeben:

    Endgerätefreiheit und Störungen: Keine Beispiele für erzwungenen Ausbau von eigenen ONTs - Golem.de
    Die von den Telco-Branchenverbänden beantragte Beendigung der Endgerätefreiheit in Glasfasernetzen basiere auf keiner "objektiven technischen Grundlage". Die…
    www.golem.de

    Aktuelles – VTKE

    Einmal editiert, zuletzt von HubeBube (17. Oktober 2023 um 16:02)

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  • Glasfaser Nordwest und Glasfaserplus: Auch Glasfasernetzbetreiber sind für Endgerätefreiheit - Golem.de
    Zwei FTTH-Betreiber sind gegen fest verbaute Glasfasermodems hinter der Anschlussdose und vor dem Kundenrouter. Beide sind Joint Ventures der Deutschen Telekom.
    www.golem.de

    XXXX - 2002 Telefon

    12.03.2002 T-ISDN XXL

    20.10.2005 T-ISDN Call Time 240 Freiminuten

    13.05.2006 T-DSL 2000 (Speedport W501V)

    18.09.06 Wegfall T-ISDN Call Time ISDN und zugebucht Call & Comfort/T-ISDN

    2006-2008 Tarif Umstellung

    24.11.2008 Wegfall Call & Surf Comfort (2) T-ISDN

    zugebucht Call & Surf Comfort Universal (4)

    15.05.2015 Wegfall Call & Surf Comfort Universal (4)

    Zugebucht Surf Comfort All-Net (DSL Ram 6000)

    8.6.22 EWE Glassfaser 300

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  • Ein zartes Pflänzchen der Hoffnung keimt...

    Abwarten ob der Nikolaus oder Knecht Ruprecht kommt. Bis 6. Dezember 2023 können noch Stellungnahmen von Firmen, Verbänden und Organisationen abgegeben werden.

    BNetzA: Mehrheit kämpft für freie Glasfaser-Router
    Nachdem die Glasfaser-Verbände die Routerfreiheit bei Glasfaser einschränken wollten, hat die BNetzA um Stellungnahmen gebeten. Die fallen vernichtend aus -…
    www.teltarif.de

    Bundesnetzagentur - Schnittstelle Netzabschluss

  • Mich verblüffen immer wieder die Kommentare bei solchen Meldungen.

    Das ist auch bei Heise zu beobachten.

    Da gibt es Kommentatoren, die das Ansinnen sogar befürworten. Begründung oft: Es ist doch praktisch, den Router an das ONT anschließen zu können.

    Ich frage mich immer, was die Leute daran nicht verstehen. Es geht doch nicht darum, die Leute auf eine Fritzbox 5590 zu zwingen. Wer möchte, und für viele ist es eine gute Lösung, darf doch gerne ein (Provider-) ONT einsetzen.

    Aber lasst den Leuten doch bitte die Wahl.