Warum laufen Nachfragebündelungen so schleppend?

  • Hallo zusammen,
    es ist erschreckend auffällig, dass, egal wo, sogenannte Nachfragebündelungen in Sachen Glasfaser für meine Begriffe immer noch sehr schleppend verlaufen.
    Bei diesen NFB geht es grundsätzlich darum, eine für den Ausbau mit Glasfaser wirtschaftliche Lage zu schaffen. Meistens wird ein Anteil von 40 % der potentiell zur Verfügung stehenden Anschlüsse benötigt oder gefordert, um einen Ausbau eigenwirtschaftlich starten zu können. Diese "Hürde" scheint vielerorts unüberwindbar.
    Das Thema Glasfaserausbau ist mit Sicherheit für die meisten Internetnutzer kein unbekanntes. Somit könnte der Nutzen und auch der große Vorteil der Glasfaser der Mehrheit bekannt sein. Vor allem, wenn man in einigen sozialen Netzwerken die doch deutlich vernehmbare Unzufriedenheit mit der bisherigen Technik via Kupferkabel und Vectoring liest.
    Kommt es dann aber tatsächlich zu einem Plan, den eigenen Ort mit Glasfaser auszubauen, und dabei ist es egal von wem, laufen die dafür erforderlichen Werbemaßnahmen und NFB zunächst deutlich ins Leere. Meistens sind zwei Wochen oder weniger vor Ende solcher NFB noch nicht einmal 25 % der nötigen Verträge abgeschlossen. Viel zu oft wird diese Hürde von 40 % dann aber auch tatsächlich nur knapp überschritten. Deutlich zu oft aber wird nicht einmal daran gekratzt. Selbst in Orten, die sogar noch eine zweite Chance für die Glasfaser bekommen, also das Thema hinreichend kennen sollten, passiert ziemlich wenig dahingehend. Wenn man sich mal einige Angebote anschaut, bei denen ein FTTH-Anschluß sogar kostenlos installiert wird, ist es für meine Begriffe unbegreiflich, das nicht in Anspruch zunehmen.

    Meine Frage dazu: Warum?
    Warum ist das so?
    Was hält davon ab?
    Welche Befürchtungen gibt es?

  • Sehr gute Frage. Ich sehe vor allem folgende Gründe:
    1. Kupferkabel-Lobbyismus. es wird tatssächlich gegengesteuert und angeraten nicht zu unterschreiben. Die Telekom würde ja auch "Glasfaser" anbieten.
    2. Einigen reichen tatsächlich noch 16 Mbit/s aus.
    3. Einige scheuen die Umbauarbeiten im Haus. Klingeldraht im Haus geht dann ja nicht mehr.
    4. Unzureichendes Interesse. Thema sei weniger wichtig.

    • Offizieller Beitrag

    Ohne jemanden etwas vorwerfen zu wollen, würde ich noch den Punkt „Bequemlichkeit“ hinzufügen. Viele sind mit ihrer bisherigen Leitung „Stand jetzt“ zufrieden. Es gibt im ländlichen Raum weniger Abhängigkeiten zu zwingend schnellem Internet. Dieser Bedarf wird sich aber zukünftig ändern und hier muss man eine gewisse Weitsicht haben.

    Weiterer Punkt ist der demografische Wandel in ländlichen Regionen.

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    • Offizieller Beitrag

    Mir fällt noch ein weiterer Punkt ein: Bedenken

    Inwiefern besteht künftig die Befürchtung, dass Helinet, EWE, Deutsche Glasfaser und Co. ihre Leitungen jetzt verlegen und dann dauerhaft eine Monopolstellung nutzen, indem sie das Netz für mehr als nur ein paar Jahre ohne Mitbewerber anbieten?

    Wird die Telekom dann sagen, wir verlegen ein eigenes Netz? Es gibt Beispiele in Deutschland, wo dies tatsächlich geschehen ist.

  • ...und eben das Thema Internet-TV...
    Magenta-TV wollen die meisten nicht aufgeben. Anscheinend ist noch nicht angekommen, dass die Telekom dieses Angebot auch für sog "Fremdkunden" anbietet.
    Möglich, dass man bei Magenta erkannt hat, dass ein größerer Teil der Kundschaft doch bereit ist zum Wechsel. Um da auch noch verdienen zu können und mit Netflix und co mithalten zu können, blieb wohl keine andere Wahl...


  • ...und dann dauerhaft eine Monopolstellung nutzen, indem sie das Netz für mehr als nur ein paar Jahre ohne Mitbewerber anbieten?

    Macht nicht genau das die Telekom mittels Vectoring?
    Allein der Versuch, ein Monopol anzustreben und dann noch mit zweitklassiger Technik ist für mich verwerflich und definitiv ein Grund, den Anbieter zu wechseln.
    Anders finde ich das, wenn vernünftige Technik dahinter steckt. Und das ist bei Glasfaser gegeben. Auch finde ich es als völlig in Ordnung, das aufgebaute Netz zunächst einmal geschlossen zu halten. Schließlich ist es eine nicht zu geringe Investition, so etwas aufzubauen und muss (sollte...) dann auch Gewinne erzielen. Klar ist ein (wenn auch vll zeitlich begrenztes) Monopol immer schlecht für den Kunden, schlechter dran ist man jedoch bei der Telekom...

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  • Ich sehe noch ein weiteres, grundlegendes Problem: Eine gewisse "Zurückhaltung" gegenüber den Verkäufern. Das denken, dass hier Drücker unterwegs sind.

    Wenn es wirklich eine Anbieterneutrale Aufklärung und Information gäbe, also von nicht Vertriebsmitarbeitern des Anbieters, würden wohl viele pontentielle Kunden eher unterschreiben.

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  • Was ich bei uns beobachten konnte ist das DG auch gerne sehr schleppend die Zahlen veröffentlicht um einen gewissen "Druck" auszuüben.... bei uns ist die Woute auch erst beim letzten auszählen erreicht worden und schlagartig von 19% auf über 40 gesprungen... die wochen Davor nur 1-2 % Punkte....

    Problem ist auch das DG in Nachbargemeinden schon einen schlechten Ruf hat... sowie durch ipv6 auch viele Probleme auftreten was z.B. vpn´s fürs Homeoffice betrifft... Sowas spricht sich rum - und nicht jeder ist n der lage diese Probleme zu lösen

    • Offizieller Beitrag

    Grundsätzlich ist es schwer, in wirtschaftlich schwächeren Regionen (am Beispiel östliches OWL in NRW) Glasfasertechnologie zu vertreiben. Die Menschen sind einerseits skeptisch gegenüber der neuen Technologie und sind oft der Meinung, dass ihre bisherige Technologie ausreichend ist. Andererseits und gerade in diesen Regionen, wo jüngere Menschen aufgrund der schwachen Wirtschaftslage evtl. in bereits wirtschaftlich stärkeren Teilen Deutschlands leben, ist es dann schwer eine Nachfrage nach dieser Technologie zu generieren. Ein Teufelskreis.

    Für die Zukunft ist es in jedem Fall angebracht, eine andere Denkweise an den Tag zu bringen. Das steigert einerseits den Wert der Immobilie und schützt in gewissen Teilen vor weiteren demografischen Veränderungen.

    • Offizieller Beitrag

    Was ich bei uns beobachten konnte ist das DG auch gerne sehr schleppend die Zahlen veröffentlicht um einen gewissen "Druck" auszuüben.... bei uns ist die Woute auch erst beim letzten auszählen erreicht worden und schlagartig von 19% auf über 40 gesprungen... die wochen Davor nur 1-2 % Punkte....

    Dieses Gerücht ist weit verbreitet, aber wenn ich sagen sollte, welche Zahlen nach meiner Meinung näher an der Wahrheit sind, würde ich auf die 1-2 Prozentpunkte pro Woche tippen. Ein schneller Anstieg zu Beginn der Nachfragebündelung ist viel besser. Wenn nach einem Monat erst sechs oder sieben Prozent da stehen, baut das nämlich keinen Druck auf sondern erzeugt Resignation. Die Menschen können rechnen: Selbst 2 Prozent pro Woche sind nicht genug, um in drei Monaten Nachfragebündelung 40 Prozent zu erreichen. Warum sollte man sich mit dem Thema beschäftigen, wenn die Nachfrage sowieso nicht reichen wird? Es hilft sehr, wenn potenzielle Kunden frühzeitig sehen können, dass die Nachfragebündelung wahrscheinlich erfolgreich sein wird. Das Zielpublikum ist nämlich nicht jemand, der nur aus Solidarität bestellt, damit die Quote erreicht wird. Davon gibt es nicht genug.

    Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. Die Grenze ist nicht überall bei genau 40% und die Nachfragebündelung ist nicht immer nach 13 Wochen vorbei. Es ist aber auch nicht so, dass am Ende überall ausgebaut wird, wo eine Nachfragebündelung stattfindet. Das Gerücht hält sich nämlich auch hartnäckig und es gibt leider immer wieder Menschen, die das alles nur für "psychologische Kriegsführung" halten und erst dann bestellen wollen, wenn gebaut wird. Wenn die Stimmung im Ort so ist, dass zu viele so denken, dann kann das in die Hose gehen.

    Die Nachfragebündelung ist keine Zeit für Taktiererei. Ob gebaut wird oder nicht hängt wirklich von der Zahl der Bestellungen ab. Das Ergebnis ist viel zu oft knapp. Wer den Ausbau will, sollte sich mit der Bestellung nicht viel Zeit lassen.

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  • Ich möchte mich hier auch mal äußern - Thema liegt schon etwas zurück, scheint aber auch regelmäßig nach Jahren noch relevant zu sein (nach 2018 dann 2020 nochmal reaktiviert durch neue Posts z. Beispiel) - Nachfragebündelungen sind ja noch aktuell und aktiv.

    Bei mir in der Gegend hat der Bürgermeister sich auch nochmal als Abschied (nächstes Jahr neue Wahlen) das Thema wohl als Prestigeprojekt herausgesucht. Anfangs waren es 7-8 Prozent. Dann wöchentlich 2 Prozent hoch für 3-4 Wochen. Ab da nur noch 1 Prozent je Woche. Das macht Sinn - die interessierten Leute entscheiden sich schon recht früh und holen sich selber proaktiv Infos ein. Bis Mitte Oktober ist noch. Bei gleichem Tempo vielleicht 26-27 von den geforderten 33 Prozent erreicht. Laut Amtsblatt der Gemeinde ist man optimistisch, wobei die Werbeaktivitäten wohl doch noch verstärkt wurden - hatte ich den Eindruck. (Neben einem Container wo 2x die Woche Beratung möglich ist - war neulich auf nem kleinen öffentlichen Platz einer mit nem Auto und Musik und nem Tisch.)

    Persönlich muss ich aus der Sicht eines nicht interessierten Bürgers hier Rückmeldung geben - ist vielleicht aber fürs Verständnis (da das Forum hier ja eher Interessierte anlockt) mal interessant.

    Mir selber reicht auch noch 16k. 25 und 50k hier auch ohne Probleme überall möglich, 100 meine ich noch nicht. Sind ein Vorort einer größeren Stadt. Habe früher viel gezockt. Aktuell Langzeitarbeitslos wegen der Psyche. Zu Coronazeiten hätte man (wegen Homeoffice) vielleicht eher Leute angesprochen. (Mich dann aber auch nicht.) Jetzt bei der Inflation dürfte noch mehr Unsicherheit da sein. Da eben ein Anbieterwechsel auch Risiken mit sich bringt - hier dann zu dt. Glasfaser. Die haben eben viele schlechte Bewertungen. (Klar - Leute mit Problemen beschweren sich eher. Aber wenn ich aktuell sicher bin - bei Telekom, die haben auch viel negatives Feedback - dann "weiß" ich eben, dass es hier ohne Problem weiterläuft. Bei anderswo ... eher Unsicherheit.)

    Das muss erst mal überboten werden - durch gewichtige Gründe die für schnelleren Speed sprechen. Preislich ist es auch geringfügig teurer. (Mit Neukundenbonus eventuell gar nicht wirklich.) Ich vergleiche hier den Mindestpreis bei dt. Glasfaser (glaub 100k oder 250k ist Einstiegstarif) und bei der Telekom bisherigen Preis und dass da schon Telefonflat mit drin ist (wäre bei dt. Glasfaser erst bei höheren Paketen). Eher geringfügig - vermutlich weniger relevant als die Unsicherheiten beim Anbieterwechsel, dass es da zu "Problemen" (technisch und dann mangelnder Kundenservice) kommen kann.

    Bezüglich Speed: Ich sehe selten fern - über Satellit. (Kabel wäre mir auch unsympathisch, noch unsympathischer als Fernsehen über Internet.) Netflix, etc. nutze ich mangels Interesse - aber auch aus Kostengründen - nicht. (Familien mit vielen Kindern - die Jugend ist stark an sowas orientiert - da eher ne Zielgruppe.) Ich konsumiere vor allem mal Anime oder auch mal beim ÖR was aus den Mediatheken - was ich eher bei Bedarf vorzeitig runterlade. Als nicht so der Anspruch an kurzfristig direkt spontan gucken wollen und dann sofort den Speed brauchen. Dafür konsumiere ich zu wenig Filme/Serien allgemein.

    Bei Gaming auch eher älteren Computer. Zocke nicht mehr so viel wie früher. Hier auch - gerade bei den steigenden Energiepreisen - die Kosten von der Hardware und Energie relevant. Wenn man hier schon abspecken muss oder eh gering war - zieht das Argument nicht so. Könnte vielleicht auch aus ökologischen Gründen für manchen interessant sein (bei der Jugend auch ein Thema) hier zu sparen. Zudem hat man ja noch die Smartphones und Internet unterwegs. Wie viel wird dann zu Hause noch konsumiert wo man auf schnellen Speed angweisen ist?

    Das ist dann schon wohl das Streaming ein gewichtiger Punkt, wo man eher jüngere Leute (und Familien) ansprechen dürfte.

    Die ganzen andern Sachen mit Homeoffice, etc. - frage ich mich ob das nicht zu optimistisch ist. Das ist nicht für jede Berufsgruppe relevant. (Manche müssen ganz einfach vor Ort sein.) Und wenn, dann muss eben auch ein hoher Datendurchsatz (viel und regelmäßig Videokonferenzen) nötig sein. Wer von zu Haus nur telefoniert und Daten in Textform abruft - da vermutlich schon wieder viel weniger Speed nötig.

    Ich hoffe ja, dass man bei der öffnetlichen Verwaltung und beim Gesundheitswegen mal vorankommt. (Da macht man ja auch keine großen Sprünge - eher laaaaangsam aber stetig - weil der Datenschutz in Deutschland auch ein sehr wichtiges Thema ist und da dann ausbremst.) Wenn die Videosprechstunde mal Standard ist (in hoher/guter Auflösung) und man nur noch bei schwerwiegenderen Sachen in die Praxis muss - dann ist da auch mal mehr Erfordernis. Sehe ich aber noch nich so in naher Zukunft. (Das eRezept its wohl grad in Erprobung und die Handhabung der App für die Patientenakte ist sehr hakelig und umständlich - durch den Datenschutz und Gerätebindung, etc. Da gewinnt man auch erst mal nur die technikaffinen jungen Leute. Ich hab mir das geladen und installiert und konfiguriert. Bin aber auch eher gesund - und würd es wohl auch bei stärkeren chronischen Erkrankungen wohl kaum nutzen. Bietet noch zu wenig.)

    Kurz gefasst: Da muss sich noch deutlich mehr tun - bei Dingen für die man das Internet so benötigt. Abseits von Streaming, etc. (Oder man wartet noch 20-30 Jahre bis die Jugend von heute die Älteren verdrängt hat und fast alle Netflix & Co. nutzen und keiner mehr nen Kabelanschluss braucht oder Satelitt.)

    Was ich auch wichtig fände: Dann wenn die Leitung liegt, dass man danach (nach Mindestlaufzeit) - direkt zu nem andern Anbieter kann. Sprich: Dass die andern dann auch Tarife anbieten und die Leitung von dt. Glasfaser nutzen, so wie andere bisher ja das bestehende Netz (dürfte fast alles Telekom gehören?) nutzen. Das muss dann auch leicht möglich sein. Dass z. B. gesetzlich vorgegeben die Leitung für andere Anbieter freigegeben sein muss nach ner bestimmten Zeit - sollten die das nutzen wollen (und dafür dann was zahlen). Wettbewerb ist halt schon wichtig.

  • Es gibt nun mal eine große Schere zwischen den Säuen, die in der Presse bzgl. Anforderungen an scheinbar dringend notwendigen Gbit/s-Bedarfen durchs Dorf getrieben werden und den tatsächlichen Ansprüchen der Mehrheit der Kunden!. Die Presse wird quasi durch die Nerds gefüttert, denen 1 GBit/s noch zu wenig ist, die Mehrzahl der Anwender kommt mit ihren 16,20,30 etc. MBit/s gut zurecht! Daher auch wenig Nachfrage (Die Takeup-Rate bei schon verlegten Glasfasernetzen dümpelt irgendwo zwischen 20 und 30 %).

    M.E. sollte sich der Fokus auf die Schließung der weißen Flecken richten und das unabhängig von "Nachfragebündelungen", da dann aber gleich richtig mit Glasfaser!

  • Ich hatte hier vor kurzem schon mal geschrieben, dass meines Erachtens die Geschwindigkeit zu hoch aufgehängt wird. Das ist der Punkt, bei dem Glasfaser am wenigsten Punkten kann gegenüber anderen Technologien. Zum einen - wie hier ja schon steht - benötigen viele die Bandbreite einfach nicht, zum anderen kommen andere Technologien in ähnliche Größenordnungen, aber auf jeden Fall in die Größenordnung der Kundenanforderungen.

    Nein, Glasfaser punktet bei der Verbindungsstabilität und bei der QoS, vor allem bei der Latenz. Das ist der große Vorteil den anderen Technologien gegenüber. Nur wird das fast nirgendwo in Betracht gezogen. Auch in den Ausarbeitungen der Bundesnetzagentur, die darüber entscheiden, ob eine Region förderwürdig ist, oder nicht, entscheidet ausschließlich die verfügbare Geschwindigkeit. Das sollte meines Erachtens mehr differenziert werden, denn 30 MBit/s über Mobilfunk sind was anderes, als über Glasfaser.

    Was die Nachfragebündelung angeht: Da hab ich die Erfahrung gemacht, dass die gemeldete Zahl und die tatsächliche Auftragszahl deutlich voneinander abweichen können. Auch haben die Unternehmen intern andere Ziele, als öffentlich kommuniziert wird - häufig auch niedriger.

    Die Nachfragebündelung ist eher ein Marketing-Instrument. Am Anfang geht es gut los, danach gibt es langsames, aber stetiges Interesse und am Ende wird spannend. Schließlich sollen ja alle Zögernden noch mal motiviert werden.

    Bei uns in der Gemeinde hatte ich von einem Mitarbeiter vom Bauamt die Information, dass die DG schon 2 Wochen vor Ende der Nachfragebündelung mit der Planung begonnen hat und die erforderlichen Unterlagen angefordert hatte, weil das interne Ziel schon erreicht war. Dennoch wurde am Ende Spannung und ein enges Rennen kommuniziert, mit entsprechendem Presserummel. Warum das so war, kann man sich denken.

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  • Kurz gefasst: Da muss sich noch deutlich mehr tun

    Da kann sich nicht viel tun, solange die meisten potenziellen Kunden keine schnellen Anschlüsse mit schnellem Upload haben oder wenigstens kurzfristig haben können, sondern diese Möglichkeiten rundheraus ablehnen, weil sie sie "nicht brauchen".

    Das Internet war vor der Einführung von DSL, als man sich noch über eine Telefonleitung "einwählen" musste und schon technisch nicht dauernd online sein konnte, ein ganz anderes Ding. Das Internet ohne Upload und hohe Bandbreite auf Abruf wird auch zwangsläufig anders genutzt. Wenn dann aber eine nützliche Sache kommt, die diese Möglichkeiten voraussetzt, können nicht millionen Anschlüsse mal eben gebaut werden. Das muss vorher passieren.

    Und ohne persönlich werden zu wollen: Wenn mir jemand erklärt, dass 16 Mbit/s noch genug sind, dann weiß ich, dass mir ein Blinder etwas von Farbe erzählen will. Das ist ungefähr so wie jemand, der kein Handy braucht, weil er Telefon zu Hause hat. Klar, ist ja früher auch ohne gegangen. Was man "braucht" ist nicht entscheidend für die Frage, ob man einen besseren Anschluss legen lässt, sondern ob man auf dem Stand der Technik von gestern stehen bleiben will.

  • Ich sehe das anders. Natürlich sollten nicht millionenweise Anschlüsse plötzlich über Nacht gebaut werden, weil plötzlich irgendwo ein Angebot da ist, dass diese voraussetzt - und alle das dann plötzlich nutzen wollen.


    Umgekehrt kann man aber halt auch nicht erwarten, dass sich sooo viele Leute dafür begeistern und jetzt nen Anschluss haben wollen, den sie nur zu nem geringen Prozentsatz auslasten - in der Erwartung dass sie es ja "irgendwann mal brauchen können". Das muss sich schon auf beiden Seiten entwickeln. Für mich persönlich muss sich noch viel mehr tun.

    Für andere ist eventuell schon genug da an Angebot, was Bandbreite benötigt. Wieder andere brauchen vielleicht da nur noch nen kleinen Schubs. Und dann gibst noch die, die zwar wissen, dass sie kaum was brauchen - aber die sich für später schon mal viel Bandbreite sichern wollen und da guter Dinge sind. (Die Deutsche Glasfaser verlangt ja z. B. auch nich alle - je nach Gebiet weniger, bei uns nur 33 Prozent.)

    Wär das alles zum exakt gleichen Preis und bei der Telekom (oder maximal 5-10 Euro mehr als meine jetzigen Kosten) - würd ich vielleicht auch nicht Nein sage. Es geht ja darum, dass der Anbieterwechsel auch mit Risiken verbunden ist. Da brauch ich (bin eine sehr risikoaverse Person) auch was als Ausgleich. Bandbreite die ich momentan gar nicht brauch und später vielleicht irgendwann mal brauchen könnte - reicht mir da nicht.

    Ich habe im Internet viele negative Rückmeldungen zur Telekom, aber auch zur Deutschen Glasfaser. Bin mit Telekom aber zufrieden - da kann ich sicher sein. Den Schluss dass es ja bei Deutsche Glasfaser auch gut laufen müsste - da bei den Bewertungen ähnlich zur Telekom (die eher Unzufriedenen schreiben wohl online die Kommentare) ... kann ich eben nicht ziehen. Da ich risikoavers bin und keine eigenen Erfahrungen habe - mit der Telekom aber nur gute Erfahrungen. Fast 100 Prozent ohne technische Probleme und wenn, dann war der Kundenservice 6 von 5 Sternen.

    Das ist denke ich das Hauptproblem. Leute hören eher da auf die zur Vorsicht mahnenden Berichte, statt auf die Versprechungen bezüglich Dingen die sie vielleicht selber noch gar nicht brauchen.

    Bei den 16k habe ich immerhin noch Luft nach oben zu 50k bis 100k lt. Verfügbarkeitsanzeige online. Vodafone (da will ich aber auch nicht hin - will keinen Anbieterwechsel, wenn möglich) ginge auch mehr über Kabel.

    Nutze wie gesagt kaum Streaming. Hauptsächlich das Internet zum "Surfen". YouTube bei geringer Quali (bin keiner der auf Bildqualität und höhe Auflösung bei Vidoes Wert legt, der Inhalt zählt) reicht doch auch. Und das Smartphone kann seine Updates auch zeitig runterlagen. Wenn ich vielleicht alle paar Monate mal ne große Datei laden will, dann denk ich vielleicht kurz mal "wäre cool wenn das schneller ginge" - aber kaufe deshalb nicht mehr Bandbreite ein, wenn das nur gelegentlich der Fall wäre. Ich kann ja planen und mit Vorlauf downloaden. Das muss schon viel ausgenutzt werden und auch regelmäßig.

    Große Familien mit vielen Geräten und Jugendlichen denen Streaming, etc. wichtig ist - sehe ich da eher als Zielgruppe. (Wenn dann mehrere Geräte das beanspruchen - kann man sicher auch mal die 100k knacken.)

    Bei Mobiltelefonen und Smartphones war ich auch lange kein Nutzer - da ich eben zurückgezogen lebe. Wenig Familie - keine Freunde. (Teils aus eigener Absicht. Zum Teil spielt meine Psyche da auch mit rein.) Aber da ist es ja auch nich so gelaufen, dass sich alle für unsummen Smartpones und teure Tarife kauften und dann plötzlich Sendemasten aufstellte und dann viele Anbieter nachzogen. So wie ich das in Erinnerung habe ging das auch an beiden Enden. Speed wurde schneller. Anbieter zogen bissl nach und Bilder/Videos wurden mehr genutzt in den Social Media. Daraufhin nochmal am Speed das Angebot better (von 4G auf 5G).

    Mag sein, dass das immer ein bisschen so sein muss, dass der Speed beim Internet vorauseilt - damit die Anbieter von Onlineangeboten nachziehen. (Sonst wäre das für die auch schwierig, wenn nicht genug potenzielle Kunden da, die das überhaupt technisch nutzen könnten.)

    Die Frage ist: Muss da jetzt nicht erst mal Angebot her, damit die 50 oder 100k voll ausgenutzt werden - regelmäßig (und nicht nur ab und zu wenn man mal ein File downlaoden will / da wird sicher auch irgendwann bei den Servern die was verfügbar machen ne Grenze erreicht, dass da der Speed beschränkt ist auf Angebotsseite, wenn jeder mit 100k runterladen will)? Wenn man da an der Grenze ist ... hat man vielleicht eher das Gefühl, dass man mal nachlegen müsste um für mehr/später gerüstet zu sein. Auch wenn man noch nicht weiß was man noch mehr nutzen sollte.

    Upstream ... da wird man wohl verstärkt drauf setzen müssen - darüber zu vermarkten. Da sind ja die Unterschiede sehr viel krasser mit Glasfaser. (Aber gerade bei Upstream ... brauche ich noch weniger. Es wird ja damit geworben, dass es auch für kleine Unternehmen interessant sein kann/sollte - und dass die Haushalte abschließen sollen, damit der Standort hier interessant wird für Unternehmen. Frage mich nur wie viele dann am Ende das auch ausnutzen - vielleicht sich mal nen eigenen Server hinstellen oder so? Am Ende mieten vielleicht doch alle sich fertige Internetpräsenzen wo sie kaum selber was verwalten müssen - allein weils einfacher ist und weniger Know-How benötigt.)

    Home Office (Videokonferenzen) und Streaming-Upload (bei Gamern die das online übertragen auf Twitch oder so) - fielen mir noch ein. Bei beidem bin ich nicht ZIelgruppe und werde es vermutlich auch nie sein.

    Kleiner witziger Zusatz: In meiner Region gibts 50k zum Preis von 16k von Telekom - dauerhaft günstiger. Muss ich mal prüfen ob nich versteckt irgendwas noch mit drinsteht. Die 100k grad 5 Euro mehr. Das ist wohl eine "Gegenmaßnahme" zur Stärkung der Kundenbindung und um hier der dt. Glasfaser entgegenzusteuern.

    Ach ja: Habe ein Poco X3 Pro - ein Smartphone mit viel RAM und internem Speicher. Aber halt Chinamarke. Gerootet (mag es technisch zu "experimentierten"). Das hält mir aber auch mal länger (sofern der Akku nich zu schnell abstirbt) ... bin also gerne auch mal technisch aktiver. Nutze viele modernere Apps (auch für Zahlungen - nur mit Kreditkarte und ner Smartwatch könnte ich da noch moderner sein). Aber halt alles so ohne Vertragsbindung. Hauptsächlich online im WLAN genutzt, keine hohe Bandbreitenerfordernis. Und nen Prepaid-Tarif. Die Barmer eCare App ist drauf. Meinen Perso habe ich schonmal online genutzt (auch nen teuren Komfortleser dafür) ... nein ich bin wahrlich nicht absichtlich für Technologie von gestern. Das Risiko beim Anbieterwechsel (wie mag der Kundenservice sein? wie werden die Subunternehmer hier abliefern die dann technisch das realisieren sollen) - einfach zu groß.

    Und Stimmungmache und Leute als "von gestern" darstellen wollen - hilft da auch nich, denke ich - da halt ich eher noch mehr dagegen aus Prinzip. Wenn mir jemand so kommt. (Glücklicherweise hier im Ort alle friedlich. Hatte auch schon Befürchtungen, dass da Befürworter dann Druck auf Nachbarn, etc. ausüben wollen würden.)

  • Der Kommentar ist kein Marketing sondern meine persönliche Meinung. Ich bin mir bewusst, dass niemand gerne "von gestern" genannt wird. Das habe ich ausdrücklich auf die Technik bezogen. Wenn du meinst, du kommst mit 16 Mbit/s hin und du brauchst auch später nicht mehr, als dir deine vorhandenen Anschlüsse liefern können, dann lass es wie es ist. Niemand zwingt dich.

    Glasfaseranschlüsse baut man nicht punktuell. Das wäre viel zu teuer. Mit der Bestellung oder Nichtbestellung eines Anschlusses während der Nachfragebündelung entscheidet man sich, ob man diese Technik verfügbar haben will oder nicht. Es wollte auch nicht jeder DSL als es nur Telefonmodems gab, oder VDSL als DSL noch aus der kilometerweit entfernten Vermittlungsstelle kam. "Brauche ich nicht" war schon immer das Argument dagegen. Daran wird sich nichts ändern. Aus den betroffenen Orten kommt dann später die Forderung nach Förderung, weil man sich nicht eingestehen will, dass man sich selbst abgehängt hat.

    Du hast völlig Recht, dass man von vielen Menschen nicht erwarten kann, Risiken und Kosten auf sich zu nehmen, um in Zukunft besser da zu stehen. Aber mit dieser "das kostet 5 Euro mehr und niemand garantiert, dass alles auf Anhieb klappt" Einstellung muss man halt genügsam sein: Wenn alle so denken, bleibt man da stehen, wo man ist, mit VDSL und Kabel, und das muss dann reichen.

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  • Letztlich ist der Abschluss eines Vertrages zum Glasfaseranschluss eine sehr individuelle Entscheidung und die persönlichen Lebensumstände spielen eine große Rolle dabei.

    Wenn die Summe 700-800 € in den 24 "Pflichtmonaten" aufgebracht werden kann, dann rate ich immer zum Abschluss eines Vertrages. Geht dies aus wirtschaftlichen Gründen nicht, dann ist das eben so und für mich absolut akzeptabel.

    Sauer stoßen mir jedoch diejenigen auf, die "lieber abwarten wollen, wie sich das entwickelt" und damit einen Ausbau manchmal verhindern und im Nachgang wie ein Giftzwerg agieren, weil der Nachanschluss nicht innerhalb von 4 Wochen realisiert ist.

    Eines steht aber auch fest, der Bandbreitenbedarf des Nutzers steigt schneller als Tiefbauunternehmen Breitbandkabel verlegen können.

  • Ein Gedanke, der mir hier wieder zu kurz kommt, weil man nicht über den Tellerrand guckt ist derjenige, dass Glasfaser bis zu 17% Energiesparsamer ist als Kupfer. Auch bekommst du über Glasfaser keine Blitzeinschläge, wie es Kupferleitungen vorkommen kann. Dieses ist jedoch kein allzugrosser Vorteil für einen einzelnen aber auf das Ganze gesehen macht es dennoch sehr viel aus.