DG, NT im Keller oder im Wohnzimmer neben Router / Verkabelung bis bis zum Router

  • Hallo zusammen!


    Laut Hausbegehung (Deutsche Glasfaser, Einfamilienhaus) wäre es am sinnigsten und einfachsten laut Berater, den NT in den Keller zu setzen. Ich müsste auf jeden Fall ein Kabel bis zum Router im Wohnzimmer verlegen (10m). Geraten wurde mir zu einem Cat7 Lan Kabel. Der Kabelweg würde über ein Bohrloch in die Garage führen und von dort über ein weiteres Bohrloch zurück in den über dem Keller gelegenen Wohnzimmer. Das Kabel müsste also leicht gebogen werden.

    Da ein Glasfaserkabel nach Auskunft des Beraters sehr empfindlich bei Biegungen sei, würde er davon abraten.


    Den NT im Wohnzimmer neben dem Router stehen zu haben, hätte den Vorteil, dass ich evtl. in der Zukunft bei Kauf einer Glasfaser FRITZbox auf den NT verzichten könnte. Oder bei Störung könnte ich beide Geräte vom Strom trennen und müsste nicht extra in den Keller. Das würde aber nur funktionieren, wenn das Glasfaserkabel bis zum Wohnzimmer kommt.


    Da ich eh ein Kabel verlegen muss, bin ich auf biegsamere Glasfaserkabel gestoßen:


    https://www.fs.com/de/products…ml?attribute=262&id=99417


    Hat damit jemand Erfahrung und eine Empfehlung für mich? Macht es Sinn, selber ein biegsameres Glasfaserkabel bis zum Wohnzimmer zu legen und zu hoffen, dass die Anschluss Techniker es nutzen und den NT dann neben den Router setzen.

    Das biegsamere Glasfaserkabel scheint da biegsamer als das der DG zu sein. Gibt es Nachteile bei diesen biegsameren Kabeln,

    oder macht es mehr Sinn, das NT im Keller zu nehmen und dann per Kat7 LAN Kabel mit dem Router im Wohnzimmer zu verbinden?


    Vielen Dank schon mal in die Runde und schöne Grüße,

    Sven

  • Das verlinkte Kabel ist praktisch das gleiche wie das von der DG laut Schnittstellenbeschreibung verwendete Kabel (biegetolerant, G.657), aber ich habe auch G.652 gesehen. Mit dem G.657 Patchkabel sind auch enge Biegungen kein Problem, solange man den Stecker nicht um die Ecke zwängen muss. Der ist nämlich lang und unbiegbar. Also geht eine enge Biegung in einem Rohr nicht, aber frei sehr wohl. Nur knicken darf man auch diese Kabel nicht. Nachteile hat ein G.657 Kabel praktisch keine.


    Der Vorteil von Cat-Kabel wäre, dass die Installation der DG kompakt aufgebaut und besser gegen Beschädigungen zu schützen wäre. Die Fehlersuche im Bereich des elektrischen Ethernet ist einfacher. Auch ein Cat.7-Kabel darf man aber nicht knicken, wenn man die Cat.7-Eigenschaften erhalten will. Ein Cat.5e-Kabel wäre übrigens schon völlig ausreichend für Gigabit-Ethernet, selbst auf viel längeren Strecken.

  • Zunächst ein Disclaimer für alle die hier mitlesen:

    Typische Fehler die bei der Verlegung von LWL-Patchkabeln durch Laien passieren können:

    • Geknicktes Glasfaser-Patchkabel (worst-case, Patchkabel muss komplett getauscht werden)
    • Verschmutzte Stecker-Ferrule (z.B. durch vergessene Schutzkappen; berühren der Faserspitze mit den Fingern. Reinigung nur mit Isopropyl-Alkohol oder passenden OneClickCleaner möglich.)
    • Durch verschmutze Patchkabel kann auch die Ferrule am APL verschmutzen.
    • Biegeradius nicht eingehalten.
    • Falsches Patchkabel gekauft.
    • Fehlersuche kaum möglich, da Messgeräte nicht vorhanden.


    Aus diesen Gründen raten Berater (und auch Monteure wie ich) Kunden mit wenig handwerklichem Geschick dazu den NT direkt neben dem APL im Keller zu setzen weil dann an der empfindlichen Glasfaser am wenigsten versehentlich kaputt gemacht werden kann. Als Laie hat man nun mal keine Messgeräte zur Hand um zu prüfen ob das was man gemacht hat auch funktioniert.

    Ein CAT7-Patchkabel ist für den Laien einfach deutlich unproblematischer und erheblich weniger fehleranfällig und in jedem Elektrohandel jederzeit vorrätig erhältlich wenn man mal schnell Ersatz benötigen sollte. Da über CAT7-Patchkabel auch locker 1GBit/s (bis zu 100m Kabellänge) erreicht werden, baut man sich auch keinen Flaschenhals nur weil man auf Kupfer setzt.

    ----


    Für diejenigen die wissen was sie tun: Ihr könnt natürlich gerne mit großer Sorgfalt ein LWL-Patchkabel in den eigenen 4 Wänden verlegen. Genau genommen hat man auch ein Recht darauf, denn der Übergabepunkt vom Netz zum Kunden ist ja immer der APL (auch HÜP genannt).

    Beim Kauf würde ich darauf achten ein Patchkabel mit relativ großen Kabeldurchmesser zu kaufen (also größer als 2mm) die knicken beim verlegen/ziehen nicht so schnell und verzeihen auch mal ne leichte Zugbelastung oder Quetschung.

  • Ach, eine Sache noch. Das Glasfaserkabel, dass ich oben rausgesucht hatte:

    https://www.fs.com/de/products…ml?attribute=262&id=99417


    Das würde so zwischen HÜP und NT von den Anschlüssen her passen. Bei einem Bekannten wurden letzte Woche durch die Deutschen Glasfaser auch nur HÜP und NT angeschlossen (ohne GF-TA).
    In dem Glasfaserprospekt der Deutschen Glasfaser wird laut Skizze aber auch für Einfamilienhäuser zwischen dem HÜP und NT ein sogenannter GF-TA Glasfaser Teilnehmeranschluss installiert. Sprich ich weiß nicht, ob dieser GF-TA ab jetzt in jedem Falle dazwischen gesetzt wird und ob dieser GF-TA vom Anschluss her den selben Eingang hätte, sprich, ob das Kabel hier ebenfalls passen würde oder eine Anschlusseite anders aussehen muss.

    Leider hatte ich hierzu keine eindeutige Antwort von der DG bekommen.
    Vielleicht kann jemand aus dem Forum diese Frage auch noch beantworten.


    Vielen Dank und ein schönes Wochenende,


    Sven

  • Die Gf-TAs werden soweit mir bekannt ist mit einem anderen Kabel angeschlossen, aber ich würde in der beschriebenen Situation nicht damit rechnen, dass ein Gf-TA installiert wird. Die beste Lösung ist m.M. ein Leerrohr oder einen Kabelkanal so in der Garage zu installieren, dass man ein Glasfaserkabel mit Stecker ohne Kraftaufwand durchziehen kann. In diesem Kabelweg würde ich dann aber ein Cat.6 Kabel vom Keller ins Wohnzimmer verlegen und es auf beiden Seiten mit einer Netzwerkdose abschließen. Das Auflegen des Kabels auf die RJ45-Buchsen ist mit Keystone Modulen sehr einfach. Diese Installationsart verringert den Gerätepark und den Kabelsalat im Wohnzimmer. Voraussetzung ist, dass im Keller eine freie Steckdose für das Netzteil des NT vorhanden ist. Das Kabel kann man dann später, wenn man wirklich mal mehr als einen 1Gbit/s Internetanschluss haben möchte oder es unbedingt eine Glasfaserfritzbox sein soll, immer noch gegen ein Glasfaserkabel austauschen.

  • Hallo und vielen Dank.
    Laut Hausbegehungsprotokoll ist unter Anschlusstyp : HÜP/GF-TA/NT vermerkt. Ich bin gespannt, ob ich nachher im Keller 2 oder 3 Teile habe 😊.
    Um aber wirklich auf Nummer sicher zu gehen, werde ich vom Keller jetzt ein LAN Kabel zum Wohnzimmer führen. Grade die Hinweise mit der Verringerung des Geräteparks im Wohnzimmer, der Ungewissheit, welches jetzt das richtige Kabel ist (mit oder ohne GF-TA), und dass ich es nachher immer noch nachträglich durch ein Glasfaserkabel bis ins Wohnzimmer ersetzen kann, haben mich zu dieser Entscheidung bewogen.

    Vielen Dank für die zahlreichen Antworten und kompetente Unterstützung.

    Noch einen schönen Sonntag und viele Grüße,

    Sven

  • Moin zusammen,


    ich hänge mich hier mal an und hoffe, dass vielleicht noch jemand mitliest :)


    Wir befinden uns aktuell in der Bauphase des Glasfaseranschlusses. Das orange Lehrrohr/Kabel wurde bereits bei uns in die Garage eingeführt.


    Beim Besichtigungstermin vor Ort wurde beschlossen, dass der HÜP in die Garage kommt, weil die Einführung in den Hauswirtschaftsraum in die Nähe des Routers nicht möglich ist, da direkt davor das Betonfundament der Garage liegt.


    GF-TA und NT sollen dann in den HWR direkt neben dem Router installiert werden.


    Den Leitungsweg von HÜP (Garage) zu GF-TA und NT (HWR) sollen nun von mir vorbereitet werden. Bei den Vorbereitungen ist aber aufgefallen, dass die vorzubereitende Leitungsstrecke viele Ecke / Kurven beinhaltet und mir ist bekannt, dass der Biegeradius eines Glasfaserkabels nicht so gut ist wie mit einem normalen CAT7 Ethernet Kabel. Um auf Nummer sich zu gehen, dass dort nichts kaputt geht nun meine konkrete Frage.


    Können HÜP, GF-TA und NT alle direkt in der Garage installiert werden? Installationsort wäre direkt oben an der Wand unter der Decke. Die Garage ist unbeheizt. Stromanschlüsse wären vorhanden.


    Dann könnte ich den Leitungsweg von NT (Garage) zum Router (HWR) selber mit einem CAT7 Ethernetkabel erstellen (circa 10 Meter). Das Kabel liegt auch bereits und ist in der Garage daher sowieso verfügbar.


    Was sagt ihr dazu und habt ihr vielleicht noch gute Ideen zur Umsetzung? :)

    Vielen Dank für eure Hilfe!

  • Ich empfehle immer Gf-TA (falls möglich/vorhanden) und NT so nah am Router zu haben wie es geht, das als erstes.

    Der Grund ist ganz einfach: Für die Leitungsstrecke bis Gf-TA bzw. NT ist Deutsche Glasfaser verantwortlich und können auch die Fehler bis dorthin finden. Vor allem jedoch, ist der Provider für die Fehlerbehebung verantwortlich. Ab dem Übergabepunkt hast Du die Beweispflicht.


    Zu den Biegeradien: Die Faustregel besagt das 20-fache des Außendurchmesser des Gf-Kabels soll nicht unterschritten werden. Das von HÜP zu Gf-TA und von Gf-TA zu NT ist ein gelbes OS2-Kabel mit einem Außendurchmesser von 2 bis 3 mm. Der minimale Biegeradies wäre daher zwischen 40 bis 60 mm. Das ist schwer vorstellbar. Allerdings hilft da eine Getränkedose. Deren Radius beträgt zwar nur 24 mm, wenn Du Elektrostangenrohe verlegst, lässt Du die Rohrenden einfach offen. Ganz gleich wie viele Ecken Du in dem Raum hast: ist zwischen den Rohrenden Platz um das Gf-Kabel um eine dort fiktiv anwesende Getränkedose herum in das nächste Stangenrohr locker und ohne Spannung einzuführen, dann bist Du im grünen Bereich (die Biegeradien betreffend). Natürlich sind die Kabel empfindlicher als ein CAT-Kabel und man muss vorsichtiger mit den OS2-Kabeln umgehen, aber deshalb entlasse ich nicht den Provider früher aus seiner Pflicht als notwendig.


    So lange deine Garage nicht staubig und/oder feucht ist, spricht technisch nichts dagegen die Hardware auch in der Garage laufen zu lassen. Die Glasfaserstecker bzw. Buchsen sind deutlich schmutzempfidlicher als ein konventioneller, kupferbasierter Netzwerkanschluss.

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  • Der Biegeradius des Glasfaserkabels ist übertragungstechnisch betrachtet wahrscheinlich nicht größer als der eines Cat.7 Kabels, wenn das Cat.7 Kabel auch nach der Verlegung noch diese Kategorie haben soll. Die Deutsche Glasfaser verlangt aber einen Kabelweg, der die Einhaltung eines Biegeradius von mindestens 6cm ermöglicht, damit das Durchziehen des Kabels problemlos ist und auch nachträglich nicht zu einfach ein Knick entsteht.


    In der Leistungsbeschreibung steht, dass der Kunde "einen trockenen Raum mit Raumtemperaturen zwischen 0°C und 30°C zur Installa-
    tion zur Verfügung" stellt. Wenn du in der Garage noch keinen Raureif beobachtet hast, sollte das gehen. Ein klein wenig heizen die knapp 3W des NT ja auch den NT selbst.


    Wenn du schon ein Cat.7 Kabel verlegt hast, würde ich das verwenden. Ich denke, dass das noch sehr lange ausreichen wird. Die Glasfaser weiter ins Haus zu bringen wird mit der Zeit einfacher werden, wenn sich mehr Hersteller und Dienstleister auf diesen Markt einstellen. Den NT darfst du zwar im Prinzip nicht eigenmächtig versetzen, aber da du einen Anschluss mit Gf-TA bekommst, steht dem späteren Anschluss eines Routers mit Glasfaserinterface im Haus nichts im Weg.

  • Hallo,


    dies ist ein sehr interessanter Thread für mich.


    Die DG prüft hier einen Ausbau in meiner Gemeinde. Ich lebe (zusammen mit meinen Eltern) in unserem eigenen Mehrfamilienhaus (EG + OG). Wir haben Cat7 bereits in beide Wohnungen ausgebaut bei der letzten Sanierung, daher war auch unser erster Gedanke einfach diese zu verwenden.


    Im Anhang hatte ich mal verschiedene Varianten durchgespielt.

    So, wie ich es bisher gelesen habe dürften Variante 1 und 2 beide technisch funktionieren, oder?

    Nachteile von GF-TA und NT im Keller, soweit ich verstanden habe:


    Die restliche Wegstrecke ab NT ist Sache des Hauseigentümers.


    Das wäre für mich generell i.O., ich hatte nur von verschiedenen (scheinbar technisch nicht so begabten) Verkäufern gehört, dass das angeblich so GAR NICHT ginge.

  • Die Verbindung von Gf-TA zu NT ist ein Glasfaser-Patchkabel, kein elektrisches Ethernetkabel. Davon abgesehen sind im Prinzip alle Varianten technisch machbar.


    Nicht alle Varianten sind aber sinnvoll. Die DG würde die vierte Variante ablehnen, wo der Gf-TA und der NT eines Anschlusses auf verschiedene Etagen verteilt sind. Der Gf-TA und der NT sollen nicht weit entfernt voneinander sein (das dafür vorgesehene Kabel ist recht kurz) und vom Vertrag her darf der Kunde den NT nicht eigenmächtig versetzen.


    Die erste Variante mit einem Gf-TA und einem NT geht technisch, aber das ist dann nur ein Anschluss. Es ist nicht möglich, mit dieser Technik separate Tarife zu buchen, und vertraglich dürfen sich mehrere Parteien einen Anschluss nicht teilen (innerhalb der Familie wahrscheinlich kein Problem).


    Varianten 2 und 3 (Gf-TA und NT jeweils im selben Raum, und zwar entweder im Keller oder der Wohnung) sind beide möglich und üblich, nur dass wie erwähnt die Verbindung Gf-TA zu NT ein Glasfaserkabel ist. Wie der Leitungsweg vom HÜP zum Gf-TA vorzubereiten ist, beschreibt die DG in einer eigenen Broschüre, die auf der DG-Downloadseite zu bekommen ist.

  • Hallo zusammen,

    wir hatten heute eine Hausbegehung bzgl. neuem Glasfaseranschluss. HÜP und NT sollen bei uns im Keller sein.

    Jedes Infoblatt von DG spricht von HÜP zu GFTA zu NT. Ich habe noch nie eine Lösung ohne GFTA gesehen.


    Auf dem Protokoll steht jetzt aber "ohne GFTA". Ich habe per Email nochmal nachgefragt, warum wir keinen GFTA haben und bekam die Antwort, dass der GFTA bei NT im Keller "nicht passt" und der GFTA "nur im EG oder OG passt".

    Was auch immer "nicht passt" bedeutet...


    Was macht der GFTA? Wieso kann man darauf verzichten? Wieso wird kein GFTA installiert, wenn der NT im Keller ist?


    Vielen Dank schon mal.


    Grüße,

    Dan

  • Mit dem HÜP existiert praktisch schon eine passive Glasfasersteckdose im Keller. Wenn der eigentliche Anschluss in der Wohnung ist, dann fehlt sowas dort, und dann hat diese Rolle die Gf-TA Dose. Das ist nur eine Kästchen, in dem eine Glasfaser auf eine Buchse geführt wird, in die dann das Glasfaserpatchkabel zum NT gesteckt wird. Im Keller wird der NT direkt in den HÜP gesteckt, der auch nur ein Kästchen ist, in dem eine Glasfaser auf eine Buchse geführt wird, in die ein Glasfaserpatchkabel gesteckt wird.

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