Vodafone Deutschland beendet Public Peering zum Jahresende

  • Ich glaube, dass das mal wieder ein Eigentor werden wird. Weil auch das private Peering der Telekom ja immer wieder Gegenstand von Diskussionen ist. Niemand mag es, alle hassen es, Vorteile für den Kunden hat es keine, wenn darüber berichtet wird, dann negativ.

    Aber hey, ist der Ruf erst ruiniert…

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  • Spannend. Mal sehen ob VF die notwendigen Vorbedingungen mitbringt:

    a) ausreichend viele lukrative Kunden um trotz hoeher Kosten weiter relevant/interessant fuer andere AS zu bleiben

    b) keine Abhaengigkeit von einem externen Transitprovider (sonst kommt man gut ueber diesen Pfad an VF Kunden, ohne VF dafuer zu bezahlen)

    c) einen Kundenstamm der die aus dieser Peeringpolitik resultietende Verschlechterung nicht bemerkt oder akzeptiert.

    Bisher war nur die Telekom der Meinung damit durch zu kommen und die ist deutlich groesser als VF, ist selber T1 ISP ohne eigenen Transitprovider und hat Kunden die das Problem anscheinend ignorieren...

    Wenn VF damit durchkommt, stellt sich die Frage was O2 und 1&1 in dieser Hinsicht machen werden... (O2 hat mit Telxius auch einen Transitprovider als Konzernschwester)


    P.S.: Ich habe auch eine andere nicht unglaubwuerdige Erklaerung gehoert, moeglicherweise ist das Ziel schlicht das Outsourcen der WAN-Konnektivitaet an einen Dienstleister. Mir unklar ob es weise ist einen Kernteil der ISP Aktivitaet in andere Haende zu geben, aber wer weiss schon was die genau ausgemacht haben, und vielleicht hat inter.link ja ein interessantes Angebot um die Prozesse zu automatisieren.

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (8. November 2025 um 11:58)

  • Ich schließe daraus, dass Vodafone noch dringender Geld braucht, als bisher öffentlich bekannt. Anders kann man das nicht erklären.

    1&1 ist meines Wissens eh schon "selective". IONOS als Untermarke hat laut PeeringDB noch "open". Telefonica ist aber tatsächlich noch "open".

  • hat Kunden die das Problem anscheinend ignorieren...

    Ich schätze mal das 99% der Telekom Kunden überhaupt kein Problem haben das sie ignorieren könnten vor allem weil sie keine Ahnung von Peering haben und ihnen damit der sogenannte Peering Skandal ziemlich am Popo vorbeigeht.

    wird Vodafone Deutschland zum Jahresende sämtliches Public Peering einstellen

    Dann hat der ein oder andere Schreiber hier im Forum eine neue Windmühle mit der er sich abmühen kann

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  • 99% der Telekom Kunden überhaupt kein Problem haben das sie ignorieren könnten vor allem weil sie keine Ahnung von Peering haben

    Ich glaube, so einfach ist es nicht. Die Auswirkungen werden vermutlich alle Kunden sehen, aber nur ein minimaler Teil kann das technisch bewerten. Wenn Netflix oder Youtube ruckeln, kann das ja erstmal von jedem wahrgenommen werden. Was die Ursache dafür sein KANN, wird außerhalb der Foren aber vermutlich niemand verstehen.

  • Bezogen auf die Telekom: Netflix ja, Google nein. YouTube zu Stoßzeiten kann bei der Telekom problematisch sein. Alles größer 360P ruckelt oder lädt gar nicht. Das lässt sich ja zu Hauf überall nachlesen. Meta/Facebook beleuchtet das etwas genauer: https://about.fb.com/de/news/2024/0…eenden-muessen/ Natürlich ist Meta jetzt nicht unbedingt das beste Beispiel für freies Internet, aber um den Standpunkt zu verdeutlichen reicht's.

    Zu Vodafone:

    Zitat

    Auch bestehende direkte Zusammenschaltungen mit großen Datenquellen wie zum Beispiel YouTube stellt Vodafone ein. Stattdessen lagert es das gesamte Peering an einen privaten Anbieter aus.

    Heise.de weiß mehr ;)

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  • Ich schätze mal das 99% der Telekom Kunden überhaupt kein Problem haben

    Dann liegen wir da asuseinander. Ich akzeptiere, dass der Grossteil der Telekomkunden sich nicht bewusst ist ein Problem zu haben, aber das ist etwas anderes als kein Problem zu haben.

    vor allem weil sie keine Ahnung von Peering haben und ihnen damit der sogenannte Peering Skandal ziemlich am Popo vorbeigeht.

    Unklar, ich habe, wie Du, keinerlei belastbare Informationen zur Mehrheitsmeinung der Telekomkunden.

    Dann hat der ein oder andere Schreiber hier im Forum eine neue Windmühle mit der er sich abmühen kann

    Das ist jetzt nicht sonderlich zielfuehrend... aber ja, das wird in Zukunft dann auch ein Argument sein, dass man bei der ISP Wahl bedenken sollte (unter der Annahme das wird eingefuehrt wo nach es aussieht, und wird beibehalten, was sich erst zeigen muss*).


    *) Wobei bei HFC Vodafone Kunden ja schon relativ oft unter ueberlasteten Segmenten und/oder Rueckwegstoerern leiden, beides offensichtlichere Problem als Peering.

  • a diese "Content Provider" mit Sicherheit ein Private Peering mit der Telekom haben

    Ich wette Google/Youtube zahlt der Telekom dafuer effektiv auch nichts*... (die Telekom ist Kunde von Google Cloudservices, die werden sich hueten bei solchen Abhaengigkeiten auf Konflikt zu machen). Bei Netflix habe ich keinerlei Informationen. Aber das Internet besteht nicht nur aus Netflix und Google, Du hast Microsoft, Amazon, und Meta vergessen ;)


    *) Kann swin, dass da gegenseitige Rechnungen ausgestellt werden, aber ich vermute stark da fliesst kein echtes Geld.

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  • Unklar, solange ich ein Problem gar nicht erkenne und es mir daher gar nicht bewusst ist, ist es mir noch nicht mal egal...

    Der Phaenotyp ist halt, dass insbesondere zur Spitzennutzungszeit am Abend die Verbindungen zu manchen Zielservern etwas mehr Packetverlust, Latenz und Jitter hat, und etwas weniger Durchsatz erleiden (wobei etwas mehr und etwas weniger relativ ist, wenn der Durchsatz in den 3-stelligen Kbps Bereich rutscht ist das nicht mehr "etwas weniger"). Aber weil das nur ein Subset aller Server betrifft und weil i.d.R. Endnutzer kein Interesse an Netzwerkpfaden und Routing haben, duerfte die Diagnose da IMHO eher lauten "wenn Server A Probleme macht aber Server B, C, D, nicht, dann ist die Ursache Server A und nicht der ISP weil Minderleistung des ISP ja alle Server betreffen muesste". D.h. das Problem wird IMHO sehr leicht misdiagnostiziert und die Telekom hat ja aus der Drosselkom-Affaere gelernt und hat eine sehr euphemistische aber konsistente Kommunikation zu diesem Themenkomplex, deren Ziel sein duerfte keine schlafenden Hunde zu wecken und statt dessen die Endkunden in dem Glauben zu bestaerken die Serverseite truege die Verantwortung...


    Mal sehen wie das sich bei der VF entwickelt...

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (11. November 2025 um 10:59)

  • Ich wette Google/Youtube zahlt der Telekom dafuer effektiv auch nichts*

    Und nicht zu vergessen, dass Telekom und Google weiterhin geografisch verteilte private Peerings unterhalten, also nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Düsseldorf, Berlin und München. Dito Microsoft und Amazon - und gerade in den Regionen merkt man diesen Unterschied. Es macht halt z.B. für einen Kunden in München schon einen Unterschied,ob man mit 1-2ms Teams, Youtube&Co nutzt oder 10ms nach Frankfurt hat.

    Vodafone hat momentan auch eine sehr gute regionale Peering-Struktur - mal sehen wie das mit inter.links werden wird. Für München/Bayern sieht es schon mal schlecht aus, denn lt. peeringDB ist Inter.links zwar am Equinix vertreten, bietet dort aber keine public peerings an. Aber vielleicht gibt es ja private peerings - man wird sehen.

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  • Die Telekom zeigt ein sehr differenziertes Bild. Youtube Videos laufen, egal zu welcher Tages, Abend oder Nachtzeit, konstant flüssig mit 1080p in HD Qualität.

    Die Großen, Amazon und Meta, funktionieren ebenfalls.

    Linkedin, über Cloudflare gehostet, dagegen abends eine Katastrophe.

    Weiteres Beispiel als Testseite abends kaum aufrufbar..

    Abdichtungssysteme

    Fritzbox 5690 Pro / Glasfaser 1000 Telekom

    1000/500 MBit/s

    4 Mal editiert, zuletzt von froeschi62 (8. November 2025 um 09:49)

  • Es macht halt z.B. für einen Kunden in München schon einen Unterschied,ob man mit 1-2ms Teams, Youtube&Co nutzt oder 10ms nach Frankfurt hat.

    Jein, ich bin, vermute ich einfach mal, einer der aktivsten Vertreter hier im Forum der Theorie, dass niedrige Latenz und Jitter gerade fuer interaktive Anwendungen sehr wichtig sind, aber den Unterschied 2 gegen 10 ms den halte ich, gerade im Zusammenhang mit Teams und aehnlichen Anwendungen fuer zu klein um direkt spuerbar zu sein...

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  • Da gebe ich dir Recht. Vor einigen Jahren hatte ich mal eine Aussage bezüglich SIP/VoIP in Händen, in der "Latenzklassen" und Qualität gegenübergestellt wurden. Meiner schwachen Erinnerung nach gab es keine spürbaren Qualitätsunterschiede bis 15 ms Latenz.

    Evtl. kann ich diese Aufstellung noch nachliefern.

  • Weiteres Beispiel als Testseite abends kaum aufrufbar..

    Abdichtungssysteme

    Interessant laut Telekom Lookingglasserver (@kingping (EDIT kingpin42 habe wohl meine Marvell Boesewichte mit meinen Netzwerkwerkzeugen verwechselt...), Danke fuer die Erinerung, und inzwischen funktioniert auch Traceroute, das hat in der Vergangenheit bei mir nicht funktioniert) geht die Route ueber Aurelion/Ex-Telia

    Ich vermute mal dieses Route ist halt abends dicht... also exakt der Effekt der durch die Politik des vorsaetzlichen Unterpeerings erreicht werden soll, die Verwendung vom Telekom-fremden Transit fuehrt zu Problemen.