Glasfaser-Vertrieb Undercover

  • Hi,
    wer es noch nicht gesehen/mitbekommen hat: RTL/n-tv hat gerade wieder einen Bericht über die Ranger:

    Glasfaser-Deals an Wohnungstür: Achtung, Abzockgefahr
    Es klingelt an der Wohnungstür und kurz darauf soll schon ein Vertrag unterschrieben werden, augenscheinlich von der Telekom. Doch vor versteckter Kamera…
    www.n-tv.de


    Wie lange möchte die Telekom sich so eigentlich noch die eigene Marke in Verruf bringen?

  • Nicht nur die Telekom, die sind IMHO auch fuer E.ON, 1&1 und O2 aktiv... Da ist sich keiner der Massenmarkt-ISPs zu fein... Alle wissen auch welche Masche Ranger faehrt und heuern die IMHO gerade deswegen an. Wenn es zu Beschwerden kommt, hat der ISP das was neudeutsch "plausible deniability" genannt wird und gibt sich selber von Ranger enttaeuscht und verspricht sich dafuer einzusetzen, dass der individuell kritisierte Aussendientsmitarbeiter von Ranger als "schwarzes Schaaf/Suendenbock" entlassen wird, arbeitet aber weiter mir Ranger zusammen...

  • Das schlimme ist, es erwischt immer die, die keine Ahnung haben.
    Wenn man Ahnung hat, hat man die Burschen innerhalb von kurzer Zeit so ausmanövriert, dass es das mit der Provision war.

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  • Die Abzockgefahr finde ich noch harmlos. Hier laufen sie wiederholt durch die Gegend und verweisen auf die Dringlichkeit eines Vertragsabschlusses mit der Begründung der schon begonnenen Bauarbeiten in der Straße, die aber dem konkurrierenden Netzbetreiber zuzuordnen sind. Das ist jetzt leider schon mehrfach passiert. Typischerweise wird den Leuten dann der 250er oder 175er Übergangstarif aufgeschwatzt, der rund 60% teurer ist, als nötig und knapp 40% teurer als der Glasfaser-Einstiegstarif der tatsächlich ausbauenden Konkurrenz.

  • Vertrieblern ist generell egal ob sie unentwegt beleidigt oder gesellschaftlich verachtet werden. Ich habe schon von Trainings gehört, die sich eher wie Bootcamps diesbezüglich anhörten.

    Das einzige was bei denen Wirkungen zu entfallen scheint: Geld. Können die Verbraucherzentralen nicht mal Musterklagen gegen ISPs führen die mit fragwürdigen Methoden v.a. Ältere überrumpeln? Wenn ein Urteil pauschal alle in einem Ort an der Haustür abgeschlossenen Verträge für nichtig erklären würde etc. könnte das vielleicht etwas bewirken.


    Oder man begrenzt die Provision auf eine Summe, die zwar Informationsveranstaltungen etc. aber nicht so ein aufdringliches Aufsuchen in Privaträumen ermöglicht. Wie wäre es mit 20 statt 200 Euro pro Vertragsabschluss?

    P.S: So ein Vertrieb bringt Glasfaser ziemlich in Verruf.

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  • Willst Du damit sagen, niemand braucht die Glasfasernetze? Das stimmt doch schon heute nicht mehr (frag mal manche Firma wie es läuft wenn der Backup DSL 16k einspringt) und wird es jetzt mit jedem Jahr zunehmend weniger

  • Willst Du damit sagen, niemand braucht die Glasfasernetze?

    Niemand braucht das, was Vertriebsdrücker an er Haustür vertreiben. Für alle Produkte mit echter Nachfrage muss man sich anstellen und bekommt ggf. nichts.

    Deshalb kommt niemand bei mir zu Hause (!) vorbei, um mir den neuesten AI-Beschleuniger anzudrehen. Die sind rar, knapp und teuer.

    frag mal manche Firma wie es läuft wenn der Backup DSL 16k einspringt

    Ich glaube nicht dass der Internetzugang des größten Arbeitgebers hier (seit den 1990ern Glasfaser) beim Geschäftsführer daheim an der Haustür vertrieben wurde. Wenn jemand etwas braucht, findet der Kunde schon zum Vertrieb, ohne dass jemand in Wohngebieten Klingeln putzen muss.

    Grundsätzlich erkennt man am Haustürvertrieb immer Produkte, die so wirklich niemand braucht. Und wenn man diese Grundregel beherzigt, wird man auch nicht reingelegt.

  • Auffällig ist es nur, dass gerade Ranger Marketing im Auftrag der Deutschen Telekom, dann in Gebieten auftaucht, wenn Mitbewerber zur DTAG dort eine Nachfragebündelung für den Glasfaserausbau gestartet haben. Das hat lediglich zum Ziel die Mitbewerber in ihrem Geschäftsbetrieb zu behindern und nicht um Produkte zu verkaufen, die niemand braucht.

    Die Glasfaser liegt nämlich nicht bereits bis in das Haus oder die Wohnung, sondern lediglich bis zum MSAN/DSLAM.

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  • Das hat lediglich zum Ziel die Mitbewerber in ihrem Geschäftsbetrieb zu behindern und nicht um Produkte zu verkaufen, die niemand braucht.

    Jein, da geht es IMHO schon auch darum Bestands -16er/50er/100er-Kunden auf den 250er Tarif umzustellen...

    Aber den Mitbewerbern den "Business-Case" versalzen ist bestimmt auch ein Ziel.


    Beides funktioniert besser wenn man Suendenboecke parat hat wenn man in flagranti erwischt wird... und das ist wo Ranger Marketing attraktiv wird, mit seiner Herde schwarzer Schaafe...

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  • Also brauchen wir ein Verbot von Haustürmarketing durch jemand anderen als den zuerst ausbauenden. Und es darf erst vermarktet werden, wenn der Ausbau in spätestens 6 Monaten starten würde

  • Das ist zu kurzfristig gedacht. Haustürgeschäfte im TK-Bereich müssten für den Kunden schadlos in den ersten 3 Monaten der Laufzeit rückabwickelbar sein. Die bestehenden 14 Tage halte ich für zu kurz, um den Betrügern die Masche zu vermiesen.

  • Na ja, der Bedarf an Dienstleistern wie Ranger liegt auf der ISP Seite, nicht auf der Kundenseite. Daher zahlt auch erst mal der ISP fuer deren Dienstleistungen (aus dem Umsatz durch Endkunden).

    Aber das ist generell auch das Prinzip hinter Werbung, den Leuten Dinge verkaufen von denen sie nicht immer schon vorher wussten dass sie sie brauchten/wollten.

    Also brauchen wir ein Verbot von Haustürmarketing durch jemand anderen als den zuerst ausbauenden.

    Eher empfindliche Strafen fuer Regelelverletzungen der Aussendienstmitarbeiter von Ranger fuer die ISP-Mitarbeiter die fuer das Anheuern von Ranger verantwortlich waren. (Also bei Telekom in letzter Konsequenz der Timotheus). Die Vorgehenensweise von Ranger ist kein Geheimnis und daher ist da Verantwortung durch die Auftraggeber IMHO angebracht.

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  • Also brauchen wir ein Verbot von Haustürmarketing

    Leute, die verstehen, dass an der Haustür nur Überflüssiges verkauft wird, brauchen kein Verbot von "Haustürmarketing" (Lobbyisteneuphemismus, korrekte Bezeichnung: Drückerei).

    durch jemand anderen als den zuerst ausbauenden.

    Ein generelles Verbot von Haustürgeschäften an Privatadressen fände sicherlich Mehrheiten, das braucht nicht irgendwie eingeschränkt werden. Das Geschäftsmodell wäre platt, die gezahlten Provisionsmittel fänden anderswo im Wirtschaftsgefüge gesellschaftlich nützlichere Verwendungen. Gesellschaftlicher Nutzen maximiert, Verlust für Drückerfirmen.

  • Das ist zu kurzfristig gedacht. Haustürgeschäfte im TK-Bereich müssten für den Kunden schadlos in den ersten 3 Monaten der Laufzeit rückabwickelbar sein. Die bestehenden 14 Tage halte ich für zu kurz, um den Betrügern die Masche zu vermiesen.

    Die Widerrufsfrist beginnt erst mit Lieferung des gekauften Produktes. Bei Telekommunikationsanschlüssen regelmäßig erst nach Schaltung. Wurde über das Widerrufsrecht nicht informiert (welcher Drückerkumpel macht denn das?), beträgt die Widerrufsfrist 12 Monate und nicht 14 Tage!

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  • Willst Du damit sagen, niemand braucht die Glasfasernetze? Das stimmt doch schon heute nicht mehr (frag mal manche Firma wie es läuft wenn der Backup DSL 16k einspringt) und wird es jetzt mit jedem Jahr zunehmend weniger

    Nein, eigentlich gemeint er, das geht mit vernünftigen Informationen in Gemeindezeitung (bei uns online), Veranstaltungen oder Medien auch so. DNS:NET hatte hier keine "Drücker" unterwegs.

    Im Gegensatz zu OpenInfra hier und die haben verloren.

  • Hi,
    wer es noch nicht gesehen/mitbekommen hat: RTL/n-tv hat gerade wieder einen Bericht über die Ranger:
    https://www.n-tv.de/25690815

    Wie lange möchte die Telekom sich so eigentlich noch die eigene Marke in Verruf bringen?

    Hehe, die sollen ruhig kommen. - Meine Frau sagt denen dann schon "Des müsse Sie mit meinem Mann klären, ich mach da nix!.

    Selbiges passiert hier auchg in steter Regelmäßigkeiot, wenn uns Stromtarife verkaufen will.... Verivox und Check24 kann ich alleine bedienen, da brauche ich keine Drückerkolonne dafür.... Bei Glasfaser bin ich ja ein bischen eingeschränkt, was die Provider angeht, aber es läuft, und ich bekomme seit über 2 Jahren 300 Mbit für "n Fuffi".