Allgemeine Frage: Zwangstrennung an 25-Stunden-Tagen, "Kulanzzeit" bei der Zwangstrennung

  • Hoch geschätztes Glasfaserfoum!

    Bei vielen ISPs gibt es eine Zwangstrennung pro 24 h. Außer bei abweichendem Nutzerwunsch konfiguriert der Fragesteller die entsprechenden Geräte so, dass diese um 03:01 Uhr erfolgt.
    Nun gibt es in Mitteleuropa jedes Jahr Ende Oktober einen Sonntag, der 25 Stunden hat. Sind an diesem Sonntag zwei Zwangstrennungen erforderlich? Oder gewährt der ISP an diesem Tag, passend zur längeren Dauer des Tages, eine Frist von 25 h?
    Räumt der ISP grundsätzlich eine Art "Kulanzzeit" bei der Zwangstrennung ein? Gegebenenfalls auch nur 30 s. Beispielsweise für den Fall, dass sich die Systemuhr eines IADs um einige Sekunden oder gar halbe Minute verstellt hat. Oder wird seitens des ISPs nach 86 400,000 s gnadenlos die Verbindung unterbrochen?
    Im vorliegenden Fall ist der ISP die Deutsche GigaNetz GmbH, jedoch wäre eine Antwort, die für alle deutschen ISPs mit Zwangstrennung gilt, am besten … dies werden doch wohl alle deutschen ISPs mit Zwangstrennung gleich handhaben. Der Fragesteller freut sich auf die Rückmeldungen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Jung-Fernmelder

  • Welcher große ISP hat heute noch klassische 24 Stunden Trennung? Davon abgesehen lässt doch doch pauschal gar keine Antwort geben..

    Spoiler anzeigen

    ISP: HTP Surf & Fon 1.000 MBit/s Download / 500 MBit/s Upload (Glasfaser)

    Router: MikroTik CCR2004-16G-2S+ (RouterOS 7.22.1) + Genexis Fibertwist F2110-2 (Rev2.0) @ AON (1000BASE-BX)

    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

    Handset: Gigaset SL800H Pro (Firmware 131.013.04)

  • Versuch macht klug. Zweimal im Jahr hast Du die Möglichkeit herauszufinden, wie während der Zeitumstellung IAD und Provider reagieren.

    Da es verschiedene Methoden zur Angleichung der Uhrzeit gibt, hängt dies stark von der Implementierung im IAD ab.

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  • Welcher große ISP hat heute noch klassische 24 Stunden Trennung?

    Deutsche Giganetz GmbH

    Und somit aller Wahrscheinlichkeit auch alle anderen ISPs, die ihre Telekommunikationsprodukte über die Infastruktur der Firma Purtel realisieren.

    Versuch macht klug. Zweimal im Jahr hast Du die Möglichkeit herauszufinden, wie während der Zeitumstellung IAD und Provider reagieren.

    Den 26.10.2025 habe ich mir bereits im Kalender markiert. Die Nacht auf gestern habe ich weit weg offline mit der provorischen Reparatur eingeworfener Fensterscheiben verbracht.

    Der 23-Stunden-Tag Ende März dürfte hier keine Relevanz haben, weil man hier dem Auslaufen des 24-Stunden-Zeitraums um eine Stunde zuvorkommt.

    Da es verschiedene Methoden zur Angleichung der Uhrzeit gibt, hängt dies stark von der Implementierung im IAD ab.

    Mir geht es um den Fall, in dem die Systemzeit des IADs, warum auch immer, 1 - 30 Sekunden von der gesetzlichen Uhrzeit abweicht.

  • Ja, an einem 25 Stunden Tag findet die Trennung 1 Stunde früher statt (oder tritt 2x auf). Das Urteil, welches der Zwangstrennung zugrunde liegt, spricht nämlich explizit von 24 Stunden, und nicht von täglich.

    Wenn man z.B. in der Fritzbox einstellt, die Zwangstrennung solle zwischen 3 und 4 Uhr stattfinden, dann beginnt sie am ersten Tag um 03:59, am zweiten trennt sie um 03:58 Uhr usw. bis 03:01. Am gleichen Tag trennt sie dann auch wieder um 03:59, und das Spiel beginnt von vorn. Da gibt es dann auch 2 Trennungen am Tag, und ein eventueller Zeitunterschied zwischen Kunde und Provider wird ausgeglichen.

    Wenn du also täglich um 03:01 trennst, und bei deinem Provider läuft die Uhr ein wenig schneller, dann kommt er dir zuvor, und ggf. gibt es dann auch zwei Trennungen, wenn sich die beiden nicht überlappen.

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  • Mir geht es um den Fall, in dem die Systemzeit des IADs, warum auch immer, 1 - 30 Sekunden von der gesetzlichen Uhrzeit abweicht.

    Üblicherweise kann man bei den IADs einen NTP-Server als Zeitquelle angeben, dies sollte man auch tun. Damit haben sich die Abweichungen erledigt, es sei denn die verbaute Hardwareuhr ist grottig.

  • Wenn du also täglich um 03:01 trennst, und bei deinem Provider läuft die Uhr ein wenig schneller, dann kommt er dir zuvor, und ggf. gibt es dann auch zwei Trennungen, wenn sich die beiden nicht überlappen.

    Dieser Effekt ist mir bislang unbekannt. Bislang keine bekannten doppelten Trennungen in einer Nacht.

    Üblicherweise kann man bei den IADs einen NTP-Server als Zeitquelle angeben, dies sollte man auch tun. Damit haben sich die Abweichungen erledigt, es sei denn die verbaute Hardwareuhr ist grottig.

    Sicherlich ist eine Synchronisierung konfiguriert. Doch ist die Ganggenauigkeit der Hardwareuhr so genau, dass die durch die zwischen zwei Synchronisierungen vergagene Zeit bedingte Abweichung im Bereich weniger Millisekunden liegt? Oder hat man da nicht viel eher schon mehrere Sekunden Abweichung "gesammelt"?

    Wenn man z.B. in der Fritzbox einstellt, die Zwangstrennung solle zwischen 3 und 4 Uhr stattfinden, dann beginnt sie am ersten Tag um 03:59, am zweiten trennt sie um 03:58 Uhr usw. bis 03:01.

    Bei pfSense kann man ohne Kunstgriffe lediglich einen Zeitpunkt (Minute, Stunde, gegebenenfalls Datum) festlegen, standardmäßig keine Option für einen sich ändernden Zeitpunkt.


    Soeben habe ich mir die das PPP-Log einer pfSense angesehen (ISP: Deutsche GigaNetz GmbH, Tarif: MyNet 600): Es zeigt am gestrigen 25-Stunde-Tag einen offenbar ungeplanten Verlust der PPPoE-Verbindung um 02:01 Uhr MEZ und später um 03:01 Uhr MEZ einen erneuten Verlust der PPPoE-Verbindung, welchen ich der konfigurierten Zwangstrennung zuschreibe. Dies bestätigt die Angabe von frank_m im ersten Absatz seines Beitrages von heute, 08:24 Uhr MEZ.

    Um die Frage nach der "Kulanzzeit" zu beantworten, könnte der Themenersteller bei Gelegenheit die Zwangstrennung in der pfSense deaktivieren und prüfen, wann die Verbindung seitens des ISP getrennt wird.

  • Sicherlich ist eine Synchronisierung konfiguriert. Doch ist die Ganggenauigkeit der Hardwareuhr so genau, dass die durch die zwischen zwei Synchronisierungen vergagene Zeit bedingte Abweichung im Bereich weniger Millisekunden liegt? Oder hat man da nicht viel eher schon mehrere Sekunden Abweichung "gesammelt"?

    Da musst Du bei deinem IAD nachsehen, wie die Zeitsynchronisierung gelöst ist. Wenn es ein "richtiger" NTP Client ist, wird ein Driftfile angelegt, welches die Abweichungen der Uhr von der Echtzeit berücksichtigt und permanent korrigiert. Es gibt allerdings auch Varianten die lediglich einmal am Tag die Uhrzeit fest einstellen und alles andere der eingebauten Hardwareuhr überlassen.

    In meinen Augen ist NTP eines der interessantesten und auch komplexesten Gebiete. Angefangen von den verschiedenen Zeitquellen bis hin zu der Absicherung. https://de.wikipedia.org/wiki/Network_Time_Protocol

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  • nicht themenbezogener Inhalt
    Zitat von HubeBube

    Da musst Du bei deinem IAD nachsehen, wie die Zeitsynchronisierung gelöst ist.

    Das würde weiterbringen. Leider weiß ich es für pfSense nicht auswendig und habe auf die Schnelle keine weiterführenden Informationen gefunden.

    Zitat von HubeBube

    In meinen Augen ist NTP eines der interessantesten und auch komplexesten Gebiete.

    Das mag sein. Gibt es denn einen NTP-Server, der aus Deiner Sicht der genaueste ist? Hast Du bestimmte Empfehlungen für das Vorgehen, wenn man Uhren möglichst exakt mit der gesetzlichen Uhrzeit synchronisieren muss?

    Zitat von 5G/FTTH-Tester

    Ich bitte doppelte doppelte Zwangstrennung in der Nacht der Zeitumstellung

    Warum hattest Du zwei Zwangstrennungen in dieser besonderen Nacht?

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  • Ich hatte am Anschluss der DGN am Samstag, 26.10., also einen Tag vor der Zeitumstellung, eine doppelte Zwangstrennung (3:55h durch Fritzbox, 4:35h durch DGN). Dadurch hatte ich am Sonntag (27.10.) nur eine Trennung um 3:33h durch die FB).


    nicht themenbezogener Inhalt

    Das mag sein. Gibt es denn einen NTP-Server, der aus Deiner Sicht der genaueste ist?

    Hast Du bestimmte Empfehlungen für das Vorgehen, wenn man Uhren möglichst exakt mit der gesetzlichen Uhrzeit synchronisieren muss?

    Warum hattest Du zwei Zwangstrennungen in dieser besonderen Nacht?

    Irgendwie lässt sich das hier nicht in Absätze trennen, daher die Antworten gesammelt:

    - Welcher NTP-Server der genaueste ist, lässt sich nicht allgemein sagen. Die Verbindung von Dir zu dem Server hat mehr Einfluss als die Genauigkeit des Servers, und das hängt vom Provider ab. Die größte Genauigkeit lässt sich somit erreichen, wenn der NTP-Server bei Dir läuft und über GPS oder DCF-77 versorgt wird, weil da der Weg über das Internet entfällt. Aber braucht man eine solche Genauigkeit? Für "Zuhause" reicht eigentlich jeder NTP-Server im Internet.

    Am besten de.pool.ntp.org - ist eine dynamische Liste aller öffentlichen NTP-Server in .de


    - Wenn man es etwas genauer will, installiert man sich zuhause selber einen NTP-Server, nimmt mehrere Server von de.pool.ntp.org oder europe.ntp.pool.org, beobachtet im NTP-Server deren Genauigkeit und die Netzwerklatenz zu diesen Servern, und legt sich irgendwann auf die fest, die mit der geringsten Latenz und geringstem Jitter aus dem eigenen Netzwerk erreichbar sind.

    Wenn man die Zeit noch genauer braucht, dann reicht NTP nicht, dann nutzt man PTP (Precision Time Protocoll) mit einer lokalen GPS-Uhr z.B. von Meinberg. https://www.meinbergglobal.com/english/glossary/ptp.htm

    DCF-77 ist dafür als Quelle schon zu ungenau, die Uhren und das Protokoll sind genauer als die Laufzeit der Signale von Frankfurt zum eigenen Standort und die Schwingung einer Welle im KHz-Bereich.

    Haben wir in der Firma, aber die Preise will man als Privatperson nicht bezahlen ;)


    - Eine Zwangstrennung hat man in der Nacht unter Umständen 2x, weil die Zwangstrennung alle 24h vorgenommen wird, der Tag aber 25h lang ist. Wenn man dann den Router von sich aus automatisch zu festen Zeiten trennen lässt, dann ist das logisch gar nicht anders machbar, als dass es irgendwann zwei Trennungen geben muss.

  • Wobei dies im Falle Meinberg eine teure Variante ist. Warum benötigt ihr diese hohe Präzision, wenn ich fragen darf?

    Wir haben in zwei Standorten jeweils einen MR(S)300. Wo wir die Hoheit über das Gebäude haben wird mittels GPS das Zeitsignal bezogen, im anderen Standort via NTP. Das ganze ist als Master-Slave Cluster aufgesetzt und wenn ein externes Zeitsignal wegbricht wird der Partner MRS300 als Stratum 1 verwendet. Das alles mit den Standardquarzen. Läuft seit Jahren hervorragend und ist im Betrieb bis auf gelegentliche (kostenlos zu beziehende) Updates wartungsfrei.

  • Wobei dies im Falle Meinberg eine teure Variante ist. Warum benötigt ihr diese hohe Präzision, wenn ich fragen darf?

    Nachweispflichten gegenüber Aufsichtsbehörde.

    Wir haben in zwei Standorten jeweils einen MR(S)300. Wo wir die Hoheit über das Gebäude haben wird mittels GPS das Zeitsignal bezogen, im anderen Standort via NTP. Das ganze ist als Master-Slave Cluster aufgesetzt und wenn ein externes Zeitsignal wegbricht wird der Partner MRS300 als Stratum 1 verwendet. Das alles mit den Standardquarzen. Läuft seit Jahren hervorragend und ist im Betrieb bis auf gelegentliche (kostenlos zu beziehende) Updates wartungsfrei.

    Ich weiß es tatsächlich nicht genau, da ich "auf der anderen Seite" stehe und nur die Seite habe, die die Daten verwendet. Ich weiß nur, dass NTP nicht genau genug war und daher auf PTP umgestellt werden musste.

    Die Uhren stehen auch nicht bei uns, sondern bei dem RZ-Dienstleister, über den wir auch die entsprechenden Daten per Schnittstelle angeliefert bekommen, damit die Zeitstempel wirklich die exakte Zeit des Eingangs bei uns tragen und nicht noch Wege dazwischen sind.

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  • Mmmh, interessant wie das die "grossen Jungs" regeln... Fuer den bescheidenen Bedarf meines Heimnetzes habe ich einen Uputronics GPS PiHat (plus Antenne am Fenster) mit einem Raspberry Pi4 nach dieser Anleitung kombiniert. Und dann noch ausgenutzt, dass der Pi4 PTP mit Software Clock kann... (der Pi5 can Hardware-PTP auf seinem Ethernet-Port aber fuer meine Heoímanwendung ist die Pi4 Loesung schon jenseits von Gut und Boese, da will ich kein zusaetzliches Geld ausgeben fuer einen Pi5 und dessen groesseren Stromverbrauch).

  • Mmmh, interessant wie das die "grossen Jungs" regeln... Fuer den bescheidenen Bedarf meines Heimnetzes habe ich einen Uputronics GPS PiHat (plus Antenne am Fenster) mit einem Raspberry Pi4 nach dieser Anleitung kombiniert. Und dann noch ausgenutzt, dass der Pi4 PTP mit Software Clock kann... (der Pi5 can Hardware-PTP auf seinem Ethernet-Port aber fuer meine Heoímanwendung ist die Pi4 Loesung schon jenseits von Gut und Boese, da will ich kein zusaetzliches Geld ausgeben fuer einen Pi5 und dessen groesseren Stromverbrauch).

    Privat zuhause habe genau das mit einem RPi3 (aus denselben Gründen wie Du keinen 5er willst) am laufen, aber nur mit NTP und nicht PTP. Funktioniert die Software-PTP-Lösung auf einen RPi zuverlässig? Würde ich nämlich ganz gerne versuchen, aber zumindest bei meiner letzten Google-Suche danach mit ziemlich viel Aufwand verbunden.


    Den leider geht die Genauigkeit von ca 2-3 Mikrosekunden auf dem Weg über NTP verloren:


    Server:

    ntpq> pe
        remote           refid      st t when poll reach   delay   offset  jitter
    ==============================================================================
    oPPS(0)          .PPS.            0 l   11   16  377    0.000    0.000   0.002
    *SHM(0)          .GPS.           12 l   14   16  377    0.000   -3.861   1.003

    Client:

    ntpq> pe
        remote           refid      st t when poll reach   delay   offset   jitter
    ===============================================================================
    RAW_DCF77(0)    .DCFa.           0 l  10h   64    0   0.0000  -2.5838   0.0000
    LOCAL(0)        .LOCL.          10 l  10d   64    0   0.0000   0.0000   0.0000
    *xxxxxxxxxxxxxx .PPS.            1 u   23   64  377   0.6545  -2.0400   0.0326

    (Ja, eine DCF hängt am Client noch dran, aber die macht schon länger Stress)


    Edit: die verd.... Formatierung mit den Codeblöcken ...

    3 Mal editiert, zuletzt von Elemir (29. Oktober 2024 um 16:24)

  • Wie anderswo geschrieben bin ich gar nicht mehr sicher ob mein PTP set up tatsaechlich funktioniert... hatte das vor Jahren mal eingerichtet und seit dem letzten grossen Raspian-Update gar nicht nach geschaut.... ich hoffe ich komme am WE dazu m,al nachzusehen...

    IIRC hatte ich den PTP Master auf dem Pi4 und ein PC mit Ubuntu als client configuriert, aber inzwischen habe ich auch den Client von Ubuntu 20 LTS auf 24LTS geupdatet, noch ein Grund zu zweifeln ob da PTP technisch ueberhaupt noch etwas funktioniert...

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