1&1 Glasfaser Tarifwechselgebühr 369 Euro??

  • edding27 21. Oktober 2024 um 12:58

    Hat den Titel des Themas von „1&1 Glaserfaser Tarifwechselgebühr 369 Euro??“ zu „1&1 Glasfaser Tarifwechselgebühr 369 Euro??“ geändert.
  • Hast du einen laufenden DSL-Tarif mit 12 oder 9*10€ Grundgebühr, der letztens erst begonnen hat? Der entsprechende Rabatt kann auf die Glasfaser-Tarife nicht angewendet werden.

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  • Dann würde ich auf einen Systemfehler tippen.

    Leider ist es kein Systemfehler.

    Ich habe im Sommer schon vom 100er Vertrag (der Ende Januar 24 neu abgeschlossen wurde) auf Glasfaser 300 wechseln wollen. Damals war die "Straf-Tarifwechselgebühr" ~70€. Der hilfsbereite 1und1 Mitarbeiter hat mir verbal vorgerechnet, wie diese zustande kommen. Ich solle einfach ein paar Monate warten, dann reduziert sich dieser Betrag.


    Die letzten Tage habe ich wiederholt den Wechsel "probiert", weil die 1und1-Strafgebühr von 70€ auf nun exorbitante 340€ angewachsen ist und ich einen Fehler vermutete.


    Heute habe ich eine halbe Stunde mit der Hotline telefoniert. Der freundliche Mitarbeiter hat sich für 10 Minuten ausgeklinkt, um mit seinem Vorgesetzten diesen Sachverhalt genauer zu besprechen. Als er zurückkam, meinte er, die Strafgebühr ist wirklich so vorgesehen und unumgehbar... X/

    Tja, so ändern sich die Zeiten... früher wurde man teils belohnt, wenn man in einen teureren Vertrag mit neuer 24-monatiger Vertragslaufzeit gewechselt ist. 1und1 holt heutzutage die Peitsche :evil:.

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  • Vielleicht hat 1&1 im Hintergrund bei der Backbone Anbindung physikalische oder wirtschaftliche Engpässe und wollen so verhindern, dass die Leute mehr Bandbreite einkaufen.

    Aber nur eine sehr vage Idee, sonst würde es aber so gar keinen Sinn machen.

  • Dann wäre es besser, dass alle Kunden, deren MVLZ abgelaufen ist, sich einen anderen Anbieter suchen.

    Man muss ja deren Backbone entlasten ;)

    Aber Danke für die Warnung, dann weiß man ja schonmal, zu wem man nicht wechseln sollte.

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  • Vielleicht hat 1&1 im Hintergrund bei der Backbone Anbindung physikalische oder wirtschaftliche Engpässe und wollen so verhindern, dass die Leute mehr Bandbreite einkaufen.

    Die meinst Vermeidung sprungfixer Kosten? Halte ich für möglich, wenn auch unwahrscheinlich.

  • Ich habe zwar vor kurzem irgendwo gelesen, dass Menschen mit höherer maximaler Bandbreite auch mehr Datenvolumen brauchen, aber ob das immer so skaliert, müsste ich mal schauen.

    Ich kann mir vorstellen, dass die Kurve im Zeitalter von FTTH weiter abflacht.

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  • Monatliches Datenvolumen ist allerdings kein sonerlich gutes Korrelat fuer "verursachte Kosten)... ISPs rechnen untereinander meist per Kapazitaetsnutzung ab, also z.B. 95%-ile "Burstable Billing (BB)" (ich weiss der Wiki Artikel sagt "it is not often used by ISPs because such entities need committed information rates (CIRs) for planning purposes." Aber das ist knapp daneben, fuer Transit verwenden ISP auch BB untereinander allerdings oft mit einem zusaetzlichen minimum, und IMHO meint der Artikel dass ISPs so selten gegenueber ihren Endkunden abrechnen).

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (30. Oktober 2024 um 20:00)

  • Bitte nochmal für Laien. Danke!

    Das ist eine Art Abrechnungsmodell, bei dem nicht der durchschnittliche Datenverbrauch, sondern die Spitzenwerte der Bandbreite berechnet werden.


    D.h. wenn alle gleichzeitig um 18 Uhr mit 1Gbit downloaden = teuer

    Alle laden rund um die Uhr mit 5 Mbit = billig

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  • Die Kosten von Internet-Backbone und Uebergaben haengen nur bedingt vom monatlichen Gesamtdatendurchsatz ab... und staerker von der notwendigen Kapazitaet (und der Entfernung, aber die ist oft invariabel).

    Ein Beispiel hilft vielleicht das zu verstehen:

    Laut Bundesnetzagentur lag die monatliche Datennutzung im Festznetz im Jahr 2023 bei 287GB (setzen wir mal an das bezieht sich allein auf die Downloadrichtung)

    Bei einem Kundenanschluss mit sagen wir 100 Mbps kann das bedeuten der Kundenanschluss war kontinuierlich mit:

    Code
    A) (287 * 1000 *  / (60 * 60 * 24 * 365/12) = 0.87 Mbps

    belastet, oder aber der Anschluss lief:

    Code
    B) (287 * 1000 *  / (100) = 22960 / (60 * 60) = 6.378

    Stunden am Stueck mit 100 Mbps

    Wenn der ISP eine Backbone/Uebergabe/Zugangskapazitaet von sagen wir 1 Gbps hat, dann kann er damit gleichzeitig:

    Code
    1*1000)/0.87 = 1149.42528736

    Kunden vom Typ A) versorgen, oder aber

    Code
    (1*1000)/100 = 10

    Kunden vom Typ B). Oder anders gesagt, fuer Nutzungsprofile vom Typ B) braucht er mehr Kapazitaet im Backbone/Uebergabe/Zugangsnetz als fuer Nutzungsprofile vm Typ A), und will er seine Kunden adaequat versorgen ist das bei Typ-B Kunden aufwendiger/teurer als bei Typ-A Kunden, obwohl beide exakt das gleiche monatliche Datenvolumem umsetzen.

    Das ist natuerlich ein kuenstliches Beispiel, echte Nutzungen liegen irgendwo zwischen diesen Extremen, aber koennen sich halt schon deutlich von Nutzer zu Nutzer unterscheiden...


    Ich hoffe das illustriert warum monatliches Datenvolumen kein gutes Kosten-Korrelat ist.

    Im Mobilnetz ist das allerdings, wegen beschraenkter "Datenguthaben" und der Option Volumen nachzukaufen, ein beliebtes Mittel zur Preisdifferenzierung welches die Kundschaft im wesentlichen akzeptiert hat, aber das liegt IMHO nicht daran, dass das die Kostenseite der ISPs ausreichend gut beschreibt... sondern ist eine Marketingentscheidung der Anbieter (was deren gutes Recht ist).

  • Es ist natürlich klar, dass man die Kapazitäten für die Spitzen auslegen muss.

    Das sieht man aber bereits in der Zugangsebene. Dort ist eine Überbuchung 1:32 oder 1:64 spezifiziert. Diese Bugwelle schiebt sich weiter durch das weitere Netz.

    Ohne die Preise zu kennen, mutmaße ich, dass dieser Effekt in Endkundenpreisbildung keine besonders große Rolle spielt.

    Da greifen meiner Meinung nach eher klassische Mechanismen der Verkaufspsychologie. 3-4 Tarife anbieten und die meisten werden das mittelpreisige Produkt bestellen.

  • 1:32 oder 1:64 klingt eher nach Splitting-Faktor bei PON, also wie viele Anschluesse am selben OLT sitzen... Als Ueberbuchungsfaktor wuerde ich eher:

    Code
     Summe(vertraglicher maximal Raten ) / Segmentkapazitaet 

    berechnen... Das haengt dann davon ab was die Kunden gebucht haben... z.B. 32 Kundem mit 1 Gbps Tarifen bei GPON laege bei 32/2.4 = 13.3 : 1... oder halt weniger wenn die Kunden Tarife mit weniger Kapazitaet gebucht haben.


    Aber klar, ich stimme dir zu, die Produktionspreise sind nur eine Komponente fuer Endkundenpreise...

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  • Aber mal ganz ehrlich: das ist doch nicht der Grund für diese absurde Wechselgebühr, das war doch eher zynisch so hingesagt.

    Ich kann nur vermuten, dass es sich dabei um einen Fehler handelt, denn worin soll diese hohe Summe begründet sein, wenn der Wechsel in einen höheren Tarif erfolgt. Echte Kosten entstehen kaum, die höhere Auslastung sollte ja über den höheren Tarif abgegolten sein.

    Spekulation: man wollte damit Wechsler von DSL zu GF an den Baukosten beteiligen, und hat dabei übersehen, dass es auch Tarifwechsel innerhalb GF trifft. Oder etwas anderes in der Art. Denn gewollt kann das nicht sein, wo doch jeder Provider über vorzeitige Vertragsverlängerungen froh ist, wenn diese nicht in einen niedrigeren Tarif wechseln.