Telekom überbaut lieber als vorhandene Infrastruktur zu nutzen (Open Access)

  • Ok, dann hab ich das wirklich falsch verstanden. Aber ich finds immer noch verwunderlich das Leute glauben das es bei FTTH wieder zurück zu PtP / AON gehen könnte. PON is the way

    Seh ich auch so (PON betreffend), aber da wären wir ja wieder beim Thema Entbündelung: Mit PtMP kaum möglich.

    Die Kupferleitungen sind auf dem Land teilweise sehr lang, bis zu 7km. Ich denke mal das wäre durchaus ein Kostenfaktor wenn ich neue Kabel über mehrere Kilometer einziehen muss. Und die Kabel müssen dann auch mal gespleißt werden, es ist auch ein deutlicher Unterschied ob ich 24 Fasern spleißen muss oder 768.

    Das stimmt schon, aber technisch sind das noch keine relevanten Strecken und in solchen Fällen wird es sicher aus Sicht der Telekom genügen, die VDSL-MFG zu aktiven Netzverteilern umzuwidmen. Die entlegeneren Orte wurden ja größtenteils mit Förderung auf VDSL gebracht.

    Ob diese heute auch noch im Rahmen des FTTH Ausbaus genutzt werden ist mir nicht bekannt (ich bin schon ne weile aus dem Business raus)

    Vor zwei Wochen habe ich beobachtet, wie ein solcher Schacht mit Betonplatten und einer Muffe drin noch gebaut wurde: Es war neben einem Fußgängerweg am Dorfrand und dort hat man eine Abzweigung an GasLINE-Darkfiber für das im Aufbau befinde FTTH-Netz versenkt.

  • Ok, dann hab ich das wirklich falsch verstanden. Aber ich finds immer noch verwunderlich das Leute glauben das es bei FTTH wieder zurück zu PtP / AON gehen könnte. PON is the way

    PON mag "the way" sein, aber PtMP ist trotzdem ein Sparausbau der uns noch in den hintern kneifen wird. Der Punkt fuer PtP ist IMHO sweniger, AON, sondern das es echte Faser-Entbuendelung erlaubt, und die belebt den Wettbewerb (weil Wettbewerber nicht zu reinen Resellern der Technologie des Betreibers degradiert werden). Ueber entbuendelte Fasern kann der mietende ISP dann selber entscheiden ob er PON oder AON anbieten will und for allen welche PON oder AON Variante.

    Und zwar weltweit. Da will und kann sich kein Provider die Kostenvorteile entgehen lassen.

    Nein, nicht weltweit, da wo die Regulierer weitsichtig genug sind (z.B. Schweiz) wird PtP gebaut, und im Resultat hat das Hochpreisland Schweiz deutlich gunstigere Internetpreise als Deutschland. Aber ueberall da wo man ISPs selber entscheiden laesst, ja da wird auf PON und vor allem PtMP gesetzt...

    es ist auch ein deutlicher Unterschied ob ich 24 Fasern spleißen muss oder 768.

    Das ist wahr, aber die Erwartung ist, dass diese Spleisse fuer Jahre werden halten...

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  • Das klappt im geförderten Ausbau ja schon so gut.

    Weil halt nur Zugang anderer gewährt werden muss und dafür langt Aktiver aus.
    Die Vodafone hat bei uns das geförderte Netz exklusiv für 20+ Jahre Pachten dürfen.

    Ich habe mich einige Male mit dem kommunalen Inhaber diesbezüglich geschrieben.
    Vodafone hat es exklusiv gepachtet und andere Anbieter müssen sich mit Vodafone einigen

  • Vor zwei Wochen habe ich beobachtet, wie ein solcher Schacht mit Betonplatten und einer Muffe drin noch gebaut wurde

    Natürlich werden solche Schächte auch noch neu gebaut, das ist immer noch der beste Weg um Abzweigmuffen einfach zugänglich zu machen. Ich bezog mich mit meiner Aussage eher darauf ob die Telekom die vorhandenen Kabelschacht Anlagen auch für den FTTH Ausbau nutzt. Aber wenn da noch was frei ist, werden sie das sehr wahrscheinlich auch tun.

  • Weil halt nur Zugang anderer gewährt werden muss und dafür langt Aktiver aus.
    Die Vodafone hat bei uns das geförderte Netz exklusiv für 20+ Jahre Pachten dürfen.

    Ich habe mich einige Male mit dem kommunalen Inhaber diesbezüglich geschrieben.
    Vodafone hat es exklusiv gepachtet und andere Anbieter müssen sich mit Vodafone einigen

    Ich habe verstanden, dass beim geförderten Ausbau Open Acess vorgeschrieben ist. Wird da nicht PtP mit vier Fasern vorgeschrieben?

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  • Ich habe verstanden, dass beim geförderten Ausbau Open Acess vorgeschrieben ist.

    Korrekt aber nicht wie Open-Access auszusehen hat. Und da BitStrom auch Open-Access ist....
    Es braucht bessere Begrifflichkeiten z.b. Open-Access Aktiv und Open-Access Passiv.

    Wird da nicht PtP mit vier Fasern vorgeschrieben?

    Richtig bis zum PoP oder wenn der PoP sich nicht im Ort befindet bis zu einem Sammelverteiler.

  • Interessant fände ich dann aber die Rate, wie gut die passiven Fasern im Open Acess angeboten und angenommen werden.

    Ich kann keine Zahlen beisteuern, aber mir fehlt die Fantasie, ob ein Provider Interesse hat, in vielen PoP (egal vor Ort oder kommunal/regional) die Fasern zu übernehmen. Das ist doch ein Vielfacher Aufwand gegenüber L2-Zugriff in relativ wenigen BNG-Standorten.

    Wenn wir da mal mehr als Bauchgefühl hätten, fände ich das spannend. kingpin42 hat hier ja durchaus Informationen aus erster Hand.

  • Interessant fände ich dann aber die Rate, wie gut die passiven Fasern im Open Acess angeboten und angenommen werden.

    Da muss man ins Ausland schauen wo diese vorgeschrieben ist.
    Frankreich Schweiz ist die Rate sehr hoch trotz BitStrom Verfügbarkeit.

    Interessant fände ich dann aber die Rate, wie gut die passiven Fasern im Open Acess angeboten und angenommen werden.

    Ich kann keine Zahlen beisteuern, aber mir fehlt die Fantasie, ob ein Provider Interesse hat, in vielen PoP (egal vor Ort oder kommunal/regional) die Fasern zu übernehmen. Das ist doch ein Vielfacher Aufwand gegenüber L2-Zugriff in relativ wenigen BNG-Standorten.

    Frankreich

    Zitat

    Durch die symmetrische Regulierung und die Co-Invest-Regeln besteht bei der
    überwiegenden Mehrzahl der Gebäude die Möglichkeit, zwischen mehreren Anbietern zu
    wählen. Auch wenn es Bitstromangebote im Markt gibt, werden beinahe ausschließlich
    passive Zugänge nachgefragt.

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  • Interessant fände ich dann aber die Rate, wie gut die passiven Fasern im Open Acess angeboten und angenommen werden.

    In Deutschland muss sich das generell ja noch entwickeln, aber für Init7 zum Beispiel in der Schweiz ist es ein integraler Strategiebestandteil.

    mir fehlt die Fantasie, ob ein Provider Interesse hat, in vielen PoP (egal vor Ort oder kommunal/regional) die Fasern zu übernehmen. Das ist doch ein Vielfacher Aufwand gegenüber L2-Zugriff in relativ wenigen BNG-Standorten.

    Na ja bei ADSL hat es das ja auch gegeben - 1&1, Vodafone, o2 haben "Fernanschaltungsgebühr" bzw. "Regio-Zuschlag" verlangt, wenn man den teuren Telekom-BSA anstelle die Nutzung eines eigenen PoP kaufen musste. Das wurde dann immer weniger, weil man dem Kunden die 5,- € mtl. ersparen wollte.
    Und Anbieter wie Versatel oder Verizon betreiben deutschlandweit eigene Backbones, da könnte eine Schnittmenge zu "Fremd"-PoPs entstehen.

  • Die Gemeinden (zumindest im Saarland und der angrenzenden Saarpfalz) haben kein Interesse daran, riesige PoP Standorte zu stellen. Die genehmigen uns ja gerade so einen kleinen PoP, kleiner als eine Fertiggarage. Damit ist ein sinnvolle Kollokation für Drittanbieter mit Zugriff auf die LWL TAL schon einmal nicht gegeben.

    Das ging natürlich früher in den Vermittlungsstellen der Telekom aus historischen Gründen sehr gut. An HVt Standorten gab es ja auch nur eine überschaubare Anzahl. Ich kann jedenfalls bei der Westconnect und anderer WLPs von uns kein Interesse dritter sehen, die was Anderes als BSA Angebote in Anspruch nehmen würden, geschweige denn sogar nur ein paar unserer, nicht zentral gelegener, PoPs Fasertechnisch anzubinden. Übergabe erfolgt fast immer an zentralen Punkten in Großstädten.

  • nur ein paar unserer, nicht zentral gelegener, PoPs Fasertechnisch anzubinden. Übergabe erfolgt fast immer an zentralen Punkten in Großstädten.

    Stehen die nicht zentral gelegenen zufällig entlang der Leitungen in der Karte, oder habt ihr ein Backbone mit selbst verlegten Fasern?
    Netz-karte

    Denn solche Darkfiber oder DWDM könnte sich ja jeder Anbieter anmieten.

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  • Wie soll denn da eine konkrete Faser eines einzelnen Kunden übernommen werden? Die terminiert in einem PoP.

    Nicht eines einzelnen Kunden, aber er könnte einen eigenen PoP "daneben" aufbauen.

    Mal abwarten was in den kommenden Jahren passiert. BSA wird das Rennen sicherlich gewinnen.

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  • Korrekt aber nicht wie Open-Access auszusehen hat. Und da BitStrom auch Open-Access ist....
    Es braucht bessere Begrifflichkeiten z.b. Open-Access Aktiv und Open-Access Passiv.

    Ich finde die Begrifflichkeit in der entsprechenden Rahmenregelung relativ eindeutig:

    "Der ausgewählte Bieter muss im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens verpflichtet werden, im geförderten Netz einen offenen und diskriminierungsfreien Zugang zu den errichteten Infrastrukturen zu gewährleisten, insbesondere Zugang zur unbeschalteten Glasfaser und zu Infrastruktur wie Straßenverteilerkästen, Pfählen, Masten, Türmen und Leerrohren bereitstellen sowie Bitstromzugang und vollständig physisch entbündelten Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung ermöglichen."

    (§8 Absatz1)

    Gemäß Absatz 2 kann die Verpflichtung für Bitstromzugang zeitlich befristet werden (mindestens 10 Jahre), der Zugang zu passiver Infrastruktur gilt aber unbegrenzt. Gemäß Absatz 4 legt der Bund auch die maximalen Preise fest. Die findet man hier.

  • Na ja bei ADSL hat es das ja auch gegeben - 1&1, Vodafone, o2 haben "Fernanschaltungsgebühr" bzw. "Regio-Zuschlag" verlangt, wenn man den teuren Telekom-BSA anstelle die Nutzung eines eigenen PoP kaufen musste. Das wurde dann immer weniger, weil man dem Kunden die 5,- € mtl. ersparen wollte.

    Wobei zumindest Telefonica davon ab 2014 wieder abgerückt ist:

    "Im Zuge einer strategischen Kooperation mit der Deutschen Telekom stellt Telefónica Deutschland bereits seit 2014 die Festnetz-Anschlüsse seiner DSL-Kunden schrittweise auf die Highspeed-Infrastruktur der Deutschen Telekom um. Im Zuge dieser Umstellung werden sukzessive die Telefónica-eigenen Hauptverteiler zurückgebaut."

    Das lag natürlich auch am zunehmenden FTTC-Ausbau, so dass Kunden ausserhalb der Nahbereichen ADSL auf VDSL gewechselt sind, was Telefonica in diesen Gebieten sowieso nur per Bitstrom anbieten konnte. Innerhalb der Nahbereiche konnte Telefonica zwar noch VDSL anbieten (Vectoring war aus dem Grund dort ja auch nicht gestattet). Aber das schien auch nicht wichtig genug dass sich das gelohnt hat relativ zum Bitstrom-Angebot der Telekom.

  • Was sind eigentlich diese Bodenplatten in Bürgersteigen mit Telekom-Logo drauf? Zugang zu der Glasfaser-Verteilung darunter? Sind das Kabelschächte in denen die Abzweigmuffen liegen?

    Bei meiner Mutter (Berlin Tiergarten) in der Straße steht da noch Post drauf und es sind die alten Kupferleitungen drin. Allerdings war reichlich Platz und sie haben Glasfaser dazu eingezogen. Dadurch konnten sie auch die Leerrohre ins Haus nutzen, selten gab es mal einen kurzen Graben vor einem Haus (meist Altbauten). Da hatten sie damals in einer Woche 4 oder 5 Straßenzüge bis zum HÜP in die Häuser fertiggestellt. Das interessante war, dass bei uns die Pipe schon im Keller aus dem Leerrohr schaute, obwohl sie noch gar nicht die Freigabe von der WEG-HV hatten. :D

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  • Die Gemeinden (zumindest im Saarland und der angrenzenden Saarpfalz) haben kein Interesse daran, riesige PoP Standorte zu stellen. Die genehmigen uns ja gerade so einen kleinen PoP, kleiner als eine Fertiggarage.

    Das ist IMHO etwas kurzsichtig, aber andererseits auch wieder nachvollziehbar. Und ein weiteres ISP-Argument fuer PtMP Ausbau...

    (Mir ist bewusst, dass egal was ich davon halte, der Loewenanteil der FTTH-Zugangsnetze in PtMP-Form gebaut werden, auch weil es keinen nationalen Champion fuer das Hauptargument pro-PtP (Ermoeglichung besseren Wettbewerbs) gibt, der z.B. auch den Kommunen erklaert warum ausreichend dimensionierte PoPs auch in deren Interesse sein koennen).