Telekom überbaut lieber als vorhandene Infrastruktur zu nutzen (Open Access)

  • Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Telekom überbaut lieber die Glasfasernetze der großen Mitbewerber wie Deutsche Glasfaser, Deutsche Giganetz, Unsere Grüne Glasfaser (UGG), GVG, usw. anstatt eine Kooperation im Rahmen von Open Access anzugehen. Angeblich aufgrund der bösen Private Equity Unternehmen.

    Telekom Deutschland-Chef: Gopalan bezeichnet Überbauen als "Kundendienst" - Golem.de
    Srini Gopalan ist wenig geneigt, von Deutsche Glasfaser verlegte FTTH-Netze großflächig mit zu nutzen. Das machte er auf dem Kapitalmarkttag der Telekom…
    www.golem.de

    Moment, war da nicht was von IFM und Glasfaser Plus?

    Vier Millionen zusätzliche Haushalte: Deutsche Telekom beschleunigt Glasfaserausbau durch Joint Venture
    Deutsche Telekom beschleunigt Glasfaserausbau durch Joint Venture.
    www.telekom.com
    Magenta Telekom und Meridiam gründen Joint Venture für größte private Glasfaser-Partnerschaft Österreichs
    Die Partner verkünden die größte private Glasfaser-Partnerschaft Österreichs.
    www.telekom.com

    Die Auflistung der Telekom + Private Equity Verbindungen ist sicher nicht vollständig.

  • Die Telekom überbaut lieber die Glasfasernetze der großen Mitbewerber wie Deutsche Glasfaser, Deutsche Giganetz, Unsere Grüne Glasfaser (UGG), GVG, usw. anstatt eine Kooperation im Rahmen von Open Access anzugehen.

    Genau genommen wurde gesagt, dass die Entscheidung für Überbau oder nicht eine gebietsspezifische Entscheidung ist, die von der Wirtschaftlichkeit abhängt. Was jetzt allerdings auch keine neue Enthüllung ist.

    Hier die direkte Quelle (Seite 34 )

    "I don't particularly plan to be a whole buyer for a bunch of private equity-funded networks. Whether we will overbuild or not will depend on the economics of the specific area. Let's face it, people like Deutsche Glasfaser, you look at a vertical view of their penetration, they're getting to 28%.

    Now that's still, in quite a lot of those areas, means there are 70% of my customers there. And in a lot of those areas, that's still viable to build. I wouldn't call that overbuild. I would call that serving my customers."

    Einmal editiert, zuletzt von Sowieso (12. Oktober 2024 um 13:48)

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Man ist auf Seiten der Telekom nun in Zugzwang, nachdem Vodafone nun nominell mehr Glasfaseranschlüsse kommuniziert.

    Die Analysten entscheiden im Endeffekt darüber wie teuer Kredite werden und über das Rating des Unternehmens.

    Volkswirtschaftlich macht Überbau in den seltesten Fällen Sinn und diesen müsste die BNetzA im Einzelfall bewerten und genehmigen oder ablehnen. Damit wäre dem Rosinenpicken ein Stein in den Weg gelegt.

  • Wenn's denn wenigstens konsequenter Überbau wäre, hätte man mancherorts ne Alternative. Hier kündigen sie wie wild Überbau an, ohne auch nur einen Meter zu bauen. Das führt häufig dazu, dass nur bei der Telekom bestellt wird und der Anschluss der tatsächlich bereits ausbauenden Konkurrenz links liegen gelassen wird.

  • Wenn's denn wenigstens konsequenter Überbau wäre, hätte man mancherorts ne Alternative. Hier kündigen sie wie wild Überbau an, ohne auch nur einen Meter zu bauen. Das führt häufig dazu, dass nur bei der Telekom bestellt wird und der Anschluss der tatsächlich bereits ausbauenden Konkurrenz links liegen gelassen wird.

    Gut wäre, wenn der Gesetzgeber hier für Verbraucher und Unternehmen ein verbindliches Recht auf einen funktionsfähigen Anschluss z.B. 24 Monate nach öffentlicher Ankündigung eines Ausbaus einführen würde. Auch wenn die Anbieter den Zeitpunkt einer Ankündigung dann möglichst weit nach hinten schieben und sich irgendwas für davor ausdenken werden, wüsste man als Endkunde halt immerhin wodran man ist.

    Bis es so eine gesetzliche Regelung gibt, könnte m.E.n. die Bundesnetzagentur aber auch im Rahmen von Verfügungen eingreifen, wenn es ein systematisches Vorgehen ist

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Vielleicht ist es auch eher können und wollen bei einem ehemaligen Staatskonzern. Dann müsste man sich aber auf der darüber liegenden Ebene (EU) oder halt bei Gericht (als Wettbewerber) beschweren können

  • ich denke man geht in der erster Linie davon aus das sich der Markt von selbst bildet, tut er das jedoch nicht sehe ich keine Maßnahmen vom Staate die dazu beitragen, das sich das ändert.

    Der Staat könnte z.B. Regelungen treffen die verbieten das ein Netzanbieter ein Gebiet überbaut wo es schon vorhandene Anschlüsse gibt. (Ist ja Wahnsinn so verbißen zu sein und OpenAccess NICHT zu nutzen, das könnte man so vorab verhindern)

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • IMHO ist das Hauptproblem hier, dass das Zugangsnetz eher Infrastruktur ist und der freie Markt ist auch wieder IMHO notorisch schlecht in Infrastruktur. Der Grund ist mEn, dass bei Infrastruktur volks- und betriebswirtschaftliche Ziele diametral gegensaetzlich sind (die Allgemeinheit will viele Anbieter mit gleichen Chancen die auf der Infrastruktur mit einander im Wettbewerb stehen, ausbauende ISPs wollen genau das verhindern und bestenfalls Reseller nach eigenen Gnaden zulassen).

    Solange unser Ziel ist das Zugangsnetz ptivatwirtschaftlich finanziert bauen zu lassen wird es IMHO zu Optimierung nach BWL Kriterien kommen. Aber ich sehe keinen Hunger bei der Politik das zu aendern. (Was ich auf Grund der aktuellen Lage auch voll verstehe).

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (13. Oktober 2025 um 10:51)

  • Das widerspricht dem freien Markt und wäre möglicherweise kartellrecntlich schwierig.

    Und wieso sollten Glasfaseranbieter HFC überbauen dürfen und andersrum nicht?

    Wie viele doppelte Kupfer-Telefonleitung von verschiedenen Netzanbieter haben wir in den Straßen?

    Das wurde damals von einem Staatsbetrieb gemacht und hat gut funktioniert.

    Nur bei Kabel- und Glasfaserleitungen funktioniert es nicht, weil wir sind ja achso privatwirtschaftlichen orientierte. ;(

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Solange unser Ziel ist das Zugangsnetz ptivatwirtschaftlich finanziert bauen zu lassen wird es IMHO zu Optimierung nach BWL Kriterien kommen. Aber ich sehe keinen Hunger bei der Politik das zu aendern. (Was ich auf Grund der aktuellen Lage auch voll verstehe).

    Eben, das ist der entscheidende Punkt. Ich kann den Ausbau nicht in die Privatwirtschaft geben und mich dann beschweren, dass die sich privatwirtschaftlich verhält. Sei es die Telekom, die ihr VDSL-Netz strategisch nutzt oder Vodafone, die mit HFC genauso handeln und auch in der NE4 "mitmischen".

    Und dann wird es marktrechtlich sehr schwer zu argumentieren, weshalb z.B. net services bei uns sowohl VDSL als auch HFC überbauen, das bei anderen Netzen aber böse ist.

    Es beschwert sich ja auch niemand, dass Telefonica die Telekom im Mobilfunk "überbaut". Da stehen ja schon Masten ... Dann wären wir wirklich an dem Punkt, bei dem ich den Staat beauftrage, passive Zugangsnetze für Mobilfunk und Festnetz zu bauen. Und der Zug ist doch schon lange abgefahren.

  • Und der Zug ist doch schon lange abgefahren.

    Jein, man koennte das Zugangsnetz auch heute noch verstaatlichen (natuerlich unter Entschaedigung der bisherigen Besitzer), das waere natuerlich deutlich schlechter jetzt mit anzufangen da bereits 50% homes passed mit PtMP erreicht ist als zu Beginn des Ausbaus.

    Aber realistisch ginge das nur wenn die Politik da Handlungsbedarf saehe, und da sind wir einig, dieser Zug ist abgefahren.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Und wenn die Firma das Netz nicht verkaufen will, wird es mit einer Verstaatlichung sehr schwierig, denn Enteignungen sind bei uns zum Glück nicht einfach so von oben durchdrückbar.

  • Da sehe ich nicht so das Problem, das ist einer der Faelle bei der man eine Verstaatlichung ganz gut begruenden kann (eben wegen des skizzierten Konflikts BWL gegen VWL). Es mangelt da IMHO* nicht an den rechtlichen Moeglichkeiten sondern am politischen Willen (und das ist IMHO durchaus OK so). Aber so oder so, ist das Resultat das gleiche ;)


    *) Bin kein Jurist, und kann da auch komplett falsch liegen...

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (11. Oktober 2025 um 13:35)