Bei (neuen) 1&1 Glasfasertarifen kein Over-Provisioning mehr?

  • Ich warte noch auf die Ausarbeitung, wie du die Gründe für die Aushandlung der Verbindungsparameter erkennen willst.

    Das ist mir dann egal. Die Rechtslage ist (ebenso wie bei der Endgerätefreiheit, die Du auch nicht akzeptieren willst) eindeutig, warum soll ich mich darum streiten.

    Der Kunde ist in einer schwächeren Position als der Provider, also ist die Rechtslage zum Kundenschutz so auch gerechtfertigt.


    Und um dennoch auf Deine Frage einzugehen: für den Provider ist es ein leichtes (oder besser: sollte es ein leichtes sein), nachzuweisen, dass die Einschränkung nicht von ihm kommt: Techniker fährt zum Kunden und macht eine Messung zu einem Server beim Provider.

    Der Kunde hat dagegen keinerlei Möglichkeit, einen solchen Test durchzuführen. Daher ist eindeutig, wer hier überhaupt irgendetwas nachweisen kann.

    Ohne solche Regelungen könnte der Provider machen was er will und dass sie das tun, wenn sie können und dürfen, ist die Erfahrung aus der Vergangenheit, wegen welcher solche gesetzlichen Regelungen überhaupt eingeführt wurden.

  • Ohne solche Regelungen könnte der Provider machen was er will

    Nein, eben nicht. Das ist einer der kritischen Aspekte Machen wir uns doch nichts vor, eine wasserfeste Spezifikation, was die Schicht 2 liefern muss, wäre für den Kunden viel besser. Denn da hat der Provider keine Ausreden, die ihm jetzt zahlreich zur Verfügung stehen (Protokolloverhead etc). Denn bei der momentanen Regelung kann ihn niemand auf eine Bandbreite verhaften, weil die Parameter für die Übertragung nicht geregelt sind. Da kann er sich immer auf einer fehlerhaften Konfiguration rausreden. Wenn man aber sagt, die Schicht 2 (PPPOE oder Ethernet) muss bei MTU 1500 150 MBit/s liefern, dann hat er keine Ausreden mehr. Es ist leicht messbar und reproduzierbar. Heute macht es ja schon einen messbaren Unterschied, wenn man IPv4 oder IPv6 verwendet, weil IPv6 20 Byte mehr Header hat.

    Zitat

    Speeds should be specified on the basis of the transport layer protocol payload, and not based on a lower layer protocol.

    Das ist ne klar Forumulierung, die man so leider im TKG und bei der BNetzA nicht findet. Leider fehlt auch hier die eindeutige Spezifikation, was Transportprotokoll denn nun bedeutet. UDP? TCP? Paketgrößen?

    Wenn ich ein solches Pflichtenheft an meine Kunden geben würde, und die soll als Abnahmekriterium für einen Vertrag gelten, schmeißt mein Boss mich raus. Und um nichts anderes geht es hier.

  • Was mir direkt auf der Homepage von 1&1 bezüglich den GF-Tarifen auch gerade aufgefallen ist:

    Es steht bei allen Tarifen GARANTIERT dabei AUSSER bei dem 1000/500. Also da sind sie ja schon wieder recht transparent dem Kunden gegenüber.

    Einmal editiert, zuletzt von edding27 (24. September 2024 um 10:24)

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  • Ich habe den Eindruck, dass neuerding sehr viele ISP bei ihren Glasfasertarifen (bzw. den aktuellen Neutarifen) weniger verlässlich Bandbreite oder gar Überprovisionierung bieten, als noch vor ca. ein bis zwei Jahren. Ob das an höheren Take-up Raten liegen mag und man sich bei GPON für eine höhere Auslastung absichern will, anstatt weiter in XG-PON zu investieren?

    Auch mein lokaler ISP hat neue Tarife, die deutlich schlechter sind, als die Tarife von 2021 - Anfang 2024: z.B. keine symmetrische und auch keine garantierte Bandbreite mehr...

  • Das sind immer krumme Zahlen und immer auch mindestens 20Mbit mehr. Warum also soll es ausgerechnet jetzt bei mir anders sein?

    Du hast so gar kein Alleinstellungsmerkmal.

    Ich habe 1000/500 Und dies sein meine Werte getestet direkt durch den Router nachts um 03:00. Dafür sind die Werte stabil. Und dies ist mir wichtiger.

    Die eine ganz lahme Verbindung war mein Mobil LTE Fallback. ;)

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  • Ich habe den Eindruck, dass neuerding sehr viele ISP bei ihren Glasfasertarifen (bzw. den aktuellen Neutarifen) weniger verlässlich Bandbreite oder gar Überprovisionierung bieten, als noch vor ca. ein bis zwei Jahren. Ob das an höheren Take-up Raten liegen mag und man sich bei GPON für eine höhere Auslastung absichern will, anstatt weiter in XG-PON zu investieren?

    Bei den aktuellen Tarifen und beim konsumierten Datenvolumen, gibt es keinen Bedarf, die Bandbreite zu verknappen.

    Ein typisches GPON-Segment mit 30-50 Teilnehmern ist weit davon entfernt, überlastet zu sein.

  • Das ist ne klar Forumulierung, die man so leider im TKG und bei der BNetzA nicht findet.

    Natürlich findet sich die.

    TKG § 57 (4) 1

    "Abweichungen bei der Geschwindigkeit ... die durch einen von der Bundesnetzagentur bereitgestellten oder von ihr oder einem von ihr beauftragten Dritten zertifizierten Überwachungsmechanismus ermittelt wurden"

    Somit gilt eindeutig der Zahlenwert, welcher gegen die Server der BNetzA gemessen wird, und das ist Netto.

    Es mag Dir passen oder nicht, aber so steht das im Gesetz und darüber braucht man nicht diskutieren, weil das so da steht.

    Du kannst aber über Deinen zuständigen Bundestagsabgeordneten versuchen, das TKG ändern zu lassen. Bis das durch ist, musst Du das halt akzeptieren.

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  • Phino welchen Wert erwartes du denn im Download? Greift bei dir nicht die Begrenzung von Gbit LAN?

    Nein. Die Geschwindigkeitstests oben passieren direkt auf dem Router, der per GF angebunden ist. Aber dasselbe auch am PC. Der hängt mit 10 GB am Router. Wenn ich vom NAS (QNAP TS-464EU) zum PC ziehe, bin ich schneller. Da stecken 2x SSD 990 PRO 1TB als Cache vor dem Raid5 drin. Die lahmen Tests sind mit dem Laptop per WLAN.
    Interessant ist ja, dass ich selbst per WLAN Upload schneller bin als die eingekauften 500 MB/s.
    Aber Test sind ja immer so eine Sache. Ich habe jedenfalls keine Bauchschmerzen mit den fehlenden MB/s. Ich schaffe es nur die Leitung auszureizen, wenn ich zeitgleich 3x Debian von verschiedene Server ziehe. :saint:

  • Du hast so gar kein Alleinstellungsmerkmal.

    Ich habe 1000/500 Und dies sein meine Werte getestet direkt durch den Router nachts um 03:00. Dafür sind die Werte stabil. Und dies ist mir wichtiger.

    Die eine ganz lahme Verbindung war mein Mobil LTE Fallback. ;)

    Du hast aber auch mehr Upload als vereinbart und ehrlich gesagt - genau da hab ich bei mir auch erwartet. Zumindest dass ich Netto am PC genau die 150 erreiche. Upload ist in meinem Fall sowieso wichtiger als Download. Ich hab mir die GF vor allem geholt, weil ich Grafiker im Homeoffice bin und ständig fertige Gestaltungen und Videos hoch laden muss.

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  • Vielleicht ist das Profil mit 600/300 besser eingestellt. 😉

    Du ganz ehrlich - das war auch perspektivisch der Plan! Für mich ist das aber das allererste Mal Glasfaser und da es diese Tarife in der Konstellation erst seit Juli bei 1&1 gibt und auch der Ausbau bei uns erst vor kurzem abgeschlossen wurde, wollte ich erstmal schauen, ob das alles soweit auch funktioniert wie angepriesen.

    Diese Vorsicht scheint ja nun auch berechtigt gewesen zu sein - wie man sieht. Wenn mir jetzt schon knapp 10% fehlen von den 150 Mbits - wer weiß was es dann bei 300Mbit Upload an Differenz gewesen wäre. Das hätte mich sicher noch mehr geärgert. Wenn es dann 20 oder 25Mbit weniger sind, reden wir in meinem Fall dann schon von einer Differenz die so groß ist, wie gesamter Nettoupload früher bei DSL. Also das fühlt sich dann auch nicht mehr so toll an - erst recht nicht wenn überall was von "Garantiert" und "Minimal verfügbar" gesprochen wird bei 1&1 - und dann ist es aber doch nicht so. Ich hänge dann ja leider auch 2 Jahre fest im Vertrag.

    Nein. Die Geschwindigkeitstests oben passieren direkt auf dem Router, der per GF angebunden ist. Aber dasselbe auch am PC. Der hängt mit 10 GB am Router. Wenn ich vom NAS (QNAP TS-464EU) zum PC ziehe, bin ich schneller. Da stecken 2x SSD 990 PRO 1TB als Cache vor dem Raid5 drin. Die lahmen Tests sind mit dem Laptop per WLAN.
    Interessant ist ja, dass ich selbst per WLAN Upload schneller bin als die eingekauften 500 MB/s.
    Aber Test sind ja immer so eine Sache. Ich habe jedenfalls keine Bauchschmerzen mit den fehlenden MB/s. Ich schaffe es nur die Leitung auszureizen, wenn ich zeitgleich 3x Debian von verschiedene Server ziehe. :saint:


    Der Ping ist ein Traum. Ich versteh nicht, was bei mir für ne komische Leitung geschaltet wurde, wenn ich mit Glasfaser ne schlechtere Latenz habe als vorher mit DSL. Also so richtig überzeugt bin ich nicht - zumindest nicht gegenüber meinen Erwartungen an Glasfaser ^^

    Einmal editiert, zuletzt von edding27 (25. September 2024 um 09:15)

  • Warst du denn vorher schon bei 1&1 mit Versatel Backbone? Sieht mir einfach aus, als ob du relativ weit von Frankfurt weg wohnst.

    Bezüglich der Datenrate würde ich mir nicht so viele Gedanken machen, lieber die Energie in die Messkampagne stecken. Die werden die Werte sicher nochmal anpassen.

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  • Bei 1&1 sind wir schon jahrelang. Ob es da der selbe Backbone war, kann ich allerdings nicht sagen. Ich weiß nur, dass der Ping zu heise.de mit DSL (und wir hatten kein gutes DSL - es kamen so ca. 80Mbit an bei einer 100er Leitung) immer um die 14ms war. Jetzt ist er bei über 20.

  • Gibts eigentlich irgendwo im Netz eine gute Quelle um mal mehr über diese sagenumwobenen Profile lesen zu können? Wer schaltet die, wer entscheidet über die Parameter, usw.

    Schon zu DSL Zeiten fand ich das immer interessant. Das ist ja quasi mehr oder weniger der Schlüssel für die letztendliche Leistungsfähigkeit der Leitung und da es bei Glasfaser ja keine großen technischen Beschränkungen mehr gibt ist man da ja ausschließlich auf das Wohlwollen eines(?) Mitarbeiters angewiesen, der die Profile schaltet bzw. festlegt. Schon bisschen irre der Gedanke.

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  • Das wird bei 1&1 schon ein automatisierter Geschäftsprozess sein, der dir aus dem gebuchten Tarif die entsprechende Datenrate zuordnet. Die zu niedrigen Werte wurden vermutlich nur einmalig händisch im System eingepflegt, eine Anpassung für einzelne Kunden wird da kaum vorgesehen sein. Daher würde ich damit rechnen, dass es ihnen demnächst auf die Füße fällt und eines Nachts die Datenrate aller Kunden nach oben angepasst wird.

    DSL-Datenraten sind was Anderes, das spielt sich auf einer tieferen Ebene der Datenübertragung ab und die Werte bestimmt nicht der Provider, sondern bei VDSL der jeweilige Netzbetreiber.

    Bei VDSL100 auf Telekom-Technik belommst du zum Beispiel generell 116,7 Mbit/s im Downstream geschaltet, egal ob dein Provider Vodafone, o2, 1&1 oder Telekom ist. Das alleine bestimmt aber noch nicht die Datenrate, die für dich am Ende nutzbar ist, da diese auf einer höheren Ebene nochmal "geshapet" werden kann.

    Und natürlich gibt es trotz Glasfaser noch weiterhin technische Beschränkungen - du teilst dir ja mit bis zu 31 Anderen die 2,5 Gbit/s Down und 1,25 Up. Wenn man es fair aufteilen würde, hättest du also ziemlich ähnliche Werte wie bei einem soliden VDSL100-Anschluss, nur dass es in der Praxis keine Notwendigkeit für eine solche Beschränkung gibt, da der tatsächliche Nutzungsgrad eine starke Überbuchung erlaubt.

  • Nein. Die Geschwindigkeitstests oben passieren direkt auf dem Router, der per GF angebunden ist. Aber dasselbe auch am PC. Der hängt mit 10 GB am Router. Wenn ich vom NAS (QNAP TS-464EU) zum PC ziehe, bin ich schneller. Da stecken 2x SSD 990 PRO 1TB als Cache vor dem Raid5 drin. Die lahmen Tests sind mit dem Laptop per WLAN.
    Interessant ist ja, dass ich selbst per WLAN Upload schneller bin als die eingekauften 500 MB/s.

    Wie ist der Router angebunden? Der SFP Slot bei Unifi kann doch meist nur 1G oder 10G. Oder per 2,5G Modem?