OPNsense an 2Gbit Glasfaser / FritzBox 5530?

  • Hallo zusammen,

    ich bin neu im Glasfaser-Business :)

    Bei uns werden derzeit die Häuser angeschlossen und Kabel verlegt. Aktuell können wir Tarife buchen die relativ zeitnah geschalten werden.

    Ausbauen tut die GlasfaserPlus, Anbieter ist die Telekom.

    Ich wollte nun den 2Gbit Tarif der Telekom buchen, bekomme aber bei der Gerätewahl nur eine Fritz Box 5530 angeboten die ich für einmalig 270€ mitbestellen könnte.

    Ich habe im Netzwerk bereits bestehende Infrastruktur mit einer OPNsense zur Einwahl, hinter der jede Menge Unifi Zeug hängt.

    Ich würde auch gerne weiterhin die OPNsense zur Einwahl nutzen. Leider weiß ich nicht wie das ganze technisch funktioniert.
    Die OPNsense hat nur RJ45, kein SPF.

    Kann mir jemand erklären, wie ich es hinbekomme, die Glasfaser direkt an meine OPNsense zu stöpseln?


    EDIT: Ein Glasfasermodem steht nicht zur Auswahl bei der Tarifbuchung. Da hätte ich halt gedacht: Glasfaser -> ONT -> RJ45 -> OPNsense zur Einwahl. Soll ich mir selbst ein Modem besorgen?

    Danke euch im Voraus.

    VG

  • Soll ich mir selbst ein Modem besorgen?

    Die Telekom baut Ihr Netz gemäß den Regeln des §73 TKG Abs. 1 mit einem passiven Abschluß. Die aktive Komponente oder auch ONT genannt liegt in der Verantwortung des Kunden. Dieser muss sich das entsprechende Gerät am Markt selber beschaffen. Zum Beispiel auch ein Glasfasermodem 2 der Telekom, das am LAN 2,5 GBit/s bietet.

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  • OK, also würde das Glasfasermodem 2 normal funktionieren?
    Glasfaser rein, RJ45 raus?
    Hatte mich nur gewundert dass es mir nicht angeboten wird wenn ich den 2Gbit Tarif wähle.

    Beim 1 Gbit Tarif kann ich es auswählen..

  • Nein das Glasfasermodem 2 wird eben nicht unterstützt, das kann nur GPON und nicht XGS-PON. Daher bietet die Telekom nur die 5530 mit XGS-PON Modul an.

    Die Tarife bis <= 1Gbit/s werden über GPON realisiert (Da würde das GF-Modem 2 reichen), alles darüber nur mit XGS-PON.

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  • Es gibt zwar keine Empfehlung für einen XGS-PON ONT von mir, folgende Geräte sind jedoch in Europa im Einsatz und stehen auf der Check-Liste des Broad Band Forums:

    ZTE F2801S (ZXHN F2801S) - 10GBaseT 2,5 GBaseT

    Nokia XS-010X-Q (-R) - 10GBaseT

    Huawei HN8010Ts (OptiXstar HN8010Ts) - 10GBaseT

    Evtl. wirst Du ja bei einer Suchmaschine deiner Wahl fündig, Datenblätter gibt es beim Hersteller. Bei der Telekom dürfte die Provisionierung im XGS-PON ebenso unproblematisch wie bei einer GPON-Topologie sein. Bei anderen Anbietern ist das leider nicht so, wenn nicht gar unmöglich.

    Falls der RJ-45 Port fix auf 10 Gbps eingestellt ist, kommt noch die Anschaffung eines Multigigabit Switch es hinzu, ich gehe nicht davon aus, das deine OPNSense über einen Multigigabit Port mit 10 Gbps verfügt.

    Nachtrag:

    Der Nokia ONT ist wohl nicht mehr lieferbar und der ONT von ZTE hat nur ein 2,5 Gbps Interface.

    2 Mal editiert, zuletzt von HubeBube (20. September 2024 um 20:05)

  • Der Nokia ONT ist sehr wohl lieferbar, nur nicht für private Endverbraucher ;)

    Bin mir auch nicht sicher, ob der so einfach bei der Telekom automatisch provisioniert werden kann. Afaik haben die da eher eine Whitelist mit einer handvoll Geräten als eine für alle Geräte funktionierende Provisionierungskette.

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  • haben die da eher eine Whitelist mit einer handvoll Geräten als eine für alle Geräte funktionierende Provisionierungskette.

    Und genau das ist der Fehler. Alles was nach den Vorgaben des §73 TKG zulässig ist, muss anwendbar sein. Also eher eine Blacklist als eine Whitelist.

  • Und genau das ist der Fehler. Alles was nach den Vorgaben des §73 TKG zulässig ist, muss anwendbar sein. Also eher eine Blacklist als eine Whitelist.

    Und genau da sind wir wieder bei der technischen Unmöglichkeit und der Diskrepanz zwischen gesetzlicher Vorgabe und der Realität. Es fehlen die technische Spezifikation und die entsprechenden Conformance Tests.

    Es geht einfach nicht. Da könnt ihr euch noch so oft auf den Boden werden und mit den Fäusten auf den Boden trommeln, das wird es nicht ändern. Denkt mal drüber nach, bevor ihr das nächste mal vergeblich die TKG Karte zieht - oder ob es nicht eher Sinn macht, den Hilfe-suchenden pragmatische Tipps an die Hand zu geben, wie sie ihren Anschluss gescheit ans Laufen kriegen.

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  • Es geht einfach nicht.

    Wo steht das?

    Man muß es wollen und sich auf eine einheitliche Vorgehensweise einigen. Und niemand hat die Provider zu GPON gezwungen. Wenn der Gesetzgeber mal richtig durchgreifen würde, würden die Provider lernen, das die Entscheidung für GPON im ersten Augenblich möglicherweise günstiger war, die Folgekosten aber höher werden. Aber wenn man sich als Gesetzgeber auf der Nase herumtanzen lassen möchte ...

  • Wo steht das?

    Man muss nicht aufschreiben, wie es nicht geht. Das Problem ist, dass niemand aufgeschrieben hat, wie es geht.

    Man muß es wollen und sich auf eine einheitliche Vorgehensweise einigen.

    Richtig. Und ich hab ja mal dargelegt, wie lange solche Standardisierungsprozesse dauern.

    Aber wenn man sich als Gesetzgeber auf der Nase herumtanzen lassen möchte ...

    Das hatte man ja selbst in der Hand. Aber wenn man Gesetze erlässt, die auf unzureichenden technischen Grundlagen basieren, dann darf man sich später nicht wundern, wenn es nicht funktioniert.

  • Nein, die Folgekosten sind bestimmt nicht höher.

    Es ist erstmal wie immer in der Industrie. Es braucht zwei bis drei Iterationen, bis man sich auf einen Standard einigt. Denn es gibt ja keinerlei technischen Hürden, lediglich prozessuale.

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  • Ich habe jetzt gelernt und kurz zusammengefasst:

    Solange der Gesetzgeber keine Novellierung speziell für diese GPON-Technologie vornimmt, solange sind die Hersteller auch nicht gezwungen, eine Harmonisierung herbeizuführen.

    Dass es auch anders geht, zeigen die EU-Vorgaben für den USB-C Ladeanschluss der Handys; Stichwort Apple.

  • die Folgekosten sind bestimmt nicht höher.

    Wenn man mal pro Auftreten eines Falles die Höchststrafe von 100.000 EUR festsetzen würde, dann wäre das sehr schnell sehr teuer ...

    Und würde für die anderen auch abschreckend wirken.

    Allem Anschein nach reicht die Strafandrohung nicht aus. Sie muss wohl mal vollzogen werden, damit der Lerneffekt eintritt.
    Es gibt übrigens für keinen Kunden die gesetzliche Verpflichtung TR069/369 zuzulassen.

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  • Für die man die "Einigungsphase" durch entsprechenden höheren finanziellen Druck mittels Strafen verkürzen könnte.

    Das klappt aber nur, wenn man auf alle Einfluss hätte, die an diesem Einigungsprozess beteiligt sind. Da das für mindestens 75% der Teilnehmer nicht gilt, ist das Schwert komplett stumpf.

    Sieh es ein: Die BNetzA ist auf der Ebene allenfalls eine Lachnummer, und die deutschen TKG Anbieter wenige unter vielen, die alle was anderes wollen. Der Markt ist drastisch zu klein, um darüber einen Hebel zu erwirken. Und wir sind nun mal die einzigen, die darauf bestehen. Alle anderen können mit RJ45 sehr gut leben.

    Ich denke, eine Whitelist mit einigen in Deutschland gängigen Geräten ist das Beste, was wir auf Dauer erreichen können.