Zu wenige wollen Glasfaser, Betreiber stoppt Netzausbau

  • GVG baut Glasfasernetz in Friedberg nicht
    Friedberg in Hessen muss sich nach einem neuen Partner für das geplante Glasfasernetz umsehen. Es haben sich in etlichen Stadtteilen nicht genügend…
    www.faz.net

    Ich weiß nicht mehr, wo ich es gesehen habe, aber so was hat ein Engländer ja schon vor Wochen gesagt das dieses in Deutschland passieren kann. Bei den auf der Insel verlauft das ja auch so ab das wenige wollen Ausbau gestoppt. Da alle Angst haben, auf den eigenen Kosten sitzenzubleiben und Insolvenz einreichen müssen.

    Bin mal Gespann, was daraus wird. Und ob es auch andere treffen wird. Aber dann werden wieder viel zu viel Steuergelder benötigt. Wo sich dann wieder ein Unternehmen freuen wird. Man bekommt Geld für den Ausbau geschenkt.

    Einmal editiert, zuletzt von Crash Override (19. Februar 2024 um 14:45)

  • Naja, ich kann es halt auch nicht verstehen, dass man keinen Vertrag abschließt, wenn die Möglichkeit besteht... Meine Schwester hat es auch nicht gemacht, ihr Internet ist ja schnell genug... Aber später wird dann geheult...

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  • Das blöde ist, dass die vorausschauend Handelnden leider auch mit hinten runterfallen, wenn am Ende gar nicht ausgebaut wird. Aber eine Gesellschaft bekommt eben, was sie möchte und verdient.

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  • Letztlich sind die Bedingungen für einen Ausbaustart allen Beteiligten bekannt: die Quote von 40% muss erreicht werden. Ich gehe mal davon aus, dass Teranet/GVG auch bei 30% ausgebaut hätte.

    Wenn das Interesse nicht besteht, dann ist der Entschluss zum Absagen des Ausbaus aus Anbietersicht nur konsequent. Der Glasfaserzug fährt weiter zum nächsten Projekt. Einsteigen oder stehenbleiben, etwas anderes gibt es nicht.

    Die Zinsen sind erneut gestiegen und der Glasfaserausbau muss für die Investoren Rendite bringen, da wird aktuell mit spitzer Feder gerechnet ob das über Jahrzehnte gebundene Kapital nicht an anderer Stelle aus Investorensicht gewinnbringender angelegt werden kann. Offensichtlich gibt es zur Zeit attraktivere Anlagen.

    Nein, ich habe kein Mitleid mit den Bewohnern der Friedberger Ortsteile. Die Möglichkeit an einer Zukunftstechnologien für lau teilzuhaben war gegeben, wer da nicht zugreift muss sehen wo er bleibt.

    Mit etwas Glück erbarmt sich ein anderer Anbieter. Aktuell zeichnet sich in einem Nachbarlandkreis ab, das Regionen, die von Deutsche Glasfaser und Teranet/GVG nicht ausgebaut werden und ein Rosinenpicken durch die Telekom nicht stattfindet (weil keine Rosinen), von Unsere Grüne Glasfaser (UGG) eigenwirtschaftlich erschlossen werden. Die Allianz Versicherung scheint noch Kapital hierfür zu haben.

  • Die UGG hat von Telefonica und Allianz einen auf den Deckel bekommen.

    Die müssen zuerst mal Ihre bestehenden Baustellen, Orte an Netz also Online bringen.

    Die Investoren wollen Geld sehen.

    Telefónica-Joint-Venture: UGG will schnell mehr Auslastung im FTTH-Netz - Golem.de
    Unsere Grüne Glasfaser (UGG) setzt künftig mehr auf Kundenverträge. Geldgeber Telefónica und UGG wollen offenbar Ergebnisse sehen.
    www.golem.de

    Einmal editiert, zuletzt von ofox65 (18. Februar 2024 um 19:04)

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  • Bei uns war das gleiche Problem im Dorf: Im Neubaugebiet mit vielen Familien und den Eigentümern mit ca. 40 Jahre Alter, wurden schnell 60+ Prozent Ausbaurate erreicht. Bei uns in der Straße mit einem Altersschnitt von 65, 70, 80 Jahre und älter sind es kaum 5 von 30 Häusern. Hauptgrund: „Ach, dafür bin ich zu alt!“. Dass das Haus vererbt oder verkauft wird interessiert dann nur noch sekundär.


    Nach Verlängerung der Bündlungsphase und dann nach über 2 Jahren Ausbauphase, war es dann letzten Herbst soweit: Wir haben Glasfaser von der DG. Glück gehabt.

    In der Nachbarstadt wo mit Ach & Krach 40% erreicht wurden, wurde ein Projekt mitten in der Bauphase abgebrochen. Begründung: Zinsen sind zu hoch und Geld zum Ausbau zu teuer geworden. Da kann man sich dann schon überlegen wenn ein Zinssatz von 2 bis 2,5 niedrig genug ist und ein Zinssatz von 4 bis 5% zu hoch, wie hoch die Marge liegen wird. Ach: Der Bauabbruch kam nicht von der DG. Das war ein anderes Unternehmen.

  • Bei uns in der Straße mit einem Altersschnitt von 65, 70, 80 Jahre und älter sind es kaum 5 von 30 Häusern. Hauptgrund: „Ach, dafür bin ich zu alt!“. Dass das Haus vererbt oder verkauft wird interessiert dann nur noch sekundär.

    Das ist in meinen Augen aus Sicht der Bewohner ein gutes Argument. Jedoch muß der Immobilienkäufer dies im Blick haben und dem Makler die Frage stellen, wie viele Immobilien in dieser Straße haben einen Glasfaseranschluss? Hat der Makler keine Antwort darauf, dann ist vom Kauf Abstand zu nehmen. Das kann hart sein, es geht hier jedoch um die Zukunftsfähigkeit der Immobilie.

    Nach Verlängerung der Bündlungsphase und dann nach über 2 Jahren Ausbauphase, war es dann letzten Herbst soweit: Wir haben Glasfaser von der DG. Glück gehabt.

    Einnmalige oder zweimalige Verlängerungen der Frist bei der Nachfragebündelung ist nicht unüblich, das war hier auch so. Danach wurden die Ausbaupolygone so verändert, das die Anschlusswilligen einen Gf-Anschluss erhalten haben. Nach 4-5 Jahren sind nun im Laufe des Jahres die Zögerer im Rahmen eines Nachanschlusses an der Reihe. Das allerdings nur, weil ein kompletter Ortsteil nachangeschlossen wird.

    Da kann man sich dann schon überlegen wenn ein Zinssatz von 2 bis 2,5 niedrig genug ist und ein Zinssatz von 4 bis 5% zu hoch, wie hoch die Marge liegen wird.

    Nicht nur die Zinsen für den Kredit gehen nach oben, sondern die Investoren entdecken auch wieder Kapitalanlagen, die eine schnellere Rendite versprechen als Investitionen in die Infrastruktur. Die ehemals herrschende Goldgräberstimmung ist vorbei, so langsam zeichnet sich eine Konsolidierung ab. Aktuell werden sogar MFH erschlossen, die als schwierig gelten. Obwohl das Gf-Kabel in die Immobilie eingebracht wird, ist die Take-Up/Homes Activated Rate nicht so hoch wie in einem EFH.

  • Bei uns in der Straße mit einem Altersschnitt von 65, 70, 80 Jahre und älter sind es kaum 5 von 30 Häusern.

    8 Reihenhäuser. Vermietet und Eigentum. Altersstruktur von 30 bis 70. Wenn ich richtig informiert bin, haben alle in der Vorvermarktung zugesagt. Hier im Wohngebiet sieht man etliche der DG-Schilder. Aber ob ausgebaut wird, ist seit 4 Monaten nicht entschieden.

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  • Das Problem der geringen Home Connected Quote beim Glasfaserausbau wird sich wahrscheinlich bei vielen desinteressierten Kunden erst durch Zwang lösen, indem wie seinerzeit bei der ISDN Abschaltung ein Abschaltdatum der VDSL Outdoor DSLAMS in mit Glasfaser versorgten Gebieten genannt und auch umgesetzt wird.

  • Das Problem der geringen Home Connected Quote beim Glasfaserausbau wird sich wahrscheinlich bei vielen desinteressierten Kunden erst durch Zwang lösen, indem wie seinerzeit bei der ISDN Abschaltung ein Abschaltdatum der VDSL Outdoor DSLAMS in mit Glasfaser versorgten Gebieten genannt und auch umgesetzt wird.

    Wenn es doch erstmal eine annehmbare Homes Passed Quote geben würde. Selbst die haben wir derzeit nicht und (summiert man alle derzeitigen Projektabbrüche) werden die auch nicht mehr bekommen.

    Egal wie es kommt, großer Gewinner bleibt die DT. Wenn der Glasfaserausbau implodiert, werden eben die Cashcows xDSL weiter gemolken.

  • … und wenn die Wettbewerber mangels Liquidität aufgrund von rückläufigen Investments ihrer Imvestoren ihre Tätigkeiten einstellen oder zumindest zeitlich deutlich verlangsamen, dann hat auch die Telekom nicht mehr den ganz großen Druck, mit der aktuellen Geschwindigkeit weiterzumachen. Die Telekom wird ja aktuell auch so viel Gas geben, um nicht zu viele Gebiete an den Wettbewerb zu verlieren.

    FTTH DG 1000/500 | FRITZ!Box 5590 Fiber | 2 mal FRITZ!Repeater 3000AX als Access Points

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  • Ich denke wenn die Städte und Gemeinden Ausbaugenehmigungen nur noch Stadt- bzw. Gemeindeweit vergeben, und nicht mehr auch für die lukrativen Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte, haben wir eine Chance Glasfaserausbau auch in der Fläche zu erleben, der sich eben über die Mischkalkulation rechnet. Der Trend zum eigenfinanzierten Ausbau ist ja durchaus erkennbar, da die Anbieter so die vielen Auflagen des geförderten Ausbaus außen vor lassen können.

  • Ich denke wenn die Städte und Gemeinden Ausbaugenehmigungen nur noch Stadt- bzw. Gemeindeweit vergeben, und nicht mehr auch für die lukrativen Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte, haben wir eine Chance Glasfaserausbau auch in der Fläche zu erleben, der sich eben über die Mischkalkulation rechnet.

    Von den flächendeckenden Ausbauverpflichtungen als Gegenleistung für einen Markteintritt sind wir hier maximal weit weg. Man schaue sich die Ausbauplanung vom Januar 2024 der OpenInfra an. Das ist nicht etwa eine Lückenbebauung, sondern ein ein Handtuchauslegen am Pool. Wer zu weit links oder rechts der Trasse wohnt hat wie immer Pech. Sofern die OI überhaupt baut.

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