Deutsche Extrawurst Gigabit Infrastructure Act

  • Ich finde, ihr macht alle die Rechnung ohne den Kunden. Ich würde sagen, dass 90 % der Kunden aktuell gar keinen Bedarf sehen auf GF zu gehen. Daher brechen überall die Nachfragen ein. Da ist der deutsche Kunde einfach zu konservativ oder auch zu wenig zukunftsorientiert/technikorientiert.

    Da werden es alle in Deutschland dran zu knabbern haben.

    Kann ich nur zu 100% unterschreiben.

    Spoiler anzeigen

    ISP: HTP Surf & Fon 1.000 MBit/s Download / 500 MBit/s Upload (Glasfaser)

    Router: MikroTik CCR2004-16G-2S+ (RouterOS 7.22.1) + Genexis Fibertwist F2110-2 (Rev2.0) @ AON (1000BASE-BX)

    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

    Handset: Gigaset SL800H Pro (Firmware 131.013.04)

  • Um den Kunden ging es auch gar nicht in den letzten Posts, sondern um die Finanzierung des Gf-Ausbaus.

    Auch ist bei technischen Entscheidungen der Kunde manchmal durchaus irrelevant. Beispielsweise bei Abschaltung der analog und ISDN-Telefonie.

  • Auch bei dir wird ausgebaut werden. Ich behaupte, dass in den nächsten 10 Jahren jeder VDSL Kunde FTTH haben wird.

    Das kann ich nur als groben Unfug bezeichnen.

    Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Solange es keinen grundlegenden Strategiewechsel gibt, werden die Cu-DA Anschlüsse der DT noch bis zum Sankt-Nim­mer­leins-Tag weiter betrieben. Und warum das in 5 oder 10 Jahren anders sein soll erschließt sich mir nicht.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Um den Kunden ging es auch gar nicht in den letzten Posts, sondern um die Finanzierung des Gf-Ausbaus.

    Auch ist bei technischen Entscheidungen der Kunde manchmal durchaus irrelevant. Beispielsweise bei Abschaltung der analog und ISDN-Telefonie.

    Und wer finanziert den? Alles wird nicht subventioniert, also müssen genug Kunden am Ende der Leitung hängen.

    Hier hatte der Kunde keinerlei Nachteile oder Änderung aktiv vornehmen müssen. So lieft an dem Anschluss meiner Schwiegermutter bis Herbst letzten Jahres am Telefonanschluss ein einfaches analoges Telefon. Dann ging sie ins Pflegeheim, der Nachmieter(25 Jahre) hat sich dann natürlich einen DSL-Anschluss schalten lassen. Die Umsetzung zu Analog erfolge im Straßenverteiler.

    Auf meine mehrfache Nachfrage bei verschiedene Gf-Netzbetreiber sah keiner Veranlassung dort (Berlin-Steglitz, Stindestr.) in absehbarer Zeit die MFH auszubauen.

    Nach Aussage des Nachmieters hat er VDSL 250.

  • Alles richtig was Du schreibst, trifft jedoch nicht den Ausgangspunkt dieses Threads. Da ging es um die Entscheidung von Investoren Milliarden in die GF-Firmen zu investieren und um die Frage, warum dies nicht schon rund 10 Jahre früher geschehen ist.

    Hier hatte der Kunde keinerlei Nachteile oder Änderung aktiv vornehmen müssen.

    Die Preiserhöhung, die mit dem Abschalten der analogen Telefonie für das Betreiben von anlogen Endgeräten durchgeführt wurde, sehe ich durchaus als Nachteil an.

    Ein analoges Telefon kann ich ja durchaus durch Anschluss an einen entsprechenden Router VoIP-befähigen. Bei der vorgeschriebenen Notruffunktion im Aufzug sieht es dann schon wieder anders aus, die Umrüstung auf Mobilfunk kostet nicht gerade wenig. Da schluckt man lieber die Kröte der Teuerung für analoge Telefonie.

  • Ich würde sagen, dass 90 % der Kunden aktuell gar keinen Bedarf sehen auf GF zu gehen.

    Und das war der Fehler der Telekom. Anstatt, wie beim Wechsel von POTS auf VoIP einfach stur zu machen, da darf dann in Endeffekt aber kein Kupferanschluss beim Kunden bestehen bleiben, hat man sich vor diesem "radikalen Schritt" gescheut und lieber Parallelstrukturen aufgebaut, die man jetzt längerfristig nebeneinander betreiben muss.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Und das war der Fehler der Telekom. Anstatt, wie beim Wechsel von POTS auf VoIP einfach stur zu machen, da darf dann in Endeffekt aber kein Kupferanschluss beim Kunden bestehen bleiben, hat man sich vor diesem "radikalen Schritt" gescheut und lieber Parallelstrukturen aufgebaut, die man jetzt längerfristig nebeneinander betreiben muss.

    Der Wechsel zu VoIP hat doch so gar nichts mit dem Träger zu tun. Das wurde deshalb betrieben, weil damit die Backbone besser auslasten werden könnten. Die Endkunden waren da erst einmal gar nicht im Blick.

  • Alles richtig was Du schreibst, trifft jedoch nicht den Ausgangspunkt dieses Threads. Da ging es um die Entscheidung von Investoren Milliarden in die GF-Firmen zu investieren und um die Frage, warum dies nicht schon rund 10 Jahre früher geschehen ist.

    Das ist es aber. Zu diesem Zeitpunkt war doch der Bedarf noch weiter weg. Und wir sehen ja auch heute, wie bescheiden die Marketingabteilungen es nicht schaffen den Bedarf zu wecken. Und zwar bei der einzelnen Person/Haushalt. Das ist doch die desaströse Kommunikation vor Ort schuld, dass da der Bürger da nicht ran will.

    Ich erinnere mich wie die Telekom nach der Wende in Ostdeutschland GF verlegt hat und nicht in der Lage war Internet darauf zu liefern beim Endkunden. Es gab einfach keine Konsumer-Endgeräte für GF. Und das waren reichlich Plattenbauten.

  • Die Preiserhöhung, die mit dem Abschalten der analogen Telefonie für das Betreiben von anlogen Endgeräten durchgeführt wurde, sehe ich durchaus als Nachteil an.

    Es gab bei meiner Schwiegermutter keine Preiserhöhung. Sie hat es gar nicht gemerkt, lebte 40 Jahre in der Wohnung. Ich wunderte mich nur und als Hausnotruf Anstand habe ich mich erst damit auseinandergesetzt. Die Umsetzer standen auf der Straße, konnte mal einen Blick reinwerfen. Wurde ja sogar preiswerter, weil die Mietgebühr für das Tastentelefon weg fiel, nach 20 Jahren :D:D:D:D

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Ich erinnere mich wie die Telekom nach der Wende in Ostdeutschland GF verlegt hat und nicht in der Lage war Internet darauf zu liefern beim Endkunden. Es gab einfach keine Konsumer-Endgeräte für GF. Und das waren reichlich Plattenbauten.

    Ja, das OPAL / HYTAS Disaster im Osten.
    Doch, darüber lief wunderbar ISDN und mit Kanalbündelung waren sogar 2MBit/s synchron möglich, allerdings zu astronomischen Preisen bei der DT.

    Kernelement der Privatkundenanschlüsse war jedoch, dass auch (wie heute beim VDSL noch immer) auf den letzten Metern Cu-DA verwendet wurden. Ich kenne sogar Fälle, in denen die ONU's im Fussweg direkt vor dem Haus vergraben waren.
    Zusätzlich kam dazu, dass Alcatel die Komponenten abgekündigt hat. So bleib nur ein kompletter Überbau.

    Wer mag, kann sich in die Unterlagen aus dem Technikmuseum einlesen:
    DeutscheTelekom-Unterrichtsblätter_2000_03.pdf

    Hier ein Video der Telekom, in dem man stolz den Überbau von HYTAS durch DSL zeigt. Man beachte das Datum: 04.04.2017

    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

  • Und wir sehen ja auch heute, wie bescheiden die Marketingabteilungen es nicht schaffen den Bedarf zu wecken. Und zwar bei der einzelnen Person/Haushalt. Das ist doch die desaströse Kommunikation vor Ort schuld, dass da der Bürger da nicht ran will.

    Dem kann ich so nicht zustimmen. der Bedarf ist schon da.
    Die Leute wollen einfach nur einen Internetzugang mit akzeptabler Bandbreite und wenn sie den schon haben z.B. über VDSL oder Kabel, sind viele einfach zu bequem sich mit dem Thema zu befassen und vielleicht sogar Geld in eine neue Verkabelung zu investieren.

    In Orten in den der Breitbandbedarf noch nicht durch VDSL oder Kabel gedeckt wurde, werden den Providern die FTTH Verträge aus den Händen gerissen und es gibt takeup ratios von über 80%.

    Die Marketingabteilungen der Provider tun sich natürlich schon schwer einen Bedarf nochmal zu wecken, der eigentlich schon gedeckt wurde.

    Man sieht das ja teilweise an den Marketingphrasen wie : "Grünes Internet" oder "Glasfaser ist Umweltfreundlicher als Kupfer" , das das Marketing sich an jeden Strohhalm klammert.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Ich war gestern bei meinen Eltern. Sie wohnen in einer verkehrsberuhigten Straße in einer ehemaligen Zechenhaussiedlung. Vor zwei Wochen waren die ersten Begehungen in der Siedlung und es wurden die Markierungen auf den Straßen und vor der Hauswand angebracht. Auch bei ihnen gibt es den komplett kostenlosen Glasfaserhausanschluss von Westconnect.

    Ich dachte erst ich hätte was an meinen Augen, aber Tatsache ist, daß das Haus meiner Eltern das Einzige in einer Straße mit ca. 25 Häusern ist, das eine Markierung hat - und meine Eltern gehören mit Mitte 60 mit zu den Ältesten in der Straße.

    Ich war gestern echt sprachlos.

    Schöne Grüße
    Thomas

    Internet/Netzwerk: Fritzbox 5590 Fiber, E.ON Highspeed 1000/500, natives IPv4
    und IPv6 Dual Stack, MikroTik CRS309-1G-8S+IN, MikroTik CRS305-1G-4S+IN
  • Dem kann ich so nicht zustimmen. der Bedarf ist schon da.
    Die Leute wollen einfach nur einen Internetzugang mit akzeptabler Bandbreite und wenn sie den schon haben z.B. über VDSL oder Kabel, sind viele einfach zu bequem sich mit dem Thema zu befassen und vielleicht sogar Geld in eine neue Verkabelung zu investieren.

    In Orten in den der Breitbandbedarf noch nicht durch VDSL oder Kabel gedeckt wurde, werden den Providern die FTTH Verträge aus den Händen gerissen und es gibt takeup ratios von über 80%.

    Die Marketingabteilungen der Provider tun sich natürlich schon schwer einen Bedarf nochmal zu wecken, der eigentlich schon gedeckt wurde.

    Man sieht das ja teilweise an den Marketingphrasen wie : "Grünes Internet" oder "Glasfaser ist Umweltfreundlicher als Kupfer" , das das Marketing sich an jeden Strohhalm klammert.

    Richtig. Der große Glasfaserhype der letzten Jahre war im hauptsächlich Bandbreiten- und nicht Glasfasergetrieben.

    Die Party ist vorbei, auch gut an den fast täglich eintrudelnden Angeboten von Bautrupps in den FTTH-fb-Gruppen zu erkennen. Daher braucht mir auch niemand mehr zu erklären, ein Ausbau scheitere an fehlender Baukapazität. Höchstens an den unterschiedlichen Preisvorstellungen.

    Eine Frage bleibt: Wie versorgen wir nun die rund 15% echten Glasfasernachfrager in den "gesättigten" Gebieten? Gar nicht?

  • Ich war gestern bei meinen Eltern. Sie wohnen in einer verkehrsberuhigten Straße in einer ehemaligen Zechenhaussiedlung. Vor zwei Wochen waren die ersten Begehungen in der Siedlung und es wurden die Markierungen auf den Straßen und vor der Hauswand angebracht. Auch bei ihnen gibt es den komplett kostenlosen Glasfaserhausanschluss von Westconnect.

    Ich dachte erst ich hätte was an meinen Augen, aber Tatsache ist, daß das Haus meiner Eltern das Einzige in einer Straße mit ca. 25 Häusern ist, das eine Markierung hat - und meine Eltern gehören mit Mitte 60 mit zu den Ältesten in der Straße.

    Ich war gestern echt sprachlos.

    Kommt mir bekannt vor.

    Nach meinen vielen Gesprächen hier im Viertel: Es hat nichts mit dem Alter zu tun, eher mit der persönlichen Einstellung. Ich habe hier die 80-jährige Rentnerin mit E-Auto die sofort unterschrieben hat und auf der anderen Seite Familien mit Kindern und reichlich(!) Einkommen in schicken EFH's, die den Ausbau kategorisch ablehnen.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Ich war gestern bei meinen Eltern. Sie wohnen in einer verkehrsberuhigten Straße in einer ehemaligen Zechenhaussiedlung. Vor zwei Wochen waren die ersten Begehungen in der Siedlung und es wurden die Markierungen auf den Straßen und vor der Hauswand angebracht. Auch bei ihnen gibt es den komplett kostenlosen Glasfaserhausanschluss von Westconnect.

    Ich dachte erst ich hätte was an meinen Augen, aber Tatsache ist, daß das Haus meiner Eltern das Einzige in einer Straße mit ca. 25 Häusern ist, das eine Markierung hat - und meine Eltern gehören mit Mitte 60 mit zu den Ältesten in der Straße.

    Ich war gestern echt sprachlos.

    Weil man es nicht versteht, bzw. nicht gut genug erklärt hat.

  • Ich denke das viele Vertriebler der Glasfaseranbieter - insbesondere beim Vertrieb an der Haustür - die Kunden einfach mit teils unsinnigen Aussagen versuchen über den Tisch zu ziehen, um so möglichst hohe Bandbreiten verkaufen zu können. Würde man mit dem Ansatz "bleiben Sie gerne bei der bislang gebuchten Geschwindigkeit, wenn Sie zufrieden sind, nutzen mit dem neuen Anschluss aber die aktuellste Technik mit der Möglichkeit jederzeit aufrüsten zu können, und das ohne zusätzliche monatliche Kosten" würden sicher viel mehr Leute einem Glasfaseranschluss zustimmen. Wann immer ich von Kunden oder Bekannten auf das Thema angesprochen werde, empfehle ich genau diesen Weg einzuschlagen, und mit der Argumentation hat bislang niemand abgelehnt.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Das ganze sehe ich bei meiner Verwandtschaft (70+) ebenso. Die beschweren sich, dass jede Woche wieder ein Vertreter vor der Tür stand. Ich wäre froh, wenn bei uns jemand käme. Aber dort sieht man eher den Aufwand plus die Belästigung durch die Bauarbeiten. Trotz meiner Argumente hat keiner einen Anschluss für deren Eigenheime beantragt.

  • Aus meinem Erfahrungsschatz kann ich berichten, das sich die 70+ Generation nur durch gleichaltrige oder ältere Personen überzeugen lässt.

    Als vor ein paar Jahren die Nachfragebündelung bei uns startete hatte der OT die 40%-Marke als erster erreicht, dessen 70+ Ortsvorsteher sich dafür stark gemacht hat.

    Zuerst müssen die ortsbekannten Multiplikatoren ran, danach erst Einzelpersonen. Haustürgeschäft ist auf dem Land mit großen AKzeptanzproblemen versehen. Zumal sich evtl. noch Mitbewerber (Telekom - Ranger Marketing) einschalten, die den Gf-Ausbau torpedieren.