Telekom Haustürgeschäft seriös?

  • Guten Tag,

    gestern Abend 17 Uhr klingelte es an der Tür. Es stand ein Mann im Telekom-Shirt und mit Tablet vor mir. „Es ginge um den Glasfaseranschluss im Haus.“ Wie ich ja wissen müsste wird bald alles auf Glasfaser umgestellt und daher wollte er bei mir jetzt mal den Router ansehen und in die Wohnung kommen.

    Ich habe mich extrem überrumpelt gefühlt und erst mal gesagt dass ich das nicht möchte und kein Interesse habe. Außerdem wohne ich zur Miete (6 Wohnungen, Vermieter/Eigentümer wohnt auch im Haus) und werde hier nicht über irgendwelche Kabel-Verlegungsarbeiten entscheiden (das muss doch der Vermieter genehmigen, richtig?).

    Mit dem Vermieter hätte er ja schon gesprochen, aber die Glasfaserleitungen in die Wohnung wäre Mietersache hieß es dann. Und wenn ich das jetzt nicht über die Telekom machen lassen würde, müsste ich später 800€ oder mehr bezahlen, alles alleine beauftragen und lange Wartezeit etc.

    Ich habe gewöhnliches DSL (250mbit) über einen Drittanbieter und es läuft alles prima. Der 2-Jahresvertrag läuft auch noch 18 Monate...mindestens. Von diesem Anbieter kam noch nie ein Hinweis dass ich was umstellen müsste.

    Der Telekom-Mensch meinte jenfalls „Kupferkabel wird deaktiviert". Wann kann er mir nicht sagen, aber "bald“ und ich müsste „jetzt handeln“. Er wäre ja auch schon vor 2 Jahren und nochmal vor 6 Monaten im Haus gewesen und hätte das alles erklärt. Zu der Zeit habe ich allerdings noch nicht in der Wohnung gewohnt, daher weiß ich auch von nichts. Info seitens der Telekom per Post/Werbung hat mich auch nie erreicht. Ist das wirklich der Weg den die Telekom geht um Geschäfte zu machen?? Keine Information (Info-Material wäre "aus" hat er gesagt) aber ich soll jemand in die Wohnung lassen und Glasfaserausbau vereinbaren?

    Er meinte weiterhin dass ich dann eben keinen Internetanschluss mehr hätte wenn ich mich gegen den Ausbau entscheide und warten müsste. Dass ich bereits einen 2-Jahres DSL Vertrag habe, hat ihn nicht weiter interessiert. „Das geht dann eben nicht mehr“.

    Ich habe ihn nach langer Diskussion weggeschickt, er war sehr hartnäckig und hat immer wieder angefangen zu diskutieren. Allein die Tatsache dass er sich schon die Schuhe ausziehen wollte mit „Ich schaue mir mal ihren Router an“ hat mich sehr verwundert. So geht doch kein professionelles Unternehmen vor?

    Trotzdem bin ich verunsichert – war das ein Haustürvertreter der mich in irgendwas drängen wollte oder geht die Telekom wirklich so rigoros mit „Druck machen“ vor?

    Und was ist dran an seiner Aussage – die Telekom (ist hier Netzeigentümer) schaltet das Kupferkabel ab und ich stehe dann ohne Internet da muss aber meinen DSL Vertrag weiterhin bezahlen – ist das so? Was muss ich tun? Was ist wenn ich gar nichts tue?

    Danke

  • Alles richtig gemacht, würde ich sagen.

    Selbst wenn alles richtig wäre, was er sagt, hätte ich ihn schon hochkant rausgeworfen.

    Wir hatten die auch die Drückerkolonnen der DG mehrfach vor der Haustür, die trotz Verbots immer wieder aufgetaucht sind und sogar per Cold Call mich zum Vertrag überreden wollten.

    Ich habe meinen Vertrag online gemacht (ist eh immer das Beste, denn da hast Du Zeit, die Unterlagen zu lesen und zu verstehen).

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  • Da sind dann doch ein paar dummschwätzer Drückersprüche dabei gewesen. Achtkantig aus den Türrahmen werfen.

    Also alles richtig gemacht….ok….man hätte ihm noch die Schuhe abnehmen können und dann raus werfen……aber das wäre gemein gewesen. :P

    Verstehe ich echt nicht, wie mehr oder wenig seriöse Firmen mit solchen Deückerbanden zusammen arbeiten.

  • Und was ist dran an seiner Aussage – die Telekom (ist hier Netzeigentümer) schaltet das Kupferkabel ab und ich stehe dann ohne Internet da muss aber meinen DSL Vertrag weiterhin bezahlen – ist das so? Was muss ich tun? Was ist wenn ich gar nichts tue?

    Erstmal musst Du sicher gar nichts tun. Auch im Falle eines Glasfaserausbaus kommt eine Kupferabschaltung so schnell nicht. Das kann die Telekom auch nicht so einfach machen, da das Netz ja reguliert wird.

    Grundsätzlich wird es sicher irgendwann eine Abschaltung des Kupfernetzes geben. Laut Bundesnetzagentur laufen da auch bereits Planungen für erste Pilotprojekte. Die Aussage der Haustürvertreter bei Dir hat damit allerdings sicher nichts zu tun. Das war nur Druck, um Vertragsabschlüsse zu erzwingen, für die die Provision bekommen.

    Der wahre Kern wird vermutlich sein, dass in Deiner Strasse ein Glasfaserausbau geplant ist. Da lohnt es sich durchaus, die Verfügbarkeitsprüfung von Telekom, 1&1, o2 und Vodafone zu bemühen und die Angebote zu checken. Wenn es sich um einen Ausbau direkt durch die Telekom handelt dürften zumindest auch 1&1 und o2 Tarife anbieten. Vodafone macht das grundsätzlich auch, aber anscheinende noch nicht so weitreichend wie die anderen.

    Bei Interesse kannst Du ja einen entsprechenden Tarif bestellen. Vielleicht ist ja Dein Drittanbieter einer der oben genannten, dann sollte das besonders einfach gehen.

    Der/die Eigentümer muss natürlich zustimmen. Aber mit denen setzt sich dann die Telekom auseinander. Schlimmstenfalls bekommst Du dann eben irgendwann die Nachricht das der Anschluss mangels Zustimmung der Eigentümer nicht gebaut werden kann und Deine Buchung damit hinfällig ist.

  • Trotzdem bin ich verunsichert – war das ein Haustürvertreter der mich in irgendwas drängen wollte oder geht die Telekom wirklich so rigoros mit „Druck machen“ vor?

    Und was ist dran an seiner Aussage – die Telekom (ist hier Netzeigentümer) schaltet das Kupferkabel ab und ich stehe dann ohne Internet da muss aber meinen DSL Vertrag weiterhin bezahlen – ist das so? Was muss ich tun? Was ist wenn ich gar nichts tue?

    Die Telekom beauftragt sehr häufig die Firma "Ranger Marketing", die in magentafarbenen Outfit auftreten und deren Drückerkolonnen für ihre aggressiven und unseriösen Praktiken bekannt sind.

    Am besten den Dienstausweis zeigen lassen und sobald dort Ranger Marketing oder "im Auftrag der Deutschen Telekom" darauf steht das Gespräch beenden.

    Sobald diese Damen und Herren auftauchen ist dies ein Zeichen dafür, das ein Mitbewerber der Telekom den Glasfaserausbau vorbereitet. Es geht darum, dem Konkurrenten das Geschäft zu verderben. Als Deutsche Glasfaser bei uns vor einigen Jahren den Ausbau vorhatte, tauchte ebenfalls Ranger Marketing auf und wollte meine Schwester sofort und ohne Arbeiten an Haus und Grundstück an das Glasfasernetz der DTAG anschließen. Was nicht gesagt wurde, das auf diesem Weg ein 24 Monate VDSL Neuvertrag erzwungen werden sollte.

    Grundsätzlich hast Du alles richtig gemacht, dennoch würde ich mit deinem im Haus wohnen Vermieter das Gespräch bezüglich des Gf-Ausbaus suchen. Aktuell werden auch MFH erschlossen und häufig wird sogar mit sehr geringen Kosten (wenn überhaupt) der Innenausbau durch die Provider übernommen. So günstig wird dein Vermieter nie wieder an einen Anschluss gelangen. Er kann sogar pro Wohnung bis zu 60€/Jahr maximal über 9 Jahre als Glasfaserbereitstellungsentgelt (§72 TKG) verlangen.

    In einigen Regionen wird die Abschaltung des kupferbasierten TK-Netzes erwogen und vorangetrieben:

    Bundesnetzagentur: Vertrauliche Pilotprojekte zur Kupferabschaltung in Arbeit - Golem.de
    Die ersten regionalen Abschaltungen des Kupfernetzes in Deutschland sind gar nicht mehr so fern. Es laufen laut Bundesnetzagentur konkrete Planungen dazu.
    www.golem.de

    Bis es allerdings so weit ist, werden noch Jahre vergehen. Es wird aber kommen, das ist sicher. Im ersten Schritt werden die Zugangspreise in den betroffenen Regionen für das Kupferkabel so weit erhöht, das es unwirtschaftlich für den Kunden wird.

    Genau so wurde bei der Abschaltung der analogen Telefonie vorgegangen.

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  • Danke für die vielen Rückmeldungen. Dann war es wohl richtig den Herrn abzuweisen. Bin gespannt ob er nochmal kommt...

    Also muss ich nicht damit rechnen dass mein DSL Anschluss "bald" nicht mehr funktioniert (das hat mir der "Verkäufer" jedenfalls so dargestellt).

    Ich werde meinen Vermieter auf seine Pläne bzgl. GF ansprechen. Im Haus gibts jedenfalls noch keinen Anschluss. Lediglich an der Straße wurde wohl schon GF Netz verlegt.

    Laut Telekom Website steht da der Ausbau wäre jetzt im Dezember geplant. Allerdings hatte ich im April vor meinem Umzug schon informiert, da hieß es "Mai", später "Juni", und bislang ist immer noch nichts passiert. Darum auch die Wahl für DSL. Scheint die Telekom kommt mit dem Ausbau nicht so recht in die Gänge.

  • Zumal die 800 Euro ja für den Hausanschluss fällig werden, nicht für den Wohnungsanchluss... Grundsätzlich ist schon zu empfehlen den Anschluss zu nehmen wenn es kostenlos angeboten wird. Dann sollte es sich dabei um geförderten Ausbau handeln... vielleicht mal im Amt nachfragen ob die Gemeinde im Bilde ist, das sollte sie dann bei geförderten Ausbau

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

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  • Grundsätzlich ist schon zu empfehlen den Anschluss zu nehmen wenn es kostenlos angeboten wird. Dann sollte es sich dabei um geförderten Ausbau handeln...

    Nein, ein kostenloser Anschluss deutet nicht auf eine Förderung hin. Ein kostenloser Anschluss in Verbindung mit einer Tarifbuchung ist bei praktisch allen Anbietern in einer Vermarktungsphase das Standardangebot, auch bei eigenwirtschaftlichem Ausbau. Die Telekom bietet Eigentümern in der Vermarktungsphase den Anschluss auch ohne Tarifbuchung kostenlos an (ohne Förderung). Das machen mittlerweile auch ein paar andere, z.B. OXG.

  • Die Telekom bietet Eigentümern in der Vermarktungsphase den Anschluss auch ohne Tarifbuchung kostenlos an (ohne Förderung). Das machen mittlerweile auch ein paar andere, z.B. OXG.

    Das ist wohl mittlerweile kaum noch so. Gab es meine ich mal eine offizielle Abkündigung der Telekom für: "Wir wollen die Tiefbaukapazität für Tarifbuchungen priorisieren".
    Bei mir im GlasfaserPlus-Gebiet war das Produkt "Hausanschluss ohne Tarif" auch nie buchbar.

  • Bei mir im GlasfaserPlus-Gebiet war das Produkt "Hausanschluss ohne Tarif" auch nie buchbar.

    Dort sollte es auch prinzipiell nicht buchbar sein. Es ging explizit um Telekom und nicht Glasfaserplus.

    In den "Angst"-Gebieten in meiner Umgebung, in welchen die Telekom selbst aufgrund des sich anbahnenden Fremd-Ausbaus Pläne veröffentlicht, ist der kostenlose Hausanschluss immer buchbar.

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  • Das ist wohl mittlerweile kaum noch so. Gab es meine ich mal eine offizielle Abkündigung der Telekom für: "Wir wollen die Tiefbaukapazität für Tarifbuchungen priorisieren".

    Bei mir im GlasfaserPlus-Gebiet war das Produkt "Hausanschluss ohne Tarif" auch nie buchbar.

    Richtig, es muss sich um einen Glasfaserausbau der Telekom (direkt) handeln. Bei Joint Venture Partnern wie GlasfaserPlus und Glasfaser Nordwest gab es das Angebot noch nie.

    Und soweit ich sehe gibt es das Angebot durchaus noch in Gebieten die sich aktuell in der Vorvermarktung befinden. Die Aussage der Telekom kürzlich war ja (wie Du es auch zitierst), dass sie Anschlüsse mit Tarifbuchung priorisieren will. D.h. wer einen Anschluss ohne Tarif bucht (nur auf "Vorrat", weil man den gerade kostenlos bekommt) der wartet eventuell länger.

  • [..] aufgrund des sich anbahnenden Fremd-Ausbaus Pläne veröffentlicht, ist der kostenlose Hausanschluss immer buchbar.

    Für die Besitzer positiv, für die Wettbewerber der Telekom natürlich eine Blutgrätsche

    Ok, da habt ihr dann bessere Infos. Dachte es wurde ganz eingestellt