Deutsche Glasfaser & Spielestreaming (Luna, Geforce, etc)

  • Frühertm habe ich einige Zeit mit Googles Stadia gespielt, das ging über Unitimedia/Vodafon fast immer sehr gut. Jetzt spiele ich zur Zeit noch sporadisch über Amazon Luna und denke auch über ein Geforce Now oder ähnliches nach. Hat da jemand Erfahrungen wie die Praxis aussieht?

    Klar, der Vertriebler an seinem Stand erzählt mir das es nichts schnelleres als Glasfaser gibt und das übliche Marketingtralala. Schon klar das die rein physikalische Datenübertragung mit Lichtgeschwindigkeit geht, das tut sie rein physikalisch aber auch in einem Draht oder Koaxkabel.

    Wie ist die Anbindung von DG beim DeCix oder Peering mit anderen Anbietern, Providern usw? Kurzum, zockt hier jemand ohne teuren Stromfresser wie Box oder Station?

    Danke sehr!

    --

    Hobel Nobel

    Schreinern für Nerds.

  • Schon klar das die rein physikalische Datenübertragung mit Lichtgeschwindigkeit geht, das tut sie rein physikalisch aber auch in einem Draht oder Koaxkabel.

    das wäre mir neu, ein elektrischer Impuls bewegtes sich in einem Medium nicht mit Lichtgeschwindigkeit, Licht bewegt sich in einem Medium übrigens auch nur mit annähernd Lichtgeschwindigkeit.

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  • Jedenfalls haben diese Huckeducks von Beratern wenig technische Ahnung. Heute vertreiben sie DG Anschluss für Provision und morgen Plastikschalen mit patentierten Deckeln.

    Aber die eigentliche Frage war ja, ob jemand Erfahrungen mit Spielestreaming hat.

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    Hobel Nobel

    Schreinern für Nerds.

  • Zumindest gibt es, was die Ping Zeiten angeht, kaum einen relevanten Unterschied zwischen z.B. Kabel und Glasfaser - das ist jedenfalls so meine Beobachtung.

    Ich lese hier immer das 13ms Ping Zeiten super wären, aber selbst mit meinem derzeitigen Kabelanschluss von Vodafone schaffe ich 15ms. Die 2ms alleine würden sich bei mir im Gaming gefühlt garnicht auswirken.

    Wie seht ihr das?

    Schöne Grüße
    Thomas

    Internet/Netzwerk: Fritzbox 5590 Fiber, E.ON Highspeed 1000/500, natives IPv4
    und IPv6 Dual Stack, MikroTik CRS309-1G-8S+IN, MikroTik CRS305-1G-4S+IN
  • Das ist schwer allgemeingültige Aussagen zu treffen, wer sich einen 300Hz Monitor mit 0,00000000001 sec Reaktionszeit kauft dem kommt es villt auch auf 2ms schneller Ping an, der Normalo wird keinen Unterschied feststellen. Zum Vergleich ich habe zu nahegelegenen CS2 Servern ca 2ms kann aber zu DSL mit 15-20ms keinen Unterschied erkennen.

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  • Die Deutsche Glasfaser hat ihre Peerings zu anderen Netzen ausschließlich in Frankfurt, Düsseldorf und Amsterdam (siehe: https://www.peeringdb.com/asn/60294). Wer in dieser Region seinen Anschluss besitzt, hat zu Spieleservern z.B. in Frankfurt pings von unter 5 ms.

    Wer wie ich in der nähe von München seinen DG-Anschluss hat eher 12-15 ms - am Abend geht es auch mal bis 20 ms hoch. Zum Vergleich: Vorher hatte ich mit VDSL von der Telekom etwa 5 ms zu den großen Contentprovidern (über regionales Peering in München). Im Nachbarort betreibt Vodafone das Glasfasernetz - dort sind es sogar nur 2 ms, bei M-Net in München sogar nur 1 ms.

  • M-Net hat kürzlich das backbone sogar weiter ausgebaut, ich glaube sie nannten das Bayernring. M-Net hat eine außergewöhnlich gute Dienstequalität.

    Ansonsten, die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Funkwellen liegt bei Lichtgeschwindigkeit. Nicht ungefähr sondern exakt. Licht und Funkwellen sind ein Teil des elektromagnetischen Spektrums.

    Nur die menschlichen Sinne machen hier einen fundamentalen Unterschied, wir können Licht (begrenzt) wahrnehmen, Funkwellen nicht. Statt Lichtgeschwindigkeit hätte man eigentlich von der Ausbreitungsgeschwindigkeit elektromagnetischer Wellen sprechen müssen.

    Die Dämpfung bei der Ausbreitung im Dielektrikum eines Koaxialkabels ist ungefähr so hoch wie die Dämpfung im LWL.

    Selbst wenn es relevant wäre, wenn es auf den letzten Metern hier einen Unterschied gibt, ab dem CMTS ist ohnehin alles auf LWL.

    Der Vorteil von LWL liegt langfristig in weniger Stromverbrauch, keine verschleppten Potentiale bzw. höhere Betriebssicherheit/Blitzschutz, grundsätzlich weniger störungsanfällig. Bei consumer grade Installationen macht nicht das Medium des letzten Meter einen Unterschied, sondern der Router bzw. das Setup auf LAN Seite und der Provider bzw. sein Backbone und Peering auf WAN Seite.

    Bei der deutschen Art des ftth Ausbaus ist es ein Glücksspiel wer bei mir ausbaut. Ich kann höchstens den Aufwand betreiben Ethernetkabel zu verlegen um wenigstens über WLAN nicht weitere Latenz zu verlieren. Manche, wie M-Net, bieten gegen Aufpreis Dual Stack an, das kann bei gaming auch noch relevant sein. Bei der DG aber nicht zu bekommen.

  • Die Deutsche Glasfaser hat ihre Peerings zu anderen Netzen ausschließlich in Frankfurt, Düsseldorf und Amsterdam (siehe: https://www.peeringdb.com/asn/60294). Wer in dieser Region seinen Anschluss besitzt, hat zu Spieleservern z.B. in Frankfurt pings von unter 5 ms.

    Danke!

    Bedeutet das auch, dass meine Daten dann vermeintlich immer über Ffrankfurt laufen? Also wenn es zum Telekominternetanschluss in der Firma geht die eigentlich nur 10km entfernt ist?

    Und wenn die Firma auch Deutsche Glasfaser hat? Würde das dann in diesem POP durchgeschalten?

    --

    Hobel Nobel

    Schreinern für Nerds.

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  • Normalerweise über Frankfurt. Daher haben Provider mit regionalem peering einen großen Vorteil.

    Provider sind leider oft nicht gut darin Pakete auch innerhalb der eigenen Kundschaft kürzer zu routen. Praktisch kannst du das nur am konkreten Anschluss ausprobieren und herausfinden.

    (Ausnahme sind riesige Provider wie die Telekom oder Vodafone, die ein flächendeckendes Backbone haben, kleine Anbieter mit punktueller Präsenz haben in der Regel "Inselnetze" die topografisch nicht untereinander verbunden sind)

  • Die Daten laufen nicht unbedingt über Frankfurt, sondern häufig über Amsterdam. Die DG hat von Borken aus einen direkten Anschluss ans Netz von Akamai, und die haben viel Infrastruktur in Holland. Wenn ich aus dem Nordwesten von Deutschland meinen vServer in Nürnberg erreichen will, geht es über Akamai nach Amsterdam und dann ins Anexia Netz direkt nach Nürnberg. Ist deutlich schneller, als bei anderen Providern über Düsseldorf/Frankfurt.

  • Danke!

    Bedeutet das auch, dass meine Daten dann vermeintlich immer über Ffrankfurt laufen? Also wenn es zum Telekominternetanschluss in der Firma geht die eigentlich nur 10km entfernt ist?

    Und wenn die Firma auch Deutsche Glasfaser hat? Würde das dann in diesem POP durchgeschalten?

    Via IPv6: ja, zwischen zwei Anschlüssen am selben POP wird via IPv6 direkt geroutet.

    Via IPv4: nein, das Carrier-Grade NAT läuft immer via Frankfurt oder Düsseldorf (bzw. Borken)

    Ich hatte am Infoabend der DG versucht, das Thema zu platzieren (und sogar spontan Unterstützung von einem Google Mitarbeiter und einem Netzwerktechniker von Amazon erhalten, die sich aber natürlich nur privat als Anwohner äußern durften). Ergebnis war immerhin, dass der GK-Service der DG sich das Thema angeschaut hat - leider mit dem Ergebnis, dass ein Peering am ECIX in München nicht geplant wäre - auch nicht am ECIX in Berlin, denn für Anschlüsse in Nord-/Ostdeutschland stellt sich die gleiche Thematik.

    Somit bleibt nur auf OpenAccess zu warten - die Telekom macht OpenAccess nur auf Layer 2, d.h. da müsste ein regionaler Übergang ins Netz der Telekom her (derzeit wird auf Layer3 über Telia in Frankfurt geroutet). Oder gleich zur Telekom wechseln, die bei uns fleißig überbaut (u.a. weil die DG beim OpenAcess mauert...)

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  • Danke für die Klarstellung, ich war da etwas zu schlampig bezüglich der Details.

    Was allerdings interessant ist: in manchen Gebieten hat M-Net zusammen mit DG den Ausbau beworben und angeblich hat M-Net komplett eigene Technik im POP für die entsprechenden Kunden von M-Net. Ich weiss nicht ob die DG sowas schonmal woanders gemacht hat. Vielleicht ein Testballon?

  • Manche, wie M-Net, bieten gegen Aufpreis Dual Stack an, das kann bei gaming auch noch relevant sein. Bei der DG aber nicht zu bekommen.

    Das ist grober Unfug, den Du hier schreibst. Ein Blick in die Leistungsbeschreibung und AGB, die jeder Anbieter veröffentlichen muss, hätte hier vor dem Schreiben Klarheit gebracht.

    Deutsche Glasfaser hat ausschließlich Dual Stack für Privatkunden im Angebot. Wahrscheinlich hast Du DS-lite mit Carrier Grade NAT (CGN) verwechselt. Es ist schon fast unglaublich, wie viele den Unterschied nicht kennen.

    In der Tat ist es so, das DG DS nur in Verbindung mit Carrier Grade NAT für den Privatkunden anbietet.

    Mit DS-lite (IPv4 durch eine IPv6 Anbindung getunnelt) hat das nun aber rein gar nichts zu tun.

  • Eine native Verbindung von IPv4 und IPv6 im Parallelbetrieb wird als Dual Stack bezeichnet und selbst wenn ich mich geirrt hätte, was ist das denn für ein Umgangston? Ich bin hier, glaube ich, gleich wieder weg.

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  • Tatsächlich ist das ein Thema, was eine gewisse Bedeutung hat.

    Denn oft ist die Leistungsbeschreibung schwammig.

    Dual Stack sollte tatsächlich nur für vollwertige Anschlüsse genutzt werden.

    Dem gegenüber stehen Anschlüsse, die erst beim Anbieter auf eine öffentliche Adresse genattet werden. Ob dazu eine Tunneltechnik oder private IPv4-Netze genutzt werden, ist für den Nutzer nahezu unbedeutend.

    Für mich sollte die BNetzA hier verpflichtende Vorgaben für das Produktinformationsblatt machen.

    Sonst haben wir demnächst Anbieter, die schamlos einen Squid-Proxy als Internetzugang verkaufen.

  • Eine native Verbindung von IPv4 und IPv6 im Parallelbetrieb wird als Dual Stack bezeichnet und selbst wenn ich mich geirrt hätte, was ist das denn für ein Umgangston? Ich bin hier, glaube ich, gleich wieder weg.

    So kenne ich das auch! Der Umgangston hier ist schon sehr sagen wir mal, äm, speziell.

    Bei DG bekommt man als Privatkunde keine öffentliche IPv4 zugewiesen. Sondern eine IPv6 und CG-NAT.

    Offensichtlich spielt hier niemand mit Luna oder Geforce Now über DG. Das war die eigentliche Frage.

    --

    Hobel Nobel

    Schreinern für Nerds.

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  • Ob dazu eine Tunneltechnik oder private IPv4-Netze genutzt werden, ist für den Nutzer nahezu unbedeutend.

    Für die Nutzung ist das völlig wurscht, was in Charleys-Biteimer liegt, da gebe ich dir völlig Recht.

    Essentiell ist es jedoch für die Routerkonfiguration. Wer in einem DS Netz, z.B. bei Deutsche Glasfaser, seinen Router mit DS-lite konfiguriert hat, wird sich wundern. Fragt man nach, erfährt man, das in einem professionell produzierten, inhaltlich aber sehr zweifelhaften YouTube Video davon gefaselt wurde. Ähnliches gilt auch für manche Websites. Daher wird hier der Ton bestimmter und manchmal auch schärfer, wenn nachprüfbar und belegbar Unsinn geschrieben wird.

    Zu den Inhalten der Leistungsbeschreibungen: Die sind bei den größeren Providern recht gut und in Verbindung mit den AGBs, kann man sehr gut die IPv4/IPv6 Konfiguration herauslesen, häufig auch die Topologie. Die schwarzen Schafe sind eher die kleinen Stadtwerke, da findet man manchmal noch nicht einmal die nach dem TKG vorgeschriebenen Pflichtdokumente. Die BNetzA stellt nicht proaktiv Verstöße gegen das TKG fest. Diese müssen dort erst angezeigt werden.

  • Daher wird hier der Ton bestimmter und manchmal auch schärfer, wenn nachprüfbar und belegbar Unsinn geschrieben wird.

    Na sicher doch! Hau gleich noch einen raus.

    Da fühlen sich die neuen hier wie Manntis gleich herzlichst willkommen geheißen!

    DS-lite, CG-NAT etc ist ja wurscht, es gibt eben keine öffentliche IP. Das ist auch egal, solange man entweder direkt per IPv6 an die Gegenstelle kommt.

    Ansonsten muss eben alles durch das AFTR-Gateway(was dann für selbigen ist!). Und wenn man da 2-3 Torrentsauger im Segment hat die sämtliche Ports dicht machen ist das ganze kein Spaß mehr.

    Zurück zum Wesentlichen, spielt jemand Geforce, Luna?

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    Hobel Nobel

    Schreinern für Nerds.