Gründe für (zu wenig) Akzeptanz

  • Ich finde, es fehlt noch ein Punkt, für den eigentlich niemand so richtig kann.
    Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten um uns rum wurde in den 90 und Anfang 2000 viel in die Digitalisierung auf der Kupferleitung gesetzt.
    Andere Staaten haben stärker auf Kabel gesetzt.
    Die Infrastruktur war, mit dem Aufbau nach dem Krieg ja bis in jede Wohnung vorhanden, also noch verhältnismäßiger Zustand zu 2000er.
    Für die meisten waren und sind die Möglichkeiten auf der Kupferleitung immer noch mehr als ausreichend.

    Gerne werden ja die baltischen Staaten zum Vergleichen herangezogen.
    Staaten wie Lettland, Litauen und Estland waren sehr bescheiden aufgestellt bei Telefonanschlüssen als es zum Umbruch kam.
    Daher war es einfach, dort gleich mit Glasfaser anzufangen. Außerdem sind die Staaten ja nicht groß, Lettland 1,8 Mill. Einwohner, Estland 1,3 Mill.

    Da ist es kein Wunder, dass es da Glasfaseranschlüsse im Verhältnis zu Einwohnerzahlen immer in Bereichen von 90 % sind. :D

    Ich finde, man sollte die Glasfaserumstellung einfach langsamer angehen und dabei nicht so viel verbrannte Erde (genervte Konsumenten) hinterlassen. Ein Glasfasernetz für 85 Mill. Einwohner aufzubauen kostet nicht nur viel, sondern braucht auch Zeit.
    Klar hätte man früher damit anfangen können, aber wie man ja immer wieder aus seinem Umfeld mitbekommt, reichen fast allen die 100 / 50 MBit/s VDSL vollkommen um ihre Freizeit zu gestalten und gelegentlich im HomeOffice zu arbeiten.

  • Am Ende ist es zu 99% der Preis für den Endkunden. Warum soll ein Endkunde für den selben monatlichen Preis auf Glasfaser umsteigen? Er hat doch VDSL oder Kabel. Den meisten Kunden ist doch die Technologie völlig egal, solange es funktioniert.

    Spoiler anzeigen

    ISP: HTP Surf & Fon 1.000 MBit/s Download / 500 MBit/s Upload (Glasfaser)

    Router: MikroTik CCR2004-16G-2S+ (RouterOS 7.22.0) + Genexis Fibertwist F2110-2 (Rev2.0) @ AON (1000BASE-BX)

    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

    Handset: Gigaset SL800H Pro (Firmware 131.013.04)

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  • Ich finde, man sollte die Glasfaserumstellung einfach langsamer angehen und dabei nicht so viel verbrannte Erde (genervte Konsumenten) hinterlassen. Ein Glasfasernetz für 85 Mill. Einwohner aufzubauen kostet nicht nur viel, sondern braucht auch Zeit.

    Das Problem ist, bei aktuellem Tempo wird es noch ca. 10 Jahre brauchen bis wir mit dem FTTH Ausbau annaehernd durch sein werden. Aber die Ausruester haben bereits oder sind dabei die Produktion von FTTC DSL Komponenten einzustellen (so zumindest die Aussage meiner ISP Kontakte). Das heist, das DSL Netz laeuft bald auf Verschleiss. Da wohl noch letzte Bestellungen laufen erwarte ich, dass das DSL Netz noch ca. 10-15 Jahre wirtschaftlich betrieben werden kann. D.h. da ist keine Zeit den FTTH Ausbau abzubremsen.

  • Am Ende ist es zu 99% der Preis für den Endkunden. Warum soll ein Endkunde für den selben monatlichen Preis auf Glasfaser umsteigen?

    Jain, so preissensibel sind die Kunden hier gar nicht... sonst haette die Telekom, aus nachvollziehbaren regulatorischen Gruenden einer der teuersten DSL Anbieter, nicht ca. 58% der DSL Nutzer als direkte Kunden. Die DSL Reseller sind fast immer billiger als die Telekom, fuer vergleichbare Leistungen.

  • Das Problem ist, bei aktuellem Tempo wird es noch ca. 10 Jahre brauchen bis wir mit dem FTTH Ausbau annaehernd durch sein werden. Aber die Ausruester haben bereits oder sind dabei die Produktion von FTTC DSL Komponenten einzustellen (so zumindest die Aussage meiner ISP Kontakte). Das heist, das DSL Netz laeuft bald auf Verschleiss. Da wohl noch letzte Bestellungen laufen erwarte ich, dass das DSL Netz noch ca. 10-15 Jahre wirtschaftlich betrieben werden kann. D.h. da ist keine Zeit den FTTH Ausbau abzubremsen.

    Aber das wäre doch vollkommen in Ordnung und nicht wie das, sowieso nicht mehr haltbare Ziel 2030 zu propagieren.

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  • Aber das wäre doch vollkommen in Ordnung und nicht wie das, sowieso nicht mehr haltbare Ziel 2030 zu propagieren.

    Es wird doch bereits massiv zurueckgerudert was 2030 angeht. Ja, die Bundesregierung hat sich noch nicht dazu geaeussert (aber das faellt so oder so in die naechste Legislaturperiode und ist damit nicht zwingend ein Problem was akut behandelt werden muss, wer weiss wer in der Regierungsverantwortung sitzt wenn offiziell eongestanden werden muss, dass es mit 100% FTTH 2030 nichts wird ;)). Aber Bundesnetzagentur und Verbaende sind da inzwischen recht klar, dass 100% in 2030 kein erreichbares Ziel ist, nicht fuer homes passed und schon gar nicht fuer homes connected. Und das ist IMHO auch kein Beinbruch, das Ziel 2030 kommt ja daher, dass man einen Endterminbrauchte und 2020 "in genau 10 Jahren" halt knuffig aussah, eine objektive wissenschaftliche Begruendung warum 2030 statt 2029 oder 2031 (oder noch spaeter) gewaehlt wurde existiert IMHO nicht, was fuer politische Ziele auch voll OK ist.

  • Ich denke die Vorbehalte dem Ausbau gegenüber stellen die (zukünftigen) Vorteile für viele Leute in den Schatten:

    "Bloß nicht von der xyz, die haben bei meinem Kollegen die Einfahrt kaputt gemacht. Und außerdem muss ich dann ja zu denen wechseln und die sollen ganz schlechten Service haben."

    Dazu gesellen sich teilweise zwielichtige Haustürvertreter. Und der (oft längst überfällige) Aufwand, das Heimnetz zu modernisieren. Das schiebt man lieber weiter auf und ärgert sich über das ohnehin schlechte Internet bei mangelhaften WLAN.

    Und ich gebe zu: Für jemanden, der die technischen Sonnenseiten von Fiber-Internet nicht kennt, sieht es schnell so aus, als ob alle Nachteile überwiegen.

    Kürzlich wollte ein älteres Ehepaar, deren Router zum wiederholten Male in den letzten paar Jahren durch einen Blitzeinschlag in der Nachbarschaft gestorben ist, von einem Elektriker einen Überspannungsschutz für die DSL-Leitung installieren lassen.

    Auf meine Frage hin, ob sie denn nicht auf Glasfaser wechseln wollen, das ja demnächst komme, meinten sie:

    "Na ja wir haben den Passivanschluss beauftragt aber keinen Vertrag abgeschlossen. Wir dachten, das brauchen wir nicht. Telekom reicht uns."

    Dass der Blitz durch die Faser keine Chance hat und sich damit das Risiko auf das Risiko einer Überspannung per Stromnetz minimieren lasse, das wussten sie gar nicht.
    "Oh, dann ändern wir das noch und nehmen so einen Tarif."

    Zugutehalten muss man der Telekom, dass die meisten DSL-Verbindungen erstaunlich stabil laufen. Das haben sie hinbekommen. Im Gegensatz zu den meisten Kabelnetzbetreibern.

    Vermutlich deshalb hat die Telekom für viele noch das Image: "Telekom - dat is alt, dat war mal offiziell, dat kenn ich, dat läuft - dat is jodt!"

    Das man irgendwann nicht die/der Einzige ist, wenn man bei drohener DSL-/HFC-Abschaltung oder gar Ausfall durch Ersatzteilmangel "noch schnell" doch einen Glasfaseranschluss haben will, da denkt kaum jemand drüber nach.

  • Warum die Telekom heute, gerade bei den älteren Mitmenschen, einen besonderen Stellenwert hat, ist in meinen Augen der "Serviceinitiative" in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts geschuldet. Davor hatte der Kundendienst genau die gleichen miesen Bewertungen/Beurteilungen wie sie die Mehrzahl der Gf-Provider aktuell aufweist.

    Etliche Jahre hat man daran gearbeitet den Kundendienst besser erreichbar (Warteschleife) zu machen, qualifizierte Lösungen während des Gesprächs mit dem Kunden anzubieten/durchzuführen und das 24*7. Alles Dinge, die man heute mit operative Exzellenz beschreibt. Sicher hat die Telekom den Vorteil des großen Mitarbeiterstammes gehabt, dennoch hat es etliche Jahre gedauert. Jahr für Jahr verbesserte sich die öffentliche Meinung und natürlich verschlechterte sich der Service nicht. Aus diesem Grund wird heute die Telekom als Messlatte genommen, weil sie sich, wahrnehmbar durch den Kunden im Störungsfall, vom Saulus zum Paulus entwickelte.

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  • Das ist ein guter Punkt, danke. Ich frage mich jedoch, basierend auf meiner eigenen limitierten Erfahrung, ob tatsaechlich der Grossteil der 58% DSL Kunden bei der Telekom jemals den Kundendienst kontaktieren musste. d.h. ob dass die "Sesshaftigkeit" der grossen Masse erklaert.

    Ansonsten, wenn der Kundendienst der Tekekom tatsaechlich gut sein sollte (ich kenne nur deren Social-Madia Team, die in verschiedenen Fora Problemfaelle suchen und versuchen zu loesen*) dann ist das sicherlich ein guter Grund bereit zu sein einen Aufpreis zu zahlen.


    *) Die waren meiner Einschaetzung nach gut, aber deren Existenz alleine zeigt, dass dem normalen Kundenservice wohl Problemfaelle entschluepfen koennen.

  • Nun ja, zufriedene Kunden hört man nicht. Es schreien immer die Unzufriedenen. Nichts Schlechtes hören bedeutet für den Menschen alles ist gut. Dies manifestiert sich im Kollektivgedächtnis.

    Leider haben die "neuen" Gf-Provider diesen Schuss nicht gehört und nicht realisiert, das wohlwollende, regelmäßige Kundenkommunikation von Vertragsunterschrift bis zu Leitungsaktivierung notwendig ist. Genauso wenig wurde wahrgenommen, dass der Service/Support/Kundendienst ein grundlegender Bestandteil des Geschäftsmodelles ist, der im Gegensatz zu Tiefbau und Fertigstellung des Anschlusses langfristig durch Kundenzufriedenheit und Lösungskompetenz das Bild des Anbieters in der (öffentlichen) Wahrnehmung prägt.

  • Naja, also bei mir war das Problem das erst eine ganze Zeit gar nichts kam über meinen Glasfaserausbau. und dann war der Glasfaseranschluss "plötzlich" fertig und dann konnte der Preis den ich ursprünglich mal hatte nicht mehr gehalten werden, und nebenbei das der Ausbau viel länger gedauert hat als ursprünglich vorgesehen, war ich sowieso nicht auf einen schnellen Wechsel angewiesen. Und aber was mir wahnsinnig negativ aufgefallen ist, sind die Geschäftspraktiken der Telekom. Da wurde auf Teufel komm raus versucht, mir unbedingt schnell einen Glasfasertarif anzudrehen. Aber der Ausbau ging dann nicht so schnell. Abgesehen davon brauche ich es sowieso nicht so dringend, max. 1Gbit mit Kabel und max 1Gbit mit Faser macht jetzt nicht so einen Riesenunterschied für mich. Obwohl mir die Telekom natürlich ihren Glasfaseranschluss als heiligen Gral des Internetzugangs verkaufen wollte. Ausbau mit GfNW gerne, aber bitte auf eine ehrliche und kundenfreundliche Weise. Dann wäre ich vllt. auch zur Telekom gegangen.


    Also Glasfaser selbst finde ich gut, nur die Methoden im Ausbau selbst sind sehr(viel zu) langwierig und bei der Kundengewinnung zu dem neuen Glasfaseranschluss wird einfach zu dreist vorgegangen.

    Einmal editiert, zuletzt von BlackMage2 (12. September 2025 um 17:39)

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  • Ich habe einen Kumpel der wohnt als Mieter in einem MFH in Berlin. Glasfaser liegt in der Straße von mehreren Anbietern. Die Wohnungseigentümergemeinschaft (hauptsächlich Rentner) zeigt kein Verständnis dafür und möchte nicht einen Glasfaseranschluss für das Gebäude haben. Die wollen sich nicht vom Anbieter "abhängig" machen. Tja.

  • Also Rentner und damit automatisch kein Interesse an einem Glasfaseranschluss oder wie darf man das verstehen?

    Ich bin erstaunt, wie viele Rentner in unserer Liegenschaft mit 40 Parteien aktiv einen Glasfaseranschluss nutzen. Jung und alt waren bei uns gleichermaßen für diese Technologie offen. Zumal die Preise in den unteren Bandbreiten auch ähnlich den DSL Preisen entsprechen.

    Auch an die Kinder und Enkel wurde dabei gedacht, die die Eigentumswohnung eventuell später übernehmen werden. Dabei war Interesse vorhanden, den Anschluss bei der sich nun bietenden Gelegenheit gleich selbst zu nutzen:)

    Deshalb zu pauschalisieren wäre ein schlechter Ratgeber.

    Fritzbox 5690 Pro / Glasfaser 1000 Telekom

    1000/500 MBit/s

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  • aber all zu viele werden das nicht sein. für viele Rentner reicht 16mbit und TV über Sat. die meisten wollen auch nichts anderes. mein Vater z.B. hat auch nur den Glasfaseranschluss legen lassen, damit der Anschluss da ist. Zur Nutzung hat er auch überhaupt nicht den Bedarf. 2 Jahre hatte er Glasfaser(mindestvertragslaufzeit), dann hat er den Anschluss gekündigt.

    In der Wohngegend haben das einige so gemacht, das war er kein Einzelfall, wie das deutschlandweit aussieht, keine Ahnung.

    3 Mal editiert, zuletzt von BlackMage2 (12. September 2025 um 21:11)

  • In unserem Städtchen erreichte der erste Ortsteil die geforderte Buchungsschwelle bei der Nachfragebündelung durch die aktive Überzeugungsarbeit durch Rentner! Ein Rentner glaubt eher einem anderen Rentner als einem Geek, Nerd oder Drücker.

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  • UGG = Unsere Grüne Glasfaser ?


    Und was meinst du genau damit? du bist Rentner und 9 andere nicht und es haben alle kein Interesse an Glasfaser?

    oder du bist kein Rentner und 9 andere auch die kein Interesse daran haben?

    Einmal editiert, zuletzt von BlackMage2 (12. September 2025 um 21:24)

  • UGG = Unsere Grüne Glasfaser ?

    Ja.

    Ich meine, wir sind elf Parteien, neun davon Rentner und außer mir hat keine Partei Interesse an Glasfaser.

    Wir sind Kinder der 90er Milennials, zweitjüngste Partei im Haus müsste um 1970 rum sein.

    Einmal editiert, zuletzt von DLMttH (12. September 2025 um 22:03)