Kooperation Deutsche Glasfaser und 1&1

  • Der Punkt ist, unser Spaetphasenkapitalismus kann einige Dinge recht gut, aber mittel- und langfristig sinnvolle Entscheidungen treffen gehoert leider nicht dazu.

    Wozu auch. Da geht es nur um Gewinn. Betriebswirtschaftliches Denken korreliert eben nicht immer mit Volkswirtschaftlichem Handeln.

  • Hatte das plausible Gründe warum die DG da so unbeliebt war?

    Der Ausbau startete 2019 und ist längst abgeschlossen. DG war damals unbekannter als die Telekom. Ein anderen Grund gab es nicht. Höchstens folgendes, von Renter-Influencern, ausgesprochenes Argument an alle die nicht auf diese hören wollten: "Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt. Am Ende zahlt ihr kräftig drauf."

    In kurzen Worten: FUD

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  • Analysiert den Bedarf und richtet euch danach aus. Und nicht umgekehrt.

    Ja dann haben wir wieder 20mbit Anschlüsse.. Privat ist bedarf an Bandbreite einfach nicht gegeben.
    Man bietet es einfach an, was meinst warum 1Gbit das Standard Produkt in Frankreich ist , wegen Bedarf ?
    Oder 10Gbit bei einigen Schweizern ?

    Die haben alle das gleiche Internet wie wir auch.


    Es geht den rein um ihr Netzmonopol und Bandbreiten Upselling, hat die Telekom selbst so gesagt.

  • Das mit dem was Du "Bandbreiten Upselling" nennst ist aber in Frankreich auch so, Tarife mit hoeheren Kapazitaeten sind auch da i.d.R. teurer als solche mit niedrigeren Kapazitaeten (und meist gibt es fuer den hoeheren Preis auch zusaetzliche Gimmicks). Fast so als haetten europa-weit Endkunden akzeptiert, dass Zugangskapazitaet ein akzeptabler "Preis-Anker" sei... und auch die Preisniveaus sind oft aehnlich wie bei uns, nur weil die halt im FTTH-Ausbau schon weiter sind gibt es halt mehr im wesentlichen nutzlose Mbps in jeder Tarifstufe als bei uns. (Im wesentlichen nutzlos, weil die ueblichen Interaktiven Anwendungen, quasi alle ab 50-100 Mbps Zuganagskapazitaet keine Qualitaetsverbesserung mehr erbringen, und 100 Mbps gilt nur fuer ausgewaehlte Spezialfaelle wie Echtzeit-Gamestreaming mit hoher Framarate und Aufloesung und Sony's PureStream)...

  • Das mit dem was Du "Bandbreiten Upselling" nennst ist aber in Frankreich auch so, Tarife mit hoeheren Kapazitaeten sind auch da i.d.R. teurer als solche mit niedrigeren Kapazitaeten (und meist gibt es fuer den hoeheren Preis auch zusaetzliche Gimmicks). Fast so als haetten europa-weit Endkunden akzeptiert, dass Zugangskapazitaet ein akzeptabler "Preis-Anker" sei... und auch die Preisniveaus sind oft aehnlich wie bei uns, nur weil die halt im FTTH-Ausbau schon weiter sind gibt es halt mehr im wesentlichen nutzlose Mbps in jeder Tarifstufe als bei uns. (Im wesentlichen nutzlos, weil die ueblichen Interaktiven Anwendungen, quasi alle ab 50-100 Mbps Zuganagskapazitaet keine Qualitaetsverbesserung mehr erbringen, und 100 Mbps gilt nur fuer ausgewaehlte Spezialfaelle wie Echtzeit-Gamestreaming mit hoher Framarate und Aufloesung und Sony's PureStream)...

    Dasselbe beobachtet man ja auch bei den Mobilfunktarifen. Früher wurde mit dem freien Datenvolumen rumgegeizt bis zum Abwinken. Heute hauen die Anbieter die Gigabytes nur noch so raus, weil niemand mehr bereit ist für 1 GB mehr einen Aufpreis von 5 (oder noch mehr) Euro zu akzeptieren. Irgendwann hat man dann als Endkunde keinen Zusatznutzen mehr von noch und noch mehr Datenvolumen, außer dass es eh am Monatsende ungenutzt verfällt.

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  • Ja, der Grenznutzen nimmt ab, das gilt fuer Datenvolumina wie fuer Zugangskapazitaet gleichermassen. Allerdings kennen mMn. nur wenige Nutzer ihren echten Bedarf und waehlen ihren Tarif wohl oft heuristisch, a la "ein Tarif aus der Mitte wird schon passen", was fuer mich erklaert warum Einheitstarife dann doch eher selten bleiben.

  • Dann haben wir offensichtlich eine sehr unterschiedliche Auffassung.

    Ich werde das wohl nicht aendern koennen, finde es aber bedenklich, wenn Menschen die ich respektiere und fuer recht intelligent halte in so einer objektiven Frage zu anderen Auffassungen kommen. Marktversagen ist fuer mich keine Sache der Interpretation, auch wenn Maerkte starke psychologische Komponenten haben (am Ende des Tages sind halt Menschen an den Entscheidungen beteiligt).

    Aber hier ist das erklaerte Ziel der Privatisierung die Dominanz eines Monopolisten durch einen fairen Markt zu ersetzen, und der immer noch hohe Marktanteil def Telekom zeigt fuer mich klar, dass dieses Ziel schlicht nicht erreicht wurde, und das halte ich fuer Marktversagen.

  • das halte ich fuer Marktversagen

    Wenn, wie im DSL-Markt, alle auf die Vorleistung des marktbeherrschenden Unternehmens zurückgreifen müssen, ist das kein Marktversagen, sondern schlichtweg kein wirklicher Wettbewerb auf Augenhöhe, da ungleiche Voraussetzungen vorhanden sind.

    Und das ist auch zum großen Teil im GF-Bereich so. Denn hier ist die Ungleichheit dadurch gegeben, das zwar der örtliche Ausbau vom "Monopolisten" ebenso anzugehen ist, wie vom Wettbewerber (MAN). Der "Monopolist" aber seinen Weitverkehr (WAN) schon über den, größtenteils schon vor Jahren auf GF ausgebauten, vorhandenen Backbone abwickeln kann, der dem Wettbwerb fehlt und den dieser teuer anmieten muß.

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  • Wenn, wie im DSL-Markt, alle auf die Vorleistung des marktbeherrschenden Unternehmens zurückgreifen müssen, ist das kein Marktversagen, sondern schlichtweg kein wirklicher Wettbewerb auf Augenhöhe, da ungleiche Voraussetzungen vorhanden sind.

    Man sollte sich vor Augen fuehren, dass eine der Ideen hinter der gewaehlten Provatisierungsvariante die Leitertheorie der Investitionen war/ist, nach der die Mitbewerber zunehmend eigene Zugangsnetze bauen wuerden um nicht meht auf den Ex-Monopolisten als Vorleister angewiesen zu sein... Das hat sich nicht bewahrheitet, bzw. das war immer mehr neo-liberales Wunschdenken... Das war mMn allerdings eine notwendige "Fiktion" um der Telekom die Kontrolle ueber das Kupferdoppeladernetz zu ueberlassen (und dazu die Telekom zum Verkauf des Kabelnetzes zu zwingen). Die Alternative waere eine strikte Trennung von Netzbau und -Unterhalt und Dienstleistungsbetrieb auf eben diesem Netz gewesen... Das haette den Mitbewerbern dann weniger ungleiche Voraussetzungen bereit gestellt.

    Haette, haette, Fahrradkette...

    Und das ist auch zum großen Teil im GF-Bereich so. Denn hier ist die Ungleichheit dadurch gegeben, das zwar der örtliche Ausbau vom "Monopolisten" ebenso anzugehen ist, wie vom Wettbewerber (MAN). Der "Monopolist" aber seinen Weitverkehr (WAN) schon über den, größtenteils schon vor Jahren auf GF ausgebauten, vorhandenen Backbone abwickeln kann, der dem Wettbwerb fehlt und den dieser teuer anmieten muß.

    Wobei die BNetzA ja vorschlaegt dieses Problem regulatorisch anzugehen, unter dem Begriff symmetrische Regulierung will sie FTTH Netze zumindest da wo diese alleine existieren durch Regulierung fuer Reseller oeffenen (also ueberall da wo es diese kleinen lokalen Quasi-Monopole gibt). IMHO ist das kein schlechter Anfang, leidet aber an zwei Punkten:

    1) Wegen der Einschraenkung auf Gegenden ohne alternative Fest-Netze kann es sein, dass der selbe Reseller dem selben Vorleister unterschiedliche Vorleistungspreise zahlen muss je nach dem wo sich ein Anschluss befindet.

    2) Weil Erbauer i.d.R. PON-Netze bauen laeuft es dabei immer noch auf Wiederverkauf von Vorleistungen hinaus deren technische Spezifikation der Vorleister voll kontrollieren kann, was die Moeglichkeit technischer Differenzierung und damit Wettbewerb deutlich einschraenkt.

  • Bezüglich der symmetrischen Regulierung, die auf einer fast 20 Jahre alten (2009) EU Rahmenrichtlinie gründet, der Umsetzung in Frankreich und letztlich weil sie sehr weitreichend ist, empfehle ich dem geneigten Leser folgendes PDF-Dokument:

    Symmetrische Regulierung: Möglichkeiten und Grenzen im neuen EU-Rechtsrahmen (Nr. 350): WIK - Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH

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  • Die mmWave-Antenne sieht man am iPhone am rechten Rand; ein kleines Kunststofffeld. Das ist quasi portabler Richtfunk mit Beamforming seitens der Basis, selbst der Metallrahmen würde die Verbindung zunichte machen. Insgesamt homöopathisch ausgebaut aber Verizon zeigt das UW-Logo (Ultra Wideband) schön dauerhaft an, selbst bei meinem unfähigen europäischen iPhone 14 Pro weit weg von mmWave-Gebieten. Marketing-Gag. Doch an sich ist das Netz in den Staaten gemessen an der Fläche beeindruckend gut ausgebaut. Selbst in der Wüste kriegt man Extended Network, per Richtfunkkette angebunden und gebündelt von verschiedenen Providern. Aber furchtbar langsam.

    Da bin ich mit 1 Gbps in Deutschland durchaus zufrieden. Also auf den normalen Frequenzen.

    Ja die sind ja hier durchaus auch zu erreichen.

  • Meine Erfahrungen auf dem nordamerikanischen Kontinent ist die Folgende: Die Technik ist nicht das Problem, sondern Flächenabdeckung durch Mobilfunkprovider. In dem Nachbarland, dem der Orangefarbene die staatliche Souveränität abspricht, benötigt man prinzipiell mehrere Provider, um erreichbar zu bleiben, sofern man von Neufundland nach Westen (oder umgekehrt) reist. Dort wo man erreichbar ist, hat man freilich einen sehr guten Empfang bzw. verfügbare Bandbreite.