Kooperation Deutsche Glasfaser und 1&1

  • pufferueberlauf Da wird sicher bald die Verbraucherzentrale in NRW einen Kommentar abgeben.

    Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob TKG §56 so allgemein verfasst ist. Würde 1&1 nur Internetaccess in diesem 24 + 24 Konstrukt zur Verfügung stellen, würde meines Erachtens nichts gegen dieses Angebot sprechen.

    Grundsätzlich finde ich es jedoch den richtigen Weg die Bestandskunden für ihre Treue zu belohnen. 1&1 hat das auch schon in der "vor-Glasfaser-Zeit" durchgeführt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich nach 36 Monaten ein Schreiben aus Montabaur erhielt, in dem man mir angeboten hat, als Treuebonus eine deutschlandweite Mobilfunkflat kostenlos dem bestehenden Vertrag hinzuzufügen.

  • Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich nach 36 Monaten ein Schreiben aus Montabaur erhielt, in dem man mir angeboten hat, als Treuebonus eine deutschlandweite Mobilfunkflat kostenlos dem bestehenden Vertrag hinzuzufügen.

    Das ist IMHO komplett unproblematisch weil die Belohnung hier nicht als Kredit gewaehrt wird den man sich verdienen muss sondern erst nach Erfuellung der Treuebedingung... die Herausforderung beim 24+24 Konstrukt ist, dass Endkunden nach Ablauf der MVLZ potentiell dem ISP Geld schulden... Aber ich bin kein Jurist, gut moeglich dass ich falsch liege... das mit der Verbraucherzentrale sehe ich aehnlich.
    Aber abgesehen von den Details macht 1&1 da etwas was die Kunden wollen, guenstigere FTTH Tarife.

  • Aus Kundensicht ist das Angebot doch ohne Risiko - Die MVLZ beträgt tatsächlich nur 24 Monate. Kündigt man danach, aber vor Ablauf von 48 Monaten, dann behält sich 1&1 vor, den vorab gewährten Treuebonus zurückzufordern. Auf welcher rechtlichen Grundlage diese Rückforderung dann geschieht und ob sie seitens 1&1 durchsetzbar ist wird sich zeigen. Ich habe zumindest Zweifel an der Durchsetzbarkeit.

    Ich habe meinen 300/150er Tarif bei 1&1 leider noch für 49€/Monat gebucht und weil ein Wechsel der Konditionen nicht möglich ist, muss ich halt jetzt den Vertrag im Rahmen der 30-Tage-Zufriedenheitsgarantie kündigen und wieder neu abschließen - da ich meinen DG Anschluss parallel auf einer zweiten Faser noch habe, ist das kein Problem für mich.

    Apropos Zufriedenheit:

    Bis auf die nervige 24h Zwangstrennung ist mir noch nichts Negatives aufgefallen: Die 1&1 hat offenbar viele Netzübergänge zur DG geschaffen, mein Anschluss in Oberbayern, südlich von München wurde über nub1801aihr001 geschaltet, also Nürnberg.

    Ping-Zeiten sind damit vergleichbar zur DG, aber die 1&1 nutzt eine dezentrale Netztopologie, so dass mein über 1&1 geschalteter Zugang die Edge-Locations von Google, Amazon&Co in München nutzt, während bei der DG alles zentral über Frankfurt läuft. Ping zu einem 5G-Mobilfunkanschluss der 1&1 beträgt übrigens auch nur 10 ms.

    DS-Lite konnte ich über die Hotline auf Dual Stack umstellen - wobei DS-Lite in Verbindung mit einer Fritzbox auch nutzbar ist - man erhält 18 nutzbare TCP Ports für ankommende Verbindungen.

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  • TKG 56 (4) scheint hier relevant zu sein:

    Zitat

    (4) Durch eine Kündigung aufgrund des Absatzes 3 Satz 1 dürfen einem Endnutzer keine Kosten entstehen. Wenn ein Endnutzer berechtigt ist, einen Vertrag vor dem Ende der vereinbarten Laufzeit zu kündigen, darf von ihm über einen Wertersatz für einbehaltene Endgeräte hinaus keine Entschädigung verlangt werden. Der Wertersatz darf weder höher sein als der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses vereinbarte zeitanteilige Wert der Geräte noch als die Restentgelte, die noch für den Dienst angefallen wären, wenn dieser nicht vorzeitig gekündigt worden wäre. Spätestens mit Zahlung des Wertersatzes muss der Anbieter alle einschränkenden Bedingungen für die Nutzung dieser Endgeräte in anderen Telekommunikationsnetzen kostenlos aufheben.

    Ich sag schon mal jetzt, spannend wie das ausgehen wird. Mein Verdacht ist, 1&1 darf den Treuebonus spekulativ vergeben, aber nicht zurueckfordern, zumindest nicht wenn der Kunde legal kuendigen darf (man denke an ausserordentliche Kuendigung wegen nachgewiesener Minderleistung).

  • flamy Hast Du irgendeine Rückmeldung von 1&1 erhalten? Die Blauen aus Montabaur haben ebenfalls ein Kundenportal, das Contol-Center. Sobald Du eine Kundennummer erhalten hast, solltest Du den Status deiner Bestellung einsehen können.

    Eben mal angerufen, angeblich geht alles seinen Lauf.

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  • Sieht aus wie "vollwertiger" DualStack mit oeffentlich erreichbarer IPv4 Adresse, IPv6 Adresse und Praefix. Wenn das so bleibt ist das fein... Aber der Verdacht ist, dass 1&1 nach einiger Zeit Versucht Kunden auf ds-lite umzustellen, also die oeffentliche IPv4 durch eine private zu ersetzen. Allerdings erlaubt 1&1 wohl auch PCP beim NAT-Gateway, d.h. man kann wohl trotz NAT ein paar Ports von aussen erreichbar machen... so zumindest mein Wissen als Nicht-1&1 Kunde...

  • Allerdings erlaubt 1&1 wohl auch PCP beim NAT-Gateway,

    Exakt, daher belasse ich es mittlerweile bei den 1und1-Anschlüssen bei DSlite:

    Dank PCP sind eben somit auch per IPv4 Dienste von außen zugänglich (über eine begrenzte Anzahl an zugewiesenen Ports). Mittlerweile wird überwiegend sowieso IPv6 verwendet, nur manchmal hat man unterwegs doch noch Internetanschlüsse (bspw. WLAN-Hotspots von Hotels o.ä.) die nach wie vor (leider) IPv4 only sind.

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  • Meiner Erfahrung nach erhält man als Neukunde bei 1und1 i.d.R. DSlite (mag vereinzelt vielleicht auch Ausnahmen geben), wenn der Anschluss über L2BSA realisiert wird (wobei ich aber bei DG als Vorleister jetzt mal prinzipiell davon ausgehen würde)*. Ausnahme sind dagegen lediglich 1und1-Anschlüsse auf Basis Telekom-Wholesale (letztlich nur umgelabelte Telekom-Anschlüsse inkl. deren Peering-Policy, verständlicherweise aber nicht bei Vorleister DG verfügbar).

    Weitere Ausnahme sind 1und1 Bestandskunden, die zuvor bereits DualStack hatten (entweder historisch oder weil sie sich irgendwann einmal umstellen lassen hatten), die behalten das i.d.R, auch wenn man von xDSL auf FTTH wechselt.

    Aber auch als Neukunde soll es ja laut Berichten nach wie vor kein größeres Problem darstellen, sich bei Bedarf wieder DualStack schalten zu lassen. Ich habe das aber schon seit 2 Jahren nicht mehr veranlasst bzw. nachgefragt (bzw. das letzte mal als es noch das 1und1 Kundenforum gab).

    Letztlich (in meinen Augen) ein großer Vorteil von 1und1 bei DG FTTH-Anschlüssen, i.d.R. ordentlich funktionierendes IPv6 und bei IPv4 trotz DSlite von außen erreichbar (dank PCP). Und bei Bedarf kann man sich wohl immer noch relativ problemlos auf DualStack umstellen lassen. Einziger Wermutstropfen ist ggf., das bei 1und1 auch mit DG als Vorleister auf PPPoE gesetzt wird…


    *)
    Oder greift 1und1 bei der DG als Vorleister auf L3-BSA zurück?

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  • Also bei den letzten beiden mir bekannten Fällen wurde initial Dual Stack geschaltet und nach zwei Tagen oder so mit angeschlossener Fritz!Box wurde daraus DS Lite, was der Support aber auch ohne große Schwierigkeiten wieder umstellt.

  • was ist denn das Problem mit PPPoE?

    Einerseits zusätzlicher Overhead (fällt dann vielleicht ein klein wenig bei den 1.000Mb/s Anschlüssen/Tarifen auf wenn der ONT und/oder Router kein NBase-T unterstützt)* und andererseits benötigt dies mehr Rechenleistung beim Kunden-Router.

    Für letzteres vielleicht ein Beispiel, die 7490 schafft ohne PPPoE nahezu 1Gb/s NAT-Durchsatz (also natürlich nicht ganz beim Nettodurchsatz wegen 1GBase-T), also inkl. Packet-Accelerator (ohne PA wäre das natürlich nicht möglich). Beim PPPoE-Durchsatz ist dagegen schon bei ca. 700Mb/s Schluss (trotz PA). Also wer bspw. derzeit einen 1Gb/s-Tarif bei der DG i.V.m. einer 7490 nutzt, sollte nicht zu 1und1 wechseln. ;) Wobei natürlich ein Kunde mit 1Gb/s-Tarif sicherlich sowieso was "besseres" als eine 7490 nutzen dürfte, die ist ja nun wirklich schon in die Jahre gekommen.

    Aber klar, ein richtiger "Beinbruch" ist PPPoE nicht, würde daher dennoch eher 1und1 wählen als DG direkt.


    *)
    Bei der DG war es ja bisher so (es sei denn sie haben das mittlerweile geändert?), dass man beim 1Gb/s Tarif meiner Erinnerung nach im DS nicht überprovisioniert hat sondern auch mit tauglicher NBase-T Hardware vom ONT bis zum Client nicht mehr als ca. 940-950Mb/s erreichte.