So läuft die Glasfaserabschaltung in Deutschland

  • PS: er arbeitet bei der DB!!!!!

    Nun gut, ich kenne Glasfaser-Verweigerer, die Techniker bei der Telekom sind. Das heiß also nichts.

    Die Deutschen sind so etwas von Innovationsabwehrend.

    Schon vor 10 Jahren konnte ich in einem kleinen Dorf in der Toskana in eine Tante-Emma-Laden mit VISA zahlen. Wenn es nicht gerade am Bahnhof ist, geht dies bei vielen Bäckereien heute immer noch nicht.

    Könnte aber auch daran liegen, dass es in Deutschland mit der Giro-/EC-Karte ein funktionierendes und verbreitetes Zahlungssystem mit niedrigeren Gebühren gab, in Italien nicht.

    In dem in diesem Punkt vermeintlich fortschrittlichen Schweden funktioniert das auch nur, weil es da ein nationales System gibt. Als ausländischer Besucher bekommt man dieses aber nicht, VISA/Master wird wegen der Gebühren auch oft nicht genommen. Erst diesen Sommer wieder erlebt. Ober man bezahlt mit VISA/Master dann extrem hohe Preise, damit die Gebühren gedeckt sind. Einmal Toilette mit Visa/Master = 2,50 €.

  • Nach ökonomischen Kriterien ist das Produkt besser, das sich erfolgreich verkauft und gegen Mitbewerber durchsetzt.

    "Besser für den Anbieter" ist seltenst deckungsgleich mit "Besser für den Kunden".

    Aus Anbietersicht hast Du recht, wir sind hier aber alle Endkunden und nicht Anbieter.

    Sieht man schon daran, wie die Telekom-Bautrupps arbeiten und das dann mit dem Chaos vergleicht, was man hier im Forum von anderen anderen Netzbetreibern lesen kann.

    Das streichst Du besser mal wieder. Der Telekom-Bautrupp hat bei mir mehr Mist gebaut als der DGN-Bautrupp bei meinem Schwiegervater. Bei meinem Schwiegervater alles gebaut wie vereinbart, zwei kleine Löcher, dazwischen Erdrakete. Bei mir die Telekom 15 cm tiefen Graben durch den Vorgarten (wie war das mit Mindesttiefe?), Hauseinführung knapp 75 cm höher als bei der Begehung festgelegt.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Naja, das sind aber schon gültige Marktmechanismen.

    Nur weil es formal einen Markt gibt, sollte mann nicht den Fehler machen alle Entscheidungen so zu interpretieren als gaebe es einen funktionierenden Markt...

    Der theoretische Markt geht davon aus, dass alle beteiligten Informationen zu allen Angeboten haben, und in der Lage sind ihre Beduerfnisse zu quantifizieren. Das gilt IMHO fuer den Internetzugangsmarkt in der Masse nicht, weder kennen die Kunden alle fuer sie relevanten Angebote, noch koennen sie exakt quantifizieren wie viel Kapazitaet sie tatsaechlich benoetigen, und IMHO noch wichtiger sie scheinen "gut genug" als Ziel zu haben, nicht optimal...

    Und in so einer Situation muss man IMHO vorsichtig sein wenn mann die Marktergebnisse interpretiert, und eben nicht davon ausgeht, einen funktionierenden effizienten Markt vor sich zu haben.

  • Was hat dies mit Infrastruktur zu tun?

    Vile Kunden behandeln IMHO den Internetzugang wie Strassen, Strom, Gas, Wasser, Dein DB-Mitarbeiter wird sich bestimmt auch bei den anderen Netzen nicht gross darum kuemmern ob/wann die Erneuert werden muessen und laesst da auch alles einfach auf sich zukommen...

  • Zur ökonomisch definierten Produktgüte zählen auch Dinge wie Markenbekanntheit.

    Nach ökonomischen Kriterien ist das Produkt besser, das sich erfolgreich verkauft und gegen Mitbewerber durchsetzt.

    Ah, ein Missverstaendnis, Du betrachtest das wohl von der Anbieterseite... aus Endkundensucht ist das kein relevantes Mass fuer Guete... (vielleicht ein Mass fuer gutes Marketing).

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Die Zielgruppe verbindet Marken wie "Telekom" und "Magenta" eben mit "läuft einfach" und "nicht basteln müssen" (was die in Foren versammelten Technikbastler natürlich gar nicht stört). Für mich steht da natürlich in erster Linie "freie Endgerätewahl" und "freie Zugangsanbieter-Wahl".

    Diesen Vorteil wird Telekom auch bei der Glasfasermigration ausspielen. Sieht man schon daran, wie die Telekom-Bautrupps arbeiten und das dann mit dem Chaos vergleicht, was man hier im Forum von anderen anderen Netzbetreibern lesen kann.

    Das sehe ich genau so.

    Bei meiner Begleitung von 4 Gf Anschlüsse von 4 verschiedene Anbieter war die Kommunikation, die Arbeiten und Terminabsprache ohne Beanstandung. Und meine Service-Erfahrung seit Jahrzehnten ist bei der Telekom gut bis sehr gut. Allerdings nur mit geringen Abstriche ist noch DNS:NET dran. Besonders durch ihren guten Service vorher bei DSL konnte DNS:NET punkten.
    Mir ist es vollkommen egal, wenn sich daraus wieder ein Monopol bildet. Weil genau dann erst wird die BNetzA tätig.
    Ich finde, dass die neuen Anbieter es insbesondere in den ersten Phasen verkacken, weil sie mit den falschen Marketingsprüchen kommen und die große Mehrheit, die für sich gar keinen Bedarf sehen, nicht mitnehmen. Und ich glaube es nicht immer der Preis, viele würden es schon verstehen, dass was Neues etwas mehr kostet, aber man muss gleich mit offenen Karten spielen.

  • Und meine Service-Erfahrung seit Jahrzehnten ist bei der Telekom gut bis sehr gut.

    Ja, da hat die Telekom Glück, dass den Deutschen der Kundenservice so mega wichtig ist und ein vernünftiger Internetanschluss total egal :)

    Mir ist es vollkommen egal, wenn sich daraus wieder ein Monopol bildet. Weil genau dann erst wird die BNetzA tätig.

    Woher weißt du, dass sie das tun wird? Oder wie viele Jahre hältst du als Wartezeit akzeptabel, bis mal eine Regulierung kommt, die wirklich gute Konditionen für den Kunden bringt?

  • Woher weißt du, dass sie das tun wird? Oder wie viele Jahre hältst du als Wartezeit akzeptabel, bis mal eine Regulierung kommt, die wirklich gute Konditionen für den Kunden bringt?

    Egal, irgendwann, viel wichtige ist es, dass überhaupt erst einmal Gf gelegt ist, gerne auch doppelt. :D:D:D:D Immer schön eins nach dem anderen.

    Ja, da hat die Telekom Glück, dass den Deutschen der Kundenservice so mega wichtig ist und ein vernünftiger Internetanschluss total egal :)

    Telekom punktet einfach mit dem Gesamtpaket.
    Dazu gehört dann Magenta mit den derzeit günstigsten Streaming-Anbieter-Paketen.
    Und dann noch mit dem stabilsten Mobilfunk seit Jahrzehnten, besonders in ländlichen Gebieten.
    Und ich hatte schon 1995 extrem gute Servicehotline erreicht als in Schweden etwas mit dem Roaming nicht funktionierte, hat damals keinen Pfennig Gebühren gekostet aus Schweden, war damals schon die 2828.

    Und ich hatte nie "schlechtes" Internet.

    Mit so etwas haben bestimmt viele an Erfahrungen gemacht. Aber selbst wenn man mal einen Dienst gekündigt hat, ging es bei mir immer geschmeidig, nicht so wie z.B. 1&1
    Und dies ist das Gesamtpaket, was zählt, daher tut sich der "gemeine" Deutsche so schwer damit zu wechseln.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Telekom punktet einfach mit dem Gesamtpaket.
    Dazu gehört dann Magenta mit den derzeit günstigsten Streaming-Anbieter-Paketen.

    Ist das so günstig in Kombination mit Internet? Rechnen wir mal 54,95 € für DSL 250, bei meinem Anbieter kostet das 34,99 €, Magenta TV kostet einzeln 30 € ab dem 6. Monat. Telekom-basierten Mobilfunk kriegt man separat auch recht günstig, die Vorteile, die einem da vorgegaukelt werden, sind eigentlich nur welche, wenn man die hohe Grundgebühr des Internet ignoriert.

    Und ich hatte nie "schlechtes" Internet.

    Ich schon, ich hatte zeitweise im Internet genau zwei Dinge zu tun und beide haben wegen des Peerings irgendwann nicht mehr richtig funktioniert. Weiß gar nicht, wie viele Router-Resets ich als Jugendlicher gemacht habe, bis ich verstanden habe, dass die Leitung stabil ist und ein Providerwechsel notwendig ist.

    Du bist ja auch schon ne Weile nicht mehr bei der Telekom. Alle Telekom-Kunden haben seit mindestens Juli letzten Jahres einen dauerhaft 10-fach überhöhten Ping zum Cloudflare Free Tier, rund um die Uhr. Da liegen wirklich viele Inhalte drin. Nicht dass man davon unbedingt was merkt, aber Qualität sieht anders aus, zumindest in dem Sinne, dass man das mit Abstand schlechteste Ergebnis unter allen Providern ruhig auch als schlecht bezeichnen darf.

    Und dies ist das Gesamtpaket, was zählt, daher tut sich der "gemeine" Deutsche so schwer damit zu wechseln.

    Ich glaube, der "Gemeine" denkt einfach, dass langsam ladende Inhalte immer an der physikalischen Leitung oder am Inhalteanbieter liegen würden, der kann sich gar nicht vorstellen, dass der beste Provider laut Connect Test Schuld haben könnte ;)

  • Bei mir die Telekom 15 cm tiefen Graben durch den Vorgarten (wie war das mit Mindesttiefe?), Hauseinführung knapp 75 cm höher als bei der Begehung festgelegt.

    Das war hier nicht gemeint. Wenn der Telekom-Bautrupp da war, hängt dort eine passive Glasfaserdose, an die der Kunde ein Endgerät seiner Wahl anschließen kann. Wenn irgendwer sonst da war, hängt da irgendwas: bestenfalls irgendein schrottiger ONT mit Standard-Ethernet, schlimmstenfalls irgendeine "Fritzbox", die bei zu vielen gleichzeitigen NAT-Verbindungen abstürzt.

    Du bist ja auch schon ne Weile nicht mehr bei der Telekom. Alle Telekom-Kunden haben seit mindestens Juli letzten Jahres einen dauerhaft 10-fach überhöhten Ping zum Cloudflare Free Tier, rund um die Uhr.

    Alle Telekom-Kunden haben Zugang zu alternativen IP-Access-Providern über DSL und Glasfaser. Das ist kein Argument gegen die Telekom-Glasfaser, nur ein Argument gegen Telekom-IP-Access.

    Was macht jemand bei "Glasfaser Kleinposemuckel", wenn der Ping 10fach überhöht ist, weil der Zwangsrouter nicht vernünftig funktioniert?

    Telekom punktet einfach mit dem Gesamtpaket.
    Dazu gehört dann Magenta mit den derzeit günstigsten Streaming-Anbieter-Paketen.
    Und dann noch mit dem stabilsten Mobilfunk seit Jahrzehnten, besonders in ländlichen Gebieten.

    Das ist auch ein Punkt, der oft übersehen wird: Während befürchtet wird, die Telekom könne ein gammeliges Kupfernetz "taktisch" oder "strategisch" gegen Glasfaseranbieter mit unverkäuflichen Produkten einsetzen, kann das Unternehmen sein modernes 5G-Netz exakt genauso einsetzen.

    Ob das funktioniert, hängt allein von der mittleren Verfügbarkeit und Entstörungs-Geschwindigkeit der Glasfaserkonkurrenz ab. Wenn letztere öfter und länger ausfällt als die Telekom, hat man halt ein Problem. Zur Ausfallstatistik gehört übrigens auch die auf Kundenseite installierte Hardware.

    Kein Regulierer kann die Produkte des Marktführers in der Qualität verschlechtern, er kann nur die Preise höher festlegen. Aber genau das stört die qualitätsbewusste Kundschaft regelmäßig nicht. Bei Apple zahlt die Zielgruppe gerne Aufpreis für das Bewusstsein, Nutzer einer Premiummarke zu sein.

  • Telekom punktet einfach mit dem Gesamtpaket.

    Wie bemisst Du das?

    Dazu gehört dann Magenta mit den derzeit günstigsten Streaming-Anbieter-Paketen.

    Mmmh, MagentaTV kann jeder buchen, unabhaengig vom ISP.

    Und ich hatte schon 1995 extrem gute Servicehotline

    Ich bin nicht sicher ob das noch gilt, auch die Telekom fasst die Hotline als Kostenfaktor auf und wickelt das so guenstig wie moeglich ab.

    Und ich hatte nie "schlechtes" Internet.

    Wie bemisst Du das und woher weisst Du, ob das Interneterlebnis bei den Mitbewerbern nicht eben so gut oder gar besser ist?

    Mit so etwas haben bestimmt viele an Erfahrungen gemacht.

    Das bezweifle ich stark, ein grosser Teil der Telekom DSL Kunden duerfte niemals einen anderen ISP ausprobiert haben, oder die akteullen Angebote der Mitbewerber kennen.

    Spoiler alert, all die Maerchen von der unsichtbaren Hand des Marktes setzen voraus, dass die Kunden volkstaendig ueber alle Angebote informiert sind und diese objektiv bewerten koennen, bzw. bestrebt sind die Kosten zu minimieren. Beide Annahmen muss mann fuer den Internetzugangsmarkt in Deutschlend erst mal nachweisen, bevor man anhand der Marktstellung def Telekom deren Qualitaet bemessen will.

    Und dies ist das Gesamtpaket, was zählt, daher tut sich der "gemeine" Deutsche so schwer damit zu wechseln.

    D.h. bevor man solch ein Urteil faellt. Ich bezweifle hier nicht, dass das fuer Dich gilt, sondern, dass das eine hilfreiche Verallgemeinerung auf den gemeinen Deutschen ist.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Das war hier nicht gemeint. Wenn der Telekom-Bautrupp da war, hängt dort eine passive Glasfaserdose, an die der Kunde ein Endgerät seiner Wahl anschließen kann.

    Im Bestand gibt es bei der Telekom schon auch noch FTTH1.7 Anschluesse mit Provider-ONT, die werden dann per Technikereinsatz umgebaut, aber dafuer muss auf einen Termin warten.

    Alle Telekom-Kunden haben Zugang zu alternativen IP-Access-Providern über DSL und Glasfaser. Das ist kein Argument gegen die Telekom-Glasfaser, nur ein Argument gegen Telekom-IP-Access.

    Auf freiwilliger Basis, mit eingebauten Preissteigerungen ueber die Zeit, und mit zeitlich begrenzten Vertraegen... eine etwax wackelige Basis, zumindest in meinen Augen...

    kann das Unternehmen sein modernes 5G-Netz exakt genauso einsetzen.

    Nur gibt es da 2.5 altefnative Netze mit aehnlicher Abdeckung auf die man wechseln kann. Unklar wss Du Dir bei diesem Argument gedacht hast ;)

    Kein Regulierer kann die Produkte des Marktführers in der Qualität verschlechtern, er kann nur die Preise höher festlegen. Aber genau das stört die qualitätsbewusste Kundschaft regelmäßig nicht. Bei Apple zahlt die Zielgruppe gerne Aufpreis für das Bewusstsein, Nutzer einer Premiummarke zu sein.

    Unklar, regulatorische Auflagen, koennen natuerlich auch die Qualitaet beeinflussen, so koennte die BNetzA z.B. ISPs verpflichten IPv6 zu liefern oder z.B. Zero-Rating zu verbieten.

    Im Vergleich zu Apple mit eigener teurer aber performanter Hardware und Software, bietet die Telekom beim Internetzugang eine Dienstleistung an die im wesentlichen der ihrer Mitbewerber entspricht. Dank Regulierung und effektivem Marketing kommt die Telekom mit vergleichsweise hohen Preisen durch, das ist gut fuer die Aktionaere, aber aus Endkundensicht kann ich daran kaum etwas Gutes erkennen.

  • Das ist auch ein Punkt, der oft übersehen wird: Während befürchtet wird, die Telekom könne ein gammeliges Kupfernetz "taktisch" oder "strategisch" gegen Glasfaseranbieter mit unverkäuflichen Produkten einsetzen, kann das Unternehmen sein modernes 5G-Netz exakt genauso einsetzen.

    Uebrigens sind weder LTE noch 5G adaequater Ersatz fuer einen Festnetzanschluss, da beide unter hoher Latenz und hohem Jitter leiden, was fuer Anwendungen wie Remote Desktop und VoIP alles andere als ideal ist.

  • Alle Telekom-Kunden haben Zugang zu alternativen IP-Access-Providern über DSL und Glasfaser.

    Der Grundgedanke ist toll, das führt immerhin zu einer Situation, die für hiesige Verhältnisse etwas besser als durchschnittlich ist, da könnte man aber auch mehr draus machen.

    Streng genommen stimmt es aber nicht ganz, denn mit Glasfaserplus (Plusnet ist immer noch nicht buchbar und ob nexiu als Alternative herhalten kann, weiß ich nicht), Telekom Kabel und G.Fast gibt's halt nix.

    Und auch in normalen FTTH-Gebieten ist man mWn auf genau einen zusätzlichen Anbieter beschränkt, welcher an der Vorvermarktung teilnimmt und eigenes Peering überall garantiert, so gesehen hat man also gerade erst den Sprung geschafft.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Der theoretische Markt geht davon aus, dass alle beteiligten Informationen zu allen Angeboten haben, und in der Lage sind ihre Beduerfnisse zu quantifizieren. Das gilt IMHO fuer den Internetzugangsmarkt in der Masse nicht

    Den theoretischen Markt gibt es nirgends.

    Der Supermarkt zum Beispiel ist voll mit Produkten, dessen Verkauf nach objektiven Gesichtspunkten schwer zu erklären ist.

    Nach deiner Definition dürfte es zudem einen Großteil der geschalteten Gf-Zugänge nicht geben. Es gibt für die meisten Haushalte kein quantifizierbares Bedürfnis dafür, diese sind noch auf Jahre, eher Jahrzehnte mit VDSL und HFC mehr als ausreichend versorgt.

    Es ist also viel komplizierter, die Mechanismen des Marktes zu bestimmen und zu verstehen.

  • Der Grundgedanke ist toll, das führt immerhin zu einer Situation, die für hiesige Verhältnisse etwas besser als durchschnittlich ist, da könnte man aber auch mehr draus machen.

    Z.B. gesetzlich geregelte Pflicht zu echtem OpenAccess (aehnlich wie beim Stromnetz) fuer alle ISP...

    Streng genommen stimmt es aber nicht ganz, denn mit Glasfaserplus (Plusnet ist immer noch nicht buchbar und ob nexiu als Alternative herhalten kann, weiß ich nicht), Telekom Kabel und G.Fast gibt's halt nix.

    Bei Glasfaserplus ist die Telekom zwar Partner, aber das ist so organisiert, dass auch die Telekom "nur" ein Kunde ist, aehnlich wie bei O2 und der UGG (wie Vodafone und OXG das handhaben werden weiss ich noch nicht). Was meinst Du hier mit G.fast?

    Und auch in normalen FTTH-Gebieten ist man mWn auf genau einen zusätzlichen Anbieter beschränkt, welcher an der Vorvermarktung teilnimmt und eigenes Peering überall garantiert, so gesehen hat man also gerade erst den Sprung geschafft.

    Das ist ein bisschen artifiziell, oder? In etwa so wie genau einen zusaetzlichen Anbieter der O2 im Namen hat ;). Und selbst die garantieren nichts, koennten also morgen auf WIA umsteigen. Selbst die Telekom selber garantiert in AGB und Leistungsbeschreibung nur sehr wenig.

  • Den theoretischen Markt gibt es nirgends.

    Ja, aber in der Realitaet kann man naeher oder weniger nah an diesen Praemissen liegen, und beim Internetzugangsmarkt in Deutschland gibt es IMO deuten die Indizien fuer mich auf weniger nah.

    Der Supermarkt zum Beispiel ist voll mit Produkten, dessen Verkauf nach objektiven Gesichtspunkten schwer zu erklären ist.

    Ja und nein.

    Nach deiner Definition dürfte es zudem einen Großteil der geschalteten Gf-Zugänge nicht geben. Es gibt für die meisten Haushalte kein quantifizierbares Bedürfnis dafür, diese sind noch auf Jahre, eher Jahrzehnte mit VDSL und HFC mehr als ausreichend versorgt.

    Das ist eine Fehlinterpretation meiner Position. Ich bin in verschiedenen Fora aktiv Leuten zu helfen die von RF-Stoerungen in Kupfernetzen betroffen sind (DSL und DOCSIS). Und auch aus eigener leidige Erfahrung (in der Vergangenheit) ist mit bewusst wie empfindlich die Kupfertechnologien inzwischen geworden sind. Ich bewerte einen gestoerten, oder wegen Stoperungen in der Kapazitaet spuerbar limitierten Internet-Zugang nicht als ausreichende Versorgung.

    Es ist also viel komplizierter, die Mechanismen des Marktes zu bestimmen und zu verstehen.

    Das ist sicher nicht falsch, genau deshalb sollte mann aus der Marktposition der Telekom nicht versuchen Dinge herauszulesen die da nicht zuverlaessig herausgelesen werden koennen.

    Also zu sagen die Telekom ist erfolgreich ist IMHO korrekt, aber daraus zu schliessen sie biete ein besseres Produkt als ihre Mitbewerber an ist IMHO ein Fehlschluss.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Das war hier nicht gemeint.

    Von Dir nicht. Von mir schon. Das gehört zu dem von Dir erwähnten "Gesamtpaket" auch dazu, und da hat die Telekom bzw deren beauftragter Trupp hier nur bescheidene Leistung abgeliefert.

    Rosinenpickerei und nur das betrachten, wo die Telekom gut ist und alles schlechte ausblenden läuft nicht, wenn man vom Gesamtpaket spricht.

    Wenn der Telekom-Bautrupp da war, hängt dort eine passive Glasfaserdose, an die der Kunde ein Endgerät seiner Wahl anschließen kann. Wenn irgendwer sonst da war, hängt da irgendwas: bestenfalls irgendein schrottiger ONT mit Standard-Ethernet, schlimmstenfalls irgendeine "Fritzbox", die bei zu vielen gleichzeitigen NAT-Verbindungen abstürzt.

    An dem DGN-Anschluss kann ich am ONT alles anschließen, der Provider hat eine Anleitung, was ich dazu tun muss. Für Fritzboxen gibt es eine Anleitung, für alles andere eine Schnittstellenbeschreibung. Wer etwas anderes als eine Glasfaser-Fritzbox anschließen will, sollte damit klar kommen, für jedes erdenkliche Gerät kann es keine Anleitung vom Provider geben.

    Alle Telekom-Kunden haben Zugang zu alternativen IP-Access-Providern über DSL und Glasfaser. Das ist kein Argument gegen die Telekom-Glasfaser, nur ein Argument gegen Telekom-IP-Access.Was macht jemand bei "Glasfaser Kleinposemuckel", wenn der Ping 10fach überhöht ist, weil der Zwangsrouter nicht vernünftig funktioniert?

    Das ist eher ein Argument, die Infrastruktur vollständig vom Betreiber zu trennen, als für Glasfaser bei der Telekom.

    Aber es sei Dir unbenommen, auf Glasfaser von der Telekom zu warten, statt Alternativen zu nutzen.

    So wenig, wie mein Wunsch nach einem neutralen Netz erfüllt wird, so wenig wird Dein Wunsch nach einem Telekom-Ausbau überall erfüllt.

    Es ist übrigens die Telekom, die sich weigert, auf fremde Netze zu gehen. Daher solltest Du dich bei der Telekom darüber beschweren, statt darüber jammern, dass Glasfaser Kleinposemuckel ausbaut. O2 und 1&1 gibt es in allen Netzen, auch bei der Telekom, nur die Telekom gibt es ausschließlich im Telekom-Netz und bei deren Beteiligungen.

    Aber dann die Schuld darin zu suchen, dass nicht die Telekom ausbaut ist seltsam.

    Das ist auch ein Punkt, der oft übersehen wird: Während befürchtet wird, die Telekom könne ein gammeliges Kupfernetz "taktisch" oder "strategisch" gegen Glasfaseranbieter mit unverkäuflichen Produkten einsetzen, kann das Unternehmen sein modernes 5G-Netz exakt genauso einsetzen.

    Nein, weil 4G/5G gar nicht die Kapazität dazu haben, alle kabelgebundenen Netze zu ersetzen.

    Außerdem macht das Vodafone genauso: dort wo es Glasfaser gibt, kan man bei Vodafone niedrigere Preise erhalten.

    Kein Regulierer kann die Produkte des Marktführers in der Qualität verschlechtern, er kann nur die Preise höher festlegen. Aber genau das stört die qualitätsbewusste Kundschaft regelmäßig nicht. Bei Apple zahlt die Zielgruppe gerne Aufpreis für das Bewusstsein, Nutzer einer Premiummarke zu sein.

    Wenn doch die Premiummarke nur endlich so qualitätsbewusst wäre und ein ordentliches Peering wie alle nicht-Premiumanbieter anbieten würde. Ist schon peinlich, wenn man als Kunde vom Premiumanbieter noch ein VPN dazubuchen muss, um alle Seiten im Internet vernünftig zu erreichen und die Telekom sich damit herausredet, der Server sei schlecht angebunden.

    Wenn ich VPN über die DGN mache, dann habe ich plötzlich 20-fache Geschwindigkeit gegenüber der Telekom bzw. bekomme überhaupt eine Verbindung, was bei der Telekom schonmal scheitern kann.

  • Bei mir die Telekom 15 cm tiefen Graben durch den Vorgarten (wie war das mit Mindesttiefe?

    Hast Du dafür aktuelle Werte aus den DIN 18220?

    HubeBube
    11. Juli 2023 um 20:36

    Leider hält sich das Gerücht, das Glasfaserkabel/Leerrohre im (Minder-)Tiefbau genauso wie Elektrokabel behandelt werden. Dem ist natürlich nicht so.