DSL über gesplittete Cat. 6A Kabel

  • Hallo zusammen,

    ich verliere langsam die Hoffnung, dass die Deutsche GigaNetz GbmH unsere Glasfaserleitung jemals fertig bekommt. Nach dem Prinzip "Hope for the best and plan for the worst" habe ich mir überlegt, die DSL Option in unserem Haus zu ertüchtigen.

    Der Vorbesitzer hat das Telefonkabel abgeschnitten. Im Wohnzimmer habe ich zwar kein Platz für eine weitere Dose. Es gibt aber eine Cat. 6A dose, die bis ins Keller geht, an welcher ein RPi 1B hängt. Dieser unterstützt nur 100 Mbit/s, was eigentlich nur 2 Adernpaare braucht. Wäre es denkbar, die Ethernetleitung zu splitten (z.B. mit https://amzn.to/4dRygYl [Anzeige]) und dann zwei Adernpaare für Fast Ethernet und zwei für DSL zu Nutzen? Oder wird das wegen zu vielen Steckern nichts? Ich habe mit DSL null Erfahrung, bisher war ich immer mit DOCSIS unterwegs.

  • Ja mbo77 hat es bereits geschrieben.

    Für DSL würde ich allerdings nicht ein verdrilltes Pärchen verwenden, sondern aus den beiden freien Pärchen jeweils ein Käbelchen. Das sollte (theoretisch) vorteilhafter bezüglich Störungen sein. Hängt natürlich vom DSL-Profil (8b, 17a, 35b) ab, ob es überhaupt eine Auswirkung gibt.

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  • Aus der Praxis kann ich sagen, dass hier am Haus ca. 10m Telefonkabel durch ein Cat.6-Kabel vom APL bis zur ersten "TAE" ersetzt wurden (geht effektiv nur auf ein Patchpanel).

    Das hat die verfügbare Bandbreite im Profil 17a um ca. 10% verbessert.

    Das deckt sich mit einem Beitrag eines Telekom-Technikers vor Jahren, der trotz unterschiedlicher Impedanz empfohlen hat, Cat.6/7-Kabel für die Zuführung zu verwenden. Die Empfehlung war, "klassisch" die Adern 5&6 zu nehmen, also die verdrillten Paare.

    Von daher bin ich ob des Vorschlags sehr skeptisch.

  • Ich wüsste auch nicht, inwiefern ein unverdrilltes Paar vorteilhafter sein sein soll. Der Sinn der Verdrillung ist ja gerade, dass sich Störungen so reduziert werden.

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  • Solange die mittlere Adernpaar benutzt wird, würde sich dieser Adapter sogar noch besser anbieten: https://amzn.to/3XignvK [Anzeige]. Habe mir ein Paar davon bestellt für den Fall, falls es mit Glasfaser komplett in die Hose geht.

    So muss mir in der Theorie Telekom nur eine Dose im Keller legen und weiter kann es über die bestehende Cat Leitung gehen.

  • Telefonleitungen haben eine viel größere Schlagweite als Ethernet-Kabel, daher auch eine höhere Impedanz. Diese Fehlanpassung kann zu Problemen bei der Signalübertragung führen.

    Meine Erfahrung: VDSL über ein Adernpaar eines SSTP Ethernetkabels funktioniert zumindest auf 25m problemlos. Zwei von den verbliebenen Paaren kann man für 100MBit verwenden.

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  • Hab die 50mbit Leitung bei meinem Vater über 2 der 4 Adern Telefonleitung ins OG gezogen und über die 2 verbliebenden Adern, analoges Telefon wieder runter in den Keller und von da ins Wohnzimmer gepatcht. Läuft seit Jahren einwandfrei und die Leitungskapazität war lt. alter FRITZ!box, glaube eine 7490, bei knapp 100mbit.

  • Widerspricht der Empfehlung der Telekom.

    Ich versuche es mal mit anderem Wording: Die Adern sind schon verdrillt, jedoch wird nur eine Ader pro verdrilltem Pärchen für (V)DSL genutzt und stört daher weniger das Ethernet, welches im gleichen Kabel koexistiert.

    Auch wird durch die zweite ungenutze Ader im verdrillten Pärchen der Störanstand im (V)DSL erhöht. Wenn die Telekom von einem Vorteil durch Verdrillung spricht, dan wird davon ausgegangen, das auf beiden Adern des verdrillten Pärchens Signale übertragen werden.

    Wenn das Kabel bereits ein FTP-Kabel ist, sollten meine Einlassungen keine große Rolle spielen, ist es noch ein UTP-Kabel, dann ist meine beschriebene Vorgehensweise eine Überlegung wert. Telefonlitze ist übrigens immer UTP.

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  • Wenn das Kabel bereits ein FTP-Kabel ist, sollten meine Einlassungen keine große Rolle spielen, ist es noch ein UTP-Kabel, dann ist meine beschriebene Vorgehensweise eine Überlegung wert. Telefonlitze ist übrigens immer UTP.

    Es ist ein Cat 6A S/FTP Kabel - zumindest zwischen den zwei Dosen.

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  • Es ist ein Cat 6A S/FTP Kabel - zumindest zwischen den zwei Dosen.

    Dann sollte die Durchführung keinen Unterschied machen. Jetzt muss man jedoch wissen, das die Algorithmen zur "Robustheit" bei VDSL von ungeschirmten Telefonlitzen ausgehen, demnach wird das Signalverhalten bei Verwendung von hochwertigen (S)S/FTP-Kabeln gar nicht berücksichtigt. Leider liegen mir keinerlei Informationen über die Signalqualität bei VDSL bei Verwendung von hochwertigem Netzwerkkabel stat Telefonlitze auf den letzten 30 Metern vor... Fakt ist jedoch das man nicht unbedingt davon ausgehen kann, das die Signalqualität in diesem Fall besser ist.

    Nun ja, wir haben jedoch Glasfaser und brauchen uns daher nicht mehr über Gebühr mit Kupfertechnologie zu beschäftigen.

  • Leider liegen mir keinerlei Informationen über die Signalqualität bei VDSL bei Verwendung von hochwertigem Netzwerkkabel stat Telefonlitze auf den letzten 30 Metern vor

    Doch, wie ich schrieb. Es hat eine messbare Verbesserung gebracht in Höhe von 10-15 %.

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  • Doch, wie ich schrieb. Es hat eine messbare Verbesserung gebracht in Höhe von 10-15 %.

    Das will ich für 10 m auch gar nicht anzweifeln. Ich meinte mit meinem Beitrag auch mehr einen offiziellen veröffentlichten Bericht in einer Fachzeitschrift oder von mir aus auch eine Untersuchung von einem Geräte- oder Kabelhersteller. Im Haus bringt auch ein verlöten mehr Signalqualität als ein verdrillten der Kabelenden. Nach Jahren im Keller stellen sich durch Korrosion lustige Effekte ein. Ich hatte in den 90er Jahren dadurch witzige Effekte im ISDN-Umfeld.