Beiträge von wolfp

    Sollte sich jemand ernsthaft für die Thematik des Inverkehrbringens im Europäischen Wirtschaftsraum interessieren, empfehle ich den Leitfaden für die Umsetzung der Produktvorschriften der EU: 2022 (BlueGuide, 2022/C 247/01) insbesondere Abschnitt 2.

    Dann sollten alle Klarheiten beseitigt sein.

    Der Importeur eines Produktes in den europäischen Wirtschaftsraum (also z.B. derjenige welcher das Produkt aus dem Zoll auslöst) ist dafür verantwortlich, dass die Schutzanforderungen aller zutreffenden EU-Richtlinien bzw. deren nationale Umsetzungen (Gesetze, Verordnungen) eingehalten werden.

    Die CE-Kennzeichnung an einem Gerät macht lediglich sichtbar, dass der Hersteller der Auffassung ist, die Konformität mit den Schutzanforderungen würde eingehalten. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Konformität durch eine unabhängige, kompetente Stelle (z.B. akkreditiertes Prüflabor) nachgewiesen wurde.

    Was die Verantwortung für die Konformität eines Produktes angeht, ist also eine Kernfrage, wer der Einführer in den europäischen Wirtschaftsraum ist, wenn sich der Hersteller nicht in der EU befindet.

    Meine Erfahrungen beim Glasfaserausbau in Köln durch NetCologne (NC):

    Anfang 2022 erfuhr ich, dass NC vorhat, unser Gebiet an das Glasfasernetz anzuschließen.

    07.2022: Erste GEE (Grundstückseigentümererklärung) abgegeben

    01.2023: Zweite GEE abgegeben (aller guten Dinge sind wohl 2 bei NC)

    01.2023: Bestellbestätigung von NC über einen NetSpeed 250 (Glasfaseranschluss) erhalten, Plantermin 12.2023

    10.2023: Änderung Terminvorgabe auf März 2024

    Zwischenzeitlich wurden die Leerrohre im Bürgersteig verlegt, das Haus über den Keller angeschlossen, aus der Kellerwand ragt ein Schutzrohr mit Abschlusskappe.

    Einige Zeit später wurde die Glasfaser "eingeblasen" und der HAK gesetzt.

    02.2024: Änderung Terminvorgabe auf Juni 2024

    Dann überschlugen sich die Ereignisse:

    02.2024: "Objektbegehung" durch NC, zwischenzeitlich waren die Leitungen gelegt und der HAK im Keller gesetzt, Stromanschluss und Netzwerkkabel zur FritzBox 7590 (FW 7.57) von mir gelegt.

    Fast gleichzeitig mit der Terminänderung auf Juni 2024 wurde mir als Anschlusstermin der 13.03.2024 mitgeteilt.

    Tatsächlich kamen die Techniker an diesem Tag um 08:00, setzten den ONT (FiberTwist G2120B) und keine 45 Minuten später bestätigte mir die FritzBox (nachdem wohl ein Parameter angepasst werden musste und ich von DSL auf WAN umgestellt hatte), dass der Internet-Zugang und meine Telefonnummern verbunden sind. VDSL hatte ich zwischenzeitlich abgeklemmt.

    Seither läuft der Anschluss stabil mit 250/48 MBit/s und 5 ms Ping nach Frankfurt - lt. "breitbandmessung".

    Also etwa 2 Jahre Gesamtdauer, das finde ich ganz ok.

    Zum Thema Bedeutung normativer Dokumente: Ich habe gelernt, dass eine Norm eine "unverbindliche technische Spezifikation" darstellt, welche erst durch Bezeichnung in einem Gesetz oder in einer Verordnung einen gesetzesähnlichen Charakter erlangt.

    Die Anwendung von Normen kann auch vertraglich vereinbart werden, ihre Anwendung unterliegt dann dem Vertragsrecht.

    Schon die richtige Benennung einer Norm wird gerne falsch gemacht - es fehlt die Angabe des Ausgabestands. Wird der Ausgabestand nicht angegeben bedeutet das, daß die jeweilig aktuelle Ausgabe der Norm gilt. Dies führt zu spannenden Diskussionen falls man sich in der Übergangszeit zwischen zwei Ausgaben befindet.

    Die regelmäßigen Einbrüche im S/N welche Faserknecht schon bemerkte, können auf eine Störquelle wie. z.B. ein Schaltnetzteil (Steckernetzteil,. PV-Wechselrichter) hinweisen. Bei billigen Netzteilen können die Störungen so stark sein, dass sie sich über das Stromnetz ausbreiten und in die DSL-Leitung einkoppeln.

    Ich möchte Konrad erstmal dafür danken, dass er sich die Mühe gemacht hat, seinen Umstieg von ONT auf SFP-Modul in der FritzBox so ausführlich zu beschreiben. Auch wenn möglicherweise nicht alle seine Annahmen richtig sind - hier im Forum gibt es genug technische Kompetenz, Fehlannahmen mit objektiven Nachweisen zu korrigieren.

    Auch ich bin in den letzten 4 Jahrzehnten meiner Tätigkeit mit µPs häufig in die Irre gelaufen, habe Probleme gelöst die ich nicht hatte und war froh wenn mit jemand sagte, wie es richtig ist. Hierzu muss man den Mut haben, auch seine möglicherweise falschen Annahmen zu veröffentlichen und eine Diskussion zu initiieren. Das die Antworten auf die Annahmen nicht immer der eigenen Meinung entsprechen liegt in der Natur der Sache und trägt zum eigenen Lernerfolg bei.

    Das die Veröffentlichung einer falschen Annahme eine KI dazu verleiten könnte, diese falsche Annahme als richtig zu verbreiten ist ein Problem der KI und der Nutzer, welche sich statt auf ihre natürliche Intelligenz auf eine Künstliche Intelligenz verlassen. Die Tatsache, dass ein Post durch eine KI ausgewertet werden könnte ist für mich kein Argument dafür nicht auch mal eine falsche Annahme zur Diskussion zu stellen. Ich lerne gern dazu.

    Zurück zum Thema: Ich stehe vor der gleichen Situation wie Konrad und möchte in absehbarer Zeit den genexis-ONT durch durch das GPON-SFP-Modul einer FB5590 ersetzen. Hierzu habe ich mir bereits den entsprechenden Aufsatz für den ONT und 30m Glasfaser-Leitung besorgt. Da aber alles seit 1,5 Jahren stabil läuft, fehlt mir der Antrieb. Der ONT verbraucht etwas über 3W, um wieviel die Leistungsaufnahme der FB steigt, wenn ich das SFP-Modul verwende weiß ich noch nicht.

    Zelnot

    Off topic:

    Die geringe Reichweite deines WLAN hängt mit der Übertragungsrate bzw. dem verwendeten Frequenzbereich und den verwendeten Kanälen zusammen. Bei 700MBit/s wird wohl der 5GHz oder 6GHz-Bereich genutzt mit 160MHz Bandbreite. Dies führt zu einer deutlich geringeren Reichweite als bei Verwendung eines Kanals auf 2.4GHz mit nur 20MHz Bandbreite (bei wesentlich geringerer Übertragungsrate). Weiterhin unterliegen die höheren Frequenzen teilweise Beschränkungen wie DFS, TPC und SRD.

    Als grobe Näherung: Je höher die Datenrate desto geringer die Reichweite.

    Ich kann alpha_zulu hier nur zustimmen. Für mich war auch das Ausschlag gebende Element die deutlich höhere Störfestigkeit und somit Zuverlässigkeit der Glasfaserübertragung gegenüber VDSL. Die Beeinflussung der VDSL-Übertragung durch Störquellen wie billige Netzteile oder PV-Wechselrichter wird m.E. unterschätzt, da die Übertragungstechnik viele Fehler ausbügeln kann.

    Die Störungen werden zukünftig nicht weniger werden (Stichwort: Balkonkraftwerke). Hier stellt die Glasfaser eine deutlich robustere (störfestere) Art der Datenübertragung dar.

    Seit 1,5 Jahren habe ich nun Glasfaser statt VDSL, selbst mit meinem 100 W Kurzwellensender bekomme ich die Verbindung nicht zum Zusammenbruch, bei VDSL hatten 10 W gereicht, um die Verbindung zu unterbrechen.

    Dieses Gerät ist ein Durchgangsprüfer, welcher mit Gleichstrom den Durchgang bzw. die Unterbrechung oder Vertauschung von Einzeladern feststellen kann. "G" bedeutet hierbei die Schirmung.

    Anmerkung: Möchte man ein Netzwerkkabel richtig "durchmessen" wird's sehr aufwendig. Man bekommt es mit hochfrequenten Signalen im Bereich von einigen 100MHz und Anstiegszeiten im nsek-Bereich zu tun.

    Also: Nimm ein gutes Cat.7-Kabel und schau auch mal in die RJ45-Buchsen der Geräte ob da nicht etwas verbogen ist. Auch ein interner Fehler in den Geräten ist natürlich nicht ausgeschlossen.