Glasfaser-Teilnehmeranschluss über 100m von HÜP versetzen

  • Hallo zusammen,

    ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Ich müsste einen Glasfaser-Teilnehmeranschluss ca. 110m entfernt vom HÜP installieren. Alle "fertigen" Teilnehmeranschlüsse gibt es nicht in dieser Länge. Hat das einen technischen Grund? Wenn nein, kann ich mir einen Glasfaser Teilnehmeranschluss "selbst" bauen wenn ich ein passendes Kabel kaufe und die entsprechende Dose? Wenn ja, was muss ich hier nehmen? Vor lauter OS2, OM3, OM4, Simplex, Duplex, LC, SC, APC usw. usw. bin ich hier hoffnungslos überfordert. :oops:

    Zum gewünschten Aufbau:

    HÜP - ca. 110m Glasfaser - Gf-Ta - ONT - Router

    Vielen Dank und beste Grüße,

    Marcel

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Die erste Frage ist, warum musst du es machen?
    Die Strecke vom HÜP zum Gf-Ta ist doch Sache des Netzbetreibers. Der Gf-Ta ist dann der passive Übergabepunkt für die von dir eingekauften Dienstleistungen. Daraus ergibt sich die Frage, wie du an den HÜP kommst. Die sind grundsätzlich verschlossen.

    Vielleicht kannst du Bilder beibringen und um welchen Netzbetreiber es sich handelt.
    Für die 110m Leerrohr legen und den Netzbetreiber Bescheidgeben.

  • Die erste Frage ist, warum musst du es machen?
    Die Strecke vom HÜP zum Gf-Ta ist doch Sache des Netzbetreibers. Der Gf-Ta ist dann der passive Übergabepunkt für die von dir eingekauften Dienstleistungen. Daraus ergibt sich die Frage, wie du an den HÜP kommst. Die sind grundsätzlich verschlossen.

    Vielleicht kannst du Bilder beibringen und um welchen Netzbetreiber es sich handelt.
    Für die 110m Leerrohr legen und den Netzbetreiber Bescheidgeben.

    Ich denke nicht dass 110m Sache des Netzbetreibers ist... Es sei denn der Kunde wohnt im 33. Stock eines Hochhauses.

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

  • Rein rechtlich schon. Das öffentliche Netz endet am passiven Netzabschlusspunkt. Sofern der HÜP einen frei zugänglichen Anschluss hat und kein Gf-TA existiert, dann kann man den HÜP als Netzabschlusspunkt sehen. Ist ein Gf-TA vorhanden, dann ist diese Dose der Abschlusspunkt.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Du bestellst dir einfach die Leitungen (OS2 Singlemode Simplex) in der benötigten Länge mit den richtigen Steckern (am HÜP gehe ich von SC/APC oder LC/APC aus).

    Ich würde zur Sicherheit direkt zwei Leitungen verlegen. Als "GF-TA" nimmst du entweder eine Aufputzdose mit LC/APC Kupplung, wo du den Stecker einfach innen anschließen kannst oder eine Unterputzdose.

    Eine Keystone-Dose würde ich bevorzugen und dort einen Keystone mit LC/APC Duplex Kupplung einsetzen. Auch hier kannst du die Stecker einfach innen in die Kupplung stecken.

    So habe ich das bei mir auch gelöst - und da mein DSL Anschluss noch parallel läuft, habe ich die TAE Dose durch eine Dual Keystone Unterputzdose mit RJ45 (DSL) und LC-Duplex ersetzt.

  • Ohne genauere Eckpunkte vom TE zu bekommen ist das eh erstmal in die Glaskugel gucken aber jetzt erklärt mir doch mal bitte wie das gehen soll dass ein HÜP 110m entfernt von einer Gf-TA sitzt... Das mag sicher das ein oder andere Objekt geben aber das ist dann alles andere als eine Standartinstallation.

    Bei der Telekom endet die Standartinstallation für EFH bei 3m neben dem HÜP, mit erweiterten Leitungsweg sind wir bei 20m wenn der Kunde den Weg vorbereitet.

    Bei MFH sind es 3m nach der Wohnungseinführung, auch dort geht wohl max 20m wenn Kd den erweiterten Leitungsweg vorbereitet.

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

  • 110Meter sind schon viel, aber ich habe auch ca. 60 Meter selbst legen müssen um in meiner Wohnung den Anschluss zu haben... Wohne in einem alten Bauernhof, Wo alle Scheunen mit mehreren Wohnungen von mir umgebaut wurden. Die Deutsche Glasfaser macht bei einer Hausnummer nur einen gemeinsamen Übergabepunkt und der ist bei mir im Gemeinsamen Heizungskeller, der ca. 35 Meter von mir weg ist. Da man ja Luftlinie eher weniger verlegen kann, kommen da bei mir ca. 60 Meter an Kabel zusammen. Gottseidank war ich damals so schlau und habe neben die Heizungsrohre gleich ein Leerrohr legen lassen, da war das alles kein Problem :)

    Was ich damit sagen möchte, auf dem Land hat man schnell mal paar Meter zusammen :D

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Was ich damit sagen möchte, auf dem Land hat man schnell mal paar Meter zusammen :D

    Darum schrieb ich ja auch

    Das mag sicher das ein oder andere Objekt geben aber das ist dann alles andere als eine Standartinstallation.

    Genau solche Objekte meinte ich damit... Alte Bauernhöfe, umgebaute Industriehallen usw... da kommt schon einiges zusammen. Bin mal auf das Projekt vom TE gespannt.

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

  • Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank für die zahlreichen und teils auch hilfreichen Antworten!

    Der OS2 Simplex Faser sind die 110 m egal. Mich interessiert aber wie diese sehr unübliche Distanz zu Stande kommt.

    Das liegt daran, das der HÜP am anderen Ende einer Industriehalle hängt. Daher muss ich den Leitungsweg auch selbst vorbereiten, der Netzbetreiber übernimmt letzlich nur das aufspleißen der vorbereiteten Leitung zum HÜP. Also das ist keine "klassische" Verkabelung in einem EFH oder MFH :)


    Ohne genauere Eckpunkte vom TE zu bekommen ist das eh erstmal in die Glaskugel gucken aber jetzt erklärt mir doch mal bitte wie das gehen soll dass ein HÜP 110m entfernt von einer Gf-TA sitzt... Das mag sicher das ein oder andere Objekt geben aber das ist dann alles andere als eine Standartinstallation.

    Bei der Telekom endet die Standartinstallation für EFH bei 3m neben dem HÜP, mit erweiterten Leitungsweg sind wir bei 20m wenn der Kunde den Weg vorbereitet.

    Bei MFH sind es 3m nach der Wohnungseinführung, auch dort geht wohl max 20m wenn Kd den erweiterten Leitungsweg vorbereitet.

    Genau deshalb stellte ich auch die Frage, ob es hier eine technische Limitierung gibt. Im Internet findet man diese "spleißfertigen Kabel inkl. Gf-Ta" nur in max. 70m Länge.. :(


    Du bestellst dir einfach die Leitungen (OS2 Singlemode Simplex) in der benötigten Länge mit den richtigen Steckern (am HÜP gehe ich von SC/APC oder LC/APC aus).

    Ich würde zur Sicherheit direkt zwei Leitungen verlegen. Als "GF-TA" nimmst du entweder eine Aufputzdose mit LC/APC Kupplung, wo du den Stecker einfach innen anschließen kannst oder eine Unterputzdose.

    Eine Keystone-Dose würde ich bevorzugen und dort einen Keystone mit LC/APC Duplex Kupplung einsetzen. Auch hier kannst du die Stecker einfach innen in die Kupplung stecken.

    So habe ich das bei mir auch gelöst - und da mein DSL Anschluss noch parallel läuft, habe ich die TAE Dose durch eine Dual Keystone Unterputzdose mit RJ45 (DSL) und LC-Duplex ersetzt.

    Danke Dir für den hilfreichen Input! :thumbup::)

    Eine Frage stelle ich mir da noch (auch wenn sie vielleicht etwas dumm klingen mag...)

    Wenn ich jetzt ein Kabel mit SC/APC Kupplung für den HÜP besorge, dieser aber dann LC/APC Kupplung braucht.. Kann der Netzbetreiber die Kupplung anpassen?


    Im Prinzip brauch ich genau so eine Kombination, nur eben in der 110m Variante..


    Vielleicht hat da jemand einen Link oder kann mir bei der Zusammenstellung helfen :)

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Wenn ich jetzt ein Kabel mit SC/APC Kupplung für den HÜP besorge, dieser aber dann LC/APC Kupplung braucht.. Kann der Netzbetreiber die Kupplung anpassen?

    Das wird leider nicht klappen, Kupplungen sind kein Standartmaterial was der Techniker dabei hat.

    Du kannst hier gern mal schauen ob was passendes dabei ist.


    LWL Patchkabel LC-LC, OS2 - Glasfaserkabel.de

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

  • Das liegt daran, das der HÜP am anderen Ende einer Industriehalle hängt. Daher muss ich den Leitungsweg auch selbst vorbereiten, der Netzbetreiber übernimmt letzlich nur das aufspleißen der vorbereiteten Leitung zum HÜP. Also das ist keine "klassische" Verkabelung in einem EFH oder MFH :)

    Ist das ein Privatkundenvertrag oder fällt das unter Business Contract?

    Der Hintergrund ist folgender: Bis zum passiven Netzabschlusspunkt ist das Glasfasernetz in der Hoheit des Providers. Insofern darfst Du als Privatkunde nicht im Providernetz (Strecke HÜP <-> Gf-TA) herumfummeln. So weit zur rechtlichen Seite.

    Fertig konfektionierte Glasfaserkabel mit fast beliebigen Steckern auf beiden Enden erhältst Du beispielsweise hier mit frei konfigurierbaren Längen: https://www.fs.com/products/12285.html

    Falls ein Adapter benötigt wird, kannst Du ebenfalls bei FS.com fündig werden: https://www.fs.com/c/fiber-optic-adapters-1000 Bei dem Logistiker mit Smiley gibt es Adapterkits (Doppelbuchse inkl. kurzem Kabel) für knapp 10€ Leider habe ich da gerade die Links nicht zur Hand.

    Noch eine Frage: Der Gf-TA wird dir nicht vom Provider gestellt, sondern ist deine Angelegenheit? Falls ja, denke daran, das Du einen freien Zugang zum HÜP erhältst, um ein abgehendes Kabel anschließen zu können. Manchmal sind die HÜPs abgeschlossen/versiegelt und haben nur innenliegende Buchsen!

    Nachtrag: Hier die Links zu den Adapter-Kits

    LC/APC-SC/APC https://bit.ly/3HThf1j [Anzeige]

    LC/APC-SC/UPC https://bit.ly/49uRbFK [Anzeige]

    LC/UPC-SC/UPC https://bit.ly/3wbU3J6 [Anzeige]

    Einmal editiert, zuletzt von HubeBube (9. Februar 2024 um 18:05)

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Noch eine Frage: Der Gf-TA wird dir nicht vom Provider gestellt, sondern ist deine Angelegenheit? Falls ja, denke daran, das Du einen freien Zugang zum HÜP erhältst, um ein abgehendes Kabel anschließen zu können. Manchmal sind die HÜPs abgeschlossen/versiegelt und haben nur innenliegende Buchsen!

    Der HÜP ist klassisch mit einem Rillenbit verschlossen, dafür bedarf es den Rillenbit aus dem jeweiligen PTI um den HÜP zu öffnen... da hier keine Standartbauweise greifen kann, würde ich dem Kunden die Gf-TA max 3m vom HÜP anbauen da kann der Kunde dann seine Leitung anschliessen.

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

  • Bei 1 WE / EFH wird es von der Telekom sogar gefordert, alles was mehr als 1 WE hat ist wieder ne andere Geschichte da kommt es dann drauf an Vollausbau ja/nein... GF Produkt gebucht ja/nein.


    Bei dem alten FTTH 1.7 Prozess der DTAG geb ich Dir Recht, da wurde es zT nicht gemacht, erst bei Buchung wurde dann Gf TA gesetzt

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Seit dem Jahr 2016 ist der passive Netzabschluss im TKG vorgeschrieben, im Umkehrschluss müsste an jeder mit Glasfaseranschluss erschlossenen Immobilie eine für den Kunden frei zugängliche Buchse zum Anschluss eines Endgerätes existieren. Wir wissen aus vielen Berichten, das dies immer noch nicht so ist.

    Das betrifft nicht nur die Telekom, die mittlerweile meiner Meinung nach der Primus im kundenfreundlichen Glasfaserausbau geworden ist, sonden viele andere auch und vor allem Stadtwerke.

  • Genau deshalb stellte ich auch die Frage, ob es hier eine technische Limitierung gibt. Im Internet findet man diese "spleißfertigen Kabel inkl. Gf-Ta" nur in max. 70m Länge.. :(

    Die technische Limitierung ergibt sich aus der Gesamtlänge vom PoP bis zum aktiven Gerät (Modem/ONT) dieser liegt bei den üblichen Anwendungen zum Endkunden bei 20 km. Somit sollten deine 70 oder 110 Meter nicht groß ins Gewicht fallen. Natürlich sind Kupplungen immer ein dämpfendes Teil in der Kette. Wenn allerdings von deinen HüP zum Gf-Ta gespleißt werden sollte, sollte dies sich gar nicht auswirken.